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Intel: Der neue CEO will kein Ingenieur sein

Zappaesk

Volt-Modder(in)
Ich denke, das es gerade jetzt nicht sehr gut für Intel ist, einen BWLer an die Spitze zu setzen. Es gab genug Beispiele, wo solche Leute vor allem die Kosten optimiert haben und hinterher das Unternehmen den Anschluss verloren hat (siehe z.B. Boeing).

Genau und ingenieurgeführte Unternehmen wachsen grundsätzlich ins Unermessliche...

Ein CEO muss andere Dinge tun und entscheiden als technische Probleme zu lösen. Auch die festzulegen Strategie ist nichts wofür man Techniker braucht. Da geht's um Marktbeobachtung und Einschätzungen dessen wohin sich ein Markt entwickelt. Da hilft technisches Wissen keinen Deut weiter. Wie die Strategie umgesetzt wird, das muss dann ein CTO oder COO entwickeln.
 

DARPA

Volt-Modder(in)
Brian Krzanich hat als Engineer bei Intel angefangen und war der schlimmste CEO

Unternehmensführung ist viel zu komplex, um es mit einem Satz abzutun
 

eXzession

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Genau und ingenieurgeführte Unternehmen wachsen grundsätzlich ins Unermessliche...

Ein CEO muss andere Dinge tun und entscheiden als technische Probleme zu lösen. Auch die festzulegen Strategie ist nichts wofür man Techniker braucht. Da geht's um Marktbeobachtung und Einschätzungen dessen wohin sich ein Markt entwickelt. Da hilft technisches Wissen keinen Deut weiter. Wie die Strategie umgesetzt wird, das muss dann ein CTO oder COO entwickeln.

Das Problem ist der Fokus: Ein Ingenieur legt eher auf technische Punkte Priorität, der BWLer eher auf Finanzielle, weil er davon nun mal Ahnung hat. Und genau so wird das Unternehmen dann auch meistens geführt: Entweder technisch, was in der Regel mehr Innovationen und eine höhere Qualität zur Folge hat oder Gewinnoptimiert, das heißt man legt den Wert vor allem auf Zahlen. Und Fachfremd zu sein, hat meistens gravierende Nachteile, gerade weil diese Leute die Angewohnheit haben bei F & E (Forschung und Entwicklung) und dem Personal ganz gerne den Rotstift ansetzen.
 

schmiddi2106

Software-Overclocker(in)
Ich glaube wir tun gut daran nicht alles und jeden über einen Kamm zu scheren. Es gibt BWLer mit technischem Sachverstand und es gibt Ingenieure mit betriebswirtschaftlichem Sachverstand. Eine irgendwie geartete Kombination aus beiden Welten wäre schon nicht schlecht, um als CEO eines Tech-Riesen zu fungieren, ich glaube da sind wir uns alle einig.
 

Zinga

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Naja er sollte als CEO zumindest mal wissen wie die Produkte, die Intel vertreibt im groben funktionieren...
 
R

Rotkaeppchen

Guest
Und damit definierst du dich selbst als einer der über den "schlichten Menschen" steht. Interessant.
Das habe ich mit keinem Wort gesagt. Wo steht, dass ich nicht selber schlicht bin im Vergleich zu denen, die ich am oberen Ende der Fähigkeiten kenne und wo liegt eine Wertung? Ich nenne es nur erschreckend. Und ja, Populisten und grölende Menschen, die hinter schlichten Lösungen her rennen, Menschen verprügeln und erschießen sowie Wohnhäuser anstecken, machen wir Sorgen. Schlicht beginnt immer dann, denn Menschen pausal von Praktiker und Theoretiker sprechen. Es gibt so sau dämliche Inschinöre wie es unglaublich fähige gibt und ebenso gibt es sau dämliche Handwerker ebenso wie es geniale gibt. Einzig bestimmte Häufungen finden sich in bestimmten Berufsgruppen und deren Fähigkeiten sind nicht gleich verteilt. Aber wie immer sagt eine Statistik nichts über den Einzelfall aus.

Wer von Euch hier Kommentierenden kennt denn Vorstandvorsitzende, redet mit ihnen häufiger privat und weiß um deren Methoden zur Lösungsfindung? Ich erinnere mich nur an eine Verbindungsfeier, auf der ich eingeladen war und in der ein namhafter Vorstandsprecher eines DAX Unternehmens beim bier sagte, dass 50% seiner Zeit zum Erkennen von Intrigen und zum Schmieden ebensolcher drauf geht. Weniger in der Firma, als bei Wettbewerbern, Journalisten und Politikern. Ist das also die wirkliche Aufgabe eines CEOS? Wer weiß ....

Ich denke, das es gerade jetzt nicht sehr gut für Intel ist, einen BWLer an die Spitze zu setzen. Es gab genug Beispiele, wo solche Leute vor allem die Kosten optimiert haben und hinterher das Unternehmen den Anschluss verloren hat (siehe z.B. Boeing).
Das weiß man vorher nicht. Ein Studium definiert nicht die kriminelle Energie. Schauen wir auf Piech und Winterkorn, dann sind Ingenieure genauso wie andere Menschen in der Lage, jenseits aller Gesetze Lösungen zu suchen. Ob Intel jetzt einen technikaffinen CEO braucht, der den 10nm Prozess durchprügelt, oder ob dafür ein guter Technikvorstand ausreicht, während ein neuer visionärer CEO Märkte findet und sichert, werden wir erleben.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

Zappaesk

Volt-Modder(in)
Naja er sollte als CEO zumindest mal wissen wie die Produkte, die Intel vertreibt im groben funktionieren...

Nun um den Wissensstand diesbezüglich aufzuweisen muss man kein Techniker sein. Es geht ja nicht darum, dass er im Detail wissen muss wie es funzt, sondern wie gesagt nur im Groben.
 

shadie

Volt-Modder(in)
Warum sollte er auch Inschinör sein? Er gibt Ziele vor uns stellt Menschen ein, er vergibt Budgets und schlichtet in Konflikten.
Technische Probleme zu lösen ist nicht seine Aufgabe und wenn er damit Zeit verschwendet, dann wird er keinen guten Job machen

Sehe ich ähnlich, wäre aber schon nicht verkehrt wenn man als CEO wenigstens ein wenig Durchblick hat, was man da genau verkauft.

Aber im Grunde muss er nur das Unternehmen leiten und auf die Vorschläge etc. der einzelnen Fachabteilungen reagieren.

Dafür braucht man kein Ingenieurs Studium.

Naja, Intel ist aktuell noch bei 14nm, dagegen hat AMD ihr "Pulver" mit 7nm schon verschossen.
Jetzt wartet mal ab wenn Intel mit 7nm loslegt.

Aha, dir ist schon bewusst, dass 7nm nicht auf diesem Stand stehen bleiben wird und weiter entwickelt wird?

Vor 2021 wird von Intel NIX kommen, da kannst du dir noch so sehr hoffen, dass Sie was aus der Schublade ziehen.

Es gibt für Angestellte und eine Firma nix schlimmeres, als einen Dirigent zu haben, der von Musik keine Ahnung hat.

Jaein, der Dirigent muss dirigieren können, er muss aber nicht wissen, wie die Violine gebaut wird.

Der CEO muss nicht wissen, wie eine CPU gebaut wird.
Er muss nur das Wissen haben, um seinen Job als CEO auszuführen.
 

altStrunk

PC-Selbstbauer(in)
Also ob er jetzt wirklich ein Fachmann in Elektrotechnik sein muss sei mal dahingestellt, aber mMn geht dieses Schema gar nicht. Ich persönlich hätte absolut keine Lust unter jemanden zu arbeiten der hauptsächlich gerne Chef ist und Entscheidungen fällt, vermittelt und Netzwerke pflegt und gerne mal was neues ausprobieren würde. Ob er jetzt einen phd hat oder was von der Baumschule, als Arbeitnehmer ist mir doch wichtig das sich der Obermacker mit dem Arbeit identifizieren kann, also der Dienstleistung bzw dem Produkt das seine Firma ausspuckt. Zahlenkaspar gehören in die Buchhaltung, zur Budgetplanung dürfen sie mit an den Tisch, klar, aber eine Richtung sollten sie nicht bestimmen dürfen. Geld verdient man nur mit guten Produkten und an die muss man glauben können bevor sie vor einem liegen, d.h. man braucht zumindest soviel Sachverstand den Ausführungen seiner Mitarbeiter grob folgen zu können, und der Typ macht den Eindruck das es ihm egal ist ob er nun Nachthemden verkauft oder Eiscreme wenn dabei nur genug rumkommt, und nicht wie einer der an das Unternehmen glaubt.
 

PCGH_Torsten

Redaktion
Teammitglied
Genau und ingenieurgeführte Unternehmen wachsen grundsätzlich ins Unermessliche...

Ein CEO muss andere Dinge tun und entscheiden als technische Probleme zu lösen. Auch die festzulegen Strategie ist nichts wofür man Techniker braucht. Da geht's um Marktbeobachtung und Einschätzungen dessen wohin sich ein Markt entwickelt. Da hilft technisches Wissen keinen Deut weiter. Wie die Strategie umgesetzt wird, das muss dann ein CTO oder COO entwickeln.

Intels Märkte tendieren zu reinen Duo- oder gar beinahe-Monopolen. Das heißt es gibt keinen Markt vorherzugsagen, sondern es gilt den Markt selbst zu gestalten. Das kann man entweder ausgehend von den technischen Möglichkeiten oder ausgehend von den Kundeninteressen machen, idealerweise einer Kombination aus beiden. Intel blickt da auf eine durchaus große Zahl von Erfolgen zurück. Ein BWLer ist aber ein Experte für finanzielle Aspekte und kennt sich eher mit Unternehmensstruktur und Investoren aus, denn mit Kunden oder Möglichkeiten. Ingenieure sind da die bessere Wahl, da sie zwar manchmal Kundeninteressen übersehen (z.B. Stromverbrauch bei Netburst), aber potenzielle Anwendungsgebiete selbst einschätzen können. Ein BWLer, der seine eigene Unkenntnis als Vorteil nennt, ist meist ein schlechtes Zeichen. Solche Leute kann man in Unternehmen mit finanziellen Problemen gebrauchen, die zunächst einmal sparen und sich dem Druck des bestehenden Martes anpassen müssen. Aber davon ist Intel noch weit entfernt, um an der IT-Speerspitze zu bleiben braucht es vor allem Innovationen und das bedeutet viele strategische Vorstöße von denen sich hoffentlich ein paar auszahlen.
 

Zappaesk

Volt-Modder(in)
Intels Märkte tendieren zu reinen Duo- oder gar beinahe-Monopolen. Das heißt es gibt keinen Markt vorherzugsagen, sondern es gilt den Markt selbst zu gestalten. Das kann man entweder ausgehend von den technischen Möglichkeiten oder ausgehend von den Kundeninteressen machen, idealerweise einer Kombination aus beiden.

Soweit, so gut, aber Intel ist doch vor allem deswegen nur in Märkten mit solchen Strukturen, weil sie eben alles was drumrum passiert ist schlicht verpennt haben. Z.B. der Mobilmarkt als riesiger "neuer" Markt ist weitgehend unbehelligt von Intel entstanden und gewachsen. Hier wurden, trotz Technikern an der Spitze, sich verändernde Kundeninteressen und ein sich verändernder Markt schlicht "übersehen".

Natürlich kommt jetzt kein Wettbewerber aus dem Nichts und verdrängt Intel aus ihrem Kerngeschäft. Aber es kommen neue Wettbewerber, die mit neuen Produkten Intel aus dem Markt drängen könnten. ARM, RISC-V usw sind mittel und langfristig wirkliche Konkurrenz, die auch davon profitieren, das Intel eben nicht wirklich so innovativ ist wie sie ggf sein müssten um diese Gefahr zu bannen.

Intel blickt da auf eine durchaus große Zahl von Erfolgen zurück.

Völlig unbestritten!

Ein BWLer ist aber ein Experte für finanzielle Aspekte und kennt sich eher mit Unternehmensstruktur und Investoren aus, denn mit Kunden oder Möglichkeiten. Ingenieure sind da die bessere Wahl, da sie zwar manchmal Kundeninteressen übersehen (z.B. Stromverbrauch bei Netburst), aber potenzielle Anwendungsgebiete selbst einschätzen können.

Tut mir leid, aber das ist doch Käse. Wenn dem so wäre, dann wären ausschließlich Techniker in solchen Positionen zu finden. Dem ist aber nicht so, der Erfolg einer Firma hängt von der Ausbildung des CEOs ab! Die Aufsichtsräte, Vorstände und sonstigen Entscheidungsträger einer Firma hätten, wenn dem so wäre, dieses Muster schon seit langem durchschaut und folglich wären alle (!) technischen Firmen unter der Leitung von Ingenieuren, am Besten solchen aus der Entwicklung.

Alleine die Tatsache, dass dies bei weitem nicht der Fall ist sollte ausreichen um diese gewagten Theorien von allen Hobbyfirmenlenkern hier im Forum zu kippen! Bitte auch bedenken, dass die wenigsten, die in solch eine Position kommen ausschließlich in einem bestimmten Unternehmensbereich gearbeitet haben, meist kommen die schon ein wenig rum im Laufe ihrer Karriere und haben schon dies und das gemacht.

Ich arbeite seit 20 Jahren als Entwickler eines großen Automobilzulieferers und habe in der Zeit einige Chefs kommen und gehen sehen, Techniker und Kaufleute. Auf die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum hatte dies keinen wirklichen Einfluss.


Ein BWLer, der seine eigene Unkenntnis als Vorteil nennt, ist meist ein schlechtes Zeichen. Solche Leute kann man in Unternehmen mit finanziellen Problemen gebrauchen, die zunächst einmal sparen und sich dem Druck des bestehenden Martes anpassen müssen. Aber davon ist Intel noch weit entfernt, um an der IT-Speerspitze zu bleiben braucht es vor allem Innovationen und das bedeutet viele strategische Vorstöße von denen sich hoffentlich ein paar auszahlen.

Bitte nicht so tun, als ob der CEO als 1-Mann Team eine Firma leitet, die Innovationen und strategischen Vorstöße werden nicht(!) von diesem entschieden oder entwickelt. In großen Firmen sind viele daran beteiligt solche Entscheidungen vorzubereiten (insbesondere die Strategie und die Marktausrichtung - hier kommt die Marktbeobachtung bzw das Benchmarking ins Spiel) und zu treffen. Wer meint das sei anders, der sollte sich vielleicht mal in ein solch großes Unternehmen gehen.

Als CEO muss man ein Stratege sein und das wird man nicht durch eine bestimmte Ausbildung.
 

sonny1606

Freizeitschrauber(in)
Ich glaube wir tun gut daran nicht alles und jeden über einen Kamm zu scheren. Es gibt BWLer mit technischem Sachverstand und es gibt Ingenieure mit betriebswirtschaftlichem Sachverstand. Eine irgendwie geartete Kombination aus beiden Welten wäre schon nicht schlecht, um als CEO eines Tech-Riesen zu fungieren, ich glaube da sind wir uns alle einig.

Doch, ist genau dass was ich selbst immer wieder erlebe. Der BWL'ler denkt rein finanztechnisch, das ist seine Welt. Der Techniker (nicht Ingenieur) denkt rein technisch . Der Ingenieur denkt 50-70% technisch und den Rest allround: finanz, marketing....mit dem Blick für Zukunft und das grosse und grossen Visionen siehe steve jobs, gates.... Ingenieure sind oft allrounder mit guten Gefühl für alle zusammenhänge, problemlösungen..."Dem Insenör ist nix zu schwör"
 

PCGH_Torsten

Redaktion
Teammitglied
Soweit, so gut, aber Intel ist doch vor allem deswegen nur in Märkten mit solchen Strukturen, weil sie eben alles was drumrum passiert ist schlicht verpennt haben. Z.B. der Mobilmarkt als riesiger "neuer" Markt ist weitgehend unbehelligt von Intel entstanden und gewachsen. Hier wurden, trotz Technikern an der Spitze, sich verändernde Kundeninteressen und ein sich verändernder Markt schlicht "übersehen".

Natürlich kommt jetzt kein Wettbewerber aus dem Nichts und verdrängt Intel aus ihrem Kerngeschäft. Aber es kommen neue Wettbewerber, die mit neuen Produkten Intel aus dem Markt drängen könnten. ARM, RISC-V usw sind mittel und langfristig wirkliche Konkurrenz, die auch davon profitieren, das Intel eben nicht wirklich so innovativ ist wie sie ggf sein müssten um diese Gefahr zu bannen.

Intel hat in diesem Jahrzehnt mehr Geld ausgegeben, um ARM im Schach zu halten und sich wenigstens einen größeren Teil des Tablet-Marktes zu sichern, als AMD insgesamt umgesetzt hat. Ebenso laufen massive, bislang erfolgreiche Anstrengungen, um ARM aus dem Server-Markt raus zu halten und gleichzeitig Power zu verdrängen, während Xeon Phi den Durchmarsch von CUDA im Keim erstickt hat. Parallel hat man sich an externen Schnittstellen, Solid-State-Speicher, Modems, Funklösungen, FPGAs, SEHR viel IoT/Microcomputing sowie als Partner bei der Entwicklung von Speicherbussen versucht. Einiges davon ist komplett gefloppt, einiges steckt in Nischen fest, manches hat noch reichlich Zukunftspotenzial und bald folgen dedizierte GPUs. "Verpennt" hat Intel eigentlich nur den Smartphon-Boom. Darüber dürften sie sich auch noch lange ärgern. Umgekehrt rotieren manch verlorene AMD-Firmenteile im Grabe, weil irgend jemand kurz vor dem Netbook-Boom die Geode-Sparte abgesägt hat.

Tut mir leid, aber das ist doch Käse. Wenn dem so wäre, dann wären ausschließlich Techniker in solchen Positionen zu finden. Dem ist aber nicht so, der Erfolg einer Firma hängt von der Ausbildung des CEOs ab! Die Aufsichtsräte, Vorstände und sonstigen Entscheidungsträger einer Firma hätten, wenn dem so wäre, dieses Muster schon seit langem durchschaut und folglich wären alle (!) technischen Firmen unter der Leitung von Ingenieuren, am Besten solchen aus der Entwicklung.

Alleine die Tatsache, dass dies bei weitem nicht der Fall ist sollte ausreichen um diese gewagten Theorien von allen Hobbyfirmenlenkern hier im Forum zu kippen! Bitte auch bedenken, dass die wenigsten, die in solch eine Position kommen ausschließlich in einem bestimmten Unternehmensbereich gearbeitet haben, meist kommen die schon ein wenig rum im Laufe ihrer Karriere und haben schon dies und das gemacht.

Ich arbeite seit 20 Jahren als Entwickler eines großen Automobilzulieferers und habe in der Zeit einige Chefs kommen und gehen sehen, Techniker und Kaufleute. Auf die Wettbewerbsfähigkeit und das Wachstum hatte dies keinen wirklichen Einfluss.




Bitte nicht so tun, als ob der CEO als 1-Mann Team eine Firma leitet, die Innovationen und strategischen Vorstöße werden nicht(!) von diesem entschieden oder entwickelt. In großen Firmen sind viele daran beteiligt solche Entscheidungen vorzubereiten (insbesondere die Strategie und die Marktausrichtung - hier kommt die Marktbeobachtung bzw das Benchmarking ins Spiel) und zu treffen. Wer meint das sei anders, der sollte sich vielleicht mal in ein solch großes Unternehmen gehen.

Als CEO muss man ein Stratege sein und das wird man nicht durch eine bestimmte Ausbildung.

Ich habe Intels Kernmarkt ausdrücklich als Besonderheit wegen dem Duopol genannt. Automobilhersteller sind mangels Marktmacht darauf angewiesen, zu reagieren und brauchen eine detaillierte Marktstrategie um einer Vielzahl Konkurrenten mit einem beschränkten Budget möglichst viele Kunden abzuluchsen. Das ist BWL-Heimterritorium, aber Intel braucht das nicht. Selbst in Märkten in denen sie neu eingestiegen oder dies wollten, gab es nur 1-2 potenzielle Mitbewerber und keinen Bedarf für ein zweibestes Angebot. Auch dies ist eine Besonderheit der Elektronikbranche: Man kann ein technisch schlechteres Auto bauen und sehr erfolgreich vermarkten, wenn die Produktionskosten und damit Endpreise etwas geringer sind. Aber ob die Herstellung eines Prozessor 10 oder 9 oder 8 Prozent des Budgets verschlingt, hat aufgrund des enormen Entwicklungsaufwandes kaum Einfluss auf das Marktpotenzial.

Eine feinfühlige BWLer-Strategie kann man hier nur für die Feineinteilung der Produktpalette erarbeiten, zunächst muss das technisch beste Produkt für den bestehenden Bedarf haben. Ingenieure sind auch nur durchschnittlich, wenn es um die Erkennung letzteren geht, aber sie haben einen Vorteil bei der Produktkonzeption. Respektive auf CEO-Ebene: Sie können besser einschätzen, welcher Aufwand nötig wäre, um ausgehend vom vorhandenen Know-How erfolgreich in ein neues Geschäftsfeld einzudringen. Das ist nur 10 Prozent dessen, was ein guter CEO alles können muss, aber 10 Prozent mehr sind schonmal keine schlechte Grundlage. "kaum Erfahrung mit dem Halbleitermarkt" schon eher und dass Swan ausdrückliche "neue Denkansätze" abseits von "Experten" für Intels bisherige Stärken als künftigen Weg sieht, spricht auch von wenig Bewusstsein für technischen Möglichkeiten der Firma. Das er "fasziniert davon ist", wie "sich das Unternehmen in seiner Geschichte mehrfach neu erfunden" hat, obwohl Intel seinen Erfolg zu 80-90% einem seit dem 8086 konsistent aufeinander aufbauenen Produktprotfolio verdankt, macht mich dann geradezu misstrauisch. Gesegnet mit dem enormen Budget Intels wird er sicherlich die Shareholder glücklich machen, aber möglicherweise hat Intel 2040 dann genauso wenig mit Intel 2020 zu tun, wie IBM 2010 mit IBM 1990 gemeinsam hatte.
 

Zappaesk

Volt-Modder(in)
Mit Verlaub, wieviele BWLer kennst du die CEO geworden sind? Und wieviele Ingenieure? Das ist doch hochgradig albern!

Es gibt "die" BWLer nicht, genauso wenig wie "die" Ingenieure. Jeder tickt anders, jeder hat einen anderen Background, Motivation und Auffassungsgabe.

Ich finde es nach wie vor erstaunlich, dass hier ein Haufen Leute - größtenteils sicherlich ohne eigene Führungsaufgaben und -erfahrung - meinen besser zu wissen wer sich als CEO für Intel eignet und wer nicht. Das ganze natürlich ohne den Mann zu kennen und ohne die in ihn gesetzten Aufgaben zu kennen, sondern alleine wegen seiner Ausbildung... Merkt ihr eigentlich gar nicht wie bekloppt das ist? Meint ihr nicht auch, dass der Vorstand und der Aufsichtrat von Intel sich ein wenig besser mit dem Ganzen auseinander gesetzt haben, nicht zuletzt weil sie den Mann kennen, dessen Erfahrungen und dessen Herausforderungen?

Ich sage nicht, dass der Typ jetzt der geilste CEO aller Zeiten bei Intel ist, das muss man sehen, aber aufgrund der Tatsache, dass er kein Ingenieur ist dies zu prognostizieren ist höchstgradig naiv und fernab der gelebten Realität in sehr vielen Technikfirmen.
 

-ElCritico-

Freizeitschrauber(in)
Doch, ist genau dass was ich selbst immer wieder erlebe. Der BWL'ler denkt rein finanztechnisch, das ist seine Welt. Der Techniker (nicht Ingenieur) denkt rein technisch . Der Ingenieur denkt 50-70% technisch und den Rest allround: finanz, marketing....mit dem Blick für Zukunft und das grosse und grossen Visionen siehe steve jobs, gates.... Ingenieure sind oft allrounder mit guten Gefühl für alle zusammenhänge, problemlösungen..."Dem Insenör ist nix zu schwör"
Reine BWLer sind gar nicht so verkehrt und sogar besser für normale Firmen und sogar IT Firmen, weil sie im besten Fall den Ingnieuren den Rücken frei halten, damit sie sich auf ihre Sache konzentrieren können. Das gilt aber nicht bei Techunternehmen, der CEO muss Ahnung haben. Das beste Beispiel zur Zeit ist Boeing, man sieht, was die BWLer dort veranstaltet haben.
 
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