Herr-der-Ringe-Serie auf Amazon Prime: 25 Mio. Zuschauer in den ersten 24 Stunden

Wenn ich mich jetzt nicht irre (Silmarillion ist ein bisschen her), ist Sauron aber nie als mächtiger Krieger in Erscheinung getreten. Einzige die mir einfällt ist der Kampf mit Beren und da ist er ein Wolf. Wobei ihm als Maia natürlich immer eine gewissen Macht innewohnt.

Es bleibt letztlich platt und unglaubwürdig, dass diese ausgewählten Leute sich bereits von einem Troll besiegen lassen, obwohl sie eigentlich eine viel gefährlicheren Gegner als Ziel haben.
Das bestreite ich ja gar nicht. Kritisiere ich ja selbst. Gibt es so aber in vielen Actionfilmen. Erfahrene Krieger werden einfach so vom Helden oder Schurken niedergemetztelt. Ist nie realistisch. Von den Kampftechniken fang ich gar nicht erst an. Dabei könnte man relativ einfach spannende und authentische Kämpfe machen.
 
Ist es denn nachvollziehbar, dass Galadriel selbst mit einem Schwert loszieht und sich die Finger schmutzig macht?
Sowas würde das Silmarillion niemals beschreiben. Da steht bestenfalls, dass irgendein Elf mit einem Armee losgezogen ist, so wie man davon lesen würde, dass Alexander der Große oder Caesar mit einem Heer losgezogen sind. Null Details wie das auszusehen hätte. Gleichzeitig stehen sich dann Leute auf dem Schlachtfeld direkt gegenüber wo man sich denkt, dass in 5000 Jahren überlieferter Geschichte hat kein General je so an der Front gestanden. Gustalv Adolf von Schweden vielleicht, aber der ist dabei auch gestorben wie ein Idiot. Gut, machen die meisten Noldor jetzt auch. Was man aus diesen zwei Fakten macht bleibt einem selbst überlassen. Noldor gehen auch gerne auf Reisen die Küste rauf und runter, das sind aber auch alle Details die man von Tolkien bekommt. Das ist alles und nix.


Ansonsten ist Galadriel eine Noldor, zu der Zeit vielleicht sogar schon die letzte in ganz Mittelerde und sicherlich die mit dem höchsten gesellschaftlichen Rang. Wenn man das vergleicht mit dem was andere Noldor mit ähnlich hohem Rang gemacht haben, dann war das oft schon so, dass das Silmarillion es so formuliert als wären die vor ihren Truppen hermarschiert und die Schlacht gezogen. Nur wie gesagt, im Silmarillion wäre das alles viel früher gewesen. Zu der Zeit als man die Ringe macht ist Galadriel schon Herrscherin über ihr Reich und im Powerlevel jenseits von gut und böse. Die schickt ne riesige Nebelwolke in der sich eine Armee verirrt und verhungert. Weitere Details? Keine.

Das ist der Teil mit der transplantierten Origin Story. Da muss Amazon was machen und dem Charakter eine Konsistenz geben die zu den Filmen passt. Das ist die aktivere Rolle wie im Silmarillion impliziert, um einige Jahrtausende verschoben, aber damit lernt man die Ereignisse aus ihrer Sicht kennen und hat sie auf dem Schirm. Soll mir recht sein ehrlich gesagt. Die Serie wird zu allen Charakteren tausend Details mehr haben als Tolkien jemals geliefert hat. Silmarillion ist nicht unverfilmbar, es ist einfach in der Fassung wie es existiert nicht Film-fähig, weil die meiste Arbeit muss der Leser machen und im Falle einer TV Show damit die Produktion an sich. Auch die Beschreibungen von Tolkien zu Orten im Silmarillion sind äußerst dürftig. Die Stadt hat eine Brücke über den Fluss die schön anzusehen und bebaut ist, viele Schiffe legen im Hafen an. Ja toll, was soll man daraus jetzt machen als TV Serie, das muss man ja irgendwie zeigen.

Wenn wir schon schnippisch sein wollen, dann Cate Blanchett 1,75m, Morfydd Clark 1,62m, OG Galadriel 1,94m. Das wäre eigentlich eine Rolle für den Typ Gwendoline Christie. Galadriel ist hübsch ja, aber auch riesig und nachdem Körperkraft bei den Elfen die der Mensch übersteigt ohne dass sich das in viel Muskeln niederschlägt, wäre sie auch ordentlich Haudrauf.
 
Es braucht keinen Kontext wenn man im Jahr 2022 eine Rolle mit einer anderen Hautfarbe als weiß besetzt. Hier weicht man von der adaptierten Vorlage ab. So what? Das ist völlig normal und passiert ständig. Die Bücher sind uralt. Aus einer anderen Zeit. Wir leben aber nicht mehr in dieser Zeit.

Hat Amazon hier übertrieben, wenn sie das gleich bei drei Rassen machen? Ja, vielleicht. Würde ich die Serie deswegen auch nur geringfügig schlechter bewerten? Nein. Es juckt mich einfach nicht, weil ich weder Hardcore-Fan noch Rassist bin. Alle drei machen ihren Job für mich gut, Lenny Henry sogar sehr gut. Gerne mehr davon.
Prinzipiell habe ich da eine sehr kongruente Einstellung hierzu.

Es ist halt schwierig im Kontext zu andere "woke" Themen die Sache neutral zu betrachten und die Stimmung wird da gleich sehr erhitzt.
Mit Sicherheit passt "historisch" gesehen und in Anlehnung an die nordischen Sagen Menschen mit einer anderen Hautfarbe nicht in die Vorstellungswelt manch eines Zuschauers.

Tolkien hat aber nix anderes als ein relativ modernes Märchen geschrieben, auch seine Elben haben nicht viel gemein mit den Elfen aus den nordischen Sagen.

Wenn dann weisse mit Rasta-Zöpfen und Indianer (ich bin einer zu einem 1/16, andere Story und ich liebe Winnetou) auf der Abschussliste stehen, baut sich auf der anderen Meinungsseite rasch Gegenwind auf.

Ich sehe es vereinfacht so: amazon muss einen weltweiten Markt bedienen und einzelne Befindlichkeiten z. B. in D. sind da untergeordnet zum Gesamterfolg. Natürlich will sich ein Farbiger in den USA auch mit der Serie identifizieren. Es geht also auch und mutmaßlich primär um die Ansprache an den Großteil der Kunden.

Es kann einem gefallen, dann guggt man es an, oder nicht, dann lässt man es.
 
Mit Sicherheit passt "historisch" gesehen und in Anlehnung an die nordischen Sagen Menschen mit einer anderen Hautfarbe nicht in die Vorstellungswelt manch eines Zuschauers.

Tolkien hat aber nix anderes als ein relativ modernes Märchen geschrieben, auch seine Elben haben nicht viel gemein mit den Elfen aus den nordischen Sagen.

Wenn wir im Jahr 2022 1:1 nur bei den Worten bleiben, können wir dann noch 1:1 bei den Werten sein für die Tolkien steht?

Weil wenn wir ganz ehrlich sind, dann ist der Aufbau von Mittelerde schon der reine Apartheid-Staat und das ist definitiv nicht was er vermitteln wollte. Wenn Amazon das nicht vermitteln will dann müssen sie das aufweichen.

Wenn wir ganz ganz ehrlich sind, dann haben wir nach Amazon eh ein Problem, dass es zwischen der Serie und den Filmen bei den Hobbits sowas wie den Hobbit-Hitler gegeben haben muss der eine ethnische Säuberung durchgeführt hat. Sowas muss man dann auch zu Ende denken und überintepretieren, oder? Auch die Tatsache mit den Zwergen die in den Büchern ihre Frauen verstecken und dann ist der Reveal in der Serie, dass sie keine Bärte haben, dafür aber schwarz sind auch etwas, das genau betrachtet ziemlich missverstanden werden kann.

Also vom Tisch damit. Das Silmarillion hat null verwertbare Szenen, fast null verwertbare Charaktere und liest sich wie eine überlanger Wikipediaeintrag zum dreißigjährigen Krieg. Wenn daraus eine Serie werden will bedarf es viel Arbeit. Amazon muss gute Charaktere schreiben, die mit guten Schauspielern besetzen und auf die Hautfarbe sollte es nicht ankommen. Denn der creepy Teil bei dem Herr der Ringe die inoffizielle Hintergrundgeschichte des Planeten Erde ist und wir leben im Jahr 20.000 nach Sauron (nagelt mich nicht auf die Zahl fest), den lassen wir mal lieber aus.

Dewegen hat sich Tolkien immer aufs schärfste davon distanziert sein Werk allegorisch zu interpretieren. Der wollte nicht, dass irgendwelche Allegorien da reininterpretiert werden. Das hat er vermutlich präzise aus dem Grund gemacht, weil die Katze schon aus dem Sack war und er wusste, dass einige Dingen nicht ganz so fresh waren wie man früher gesagt hätte. Eine Allegorische Interpretation (und manchmal springt die einem vom Buch ins Gesicht) ist nicht erwünscht.
 
Naja, die Serie MUSS ein Erfolg werden, zu viel Geld investiert und es gab schon Aussagen, dass wenn die Nummer floppt, man die Daseinsberechtigung von Amazon Studios hinterfragen muss.

Viele Szenen machen einfach wenig Sinn, hier gibt es einiges, was einfach schlecht geschrieben ist. Das Erzähltempo ist suboptimal. Und dass man Tolkien "modernisieren" wollte, konnte nicht gut gehen. Wenn Ihr ein anderes Werk wollt, dann schreibt eines.
 
Natürlich will sich ein Farbiger in den USA auch mit der Serie identifizieren. Es geht also auch und mutmaßlich primär um die Ansprache an den Großteil der Kunden.
Genau da fängt für mich der grobe Unfug an. Ein Charakter muss nicht sein, wie man selbst, damit man sich damit man sich in ihn hineinversetzen kann. Er muss für den Zuschauer nachvollziehbar geschrieben sein, der Rest sind Oberflächlichkeiten und völlig egal. Ich muss keine Frau sein um Ellen Ripleys Verhalten zu verstehen, ich kann mit ihr mitfiebern, weil die Filme (bis dahin) ein nachvollziehbare Charakterdarstellung zeigen.

Warum denn nicht? Wir haben in unserer Jugend doch alle "Mist" gebaut oder etwa nicht:D
:-D Was hast du denn so gemacht, als du noch 1000 Jahre alt warst?
 
Es braucht keinen Kontext wenn man im Jahr 2022 eine Rolle mit einer anderen Hautfarbe als weiß besetzt. Hier weicht man von der adaptierten Vorlage ab. So what? Das ist völlig normal und passiert ständig.
Soll "passiert ständig" dein Argument sein?

Die Bücher sind uralt. Aus einer anderen Zeit. Wir leben aber nicht mehr in dieser Zeit.
Ich will jetzt nicht wieder alles bis ins Detail aufrollen, es bleibt dabei, dass man sich erklären muss, wenn man das stimmige Ausgangsmaterial ändert. Und es sollte auch klar sein, dass Amazon die Rollen nicht so besetzt hat, weil deren Geschichte dann besser funktioniert, sondern aus einem rein politischen Grund.

Hat Amazon hier übertrieben, wenn sie das gleich bei drei Rassen machen? Ja, vielleicht. Würde ich die Serie deswegen auch nur geringfügig schlechter bewerten? Nein. Es juckt mich einfach nicht, weil ich weder Hardcore-Fan noch Rassist bin. Alle drei machen ihren Job für mich gut, Lenny Henry sogar sehr gut. Gerne mehr davon.
Auch wenn es dir egal ist, wirst du doch vielleicht trotzdem die Gegenargumente verstehen können. Schließlich wird die Geschichte für dich dadurch nicht schlechter (eher besser).
 
Elon Musk scheint kein Freund der Serie zu sein und macht auch deutlich warum:

"Tolkien is turning in his grave", "Almost every male character so far is a coward, a jerk or both. Only Galadriel is brave, smart and nice."

Es braucht keinen Kontext wenn man im Jahr 2022 eine Rolle mit einer anderen Hautfarbe als weiß besetzt.
Die große öffentliche Erregung darüber legt einen anderen Schluss nahe. Offensichtlich bedarf es Erklärungen.
Die Bücher sind uralt. Aus einer anderen Zeit. Wir leben aber nicht mehr in dieser Zeit.
Inwiefern "muss" oder "sollte" zum Beispiel der Stoff der Ilias inhaltlich für eine Umsetzung in der heutigen Zeit angepasst werden? Abseits von Jugendschutzgründen versteht sich. Der Text ist weit über 2.000 Jahre alt, Tolkiens Erstausgaben sind dagegen fast druckfrisch.
Wolfgangs Petersens Umsetzung (Troja, 2004) war sicher keine akkurate Aufarbeitung des Stoffes und hatte das auch gar nicht zum Ziel, aber die gefühlte Notwendigkeit zur ideologischen Anpassung des Inhaltes dürfte kein Grund dafür gewesen sein.
 
Zumal wir hier von einem zeitlosen Werk reden. Wäre Tolkiens Werk ein Stück Zeitgeist, so wäre es nicht so brillant gealtert.

Das wird diese Serie nicht tun.
 
Man hätte an dieser Stelle doch einfach eine schwarze Menschenfrau nehmen können? Aber das hätte euch zwei Gestalten dann wohl wieder sauer aufgestoßen, weil weißer Mann und schwarze Frau:ugly:

Was hätte mich daran sauer aufstoßen sollen?
Mir ist so was egal, soll doch jeder nach seiner Fasson glücklich werden.


Auf die Serie bezogen, stört es mich vielleicht einfach nicht, weil ich kein riesen Fan bin, der alle Bücher studiert hat, ich war auch zu faul mehr als 10 Worte Sindarin zu lernen und selbst die hab ich mittlerweile wieder vergessen.
Dann gibt´s da halt jetzt farbige Elfen, so what, kann ja trotzdem ein guter Charakter innerhalb der Serie sein.
 
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