News Forscher wollen Häuser mit 3D-Drucker bauen

AW: Forscher wollen Häuser mit 3D-Drucker bauen

Du meinst bestimmt PLA, also Poly Lactide Acid. Das ist ein seit den 50ern bekannter Bio-Kunststoff aber alles Andere als im heutigen Sinne "bio". Und leider ist es doch ein Problem. Wenn es nass wird, degradiert es innerhalb von 2 Jahren zu einer - wie der Name schon sagt - Säure.

Die Idee vom Häuser "drucken" ist inzwischen mehrere Jahre alt und ziemlich dämlich. Seit gut fünf Jahren hat sich hier nichts mehr getan. Der Rohbau lässt sich damit weder beschleunigen, ökonomischer, vor allem nicht ökologischer herstellen. Bei dem Beton handelt es sich um einen chemisch beschleunigt abbindenden Faserbeton, der beim Abriss nur noch als Sondermüll entsorgt werden kann. Darin möchte und sollte niemand leben müssen.
Die Frage nach der Bewehrung und danach wie Decken oder alles frei Tragende erstellt werden soll ist absolut berechtigt weil essentiell. Die Meldung ist einmal mehr als blauäugig und schlecht recherchiert zu bezeichnen. Vielleicht ist es manchmal ratsam jemanden aus den Bereichen Architektur, Bauphysik, Statik und generativer Fertigung zu fragen bevor man den Blödsinn anderer übernimmt.

MfG, Leitung 3D-Labor, Technische Universität Berlin
 
AW: Forscher wollen Häuser mit 3D-Drucker bauen

Fakt ist dass Beton ohne Stahlbewehrung nur ein Bruchteil seiner statischen Eigenschaften hat.

Die Tragfähigkeiten erzielten die Ö- äh Römer durch ihre Rundbogen Bauweise, Siemens Lufthaken gabs damals auch nicht ;)


Es gibt Beton in dem Stahlstifte enthalten sind, dieser braucht keine Stahlbewerung, ist aber nicht danz so stabiel wie mit einer normalen Bewehrung und dazu auch noch sau teuer.
So oder so ist es mit soviel Beton zu bauen schlecht, da dieser teuer ist und auch eine schlechte Wärmedämmung hat, somit muss mehr mit Styropor (Styrodur) gedämmt werden, kosten steigen weiter.
 
AW: Forscher wollen Häuser mit 3D-Drucker bauen

Es gibt Beton in dem Stahlstifte enthalten sind, dieser braucht keine Stahlbewerung, ist aber nicht danz so stabiel wie mit einer normalen Bewehrung und dazu auch noch sau teuer.

Die Stabilität einer Spannbetondecke wirst du damit nicht bekommen, Korrosionsprobleme schon eher. Sinnvoller könnte es sein, mit Drahtgitter-Streifen zu arbeiten, die deutlich dünner als eine Druckschicht sind. Aufbringen lässt sich so etwas automatisch (vergleichbare Techniken für Kunstfasermatten -die auch eine gute Bewährung abgeben, aber da ist dann die Entsorgungsproblematik- gibt es im Glas- und Kohlefaserbau) und die Wirkung könnte an eine klassische Stahlarmierung heranreichen. Man hat zwar feinere Stränge, aber entsprechend mehr und weiterhin in voller Länge. Nur die Quervernetzung der Schichten entfällt.

Alternativ kann man in weiten Teilen der Welt auch einfach bei einer Etage bleiben und abseits freitagender Decken kommt man auch mit unbewährtem Beton recht weit.

So oder so ist es mit soviel Beton zu bauen schlecht, da dieser teuer ist und auch eine schlechte Wärmedämmung hat, somit muss mehr mit Styropor (Styrodur) gedämmt werden, kosten steigen weiter.

Hier läge ein echter Vorteil des Druckers: Man kann Beton nicht mehr nur massiv verarbeiten, sondern die ganze Wand als Hohl"ziegel" mit exzellenter Dämmung ausführen. Im Renderbild sind auch ausdrücklich Doppelwände mit großem Hohlraum gezeigt, der ähnlich wie eine Holzwand mit Dämmaterial vollgeblasen werden kann.


Der berechtigste Einwand bisher ist imho die benötigte extrem kurze Trocknungszeit. Die könnte man in der weiteren Entwicklung aber auch kompensieren, denn schließlich hat so ein Drucker keinen Feierabend. Herkömmlichen Beton einzusetzen wäre somit in erster Linie eine Frage der Maschinenkosten - und die sinken, wenn das System erstmal in Bereichen, in denen es ohnehin auf Geschwindigkeit ankommt, etabliert wurde.
Ein weiteres Anwendungsfeld wäre der Unterwasserbau. Der ist technisch heute zwar kein Problem, aber afaik sehr schnell SEHR teuer, wenn Taucher benötigt werden oder unter Druck gearbeitet werden muss. Ein vollautomatisches System, dass selbst komplexe Strukturen selbstständig und passgenau vor Ort fertigt, könnte eine gute alternative sein.
 
3D Drucker machen das doch aus Plastik. :D wer will schon in einem haus was aus plastik besteht wohnen? Ich mein einmal ausversehen mit dem Feuerzeug gespielt. Pfummmm weg sind die eigenen 4 Wände. Da stehste danach ohne Wände da ;D
 
AW: Forscher wollen Häuser mit 3D-Drucker bauen

Hoffe, dass die Preise für 3D-Drucker so fallen, dass sie für jeden erschwinglich sind. Finde das Konzept generell interessant
 
Es ist schade wie lächerlich das viele finden.
Gerade durch solche Ideen kommen wir vor ran.
Sicher muss da viel berücksichtigt werden, doch ohne Versuche geht das aber nicht.
Das Konzept hat Potenzial. Z.b. könnten Teile vorgefertigt werden und Ähnlich eines Fertigbauhauses mit Balken etc. zusammengesetzt werden.

Ihr seid wie mein 80 Jähriger Opa, das ist neu, gabs schon , warum aendert sich was. Was früher gut war ist jetzt noch gut.

Gebt dem eine Chance, damit man sieht was möglich ist und was nicht.
 
AW: Forscher wollen Häuser mit 3D-Drucker bauen

Hast schon recht Gripschi: Ohne Versuch wird man nicht klug. Es gehört aber genau so zum Fortschritt eine Technologie aufzugeben, die sich einfach als zu umständlich oder nicht praktikabel erweist. Ob dies hier der Fall ist vermag Ich nicht zu sagen, aber eine gewisse Skepsis halte Ich schon für angebracht.
 
Zurück