Für eine Wall of text habe ich zwischen den Jahren keine Zeit (ein andermal, zu Bürozeiten), aber hier ein paar Worte aus dem Off: Ich überlege angesichts der sich wiederholenden Taktdiskussion ernsthaft, die Frequenzen bei der künftigen 2019er-Testrevision einfach wegzulassen. So, wie es der Rest der Welt macht. Intransparent, schweigsam, unklar. Scheint keinen zu stören und Diskussionen, die den Takt einfordern, gibt's nicht.
Warum dieser Gedanke? Die eigentlich goldwerte Takt-Info wird anscheinend von niemandem als hilfreich angesehen, sondern konsequent missverstanden,
da niemand sich die Mühe macht, den erläuternden Text zu lesen. Immerhin kam bei den meisten Lesern an, dass wir Referenzkarten (also die Modelle direkt von AMD und Nvidia) miteinander vergleichen. Gut. Dass der Boost dabei je nach Spiel und Auflösung teils deutlich schwankt, fällt bereits unter den Tisch. Ein technisches Problem, das es uns unmöglich macht, das pro Benchmarkwert anliegende Taktmittel anzugeben (loggen tun wir's), führt dann zur totalen Verwirrung. Ein Beispiel: Die GTX 1080 Ti FE läuft
nicht mit "1,65 GHz", wie oft gelesen wird, sondern mit 1,65
+ GHz. Mindestboost, nicht Durchschnittsboost. In Full HD und speziell den anspruchsärmeren Spielen sind ~100 MHz mehr die Regel. Aber keine 300, wie ebenfalls und fälschlicherweise oft zu lesen ist – das schaffen nur manuell ausgereizte, wassergekühlte Modelle. Sowas hat in einem Index, der den Werkszustand vergleicht, aber nichts verloren. Wir limitieren die Referenz-/Founders-Karten auch nicht künstlich, die laufen, wie's kommt. Die RTX 2070 ist eine notgedrungene Ausnahme, da Nvidia keine FE-Muster herausgibt, sodass wir ein bauähnliches Partnerdesign auf den nominellen Boost der FE setzen müssen; sind im Falle der verwendeten Gigabyte Gaming OC -15 MHz.
Eine Lösung, um nicht zu verwirren, wäre, den Takt künftig wegzulassen. Ich persönlich fände das sehr schade, denn damit geht Information verloren, mit der man die Werte ins Verhältnis setzen kann. Stattdessen würde ich mir wünschen, dass die Leute nicht unsere Angabe hinterfragen, sondern die Gründe, woher diese Angabe kommt. Und natürlich, dass bei anderen Publikationen nach dem Takt gefragt wird, statt diese Werte automatisch für richtig/passend anzunehmen. Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß ...

Die Frage, ob wir künftig keine Referenzkarten. sondern Partnerkarten in den Index packen, bräuchte Stand jetzt noch sehr viel Diskussion. Denn für die seinerzeit gefallene Entscheidung gibt es gute Gründe. Man muss einfach irgendwo eine Basislinie ziehen. Man muss eine Grafikkarte direkt zum Start indizieren können. Man kann nicht einfach subjektiv eine "repräsentative" Partnerkarte nehmen. Etc. usw. Okay, das war jetzt doch viel Text, war ja klar.
MfG
Raff