Ändert leider nichts an den Umständen, dass jetzt Zahlungszwang herrscht, was vorher nicht der Fall war. Wer kein TV und kein Radio (und später haben die das mit dem PC auch durchgedrückt) hatte, musste nicht bezahlen.
In so einer Debatte muss man allerdings auch mal ehrlich sein: Das wurde schamlos ausgenutzt. Wie viele Leute, die angeblich keine Empfangsgeräte hatten, besaßen *tatsächlich* keine? Allzu viele können's nicht gewesen sein, denn die ach so verhassten GEZ-Kontrolettis wurden immer irgendwo fündig und sind bekanntlich nicht verhungert.
Da ich mir deren Inhalte nicht anschaue und aktuell das nicht bezahlen muss, kann es mir eigentlich völlig am Allerwertesten vorbeigehen.
Nur ist das kein Argument.
Die Rundfunkabgabe ist genau das: eine Abgabe. Und jeder Steuerzahler leistet allmonatlich Abgaben, mit denen Dinge finanziert werden, die seinen eigenen Alltag, sein Konsumverhalten und natürlich auch seinen Geschmack überhaupt nicht (be-) treffen.
Wir hatten das Thema doch bereits in einem anderen Thread durchgekaut: Beispielsweise finanziere ich mit meinen Abgaben auch die Ausbildung von Leuten, die mir nicht nur gänzlich rektalpassant sind, sondern bei denen noch nicht einmal sonderlich viel davon hängen bleibt.
Mit deinen Krankenkassenbeiträgen wirst auch du irgendwann den erhöhten Wartungsaufwand sowohl von Rauchern und Säufern, als auch von Bewegungsverweigerern und Risikosportlern finanzieren, auch wenn du selbst - wenn du Glück hast - womöglich kaum medizinische Hilfe benötigen wirst und dir irgendwann als kerngesunder Greis vor Langeweile einen Strick nimmst.
Falls du einen Hund hast oder haben solltest, bezahlst du Hundesteuer - und die wird zwar spezifisch dafür erhoben, dass du einen Hund hast, wird aber nicht spezifisch für die Belange von Hundehaltern verwendet. Selbiges übrigens für die Alkoholsteuer: Du säufst wie ein Mann, aber denkst du, die Abgaben kommen dir mal zugute und es werden beispielsweise öffentliche Ethanol-Personenbetankungsanlagen eingerichtet? - Pustekuchen!
Wie will man, mit diesem Wissen bewaffnet, irgend ein Problem damit haben, wenn alle Haushalte allen Haushalten Medienformate ermöglichen, die von den Interessen der jeweiligen Regierungspartei und der Privatwirtschaft gleichermaßen weitestgehend entkoppelt sind?
Man kann selbstverständlich immer ein Problem damit haben, was genau in welcher Höhe finanziert wird, aber im Herkunftsland des Volksempfängers und angesichts des internationalen Verblödungssumpf namens Privatfernsehens lässt sich am grundsätzlichen Prinzip schwer etwas aussetzen.