Gealtertes Netzteil - woran erkennen?

NerdFlanders

BIOS-Overclocker(in)
Kondensatoren altern, aber sind auch nicht aufgeplatzte, nicht aufgeblähte Kondensatoren gleich unbrauchbar?

Der Hintergrund ist dass ich für ein Retroprojekt nur vorhandene Teile benutzen will. Entsprechend sehen die Anforderungen aus: Athlon X2 5200+ (89W), GeForce 7600 GT (<75W, Strom nur über MB), 1-2 DDR2 Riegel, Sata Platte, fertig.

Netzteile wären mehrere vorhanden, ua alte OEMs aus Dell PCs, ein Chieftech usw. Zum Reinigen müsste ich sie so oder so aufschrauben (keine Sorge, die wurden seit Jahren nicht an die Steckdose angeschlossen^^) und könnte dann auch den Zustand der Kondensatoren zumindest optisch beurteilen. Lässt dies einen Schluss auf den Zustand zu?
 
Optisch kannste beim ElKo nur sehen wenn er kaputt ist oder ganz kurz davor (gebläht).
Den Verschleiß/Alter wenn er nicht kaputt ist, also den Zustand, kannst du so nicht sehen.

Da ein netzteil aber aus mehr besteht als nur Kondensatoren würde das selbst wenns ginge aber auch kein Urteil über den Zustand des netzteiles erlauben. Um den genauer zu bestimmen bräuchte man eine professionelle Messstation die herausfindet welche Stromqualitäten unter welchen bedingungen noch so aus dem Netzteil kommen.

Als nicht-Chroma-Besitzer bleibt dir eigentlich nur ein grober Anhaltswert der Betriebssstunden des Gerätes sofern in etwa bekannt.
 
Netzteil solltest du vielleicht doch neu kaufen. Da würde ich auf Nummer Sicher gehen.
Ein einfaches HX350 würde ja reichen.

Ein Golden Flower HX 350 für über 50€? :O Das ist ja doch sehr extravagant für so ein Projekt :cool: Ganz besonders wenn der PC momentan an nem System Power 7 300W für 35€ hängt (das ich mir aber nur vorübergehend aus einem anderen PC geborgt habe)

Optisch kannste beim ElKo nur sehen wenn er kaputt ist oder ganz kurz davor (gebläht).
Den Verschleiß/Alter wenn er nicht kaputt ist, also den Zustand, kannst du so nicht sehen.

Da ein netzteil aber aus mehr besteht als nur Kondensatoren würde das selbst wenns ginge aber auch kein Urteil über den Zustand des netzteiles erlauben. Um den genauer zu bestimmen bräuchte man eine professionelle Messstation die herausfindet welche Stromqualitäten unter welchen bedingungen noch so aus dem Netzteil kommen.

Als nicht-Chroma-Besitzer bleibt dir eigentlich nur ein grober Anhaltswert der Betriebssstunden des Gerätes sofern in etwa bekannt.

Hm, sowas in die Richtung hab ich schon befürchtet.

Welche Teile sind noch Verschleißteile (außer dem offensichtlichen Lüfterlager)?

Betriebsstunden sind unbekannt, aber ich weiß dass die PCs/Netzteile bis zum Schluss liefen. Können sie durchs Lagern im Keller kaputt werden?
 
Welche Teile sind noch Verschleißteile (außer dem offensichtlichen Lüfterlager)?

So gut wie alles :ugly:

Jede einzelne Lötstelle wenn du so willst. Jede Diode, jeder Kondensator, jede Spule, alles Verschleißt. Das Augenmerk liegt bei Netzteilen deshalb auf ElKos und Lüfterlager weil diese Teile sehr viel schneller verschleißen als beispielsweise eine Spule (die fast ewig hält).
 
Du meinst Verschleiß durch "im-Regal-stehen"?

Der dürfte quasi Null sein. Das einzige wäre Korrosion durch feuchte/belastete Raumluft oder mechanische Dauerbeanspruchung der Lötstellen durch Temperaturschwankungen im Lager (und entsprechender thermischer Längenänderungen von Platine und Bauteilen und Kondenswasser) - zusammen könnte sowas Spannungsrisskorrosion auslösen, das sollte aber rein theoretischer Natur sein, ein Netzteil das du kaufst und 20 Jahre in nen trockenen Raum stellst wird nach der Zeit wie neu funktionieren.
 
Das hängt hauptsächlich vom Material und der Luftfeuchtigkeit bzw. den allg. Raumbedingungen ab würde ich sagen.

Aber wenn der Keller nicht übermäßig feucht ist, dann sollte alles ok sein.

Ebenfalls eher nachteilig wären dauerhafte Temperaturschwankungen.
(Dann setzt sich z.B. Kondenswasser ab).
Außerdem könnten durch die Temp. Schwankungen evtl. Lötstellen oder andere Bauteile den Geist aufgegeben haben.
Aber das weiß man wohl erst, wenn man eines der NT`s in Betrieb nimmt.


Edit: Sry zu spät.... aber immerhin haben wir beide quasi das Selbe geschrieben :P
 
Da die alten Netzteile über einen ungewissen Zustand und Lebensdauer verfügen, solltest du die Teile besser links liegen lassen. Wenn du was besonders günstiges suchst, dann schau dir mal das Xilence Performance C an. Die kleinste Version sollte bei der Hardware eigentlich schon ausreichen.
 
Natürlich meinte ich "altern" :redface:

@chiller: Wie schlägt sich das Xilence Performance C im Vergleich zum System Power 7 300W?

~

Hier ein paar interessante Beobachtungen:

- Am Desktop zieht der PC 151W - C'n'Q will trotz Treiber, BIOS Einstellung und Windows Energieoption nicht.
- Im 3D Mark 2006 sind es immerhin 171W...
- Die 5V Spannung geht laut HW Monitor durchs Dach und liegt bei 5,349V - wie genau ein 10 Jahre altes AM2 Board das misst darf nun jeder raten. Das S7 hat jedenfalls unter 1000 Betriebsstunden und sollte einen besseren Wert liefern... oder?
 
Taugt das was? 600 Watt sind ja für 35€ zu haben (Bzw 400 für 24)
600 Watt stehen nur auf der Produktbezeichnung, die bezeichnet meine ich die Spitzenlast und nicht die Dauerlast des Netzteils (ähnlich die die LC4/5/600-12 von LC-Power). Ich hab das XP500 hier liegen, das eigentlich ein 350W-Netzteil ist. Rein von den Messwerten ist es brauchbar.
 
Du meinst Verschleiß durch "im-Regal-stehen"?

Der dürfte quasi Null sein. Das einzige wäre Korrosion durch feuchte/belastete Raumluft oder mechanische Dauerbeanspruchung der Lötstellen durch Temperaturschwankungen im Lager (und entsprechender thermischer Längenänderungen von Platine und Bauteilen und Kondenswasser) - zusammen könnte sowas Spannungsrisskorrosion auslösen, das sollte aber rein theoretischer Natur sein, ein Netzteil das du kaufst und 20 Jahre in nen trockenen Raum stellst wird nach der Zeit wie neu funktionieren.

Ein wichtiger Aspekt fehlt hier: Elektrolytkondensatoren altern auch durch "im-Regal-stehen"! Das ist sogar der gleiche Alterungsmechanismus, der auch im laufenden Betrieb auftritt: Der Elektrolyt verdampft langsam durch kleine Spalten am Elko-Gehäuse, und dadurch trocknet der Kondensator aus. Im Betrieb geht das schneller, weil die Temperatur höher ist. Aber nach 15 Jahren im Regal ist es (je nach Fertigungsqualität des Kondensators) sehr wahrscheinlich, dass dieser höchstens noch die Hälfte der Nennkapazität aufweist. Ich habe vor kurzem mal meine Elko-Sammlung im Haus meiner Eltern durchgemessen, die ich vor ca. 25 Jahren dort angelegt habe :ugly: Da war es um einige der Kondensatoren (damals fabrikneu) sehr schlecht bestellt, obwohl die nie im Einsatz waren...

Das kann übrigens nicht bei Tantal-Kondensatoren oder Festkörper-Kondensatoren passieren, so wie sie heute auf jedem etwas hochwertigen Mainboard zu finden sind :) Aber die eignen sich leider nicht für Computernetzteile, viel zu geringer max. zulässiger Ripple Current... Also werden Computernetzteile leider auch weiterhin durch's "im-Regal-stehen" altern (auch hochwertige)...
 
Hätte nicht gedacht dass der Effekt des "Ausdunstens" so groß ist, darüber findet man auch kaum was bis nichts.
Danke für den Test, wieder was gelernt. :D

Ich halte es aber für möglich, dass ein erneuter test besser ausfallen würde da moderne Kondensatoren wahrscheinlich "dichter" sein dürften (die anderen Kondensatortypen haben das Problem ja nicht mal)... aber nochmal 25 Jahre haben wir nicht :haha:
 
Ja, wie gesagt, es kommt stark auf die Qualität der Kondensatoren an, und sicher gibt es da auch Fortschritte bei der Lebensdauer in der Zwischenzeit :) Aber im Hinterkopf behalten sollte man das auf jeden Fall.

Wenn man auf dem Dachboden ein gutes altes Elektro-Gerät findet, was dort 40 Jahre rumstand (unter guten Bedingungen), ist es sehr wahrscheinlich, dass es beim Einschalten viel Rauch gibt, weil die Kondensatoren gealtert sind :( Ist mir mal mit einem Röhrenradio (Baujahr 1951) passiert. Nach Ersetzen der Netzteil-Elkos ging es sogar wieder - Röhren sind viel robuster als Halbleiter-Bauelemente :D
 
So hier das Update:

Ich hab aus Neugierde das Chieftec GPS-500AB-A auseinander genommen. Verkauft wird es seit 2007, wie alt das konkrete Modell ist fand ich nicht heraus.

Generell war es kaum verschmutzt weshalb ich von moderater Benutzung ausgehe (es hat übrigens einen 5200+ und eine Radeon 4780 betrieben). Auch der allgemeine optische Zustand ist für mich als Laien gut.

Also Augen zu, einfach mal getestet (dass ich noch einen zweiten 5200+ samt MB hier herumliegen hab, hat wohl geholfen :D ). Funktioniert auch, deswegen hier ein paar...

... Test Ergebnisse:

Vorhin hatte ich 3 Sata und 2 Pata Platten am System hängen, jetzt sind es nur noch 1x Sata und 1x Pata, muss ja nicht unbedingt HDDs riskieren. Ansonsten ist das System gleich geblieben (bis auf das NT natürlich :ugly: )

Maximale Spitze beim Hochfahren 136W (vs 151W)

CnQ funktioniert nun (ich gehe aber von einer Software Geschichte aus). Jedenfalls sind es nun nur noch knapp 90W im Desktop Idle, das ist nicht viel mehr als mein Haswell PC :what:

3D Mark 2006: 162W (vs 171W)

Die 5V Werte liegen weiterhin bei extrem hohen 5,349V, sprich da misst das Board sehr ws nicht richtig.

-> Fazit: Das Chieftec liegt, wenn man die fehlenden HDDs mit einrechnet, fast gleich auf mit dem S7, welches eigentlich bei so niedriger Last einen klaren Vorteil haben sollte (300W vs 500W Nennleistung), auch der Lüfter blieb beim kurzen Test sehr angenehm. Zu Schutzschaltungen kann ich nichts sagen, aber ich hab auch nicht vor den PC ohne Aufsicht laufen zu lassen... und wenn es wirklich die HW grillt wäre meine Trauer sehr überschaubar.

Hier noch ein paar Fotos:

IMG_7814.JPG IMG_7815.jpg IMG_7820.JPG IMG_7824.jpg
 
Gut das leuchtet ein. Und wie sieht es mit "alten" durch lagern aus?

Wenn du ein Netzteil neu kaufst und es dann in den Schrank legst, ist es nach 5 Jahren auch gealtert.
Außerdem würde ich Netzteile, die lange gelegen haben, sowieso nicht mehr benutzen. Ich kenne da ein paar Fälle, wo ein solches, lang liegendes Netzteil, direkt beim Einschalten explodiert ist. Die Caps waren einfach schon fertig, auch wenn sie praktisch nie benutzt wurden.
 
Ist die Frage, welche Nennleistung das Chieftec hat. Die 500W müssen ja nicht stimmen.

Nujo, wir sprechen hier schon über ein (nicht ganz taufrisches) Delta Electronics Gerät.
Das sollte schon die Spec einhalten, wenn auch nicht (viel) mehr ;)

Nach heutigen Maßstäben ist das Netzteil dort auch 'nur' ein ~400W Modell -> 360W @ +12V.
 
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