News Intel 18A: Nvidia als wahrscheinlicher Kandidat für Foundry-Partnerschaft [Gerücht]

PCGH-Redaktion

Kommentar-System
Teammitglied
Im Rahmen des 18A-Prozessknotens soll Intel sich auch nach Kooperationspartnern umsehen. Mit Nvidia sei das Unternehmen in "fortgeschrittenen Gesprächen".

Was sagt die PCGH-X-Community zu Intel 18A: Nvidia als wahrscheinlicher Kandidat für Foundry-Partnerschaft [Gerücht]

Bitte beachten: Thema dieses Kommentar-Threads ist der Inhalt der Meldung. Kritik und allgemeine Fragen zu Online-Artikeln von PC Games Hardware werden hier gemäß der Forenregeln ohne Nachfrage entfernt, sie sind im Feedback-Thread besser aufgehoben.
 
Bzgl. der Fertigung bei Intel: Wieso nicht? 18A sieht ja bislang nach einem starken Prozess aus und Nvidia braucht wohl oder übel mehr gefertigte GPUs insgesamt. Das heißt, wenn N2 oder 2N 18A überlegen sein wird, dann wird Nvidia halt N2 / 2N für die X00er-Chips nutzen und 18A für X02er und drunter, ansonsten halt umgekehrt.

Ich halte übrigens nach wie vor Nvidia für die einzige Firma, die ein ernsthaftes Interesse daran (und die Mittel dafür) haben könnte, Intel "vollständig" zu übernehmen. "Vollständig" in Anführungszeichen, weil sie für eine Integration in den eigenen Stil die Belegschaft massiv verringern müssten --- derartiges Kümmern um die Mitarbeiter kann nicht gelingen, wenn man so aufgeblasen agiert wie Intel.

Aber ein Nvidia mit Intel an Board könnte bzgl. Chiplets massiv aufholen, sie würden die Integrationsdichte in Notebooks erhöhen können, sie hätten ernsthaftere Server-CPUs und so weiter. Gleichzeitig wäre Nvidia in der Lage, die Beziehungen zu TSMC fortzuführen und die Intel-Foundries im Endeffekt nur als Ergänzung zu den TSMC-Bestellungen zu betreiben und weiterzuentwickeln.

Da aber die ARM-Fusion an Regularien gescheitert ist, wird eine Intel-Fusion erst recht scheitern.
 
Bzgl. der Fertigung bei Intel: Wieso nicht? 18A sieht ja bislang nach einem starken Prozess aus
Haha, so sprechen nur Intel-Optimisten. ^^ ;-P
Die Realität sah leider in den letzten 10 Jahren ganz anders aus, es gab imemr wieder und unentwegt tolle Marketingversprechen, vor allem auch vor den Aktionären, am Ende gab es aber immer Verspätungen, Probleme und einen Schlag ins Gesicht.
Die Produkte und vor allem die Fertigung ist immer weit hinter dem geblieben wie ursprünglich einmal gedacht.
Jetzt berappelt man sich so langsam und steht gemächlich vom Boden wieder auf.

Alleine die Tatsache, dass es schon wiede rlänger dauert als gedacht, ist ein Indiz dafür, dass mitunter im schlimmsten Fall wieder Dinge schief laufen und man Ähnliches wie bei 10nm und 7nm erleben wird.
Man wird also sehen müssen, ob man sich nicht schon wieder bei der Packungsdichte etc. viel zu optimistisch an das Projekt herangewagt hat, um gegenüber der Konkurrenz gut oder sogar besser dazustehen.
Vielleicht funktioniert das sogar alles, aber die Ausbeute ist zu schlecht und demnach alles zu teuer.
Ich bin also der Meinung, ein gewisses Maß an Skepsis ist durchaus angebracht.
Intel braucht da also schon einen Ryzen-Effekt.

Natürlich bin ich auch dafür, das es mal wieder klappt bei denen, denn ich möchte Konkurrenz, das sorgt für Antrieb für mehr Entwicklung und Forschung, langfristig bessere und schnellere Produkte, günstigere Preise für den Endkunden, auch für eine höhere udn bessere Verfügbarkeit von Produkten, wenn es mehr Auftragsfertiger gibt, die Notfalls bei Problemen Einzelner dann auch einspringen können.
Win win für uns alle - selbst wenn man aus bestimmten Gründen nicht mehr bei denen kaufen möchte.

Übrigens möchte ich noch anmerken, dass AMD eigentlich überhaupt keinen Bock auf Intel haben dürfte, nachdem die letzte Kooperation ja schon nicht funktioniert hat und man ja nicht als Bittsteller für die Herstellung von Produkten herhalten will.
Man spekuliert dort ja, dass man mit TSMC einen besseren Partner an der Hand hat, um bei CPU und GPU Produkten einen Vorteil mit besseren Produkten erzielen kann.
Eine Abhängigkeit von Intel ist absolut kontraproduktiv für die Existenz der Firma.
Alleine die Tatsache, dass man einen höheren Preis für die gleiche Fertigung ausgeben müsste, wäre schon ein Wettbewerbsvorteil von Intel, alleine 15% Preisaufschlag bedeuten ja schon 15% teurere AMD Produkte, udn die haben ja eigentlich imemr nur dadurch ihre Daseinsberechtigung durch etwas günstigere Preise gerechtfertigt und so auch lange Leidensphasen überlebt, ohne daran kaputtzugehen.
Würde es also wieder so kommen, dass Intel mit dem nächsten oder übernächsten Produkt einen Hammerwurf gelingt und AMD große Marktanteile wieder entreißt, dann könnte AMD nicht durch günstigere Preise entgegenwirken, wenn die Gewinnmarge bei einem höheren Punkt einfach nicht mehr für eine gesunde Wirtschaftsleistung ausreichend ist.
Wenn ich nur 15% Gewinn rechne, 8% für die Bezahlung der Unkosten kalkuliert werden, dann kann ich nicht 10% Rabatt geben.
Habe ich aber schon viel höhere Einkaufspreise, so muss ich ja erst einmal wieder diese 15% irgendwo herausbekommen, um gleichwertig anbieten zu können.
Sehr schweres Pflaster.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich sags mal so:

Nvidia hat sich ja auch schon mal mit Turing und Ampere Fertigungsprozesse geleistet, die gegenüber den Mitbewerbern zurücklagen und trotzdem etwas daraus gemacht. Da wäre nur dann langsam mal wieder eine stark überarbeitete Architektur notwendig, so weit ist AMD da nicht mehr hinterher und die Brechstange bei der Leistungsaufnahme ist auch langsam an ihre Limits gekommen.

Für den Grafikkartenmarkt könnte es aber durchaus ein Vorteil sein, wenn zusätzliche Fertigungskapazitäten genutzt werden können und sich nicht beide Hersteller um die selben Kapazitäten bei TSMC reißen. Für Nvidia könnten größere Margen und mehr Produktionskapazität am Ende auch für ein besseres Ergebnis sorgen.
 
Nvidia hat sich ja auch schon mal mit Turing und Ampere Fertigungsprozesse geleistet, die gegenüber den Mitbewerbern zurücklagen und trotzdem etwas daraus gemacht.

Nur deswegen war der Sprung von 3000er zur 4000er Serie so gigantisch. Neue GPUs und quasi 2 Fertigungssprünge in einem gemacht. Mit gleicher Fertigung waren die 5000er dann nur noch ~10% schneller und nicht mal effizienter. Eine 4080 war aber fast doppelt so effizient wie eine 3080.

Und ich kann es mir tatsächlich vorstellen, weil man dann alle TSMC Kapazitäten einfach für die Profikarten hat und bei Intel dann alle Gaming-Karten produzieren lässt, die dank dem Nvidia-Bonus und Funktionen auch gar nicht groß besser sein müssen als die AMD Karten. Die 6800xt war z.B. super effizient und hatte 16GB VRAM, trotzdem wurde die 3070 mit 8GB und die 3080 mit 10GB mehr verkauft.

Ich glaube es wird passieren, wenn die Intel Fertigung einigermaßen mithalten kann, weil Nvidia dort sicherlich richtig gute Preise bekommt. Ich hoffe aber auch für Intel, dass der Prozess auf TSMC 2nm - 3nm liegen wird. Wahrscheinlich die letzte Chance für Intel mit der Fertigung.
 
Haha, so sprechen nur Intel-Optimisten. ^^ ;-P
Die Realität sah leider in den letzten 10 Jahren ganz anders aus, es gab imemr wieder und unentwegt tolle Marketingversprechen, vor allem auch vor den Aktionären, am Ende gab es aber immer Verspätungen, Probleme und einen Schlag ins Gesicht.
Die Produkte und vor allem die Fertigung ist immer weit hinter dem geblieben wie ursprünglich einmal gedacht.
Jetzt berappelt man sich so langsam und steht gemächlich vom Boden wieder auf.
Intel 3 ist jetzt nicht schlecht geworden. Intel 7 ist auch kein untauglicher Prozess gewesen, nur halt mittlerweile (naturgemäß) veraltet.
Alleine die Tatsache, dass es schon wiede rlänger dauert als gedacht, ist ein Indiz dafür, dass mitunter im schlimmsten Fall wieder Dinge schief laufen und man Ähnliches wie bei 10nm und 7nm erleben wird.
18A-Produkte waren nie für 2024 angekündigt. Ich sehe da bislang keine Verschiebung. Das einzige Indiz ist mMn, dass 20A nur ein Testnode blieb, und nicht wieder, wie bei Intel 4, auch nach außen getragen wurde. War das mit Intel 4 so super erfolgreich? Naja, es war okay.
Man wird also sehen müssen, ob man sich nicht schon wieder bei der Packungsdichte etc. viel zu optimistisch an das Projekt herangewagt hat, um gegenüber der Konkurrenz gut oder sogar besser dazustehen.
Vielleicht funktioniert das sogar alles, aber die Ausbeute ist zu schlecht und demnach alles zu teuer.
Ich bin also der Meinung, ein gewisses Maß an Skepsis ist durchaus angebracht.
Also die runtergebrochene Roadmap für die einzelnen Prozesse war schon sehr StepByStep:
Intel braucht da also schon einen Ryzen-Effekt.
Ein Ryzen-Effekt hat nichts mit Fertigung zu tun, sondern mit cleverer Zweitverwertung. (4xZeppelin=Naples und so weiter...) Ich bin aber bei dir, dass Intel einen Ryzen-Effekt braucht. Bislang verwerten sie ihre Chiplets nämlich überhaupt nicht zweit, das ist schlicht sehr dumm.
Natürlich bin ich auch dafür, das es mal wieder klappt bei denen, denn ich möchte Konkurrenz, das sorgt für Antrieb für mehr Entwicklung und Forschung, langfristig bessere und schnellere Produkte, günstigere Preise für den Endkunden, auch für eine höhere udn bessere Verfügbarkeit von Produkten, wenn es mehr Auftragsfertiger gibt, die Notfalls bei Problemen Einzelner dann auch einspringen können.
Win win für uns alle - selbst wenn man aus bestimmten Gründen nicht mehr bei denen kaufen möchte.
Ich habe persönlich auch wenig Lust, bei Intel zu kaufen.
Übrigens möchte ich noch anmerken, dass AMD eigentlich überhaupt keinen Bock auf Intel haben dürfte, nachdem die letzte Kooperation ja schon nicht funktioniert hat und man ja nicht als Bittsteller für die Herstellung von Produkten herhalten will.
Man spekuliert dort ja, dass man mit TSMC einen besseren Partner an der Hand hat, um bei CPU und GPU Produkten einen Vorteil mit besseren Produkten erzielen kann.
Eine Abhängigkeit von Intel ist absolut kontraproduktiv für die Existenz der Firma.
Alleine die Tatsache, dass man einen höheren Preis für die gleiche Fertigung ausgeben müsste, wäre schon ein Wettbewerbsvorteil von Intel, alleine 15% Preisaufschlag bedeuten ja schon 15% teurere AMD Produkte, udn die haben ja eigentlich imemr nur dadurch ihre Daseinsberechtigung durch etwas günstigere Preise gerechtfertigt und so auch lange Leidensphasen überlebt, ohne daran kaputtzugehen.
Würde es also wieder so kommen, dass Intel mit dem nächsten oder übernächsten Produkt einen Hammerwurf gelingt und AMD große Marktanteile wieder entreißt, dann könnte AMD nicht durch günstigere Preise entgegenwirken, wenn die Gewinnmarge bei einem höheren Punkt einfach nicht mehr für eine gesunde Wirtschaftsleistung ausreichend ist.
Wenn ich nur 15% Gewinn rechne, 8% für die Bezahlung der Unkosten kalkuliert werden, dann kann ich nicht 10% Rabatt geben.
Habe ich aber schon viel höhere Einkaufspreise, so muss ich ja erst einmal wieder diese 15% irgendwo herausbekommen, um gleichwertig anbieten zu können.
Sehr schweres Pflaster.
Am Anfang sollte wohl Nvidia statt AMD stehen, oder? Aber später taucht auch nochmals AMD auf --- das ergibt für mich keinen Sinn...
 
Nur deswegen war der Sprung von 3000er zur 4000er Serie so gigantisch. Neue GPUs und quasi 2 Fertigungssprünge in einem gemacht. Mit gleicher Fertigung waren die 5000er dann nur noch ~10% schneller und nicht mal effizienter. Eine 4080 war aber fast doppelt so effizient wie eine 3080.
Das Krasseste an den 4000er Karten war vor allem der Raytraycing Sprung. Bei Shadows of the Tomb Raider mit RT Schatten hat die 2080TI ganz schön zu ackern, meine 4070 interessiert sich hingegen kaum dafür.
Wegen den verbesserten RT Leistungssprüngen reden wir auch schon von Pathtraycing, wie bei z.B. Alan Wake 2 & CP2077. Mit den 3000er Karten schwierig und mit den 2000er Karten nahezu unmöglich zum Laufen zu bekommen. Mit meiner 4070 hingegen, kann ich in Alan Wake 2 PT immerhin auf Low stellen.

Man kann sagen was man will, aber die RT Leistung hat sich über die Generationen extrem verbessert, außer bei den 5000er Karten. Sind die großen RT Sprünge jetzt auch schon wieder vorbei? Die 6000er werden es zeigen!
 
Und ich kann es mir tatsächlich vorstellen, weil man dann alle TSMC Kapazitäten einfach für die Profikarten hat und bei Intel dann alle Gaming-Karten produzieren lässt, die dank dem Nvidia-Bonus und Funktionen auch gar nicht groß besser sein müssen als die AMD Karten. Die 6800xt war z.B. super effizient und hatte 16GB VRAM, trotzdem wurde die 3070 mit 8GB und die 3080 mit 10GB mehr verkauft.
Achtung, Sondersituation Corona: Hätte AMD mehr produzieren können, hätte AMD auch mehr verkauft. Und ein Vorteil des Samsung-Schrottnodes war halt, dass Nvidia in Masse produzieren konnte. (denn wer hätte die Wafer sonst auch haben wollen?)
Das Krasseste an den 4000er Karten war vor allem der Raytraycing Sprung. Bei Shadows of the Tomb Raider mit RT Schatten hat die 2080TI ganz schön zu ackern, meine 4070 interessiert sich hingegen kaum dafür.
Wegen den verbesserten RT Leistungssprüngen reden wir auch schon von Pathtraycing, wie bei z.B. Alan Wake 2 & CP2077. Mit den 3000er Karten schwierig und mit den 2000er Karten nahezu unmöglich zum Laufen zu bekommen. Mit meiner 4070 hingegen, kann ich in Alan Wake 2 PT immerhin auf Low stellen.

Man kann sagen was man will, aber die RT Leistung hat sich über die Generationen extrem verbessert, außer bei den 5000er Karten. Sind die großen RT Sprünge jetzt auch schon wieder vorbei? Die 6000er werden es zeigen!
100% Effizienzgewinn in RT vs 92% in Raster finde ich jetzt als Unterschied nicht der Rede wert. Ich beziehe mich dabei auf den brillanten Turing-Nachtest von Raff:
Und am Ende des Tages zählt nun einmal nur Effizienz, denn sie macht aus, was bei gegebenen Powertarget an Performance bei herumkommt. Anders gesagt: Performance ist nur eine andere Seite von Performance.
 
Ist ja schön und gut das Nvidia Intel unter die arme greifen möchte, doch was soll den Nvidia da besser machen mehr wie Geld herein pumpen können die auch nicht. Was aber passieren kann, wird, davon gehe ich aus, wird Nvidia günstiger produzieren wie bei TSMC, noch kann Nvidia dieses Risiko eingehen, da AMD aktuell nicht gefährlich werden kann. Intel müsste schon sehr überzeugen, damit ein Huang ja sagt, vielleicht sprechen die hinter geschlossenen Türen über eine Übernahme anstatt nur einer Beteiligung. Ich bin gespannt wie das ganze ausgehen wird, das Kartellamt würde hier save ein Auge zudrücken, da der gemeinsame feind China ist und wie sagte Trump America First.
 
Intel 3 ist jetzt nicht schlecht geworden.

Da sagen die Marktanteile von Epyc und Xeon was anderes.

18A-Produkte waren nie für 2024 angekündigt. Ich sehe da bislang keine Verschiebung. Das einzige Indiz ist mMn, dass 20A nur ein Testnode blieb, und nicht wieder, wie bei Intel 4, auch nach außen getragen wurde. War das mit Intel 4 so super erfolgreich? Naja, es war okay.

Die Intel-4-Generation war in mehreren TDP-Klassen bis 125 W angekündigt. Dem einzig tatsächlich releasten Design mittig im Sweetspot gelang es nicht, gegen zum Zeitpunkt der Marktverfügbarkeit fast ein Jahr alten TSMC-N4-Prozessoren zu punkten. Verglichen mit der Spätphase der ++++-Ära (oder auch in Anbetracht von Bulldozer) muss man das Produkt jetzt nicht als Totalausfall bezeichnen, aber für den Prozess ist "war okay" wohl wirklich das Maximum. Und Bezüglich Verschiebung muss man klar sagen: Intel hat nie einen detaillierten Zeitplan genannt, also konnten sie ihn auch nicht brechen. Aber wer binnen vier Jahren vier weitere Nodes ankündigt, der suggeriert damit zumindest eine andere Taktung als "der nächste folgt nach 2,5 Jahren".

Zumal damals auf Nachfrage von Full Nodes die Rede war und es davon bis heute keinen zweiten gab, den aktuellen Erwartungen nach auch innerhalb des Zeitrahmens nicht mehr geben wird. Vom einem dritten und vierten ganz zu schweigen. Und selbst wenn man sich mit relabelten Verbesserungsschrittchen zufrieden gibt, wird Intel bis Spätsommer diesen Jahres nur Intel 4 und Intel 3 veröffentlicht haben, also gerade einmal die Hälfte der 2021 im Rahmen von "5N4Y" angekündigten Fortschritte gegenüber dem damals gestarteten Intel 7. Soll ich noch einen draufsetzen? Anlass damals war der Alder-Lake-Desktop-Launch. Dieses Segment wird voraussichtlich erst 2026 eine neue Intel-Fertigung sehen. Also "2N5Y", alles andere als Plan.

(Was BxBender darüber hinaus mit seinem "die letzten 10 Jahre" meint, kann ich allerdings nicht sagen. 2015 bestand Intels Ansage noch aus "wir bauen die besten CPUs, hier habt ihr Skylake", Ende der öffentlichen Planungen. Und bis mindestens 2017, ungeachtet von Preisklassen und Plattformen auch klar bis 2019, haben sie einfach weiter die besten CPUs gebaut. Zwar nicht gemäß Erwartungen, aber ohne öffentliche Roadmaps, die eine so lange Perspektive ermöglichen würden.)

Also die runtergebrochene Roadmap für die einzelnen Prozesse war schon sehr StepByStep:

Beachte das Datum unten links: Diese Roadmap ist eine retrospektive Betrachtung aus dem letzten Jahr. 2021, also drei Jahre vorher, versprach man noch einen Gleichstand bis 2024. Bis dahin war einzig Intel 4 komplett gestartet

Ein Ryzen-Effekt hat nichts mit Fertigung zu tun, sondern mit cleverer Zweitverwertung. (4xZeppelin=Naples und so weiter...) Ich bin aber bei dir, dass Intel einen Ryzen-Effekt braucht. Bislang verwerten sie ihre Chiplets nämlich überhaupt nicht zweit, das ist schlicht sehr dumm.

Der "Ryzen Effekt" bestand überwiegend aus Bulldozer als Kontrasthintergrund und aus Preisgestaltung, genauso wie zuvor der "Conroe Schock": Extrapoliert man AMDs Fortschritte bis einschließlich Phenom 2 ohne die real stattgefundenen Verzögerungen (oder Intels Fortschritte bis einschließlich Northwood), so war Ryzen einfach wieder eine CPU, die keine Fehlentwicklung darstellte (genauso wie Conroe) und das zuvor bestehende Leistungsverhältnis gegenüber der Konkurrenz wiederherstellte. Das hätte normalerweise nur für ein langsames Zurückschwingen der Marktbedeutung auf Vor-Fail-Niveau nach sich gezogen, aber zusätzlich wurden Kampfreise aus der Krisenzeit übernommen (Intel 1:1 die Struktur der letzten Netburst-Generation, obwohl die Leistungssteigerung gegenüber dieser extrem war, AMD grob die Struktur der Phenom 2, obwohl deren Konkurrenzfähigkeit zum späten Release schon mit reduzierten Preisen erkauft worden war).

Chiplet hat damit nur in sofern etwas zu tun, als das AMDs Marktanteil 2017 viel zu weit gefallen war, um abseits des Mainstream-Desktop überhaupt eine Fertigungsstraße auszulasten. Chiplets haben da die Bedienung mehrerer Märkte ermöglicht, für die man sich die Produktion eines getrennten Monolithen nicht hätte leisten können. Aber so weit unten ist Intel noch lange nicht; wenn ich mich richtig erinnere verkaufen sie in Stückzahlen immer noch mehr die Mehrheit der CPUs. Dementsprechend haben sie es auch nicht nötig, die Produktion für mehrere Märkte zu poolen, um die Auslastung zu erholen – ob sie viermal Chip A und einmal Chip B parallel produzieren oder fünfmal einen Chip AB, ändert wenig in Produktion und Entwicklung. Aber wenn die "AB"-Lösung für einen Teil der Märkte schlechter als angepasste As und Bs ist (ich erinnere an die miserable Leistung von Threadripper 1000/2000 in einer Vielzahl der Anwendungsgebiete, die zu 50 Prozent deaktivierten Ryzen 3 1000, die fehlende 1st-gen-Epyc-Skalierung jenseits 64 Kernen pro Node,...), dann sind gezielte Designs die bessere Wahl. Es ist noch keine zwei Jahre her, da hat Intel noch zwei verschiedene Tiles mit identischem Funktionsumfang für die Xeon-Topmodelle gefertigt, einfach nur weil das Layout mit gespiegelten Chips etwas besser lief. Heute kombinieren sie immerhin schon den immer gleichen SoC-Tile mit verschiedenen Compute- und IGP-Chips, je nach Produkt. (Blöd halt nur, dass sie nichts davon selber fertigen.)

Nvidia und Broadcom werden Intels 18A erst einmal testen.

18A-"Test"-wafer für Broadcom gibt es seit wenigstens einem Jahr. Wenn die immer noch nicht die Reißleine gezogen haben, dann werden sie auf Intel fertigen. Abzuwarten bleibt, wie gut das Ergebnis wird, aber ein so lange andauerndes Commitment bedeutet auch jede Menge Arbeit, die man in Prozess-spezifische Optimierungen investiert hat. Diese wieder wegzuschmeißen und zwar nicht bei Null, aber vielleicht bei 8-von-10 erneut anzufangen ist oftmals teurer (schon allein durch die Verzögerungen), als das ggf. unbefriedigende Ergebniss einfach billiger zu verkaufen und schneller durch einen Nachfolger zu ersetzen. Da sich diese Aspekte mit steigender Chip-Komplexität und -Leistung steigern, kann für die Chips, an welche die meisten hier bei "Nvidia" denken, eine "Test"-Fertigung sogar ganz ausgeschlossen werden. Entweder die Ergebnisse der von Intel selbst demonstrierten Beispiel-Schaltkreise waren gut genug, um eine Geforce, einen KI-Beschleuniger oder eine Server-ARM-CPU für diesen Prozess zu entwickeln, oder sie waren es nicht. Aber man steckt nicht Jahre Entwicklung in ein solches Design, um es dann doch zu TSMC zu tragen und bislang gibt es weder Gerüchte über noch sichtbare Gründe für eine Parallelentwicklung unter Berücksichtigung beider Prozesse. (Wie es Intel offensichtlich mit Arrow Lake und 20A/N3 gemacht hat. Da wurde auch nicht in letzter Minute umgeschwenkt, sondern man hat ein Design komplett gecancellt, das wohl nur aus Firmenstrategischen Gründen überhaupt gestartet worden war.)

Anm.: Nicht auszuschließen ist natürlich, dass Nvidia 18A für Netzwerkkomponenten in Betracht zieht. Da wären Testprodukte denkbar.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da sagen die Marktanteile von Epyc und Xeon was anderes.
Was hat das mit dem Intel-3-Fertigungsprozess zu tun? Sierra Forest nutzt schlicht Crestmont statt Skymont und ist dennoch erstaunlich stark aufgestellt. Granite Rapids ist zwar schwächer aufgestellt, nutzt aber ebenfalls mit Redwood Cove statt Lion Cove eine Last-Gen-Architektur.
Womit wir beim anderen Thema wären...
Chiplet hat damit nur in sofern etwas zu tun, als das AMDs Marktanteil 2017 viel zu weit gefallen war, um abseits des Mainstream-Desktop überhaupt eine Fertigungsstraße auszulasten. Chiplets haben da die Bedienung mehrerer Märkte ermöglicht, für die man sich die Produktion eines getrennten Monolithen nicht hätte leisten können. Aber so weit unten ist Intel noch lange nicht; wenn ich mich richtig erinnere verkaufen sie in Stückzahlen immer noch mehr die Mehrheit der CPUs. Dementsprechend haben sie es auch nicht nötig, die Produktion für mehrere Märkte zu poolen, um die Auslastung zu erholen – ob sie viermal Chip A und einmal Chip B parallel produzieren oder fünfmal einen Chip AB, ändert wenig in Produktion und Entwicklung. Aber wenn die "AB"-Lösung für einen Teil der Märkte schlechter als angepasste As und Bs ist (ich erinnere an die miserable von Threadripper 1000/2000 in einer Vielzahl der Anwendungsgebiete, die zu 50 Prozent deaktivierten Ryzen 3 1000, die fehlende 1st-gen-Epyc-Skalierung jenseits 64 Kernen pro Node,...), dann sind gezielte Designs die bessere Wahl. Es ist noch keine zwei Jahre her, da hat Intel noch zwei verschiedene Tiles mit identischem Funktionsumfang für die Xeon-Topmodelle gefertigt, einfach nur weil das Layout mit gespiegelten Chips etwas besser lief. Heute kombinieren sie immerhin schon den immer gleichen SoC-Tile mit verschiedenen Compute- und IGP-Chips, je nach Produkt. (Blöd halt nur, dass sie nichts davon selber fertigen.)
...bei Intel sind die Chiplets von Consumer-Produkten und Profi-Produkten getrennt. Deshalb profitiert der Profibereich nicht davon, dass die Chiplets im Consumersegment getestet werden, sondern Intel bleibt weiterhin im Profisegment eine Generation verspätet. Während AMD Zen 5 auch im Profisegment am Start hat, bleibt Intel genau deshalb bei ihren Konkurrenzarchitekturen zu Zen 4 hängen. Damit verspielen sie Potential. In der Praxis kann man einfach sagen, dass z.B. Granite Rapids mit Genoa, statt mit Turin, konkurriert.

Von daher bleibe ich dabei: Der Ryzen-Moment von Intel ist einer, in dem sie anfangen, die Zweitverwertung von Chiplets mitzudenken. Bislang hatte wirklich nur das AMD-CPU-Team einen solchen Moment. Die AMD-GPU-Teams? Fehlanzeige. AMD-APU-Teams? Naja, so ein bisschen. (Strix Halo und MI300A nutzen ja modifizierte Chiplets, aber immerhin!) Qualcomm? Hahaha, wo haben die überhaupt Chiplets? Nvidia? Klares nein. Am ehesten vielleicht noch Apple, die ihre M-Ultra-Verbünde aus Consumerhardware gewinnen.
 
Anm.: Nicht auszuschließen ist natürlich, dass Nvidia 18A für Netzwerkkomponenten in Betracht zieht. Da wären Testprodukte denkbar.

Update: Die Meldung von heute bestärkt mich ziemlich stark in der Annahme, dass Nvidia doch Beschleuniger in 18A fertigen lassen wird. Die einzigen alternativen Erklärungen wären, dass Huang entweder die Leistungssteigerung von einer bislang nicht einmal in Gerüchten existierenden TSMC-N3-Generation auf spätere N2-Produkte beschreibt oder dass Nvidia direkt von N4 auf N2 springt. Nvidia macht aber eigentlich nie Angaben zu übernächsten Generationen und Nvidia überspringt weder Prozesse noch gehören sie zu den early Adoptern bei TSMC; sollten N2 also nicht vor 2028/2029 nutzen – und das wäre für die nächste Generation doch etwas zu weit weg. Wesentlich logischer ist, dass mindestens eine Produktlinie von N4 auf 18A wechselt.
(Was nicht zwingend bedeutet, dass letzteres ein genialer Prozess ist. Nvidia baut auch gerne mal übergroße Chips auf einem etwas billigeren Node und taktet die einfach niedriger. Ob man gute Preise bekommt, weil TSMC ältere Fabs auslasten will oder weil Intel nicht mal für alle eigenen Produkte auf eine mittelprächtige Fertigung setzt, dürfte Huang egal sein.)

Was hat das mit dem Intel-3-Fertigungsprozess zu tun? Sierra Forest nutzt schlicht Crestmont statt Skymont und ist dennoch erstaunlich stark aufgestellt. Granite Rapids ist zwar schwächer aufgestellt, nutzt aber ebenfalls mit Redwood Cove statt Lion Cove eine Last-Gen-Architektur.

Und weiter? Redwood Cove ist ein Schrink von Raptor Cove aka der bis Mitte 2024 leistungsfähigsten Architektur überhaupt und Crestmont ist, pro cm² & W, ebenfalls ein gelungenes Design. In einem Prozess gefertigt, der mit TSMC N3 gleichziehen und in der zeitlichen Staffelung 22/23/24/25 an zweiter Stelle erscheinen soll, hätten die eigentlich den Markt aufwischen müssen. Stattdessen hat es Intel bislang nicht einmal geschafft, den Verlust von Marktanteilen zu stoppen, während AMD immer noch überwiegend in N4, also einen vollen Full Node schlechter, fertigen lässt. Hätte Intel Plan wie versprochen funktioniert, dann sollten die Intel-3-Xeons vs. Epyc ein Rematch von Yorkfield vs. Agena werden. Stattdessen gibt es Presler vs. Toledo.

Womit wir beim anderen Thema wären...

...bei Intel sind die Chiplets von Consumer-Produkten und Profi-Produkten getrennt. Deshalb profitiert der Profibereich nicht davon, dass die Chiplets im Consumersegment getestet werden, sondern Intel bleibt weiterhin im Profisegment eine Generation verspätet. Während AMD Zen 5 auch im Profisegment am Start hat, bleibt Intel genau deshalb bei ihren Konkurrenzarchitekturen zu Zen 4 hängen. Damit verspielen sie Potential. In der Praxis kann man einfach sagen, dass z.B. Granite Rapids mit Genoa, statt mit Turin, konkurriert.

Intel Profi-Produkte profitieren von auf Multi-Core-Designs optimierte Interconnects, zusätzlichen Ausführungseinheiten, angepassten Caches und zahlreichen Co-Beschleunigern sowie integrierten Speichercontrollern. Das geht nur mit dedizierten Designs, sonst hat man zusammengeklebte Octacore-Sammlungen. Umgekehrt kann es sich AMD weder erlauben, Chiplets im Consumersegment "zu testen" (also unfertige Produkte rauszubringen) noch sind die zeitlichen Abstände zwischen Desktop- und Server-Releases groß genug, um überhaupt Erfahrungswerte einfließen zu lassen. Das ist auch überhaupt nicht nötig, die übertragbaren Entwicklungsfortschritte lassen sich Copy & Paste von einem Chip auf den anderen übertragen und AMD selbst fertigt mittlerweile vier verschiedene Zen-5-Compute-Chips allein im Segment bis 16 Kerne. Die sind mittlerweile unterhalb des quantitativ kleinen Server-Segments nämlich mittlerweile ebenfalls bei Stückzahlen angelangt, welche die Skalenvorteile von Chiplets in den Hintergrund treten lassen.

Aber ja, du hast recht: Granite Rapids ist ein angemessener Konkurrent für Genoa, kommt aber im Schnitt sogar erst nach Turin in den Handel. Weil Intel 3/4 vorher schlichtweg nicht die nötige Reife für so große Chips hatte, womit wir wieder beim ursprünglichen Thema wären.
 
Update: Die Meldung von heute bestärkt mich ziemlich stark in der Annahme, dass Nvidia doch Beschleuniger in 18A fertigen lassen wird. Die einzigen alternativen Erklärungen wären, dass Huang entweder die Leistungssteigerung von einer bislang nicht einmal in Gerüchten existierenden TSMC-N3-Generation auf spätere N2-Produkte beschreibt oder dass Nvidia direkt von N4 auf N2 springt. Nvidia macht aber eigentlich nie Angaben zu übernächsten Generationen und Nvidia überspringt weder Prozesse noch gehören sie zu den early Adoptern bei TSMC; sollten N2 also nicht vor 2028/2029 nutzen – und das wäre für die nächste Generation doch etwas zu weit weg. Wesentlich logischer ist, dass mindestens eine Produktlinie von N4 auf 18A wechselt.
(Was nicht zwingend bedeutet, dass letzteres ein genialer Prozess ist. Nvidia baut auch gerne mal übergroße Chips auf einem etwas billigeren Node und taktet die einfach niedriger. Ob man gute Preise bekommt, weil TSMC ältere Fabs auslasten will oder weil Intel nicht mal für alle eigenen Produkte auf eine mittelprächtige Fertigung setzt, dürfte Huang egal sein.)
Klingt sinnvoll. Gehst du, falls es zu keinem Überspringen eines TSMC-Prozesses kommen sollte, persönlich davon aus, dass möglichst bald Consumer-Blackwell in einem N3er-Prozess neu aufgelegt wird? Oder DataCenter-Blackwell-Neuauflage in N3er und Consumer-Blackwell-Neuauflage rüber zu 18A?
(wobei Consumer eh so eine Sache ist, der GB202 ist ja z.B. bereits auch sehr auf ML-Bedürfnisse zugeschnitten)
Und weiter? Redwood Cove ist ein Schrink von Raptor Cove aka der bis Mitte 2024 leistungsfähigsten Architektur überhaupt und Crestmont ist, pro cm² & W, ebenfalls ein gelungenes Design. In einem Prozess gefertigt, der mit TSMC N3 gleichziehen und in der zeitlichen Staffelung 22/23/24/25 an zweiter Stelle erscheinen soll, hätten die eigentlich den Markt aufwischen müssen. Stattdessen hat es Intel bislang nicht einmal geschafft, den Verlust von Marktanteilen zu stoppen, während AMD immer noch überwiegend in N4, also einen vollen Full Node schlechter, fertigen lässt. Hätte Intel Plan wie versprochen funktioniert, dann sollten die Intel-3-Xeons vs. Epyc ein Rematch von Yorkfield vs. Agena werden. Stattdessen gibt es Presler vs. Toledo.
Wenn ich dich richtig verstehe, dann meinst du, dass Intel mit LastGen gegen AMDs CurrentGen hätte gewinnen oder zumindest gleichziehen sollen, weil der AMD-Fertigungsprozess laut der Prozessbenennung LastGen ist? Hmm. Im Sinne der ITRS ist Intel 3 übrigens gegenüber TSMC N4P einen Halfnode voraus. (weil N4P selber ein Halfnode von N5 ist)
Mein hmm ist übrigens so umfassend, weil die Fortschritte der Fertigungsprozesse ja ohnehin abnehmen.
Intel Profi-Produkte profitieren von auf Multi-Core-Designs optimierte Interconnects, zusätzlichen Ausführungseinheiten, angepassten Caches und zahlreichen Co-Beschleunigern sowie integrierten Speichercontrollern. Das geht nur mit dedizierten Designs, sonst hat man zusammengeklebte Octacore-Sammlungen. Umgekehrt kann es sich AMD weder erlauben, Chiplets im Consumersegment "zu testen" (also unfertige Produkte rauszubringen) noch sind die zeitlichen Abstände zwischen Desktop- und Server-Releases groß genug, um überhaupt Erfahrungswerte einfließen zu lassen. Das ist auch überhaupt nicht nötig, die übertragbaren Entwicklungsfortschritte lassen sich Copy & Paste von einem Chip auf den anderen übertragen und AMD selbst fertigt mittlerweile vier verschiedene Zen-5-Compute-Chips allein im Segment bis 16 Kerne. Die sind mittlerweile unterhalb des quantitativ kleinen Server-Segments nämlich mittlerweile ebenfalls bei Stückzahlen angelangt, welche die Skalenvorteile von Chiplets in den Hintergrund treten lassen.
AMD hat mit GraniteRidge definitiv ein Produkt beim Kunden reifen lassen. Man könnte auch böse sagen, dass es mehr darum ging, eine Betatestplattform anzubieten, als durch das Produkt selbst zu brillieren. Sie haben lieber früh gelaunched. Die dadurch gewonnene Erfahrung im AGESA-Bereich hilft ihnen natürlich auch im Profisegment und nicht etwa bloß bei GraniteRidge-X, auch wenn der 9800X3D selbstverständlich sehr vom Reifungsprozess profitiert hat. Also: Es geht mir nicht darum, dass getestet wird, wie man nachher das Chiplet überarbeiten soll, sondern darum, wie man es (und seine Derivate) später einsetzt.
Aber ja, du hast recht: Granite Rapids ist ein angemessener Konkurrent für Genoa, kommt aber im Schnitt sogar erst nach Turin in den Handel. Weil Intel 3/4 vorher schlichtweg nicht die nötige Reife für so große Chips hatte, womit wir wieder beim ursprünglichen Thema wären.
Da liegen wir voll und ganz beieinander.

Wie stehts freue ich mich über den lebhaften Austausch. :daumen:
 
Wie Nvidias künftige Pläne aussehen, kann ich auch nur anhand sehr knapper Gerüchte festmachen. Zu einem N3-Refresh gibt es da bislang nichts und die Marktposition bringt keinen Handlungsdruck mit sich. Daher gehe ich davon aus, dass wir noch mindestens 1,5, eher 2 Jahre Blackwell in 4N auf Geforces finden werden. Die Frage ist halt, was danach geschieht, wenn Huang jetzt schon über GAA spricht? Das Nvidia direkt auf N2 springt, glaube ich nicht. Dass jetzt schon über RTX 7000 gesprochen wird auch nicht. Also würde die Aussage, wenn sie sich denn auf Geforces bezieht, bedeuten: RTX 6000 erscheint in einem GAA-Prozess, der vor N2 verfügbar ist. Und das ist nur 18A. Ähnliches gilt für die Interpretation, dass Huang nicht von Geforces gesprochen hat (was wahrscheinlich ist – er leitet erklärtermaßen ein KI-Unternehmen, das überteuerte GPUs nur nebenbei macht): Bislang hat Nvidia nicht einmal die Fertigung von Rubin genannt, also sollte man jetzt noch nicht öffentlich über die Fortschritte der Fertigung von Feynman reden. Wenn aber schon Rubin GAA nutzt, dann kann er nicht in N3 gefertigt, wie bislang von allen Analysten prognostiziert wurde, und N2 so früh für einen so großen Chip zu nehmen, ist praktisch ausgeschlossen. Ist also Rubin das 18A-GAA-Produkt? Oder Vera?

Wissen tue ich es nicht und wir reden wir von einem halben Gerücht plus einem Halbzeiler ohne Kontext als Spekulationsbasis. Aber irgendwas ist im Busch.

Bezüglich der Produktionsfortschritte: Ausgehend von N7 alias 10-nm-dank-EUV und Intel 7 alias 10 nm++ in alter ITRS-like-Bezeichnung sind sowohl Intel 4 als auch TSMC N5 der jeweils nächstkleinere Fullnode, also das was man unter ITRS 7 nm erwartet hätte. N4 und Intel 3 sind jeweils die Optimierungen davon, wären in ITRS-Ableitung also direkte Konkurrenten (sofern man, wie du korrekt anmerkst, die auseinanderlaufenden Fertigungen überhaupt gleichsetzen kann) – nur das Intel 3 erst erschienen ist, als (Apple-)CPUs längst in N3 gefertigt wurden. Nach dieser Betrachtung, die ich normalerweise teile, ist Intel also einfach meilenweit hinter dem eigenen Zeitplan und führt 2025 neue Produkte in den Markt ein auf Basis von 2022er/23er-Technik, was natürlich nicht klappen kann. Hier wurde aber die These geäußert, dass Intel im Zeitplan liegt und die eigenen Versprechen erfüllen würde. Also habe ich selbige mal bei Wort genommen und die lauteten 2021:
"Intel 3 bringt gegenüber Intel 4 mehr Verbesserungen als ein Standard-Fullnode"
"leistungsfähigste Fertigung bis 2025" (=> gleichwertige Fertigung einen Schritt vorher in 2024)
Wenn man das mit dem Zeitplan kombiniert, dann wäre "Intel 3" der nächste große Sprung nach Intel 4 und zieht mit N3 gleich. Gemessen an diesem Plan wäre Intel 3 dann auch einigermaßen* pünktlich mit den ersten CPUs in 2024. Gemessen an dem einhergehenden Leistungsmaßstab wäre das Abschneiden der Xeons aber halt miserabel, da sie nicht einmal die N4-Generation schlagen können – und das obwohl Intel, laut eigener Aussagen, die überlegene Architekturen hat und deswegen schon für 2024, mit der gleichwertigen Fertigung, die besseren CPUs versprochen hat.
Also auch bei dieser Betrachtung wird Intel den selbst gewählten Zielen nicht gerecht.
(Ich persönlich bin mir übrigens bis heute nicht sicher, ob man bei den Qualitäten von Intel 3 oder dem Zeitplan versagt hat. Auffälligerweise wurden 2022/2023 nämlich einige Gerüchte von "Intel 3" nach "Intel 20A" migriert. So als hätte jemand die Release-Zeiträume der ursprünglich angekündigten Techniken gestreckt und in diesem Rahmen einen zuvor nicht behandelten "Intel 4+"-Node in "Intel 3" sowie das eigentlich geplante Intel 3 in "20A" umbenannt, um "5N4Y" auf dem Papier einzuhalten, obwohl sich vieles verzögert.)

*vom Überlegenheitsanspruch bis 2025 her wäre er mit der versprochenen Qualitäten sogar voll on time gewesen, aber für "5N4Y" hätten 20A und 18A beide binnen 12 Monaten folgen müssen.


Die AGESA-Überarbeitungen für Granite Ridge bei UDIMM-Kompatibilität, Turbo-Handhabung und Thread-Scheduling dürften übrigens nur eingeschränkt auf Serverszenarien übertragbar sein und sie erfolgten zu schnell, als dass die Entwicklung dieser Größenordnung erst nach dem Launch hätte gestartet werden können. Wir haben bei Intel gesehen, wie lange es dauert, wenn die Entwickler tatsächlich erst von den Launch-Reviews von ihren Wattewölkchen gerissen werden. AMD hat einfach vor Entwicklungsabschluss released und die Bugfixing-Phase mit offenen statt hinter geschlossenen Türen durchgezogen. Ärgerlich für die Kunden, die damals gekauft haben (und sehr ärgerlich für die Presse, für die "besser warten" keine Option war). Aber Turin wäre genauso gelungen gewesen, wenn Ryzen 9000 erst nächste Woche erscheinen würde.
 
Zurück