Oh mein Gott, das Archiv darf auf keinen Fall geschlossen werden.

So oft stöbere ich dort in "der Vergangenheit" rum. Zumal auch haufenweise Magazine komplett digitalisiert wurden.
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Wobei die Verlage sich mal wieder künstlich aufregen. Aktuelle Bestseller sind dort im Archiv gar nicht dabei.
Also ich finde da sehr wohl aktuelle Werke (nicht unbedingt Bestseller – aber kleine Autoren sind erst recht auf jeden Verkauf angewiesen), die noch im regulären Verkauf sind. Und das ist auch keine Seltenheit, selbst wir waren schon von illegaler Verbreitung aktueller Ausgaben über diesem Weg betroffen.
und dir ist entgangen, dass man keine gesetze bräuchte, wenn die zuwiderhandlung nicht möglich wäre
wenn jemand in die bibliothek geht und eines meiner bücher so gut findet, dass er es auf dauer haben will, sich aber den preis nicht leisten kann und er deshalb eine stunde seiner lebenszeit opfert, um mehrere hundert seiten eizuscannen, dann soll er das tun und auch tun dürfen ohne sich vor juristischen folgen fürchten zu müssen.
diese billigen kopien, egal ob papier oder digital, wird es immer geben, dagegen ist auch nichts zu sagen, denn bei der schlechten qualität stellen sie keine nennenswerte bedrohung für die einnahmen aus verkäufen dar - wer ein buch will und es sich leisten kann, der kauft es i.d.r. auch.
nur "professionell" gemachte digitalisierungen stellen ein problem dar und sollten verfolgt werden. genau wie es bei büchern aus papier schon immer war. denn wenn man dieselbe qualität bekommt und nichts zahlen muss, dann wars das mit den verkaufszahlen.
Eine Kopie zu privaten Zwecken ist in Deutschland rechtlich erlaubt und durch entsprechende Gebühren auf Vervielfältigungsmaterial gedeckt. Aber eine Vervielfältigung zur Weitergabe, und darum handelt es sich bei einem Scan zur Verleihe definitiv, dürfte nach hiesigem Recht einen klaren Verstoß gegen der Urheberrecht darstellen.
Klar ist eine digitale Bibliothek legal, vor allem sind da doch soviele alte Bücher drin, von Autoren die keiner kennt und Bücher von denen keiner weiß, daß es die gibt, daß die mit Sicherheit keinen mehr stören.
Zu Recherchezwecken kannst da super rumwühlen.
Wenn Bücher, von deren Existenz man nicht weiß, nicht mehr im Katalog stehen, sollte das wohl niemanden stören. Wenn Bücher, von deren Existenz man etwas weiß und die man sonst gekauft hätte, illegal heruntergeladen werden, wird dem Autor seine gerechte Entlohnung vorenthalten und das stört ihn sicherlich. Das verhindert bei sehr vielen Schriftstellern auch, dass sie jemals wieder etwas schreiben und/oder veröffentlichen können, weil sie schlichtweg ihr Leben auf anderem Wege finanzieren müssen und keine Zeit haben beziehungsweise weil sie wegen mangelndem Absatz keinen Verlag mehr finden. Über Schutzfristen über den Tod des Autors hinaus, wie sie bislang gelten, lässt sich streiten, aber hunderttausende Werke auf Archive.org sind definitiv jüngeren Datums, das am häufigsten hinterlegte Erscheinungsdatum ist 2000. Auch wenn darunter viele Falschzuordnungen sind – für ein Buch ist das überhaupt kein Alter.
Gerade Fachliteratur sollte immer kostenlos und frei verfügbar sein.
Die Autoren von Fachliteratur arbeiten normalerweise an Universitäten und das Schreiben dieser Werke ist Teil der Arbeit und damit eigentlich schon mit dem Gehalt gedeckt. Hier halten wirklich oft nur die heute nicht mehr benötigten Verlage die Hand auf und bestehen auf die Einhaltung von uralten exklusiv-Verträge zwischen Universität und Verlag. Der Witz an der Sache ist ja vorallem, dass die Verlage bei Fachbüchern praktisch nichts außer dem Druck machen, da diese gar nicht das Personal haben, das fähig ist um den Inhalt der Werke zu "korrigieren".
Einer meiner Uni-Professoren war zumindest ziemlich ungehalten darüber, dass er uns sein Buch an dem er arbeitete nicht einfach überlassen durfte, da er es über einen bestimmten Verlag veröffentlichen muss.
Andere gehen sogar soweit, dass wissenschaftliche Ergebnisse, die hinter einer Paywall versteckt werden, als irrelevant angesehen werden.
Wissenschaftliche Werke aus Deutschland werden zwar oft von festangestellten Universitätsmitarbeitern verfasst, aber keineswegs immer in deren Arbeitszeit. Da in vielen Fachbereichen mittlerweile das Paper die gängige Veröffentlichung neuer Erkennntnisse ist und Bücher nur noch als Zusammenfassungen entstehen, sind diese nicht mehr regulärer Teil der universitären Arbeit. Und die regelmäßige Pflege von Lehrbüchern wird von Autorenteams der Verlage übernommen – welcher Professor würde schon gratis einen großen Teil seiner Zeit in Kuration neuer Auflagen stecken, wenn am Ende der Name eines anderen (Original-)Autors plakativ auf dem Titel steht? Verlässt man die Wissenschaft und geht in angewandte Bereiche, egal ob Technik, Medizin oder Recht, wo die meisten Fachbücher verkauft werden, dann stammen diese ganz allgemein nicht mehr von Universtitätspersonal; international sieht die Lage ähnlich aus.