Geplanter Umstieg auf Linux - Spiele- und Hardwaretools

FuTheBear

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Moin!

In den letzten Jahren habe ich mir immer mal wieder eine Linux-Distribution angesehen und kurz damit herumgespielt. Ahnung davon habe ich, wenn überhaupt, nur rudimentär. Dennoch würde ich gern komplett von Windows umsteigen. Linux Mint hat mir bisher am besten gefallen, da die Bedienung doch sehr dem gewohnten von Windows entspricht. Wichtig ist mir eine konsistente Lokalisierung - mein Betriebssystem soll nicht schon bei der Sprache wie eine lieblose App daherkommen (Cashy fällt damit schon mal aus). Es soll aber auch für den Haupteinsatzzweck des Spielens problemlos funktionieren.

World of Warcraft über Battlenet, World of Tanks über Wargaming und Cyberpunk 2077 über GOG sind meine primären Spiele. Dazu kommen noch die AddOn-Manager WoWUp und ProMod sowie die Hintergrundprogramme meiner Hardware. Roccat Swarm (Tastatur+Maus, Profile, Makros, RGB) gibt's z.B. unter Linux nicht, dennoch will ich natürlich die Funktionen voll nutzen können.

Ich bin durchaus bereit zu lernen und mich einzuarbeiten, aber zu alt um bei Null anzufangen.
Lokalisierung, Support und Design sprechen in meinem Fall klar für Mint. Aber wie sieht es mit den oben genannten Spielen und Programmen aus?

Habt ihr Tipps, Anregungen oder Erfahrungen hierzu? Bin für jede Antwort dankbar.

PS: Hardware ab morgen Intel Core Ultra 7 265KF und RTX 4070 ;)
 
World of Warcraft über Battlenet, World of Tanks über Wargaming und Cyberpunk 2077 über GOG sind meine primären Spiele.
Battlenet und GOG sollten sich über Lutris oder den Heroic Launcher gut nutzen lassen. Für WoT gibt es eine inoffizielle Anleitung für Linux, ansonsten bietet sich das Spielen über Steam an.
Dazu kommen noch die AddOn-Manager WoWUp und ProMod sowie die Hintergrundprogramme meiner Hardware. Roccat Swarm (Tastatur+Maus, Profile, Makros, RGB) gibt's z.B. unter Linux nicht, dennoch will ich natürlich die Funktionen voll nutzen können.
Mit Mods für WoW kenne ich mich nicht aus. Für Tastaturen wäre eventuell QMK (wohl nur CLI, eher ein Firmware-Editor und auch kein fertiges Package für Mint) oder VIA (Kann man wohl direkt online über Chrome-basierte Browser nutzen?) einen Blick wert, habe ich aber noch nicht benutzt. Für Mäuse abseits von Logitech hat man vermutlich mit Piper noch die besten Chancen, aber die Auswahl der unterstützten Geräte ist eher gering und sonderlich viel passiert da wohl auch nicht mehr. Ansonsten könnte man die Geräte eventuell unter Windows konfigurieren und dann unter Linux nutzen. Für RGB gibt es wohl OpenRGB, aber auch hier keine eigene Nutzungserfahrung.
 
ansonsten bietet sich das Spielen über Steam an.
Kann ich bestätigen. Ich spiele "World of Warships" über Steam... läuft tadellos.
Das funktioniert aber auch erst seit März diesen Jahres. Davor lief WoWs zwar auch tadellos, aber Du konntest nicht Dein WarGaming.net Account unter Steam spielen, sondern hättest zwingend einen neuen Account anlegen müssen. Natürlich will ich meinen 'Spielstand', den ich seit Jan. 2017 'erarbeitet' habe, weiterspielen. Das funktioniert nun endlich seit knapp 8 Monaten.
 
Linux Mint hat mir bisher am besten gefallen, da die Bedienung doch sehr dem gewohnten von Windows entspricht.
Cinnamon als Desktop ähnelt von der Optik her einem Windows 7, ja. Alles andere, also Bedienung, ist wie in jedem anderen OS auch. Mint ist aber per Projektdefinition immer veraltet. Ich rate stets sich eher sowas wie Ubuntu am Anfang zu ziehen und sich dann Cinnamon als Desktop zu installieren. Ist man jedenfalls deutlich aktueller und hat das gleiche Look & Feel wie bei Mint.

Mit Mods für WoW kenne ich mich nicht aus.
Ich dafür schon. ;)

WowUp gibt es genauso wie das Wago-Tool als auch CurseForge als AppImage.

World of Warcraft über Battlenet,
Klappt über Lutris sehr gut. Zocke ich aktiv unter Linux.
 
Noch eine Sache zur Aktualität von Distributionen und dem Zocken, weil es für mich zum Tragen kam:

Es ist unter Linux so, dass Treiber nicht einfach runtergeladen und installiert werden. Alles, was man zum Zocken braucht, mal von NVIDIA abgesehen, kommt treibertechnisch über Kernel und den Mesa Grafikstack.

Als ich seinerzeit die RX 6900 XT kaufte, brauchte es einige Wochen, bis diese Karte im Ubuntu Kernel auftauchte. Unter Manjaro, meinem Arch-Derivat, war die Karte zum Kaufzeitpunkt bereits im Kernel enthalten.

Das hat sich bei Ubuntu dank mittlerweile verbessert, dennoch fand ich es wichtig es erwähnt zu haben.
 
Es ist unter Linux so, dass Treiber nicht einfach runtergeladen und installiert werden. Alles, was man zum Zocken braucht, mal von NVIDIA abgesehen, kommt treibertechnisch über Kernel und den Mesa Grafikstack.
Was passiert, wenn ich die nVidia RTX 4070 gegen eine Radeon RX 8070 XT tausche? Aktualisiert sich das System dann entsprechend oder muss ich es neu aufsetzen?

Wichtig ist mir auch, dass meine teure Peripherie von Roccat und Corsair vollständig funktioniert.
Hat jemand damit Erfahrung unter Linux?
 
Wichtig ist mir auch, dass meine teure Peripherie von Roccat und Corsair vollständig funktioniert.
vollständig und komplett wird schwer. Grundfunktionen kein Thema, eine Maus bleibt eine Maus und eine Tastatur bleibt eine Tastatur (auch unter Linux ;) )

Bietet der Hersteller selber Linux Tools an? Dann kannst du Glück haben das es (je nach Linux-Skill des Herstellers) gut läuft.
Wenn nein bist du auf Drittprojekte angewiesen die schnell auch mal "weg" sein können.

Dual Boot oder Vm mit Durchreichen der Komponenten zum Konfigurieren kann eine Lösung sein.
 
vollständig und komplett wird schwer. Grundfunktionen kein Thema, eine Maus bleibt eine Maus und eine Tastatur bleibt eine Tastatur (auch unter Linux ;) )

Bietet der Hersteller selber Linux Tools an? Dann kannst du Glück haben das es (je nach Linux-Skill des Herstellers) gut läuft.
Wenn nein bist du auf Drittprojekte angewiesen die schnell auch mal "weg" sein können.

Dual Boot oder Vm mit Durchreichen der Komponenten zum Konfigurieren kann eine Lösung sein.
Leider bieten weder Roccat (jetzt Turtlebeach) noch Corsair ihre Software für Linux an.
Was nutzt mir eine Gaming-Maus, wenn sie durch fehlende Software nicht mehr liefern kann als ein Officemodell für drei Mark? Auch beim Wireless Headset gibt´s mehr einzustellen als nur die Lautstärke.
Bin jetzt echt negativ überrascht, dass sowas schon ein Problem unter Linux ist.
 
Es muss nicht unbedingt zum Problem werden, am besten läuft es halt im dem System das der Hersteller als seines auserkoren hat (-> Windows).

Die Hersteller kochen halt alle ihr eigenes Süppchen, bloss nicht genauso machen wie der andere nebenan und bloss keine Infos rausrücken wie das alles funktioniert...
Da kannst du dann als Linux an sich nciht viel dran ändern.

Das wird sich erst ändern wenn genug Leute beim Support anrufen und nach Linux fragen ober/und genung Leute den Kram nicht mehr kaufen weil er nicht unter Linux läuft...
 
Was passiert, wenn ich die nVidia RTX 4070 gegen eine Radeon RX 8070 XT tausche? Aktualisiert sich das System dann entsprechend oder muss ich es neu aufsetzen?
Mein Tausch von einer Nvidia-Karte auf eine AMD-Karte lief nicht so gut, wobei ich inzwischen vermute, dass das einfach daran lag, dass ich Ubuntu LTS verwendet habe und ich daher einfach keine Treiber für die neue AMD-Karte hatte. Es kommt dann wohl auf die Distro an, ob und wie man die dann überflüssigen Nvidia-Treiber entfernt. Manche Distros bieten dafür soweit ich weiß eine Treiberverwaltung an. Im Notfall ist eine Neuinstallation aber auch ziemlich fix erledigt. Das ist nicht wirklich mit Windows vergleichbar.
Was nutzt mir eine Gaming-Maus, wenn sie durch fehlende Software nicht mehr liefern kann als ein Officemodell für drei Mark?
Wenn deine Gaming-Maus ohne die Zusatzsoftware nicht mehr liefern kann als ein Office-Modell für drei Mark, hast du dich meiner Meinung nach abzocken lassen.
Bin jetzt echt negativ überrascht, dass sowas schon ein Problem unter Linux ist.
Da musst du dich, wie schon gesagt wurde, aber bei den Herstellern deiner Hardware beschweren. Vielleicht funktionieren manche Programme aber auch per Wine oder Bottles. Wenn das geht, ist das vermutlich einfacher als per Windows-VM.
Verzichten also alle Linux-Gamer auf einen Teil ihrer Hardware-Fähigkeiten bzw. nutzen eh nur einfache Hardware?
Ich hatte schon lange vor meinem Umstieg auf Linux keine Lust, dass ständig irgendeine Drittanbietersoftware laufen muss, damit ich meine Peripherie ordentlich nutzen kann. Zumal in dem Kontext auch "Telemetrie" dieser Anwendungen sowie Account-Pflicht und Online-Zwang zunehmend ein Thema zu werden schienen.
 
Bei Debian und Forks (Ubuntu etc.):

Im Terminal: sudo apt-get remove --purge '^nvidia-.*'
Wenn ich mir angucke, was apt-cache search image | grep nvidia auf Mint ausspuckt, bin ich nicht sicher, ob das das wirklich wie gewünscht erledigt. Es scheint spezielle Kernel-Images für Systeme mit Nvidia-Hardware zu geben. Die werden mit deinem Befehl dann zwar nicht gelöscht, was gut ist, weil man dann noch einen Kernel hat. ;) Aber es wird dann eventuell auch nicht alles mit Nvidia-Bezug gelöscht. Ob das aber überhaupt praxisrelevant ist, ist aber allgemein fraglich. Könnte gut sein, dass der Treiber oder das entsprechende Kernel-Image nur dazu führt, dass etwas mehr Massenspeicher verbraucht wird, solange die entsprechende Hardware nicht vorhanden ist.
 
Bei mir hat es damals Funktioniert als ich noch eine Nvidia 1080 hatte und sie wechselte, habe mir über die vielen Jahre hinweg, einige gute Befehle in Textdateien abgespeichert, hatte ihn eben noch gefunden.
 
Was passiert, wenn ich die nVidia RTX 4070 gegen eine Radeon RX 8070 XT tausche? Aktualisiert sich das System dann entsprechend oder muss ich es neu aufsetzen?
Das klappt einfach so. Das System erkennt die AMD GPU und bindet halt die ein. Meine Erfahrungen mit NVIDIA unter Linux sind etwas älter. Weiß gar nicht, ob man deren Treiber vor einem Austausch deinstallieren sollte.

Wichtig ist mir auch, dass meine teure Peripherie von Roccat und Corsair vollständig funktioniert.
Hat jemand damit Erfahrung unter Linux?
Ich habe eine K70 RGB Pro von Corsair. Beleuchtung kannste da mit ckbNext einstellen. Wenn du aber eine nahezu 100%ige Alternative zum iCue suchst, dann wirst du enttäuscht werden.

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Von Roccat habe ich keine Ahnung.

Unter Windows hat man halt ganz viel proprietären Kram, den es für Linux nicht gibt. Siehe meine Soundblaster G6. Die von Creative sind an der Stelle sogar so deppert, dass man zum Umschalten zwischen KH und optischem Ausgang deren Software zwingend braucht. Gib es halt nur nicht unter Linux.

Am Anfang hatte ich da wie du den Anspruch, dass das alles laufen mit Linux wie unter Windows müsse. Mit der Zeit habe ich mir dann aber gesagt, dass ich diesen quasi-verdongelten Mist gar nicht mehr haben will. :ka:

Bin jetzt echt negativ überrascht, dass sowas schon ein Problem unter Linux ist.
Das ist kein Linux-Problem, es ist ein Problem mit geschlossenen Systemen wie unter Windows. Die Herstelle kümmern sich halt nur um die Leute, wo der Markt groß genug ist. Obendrein kapseln sie ihre Produkte ab, um ja keine Chance auf Interoperabilität zu bieten.

Was steckt denn hinter deiner Motivation ein Tuxer zu werden?
 
Zuletzt bearbeitet:
Verzichten also alle Linux-Gamer auf einen Teil ihrer Hardware-Fähigkeiten bzw. nutzen eh nur einfache Hardware?
Die letzte hochpreisige Maus, die ich mir gekauft habe, war eine "Razer Imperator" für über 70 € im Jahre 2012. Nach gerade einmal zweieinhalb Jahren (also unmittelbar nach Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist) fingen die Microschalter an, unzuverlässig zu funktionieren; es brauchte gerne 2-3-4 Klicks, bis es als 'geklickt' gewertet wurde.
Seit 2015 ist eine "Sharkoon Sharkforce" für 13 € im Einsatz, die heute noch funktioniert wie am ersten Tag.
Bei Tastaturen ist meine Erfahrung eine andere. Ebenfalls 2012 kaufte ich auch eine "Razer Black Widow" (die allererste), die nun -nach 13 Jahren- erste Auflösungserscheinungen zeigt. Sie ist nun an meinem Backup-PC im Einsatz, und wurde von einer Corsair K70 beerbt.
RGB-Gedöns interessiert mich nicht und ignoriere ich deswegen. Hauptsache beleuchtet und NICHT blinkend, der Rest ist mir egal.
 
Verzichten also alle Linux-Gamer auf einen Teil ihrer Hardware-Fähigkeiten bzw. nutzen eh nur einfache Hardware?
Nö. Ich habe ein Yeti Blu X als Mikrofon, besagtes Corsair K70 Keyboard, eine Logitech MX Master 2 als Maus, besagte Creative G6 Soundkarte, ne fesche custom Wasserkühlung mit jeder Menge Kram von Aqua Computer. Läuft alles, ich vermisse nichts, obwohl das ganze Softwaregedöns zu diesen Komponenten unter Linux durch Nichtexistenz glänzt.
 
Ich habe derzeit noch viel von Logitech am Laufen, die ja auch keine Treiber für Linux anbieten. Aber mich nervt schon die G-HUB Software. Eigentlich will ich die gar nicht, aber ohne sie funktioniert das Lenkrad in ETS 2 nicht. -.-
Für Maus und Tastatur bräuchte ich sie nicht, weil ich die ganzen Zusatzfunktionen eh nicht nutze.
Ich hatte mal kurz ne Racer Maus, mit etlichen Zusatztasten, wo ich dachte, das könnte evtl. hilfreich sein. Waren sie nicht. Im Gegenteil: Sie haben genervt ohne Ende, weil ich oft versehentlich auf Tasten gekommen bin. -.-

Wenn die aktuelle Maus/Tastatur/Lenkrad Kombo mal den Geist aufgeben sollte, schaffe ich mir günstigere und einfachere Geräte an. Ich lege mehr Wert auf Verlässlichkeit und Langlebigkeit. Irgendwelche Zusatzfunktionen brauche ich gar nicht und stören mich oft nur. Ist aber eben auch ein Lernprozess.
 
Wahlweise installiert man den Cinnamon-Flavor von Ubuntu. Wenn das Ziel ist, aktueller zu sein als Mint, empfehle ich die Non-LTS-Version. Das bietet schon definitiv Vorteile, insbesondere mit aktueller Hardware.
Ah, das gibt es also auch! Das kannte ich, meine ich, noch nicht.
Ohne die Auswahlsituation verkomplizieren zu wollen - KDE ist als Desktopumgebung ebenfalls Windows in der Struktur ähnlich. Auf Basis von Ubuntu gäbe es mit KDE als Desktopumgebung Kubuntu:

Verzichten also alle Linux-Gamer auf einen Teil ihrer Hardware-Fähigkeiten bzw. nutzen eh nur einfache Hardware?
Also RGB ist ein nettes Gimmick bei der Tastatur. Da mache ich nur statische Beleuchtung an. Ich habe eine Wooting One TKL(?) Tastatur. Die lässt sich über Browserbasierte Softwarelösung einstellen. Klappt super. Sonst schalte ich RGB aus. RGB brauche ich nicht. Ich habe beim Zocken meine Hand auf der Maus und meine Augen auf den Monitor gerichtet. Alles andere empfinde ich als Quatsch, Ablenkung.
Ich habe, meine ich, eine Roccat Kone Pro. Dafür genügt mir die Einstellung, die mir die Desktopumgebung KDE unter CachyOS bietet bzw. die Einstellungen in Spielen.
@Waylinkin Die Roccat ist mechanisch-optisch. Hält bisher einige Jahre bei mir, mittlerweile länger als die Logitech G502 mit mechanischen Schaltern, die ich mir 2018 kaufte.
 
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