Warum werden denn weniger Kinder geboren?
Weil ein nicht unerheblicher Teil der Menschen inzwischen denkt das höchste Ziel und Glück im Leben ist es Karriere in Beruf zu machen, um Bestätigung für das eigene Selbstbild und den eigenen Selbstwert zu generieren.
Das beißt sich aber halt spätestens ab 1,5 eigenen Kindern (sobald mehr als 1 Elternteil voll berufstätig ist), da kann man als Gesellschaft noch soviel rumhandwerkern, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen zu wollen. Es wird nie jedes Paar in einer Gesellschaft 2 Kinder haben, aber für den Rest dann mehr als 1,5 Kinder zu haben ist mit unseren Verständnis der Produktivität und Leistung eben auch nur noch sehr schwer vereinbar, im Einklang mit sozialer Sicherheit / Absicherung, Zeit (auch Kinder machen Arbeit, ganz besonders wenn es mehr als ein bis maximal zwei ist) und Erziehungsaufwand.
Das ist bei Einwanderen nicht anders. Auch deren Geburtenraten passen sich an, je länger sie hier leben.
Ja und nein.
Ob und inwieweit sich das bei Zuwandern ändert hängt nicht zuletzt sehr stark vom sozialen Status ab.
Je geringer der allgemeine Bildungsstand und berufliche Verdienst, je konservativer / religöser das soziale Umfeld, umso höher i.d.R. die Zahl der Kinder, unabhängig davon ob 5 Jahre in DE, oder 40 Jahre.
Je besser der Zugang zu sozialen und finanziellen / beruflichen Aufstieg, umso mehr gleicht sich die Geburtenrate meist dann an.
Wass soll das bringen, wenn man Abtreibung unter Strafe stellt? Die Frauen fahren in Länder, die das erlauben. Man gewinnt also gar nichts.
Oder lassen es hier irgendwo illegal machen.
Es sind 2.02 Kinder.
Deswegen brauchen wir eben Einwanderer. Junge Menschen, denen man Ziele bietet.
Wir brauchen Einwanderer nur deshalb "zwingend" weil niemand etwas am bestehenden System (Rentensystem, Sozialsystem, Gesundheitssystem, etc.) grundlegend ändern will, weil das für einige einflussstarke Gruppen mit dem Wegfall von vielen seit Jahrzehnten liebgewonnen Privilegien einhergehen würde (Sonderrentenwürste für Beamte, Privatversicherung, ect. pp).
Das Problem ist ja nicht das wir einen dauerhaft anhaltenden Bevölkerungsrückgang haben, weil nicht grundsätzlich genug Kinder geboren würden, sondern das nicht genügend Kinder geboren werden um das bestehende System so weiter am laufen halten zu können. Das ist aber sowieso illusorisch gewesen, weil es im Grunde, wie die Konsumgesellschaft, auf permanentes Wachstum setzt (siehe Boomergeneration der 1960er Jahre), um funktionieren zu können.
Du brauchst immer mehr junge Menschen als Alte, um das Rentenniveau halten zu können und zu steigern.
Das verschlimmert sich auch noch dadurch das du die Leistungen und Töpfe segmentierst, indem nicht alle in den selben Topf einzahlen.
Was ist daran ein Problem, wenn Deutschland um Einwanderer wirbt?
Genau an der selben Stelle wie wenn Deutschland den Kongo für seltene Erden ausbeutet.
Es profitiert i.d.R. nicht das Land wo die Menschen herkommen.
Denen fehlen dann ab einen gewissen Punkt junge ausgebildete Arbeitskräfte, um Wohlstand aufzubauen und zu generieren, besonders wenn im besagten Land die Geburtenrate auch noch auf einem vergleichbaren Niveau liegt, wie in DE.
Es ist solange kein Problem wie die Bevölkerung stärker wächst als der Bedarf da ist (siehe europäische Industrialisierung und Einwanderung nach Amerika), sowie nicht überproportional einseitig in den Pool an gebildeten / ausgebildeten Gruppen eingreift. Wenn du aber gezielt Fachkräfte aus z.B. Frankreich, etc. nach Deutschland ziehst verschiebst du da schon nur noch die Fachkräfteproblematik, von ein Land ins andere.
Auf der anderen Seite wirst du fehlende Fachkräfte und Arbeitskräfte nicht mit Migration aus dritte Welt, Entwicklungs- und Schwellenländern lösen, weil du da eine starke Verwerfung bei der Bildung hast und wir nicht mehr das Jahr 1900 haben, wo man primär in einer Fabrik am Fließband steht und immer den selben Handgriff tätigt und Bildung daher doch noch ein gutes Stück weit sekundär ist (abseits von lesen, schreiben, Grundrechenarten) und man die Arbeiter in maximal einer Woche angelernt hat.
Heißt je schlechter der Bildungslevel der zuwandernden Personen, umso mehr Geld und Zeit musst du als Gesellschaft erst einmal in Bildung und Ausbildung nachinvestieren und aufwenden, um diese Menschen überhaupt für den Arbeitsmarkt hier verwendbar zu machen, was auch wieder kostet (in dreifacher Hinsicht, weil Sprache lernen dauert und kostet, weil Ausbildungsplätze kosten und da sein müssen und weil die Menschen bis zum Abschluss einer entsprechenden Ausbildung auch von irgend etwas leben müssen).