Internet Archive droht das Aus, wenn US-Verlage Klage gewinnen

Ich wüsste nicht, wie mir irgendeine DRM-Maßnahme verhindern soll, dass ich Screenshots mache. Ob nun mit ShareX oder ähnlichen Programmen oder einfach indem ich mit OBS den Bildschrim abfilme. Sogar schlichtes abfotografieren geht ja.
Vermutlich lässt sich dieses verdongelte "PDF" nur mit exakt einem propietären Anzeigeprogramm darstellen. Das wird dann, wie ein konformer BluRay-Softwareplayer, eine vollständige HDCP-Wiedergabekette voraus setzen. Damit bleibt nur ein manuelles Abfotografeiren des Monitors. U.U. verbietet das Programm auch noch Bildschirmauflösungen oberhalb von 640x480 Pixel, um selbst diese Aktion zur völlig sinnlosen Arbeit werden zu lassen.

Klar gibt es solche Anwendungen (wer fotografier schon hunderte Seite in einem 5" eBook Reader), das hat mit PDF aber nichts mehr zu tun.
 
Wissen muss frei verfügbar sein.

So schaut es aus. Vor allem die Möglichkeit "Wissen" mit anderem Wissen zu vergleichen und dann die eigenen Schlüße zu ziehen. Die meisten bekommen das aber nicht hin und brauchen auch kein "Wissen", für den Rest würde ich das mit dem freien Wissen auch unterschreiben.

Und da Wahrheit generell zu jeder Zeit wahr ist, kann man sich viel Wissen auch durch ältere Literatur erarbeiten und da gibt es überhaupt gar keinen Grund, warum Bücher, welche 100 Jahre oder älter sind hinter irgendwelchen Bezahlschranken zu verstecken.
 
Geile sache!
Damit gehen auch Rufmord-Aktionen verloren! :D
u.A. Aufrufe zu Straftaten von Extremisten :D
Ich drücke die Daumen!
 
Oh mein Gott, das Archiv darf auf keinen Fall geschlossen werden.:(;-(

So oft stöbere ich dort in "der Vergangenheit" rum. Zumal auch haufenweise Magazine komplett digitalisiert wurden.

...
Wobei die Verlage sich mal wieder künstlich aufregen. Aktuelle Bestseller sind dort im Archiv gar nicht dabei.

Also ich finde da sehr wohl aktuelle Werke (nicht unbedingt Bestseller – aber kleine Autoren sind erst recht auf jeden Verkauf angewiesen), die noch im regulären Verkauf sind. Und das ist auch keine Seltenheit, selbst wir waren schon von illegaler Verbreitung aktueller Ausgaben über diesem Weg betroffen.


und dir ist entgangen, dass man keine gesetze bräuchte, wenn die zuwiderhandlung nicht möglich wäre

wenn jemand in die bibliothek geht und eines meiner bücher so gut findet, dass er es auf dauer haben will, sich aber den preis nicht leisten kann und er deshalb eine stunde seiner lebenszeit opfert, um mehrere hundert seiten eizuscannen, dann soll er das tun und auch tun dürfen ohne sich vor juristischen folgen fürchten zu müssen.
diese billigen kopien, egal ob papier oder digital, wird es immer geben, dagegen ist auch nichts zu sagen, denn bei der schlechten qualität stellen sie keine nennenswerte bedrohung für die einnahmen aus verkäufen dar - wer ein buch will und es sich leisten kann, der kauft es i.d.r. auch.
nur "professionell" gemachte digitalisierungen stellen ein problem dar und sollten verfolgt werden. genau wie es bei büchern aus papier schon immer war. denn wenn man dieselbe qualität bekommt und nichts zahlen muss, dann wars das mit den verkaufszahlen.

Eine Kopie zu privaten Zwecken ist in Deutschland rechtlich erlaubt und durch entsprechende Gebühren auf Vervielfältigungsmaterial gedeckt. Aber eine Vervielfältigung zur Weitergabe, und darum handelt es sich bei einem Scan zur Verleihe definitiv, dürfte nach hiesigem Recht einen klaren Verstoß gegen der Urheberrecht darstellen.


Klar ist eine digitale Bibliothek legal, vor allem sind da doch soviele alte Bücher drin, von Autoren die keiner kennt und Bücher von denen keiner weiß, daß es die gibt, daß die mit Sicherheit keinen mehr stören.

Zu Recherchezwecken kannst da super rumwühlen.

Wenn Bücher, von deren Existenz man nicht weiß, nicht mehr im Katalog stehen, sollte das wohl niemanden stören. Wenn Bücher, von deren Existenz man etwas weiß und die man sonst gekauft hätte, illegal heruntergeladen werden, wird dem Autor seine gerechte Entlohnung vorenthalten und das stört ihn sicherlich. Das verhindert bei sehr vielen Schriftstellern auch, dass sie jemals wieder etwas schreiben und/oder veröffentlichen können, weil sie schlichtweg ihr Leben auf anderem Wege finanzieren müssen und keine Zeit haben beziehungsweise weil sie wegen mangelndem Absatz keinen Verlag mehr finden. Über Schutzfristen über den Tod des Autors hinaus, wie sie bislang gelten, lässt sich streiten, aber hunderttausende Werke auf Archive.org sind definitiv jüngeren Datums, das am häufigsten hinterlegte Erscheinungsdatum ist 2000. Auch wenn darunter viele Falschzuordnungen sind – für ein Buch ist das überhaupt kein Alter.


Gerade Fachliteratur sollte immer kostenlos und frei verfügbar sein.
Die Autoren von Fachliteratur arbeiten normalerweise an Universitäten und das Schreiben dieser Werke ist Teil der Arbeit und damit eigentlich schon mit dem Gehalt gedeckt. Hier halten wirklich oft nur die heute nicht mehr benötigten Verlage die Hand auf und bestehen auf die Einhaltung von uralten exklusiv-Verträge zwischen Universität und Verlag. Der Witz an der Sache ist ja vorallem, dass die Verlage bei Fachbüchern praktisch nichts außer dem Druck machen, da diese gar nicht das Personal haben, das fähig ist um den Inhalt der Werke zu "korrigieren".

Einer meiner Uni-Professoren war zumindest ziemlich ungehalten darüber, dass er uns sein Buch an dem er arbeitete nicht einfach überlassen durfte, da er es über einen bestimmten Verlag veröffentlichen muss.

Andere gehen sogar soweit, dass wissenschaftliche Ergebnisse, die hinter einer Paywall versteckt werden, als irrelevant angesehen werden.

Wissenschaftliche Werke aus Deutschland werden zwar oft von festangestellten Universitätsmitarbeitern verfasst, aber keineswegs immer in deren Arbeitszeit. Da in vielen Fachbereichen mittlerweile das Paper die gängige Veröffentlichung neuer Erkennntnisse ist und Bücher nur noch als Zusammenfassungen entstehen, sind diese nicht mehr regulärer Teil der universitären Arbeit. Und die regelmäßige Pflege von Lehrbüchern wird von Autorenteams der Verlage übernommen – welcher Professor würde schon gratis einen großen Teil seiner Zeit in Kuration neuer Auflagen stecken, wenn am Ende der Name eines anderen (Original-)Autors plakativ auf dem Titel steht? Verlässt man die Wissenschaft und geht in angewandte Bereiche, egal ob Technik, Medizin oder Recht, wo die meisten Fachbücher verkauft werden, dann stammen diese ganz allgemein nicht mehr von Universtitätspersonal; international sieht die Lage ähnlich aus.
 
Frag mich, wieso hier so mancher auf wissenschaftliche Werke konzentriert, wenn es sicherlich nicht nur um diese geht, sondern alle Literatur. Das manche hier das Staatsarchiv ansprechen: Ja, die Verlage in Deutschland müssen ein Exemplar für deutsche Archive zur Verfügung stellen, aber das bedeutet nicht, dass die Archive diese nun unbeschränkt vervielfältigen und verleihen. Übrigens ist ein Archiv keine Bibliothek und darum geht es da um das sicher Verwahren für die Zukunft und nicht um diese Werke der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.
Übrigens ist meine Frau aus dem Fachgebiet und Arbeitet in einer Staatsbibliothek inkl. Archiv.
 
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Vermutlich lässt sich dieses verdongelte "PDF" nur mit exakt einem propietären Anzeigeprogramm darstellen. Das wird dann, wie ein konformer BluRay-Softwareplayer, eine vollständige HDCP-Wiedergabekette voraus setzen. Damit bleibt nur ein manuelles Abfotografeiren des Monitors. U.U. verbietet das Programm auch noch Bildschirmauflösungen oberhalb von 640x480 Pixel, um selbst diese Aktion zur völlig sinnlosen Arbeit werden zu lassen.

Klar gibt es solche Anwendungen (wer fotografier schon hunderte Seite in einem 5" eBook Reader), das hat mit PDF aber nichts mehr zu tun.

Ja, wie das DRM im Programm umgesetzt wird verstehe ich :). Eben (vereinfacht) wie HDCP eine geschlossene Kette.

Die Frage wäre, was mich daran hindern soll zumindest mit OBS alles abzufilmen (Screenshot-Programme wie ShareX lassen sich sicher insofern "abschalten", dass Tastenkombinationen gesperrt werden).

Die Auflösung runterzudrehen kann keine echte Lösung sein oder? Solange ich es noch erkennen kann, kann ich es auf abfilmen bzw. fotografieren.


Ich verstehe aber, dass so eine "Lösung" bei PDFs mit hunderten Seiten nicht mehr praktikabel ist. Dann ist es wohl ein 80/20 Prinzip. Man macht es nicht unmöglich, nur schwer genug um den Aufwand in den meisten Fällen lächerlich zu machen.
 
Eben (vereinfacht) wie HDCP eine geschlossene Kette.

Die Frage wäre, was mich daran hindern soll zumindest mit OBS alles abzufilmen (Screenshot-Programme wie ShareX lassen sich sicher insofern "abschalten", dass Tastenkombinationen gesperrt werden).
M.W.n. muss der Grafiktreiber verhindern, dass sich Screenshots von der Anzeige erstellen lassen, wenn die Anwendung HDCP nutzt. Die GPU dekodiert das Video, prozessiert es intern und gibt es direkt per HDMI aus (mit aktivem HDCP-Endgerät). Das dekodierte Video landet in einem u.U. verschlüsselten VRAM-Bereich, auf welchen die HW keine Leserecht gewährt.

Ich habe jedenfalls noch von keinem in Deutschland legalen SW BD-Player gelesen, dessen Ausgabe man einfach per Screencapture speichern könnte. (U)HD Streams von Netflix und co. kann man m.W.n. auch nicht so einfach per OBS mitschneiden. Da muss die HW-Lösung aus China herhalten, weil HDCP 2.2 seit 9 Jahren geknackt ist (bzw. ein gültiger Master-Key öffentlich ist).

Die Auflösung runterzudrehen kann keine echte Lösung sein oder? Solange ich es noch erkennen kann, kann ich es auf abfilmen bzw. fotografieren.
Dann muss man u.U. eine A4-Seite aus dutzenden von Screenshots zusammen basteln. Klar geht das, erhöht aber den Aufwand. Und falls die Anzeige noch entsprechende Wasserzeichen enthält, lassen sich diese u.U. auch in der Kopie nachweisen.

Wie das Abfilmen/Abfotografieren des Monitors sind das DInge, die man u.U. im Privatbereich macht. Nicht aber im beruflichen Umfeld oder um die Dokumente danach zu veröffentlichen.
 
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