Die G400-Serie von Matrox war, meiner Meinung nach, die bedeutendste für Spieler. Sie konnte problemlos mit der Voodoo3, der TNT2 und erst recht mit dem, was S3 und ATI zu der Zeit boten, mithalten. Ein Alleinstellungsmerkmal war das Enviroment Bumpmapping, welches leider bei den Spielen kaum Verwendung fand. Aber jeder 3DMark-User hat sich immer etwas geärgert, wenn der entsprechende Test geskippt wurde, weil die Hardware es nicht unterstützte.
Die G400 gab es im unterschiedlichsten Ausbaustufen. Es reichte von der Office-Karte mit 16 MB über die Dual Head-Variante und 32 MB bis hin zur MAX mit Dual Head, 32 MB und erhöhtem Takt. Die G400 MAX hatte SGRAM mit 5 ns und hatte 150 statt 125 MHz Chiptakt. Die Speicherbandbreite war deutlich höher als bei einer Voodoo3 3500 und einer TNT2 Ultra. Erst die GeForce-256 DDR bot eine höhere Speicherbandbreite. Es gab afair keinen schnelleren SDR-Speicher als bei der G400 MAX.
Die günstigen Office Karten wurden auch gerne mit dem billigeren SDRAM bestückt. Später gab es noch eine G450, die im günstigeren Fertigungsverfahren hergestellt wurde und DDR Speicher mit halbiertem Interface hatte (64 Bit). Durch die größere Latenz sind die Karten mit DDR Speicher aber, trotz gleichem Takt, deutlich langsamer als die alten G400. Es handelte sich auch um eine Office-Lösungen.
Soweit mit bekannt ist, wurde die G400 auch nicht viel verkauft, weil sie doch recht teuer war. In meinem Freundeskreis hatte die Mehrheit 3dfx, NV und ATI-Karten. Die Seltenheit und die Alleinstellungsmerkmale hatten mich vor einiger Zeit dazu bewegt, diese Karte in mein 1999er Retro-Projekt zu bauen und die TNT2 Ultra und die Voodoo3 3500 im Schrnak zu lassen.
Herstellungsjahr: 1999
Chip: Matrox Millenium G400 (Toucan)
Renderpipelines: 2x2
Speicher: 16 MB SGRAM (128 Bit) (32 MB bei G400 MAX)
Chiptakt: 125 MHz (150 MHz bei G400 MAX)
Speichertakt: 166 MHz (200 MHz bei G400 MAX)
API: DirectX 6
Schnittstelle: AGP 4x