Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

Fachkräfte aus dem Ausland nach Deutschland holen?

  • Gut

    Stimmen: 18 32,1%
  • Schlecht

    Stimmen: 38 67,9%

  • Umfrageteilnehmer
    56
AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

(was es afaik nicht hat, ist eine Integration oder besser Assimilierung, wie sie viele jetzt für Deutschland fordern. Dafür eine Tolleranz gegenüber anderen Lebensstilen, die diese schlichtweg unnötig macht)

Täusche Dich da mal nicht. Kanada braucht gar keine großartige Integrationspolitik, weil das Einwanderungssystem so ausgerichtet ist, daß eigentlich sowieso nur Personen einwandern können, die sich schleunigst von selbst integrieren.

Du hast da nur Chancen, wenn Du ein ganz konkretes Jobangebot vorweisen kannst und sehr gut Englisch oder Französisch, am besten aber beides sprichst. Dazu solltest Du einen Universtitätsabschluß mitbringen und über gewisse Berufserfahrung verfügen. Wenn dann Dein Ehepartner auch noch gut qualifiziert ist, wird es noch etwas wahrscheinlicher. Ach so, falls Du über 49 Jahre alt bist, kannst Du es direkt vergessen.

Und das sind nur die erleichterten Kriterien. Bis in die 80er Jahre durften praktisch ohnehin nur Europäer, US-Amerikaner und Angehörige des Commonwealth einwandern. Daß Integration unter diesen Umständen kein Thema ist, sollte niemanden überraschen.
 
AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

Der Logik kann ich nicht so ganz folgen: Wieso sollten sich mehr Ausländer auf eine Stelle bewerben, weil in Zukunft auch schlechter bezahlte Stellen problemlos international ausgeschrieben werden können? Das Gegenteil wäre naheliegender: Es bewerben sich weniger Leute auf die bereits heute international ausgeschriebenen Stellen, weil ein Teil der Leute schon eine früher ausgeschriebene, etwas schlechter bezahlte Stelle angenommen hat.

Ein mehr an Bewerbern ergibt sich nur bei schlecht bezahlten Stellen. Damit sich auf die überhaupt jemand bewirbt, muss man bislang die Lohnaufforderungen deutscher Fachkräfte erfüllen. In Zukunft kriegt man auch genug Bewerbungen, wenn man auf dem Lohnniveau von Rumänien ausschreibt.

Fraglich ist, ob dass im Interesse der deutschen Bevölkerung sein kann.


@Icejester: Zum Commonwealth gehören auch all die Länder, deren Einwanderer laut Meinung einiger hier aus England bis 2015 einen islamistischen Gottesstaat gemacht haben ;)
Und deine Liste von Zuwanderungsbedingungen enthält eine ganze reihe von "und"s, wo ein "oder" hingehört. Wenn du einen Englischtest bestanden und 1 Jahr Berufserfahrung als Klempner oder Elektriker hast, bist du willkommen. Jobangebot/hochrangige Abschlüsse sind Alternativen zur Berufserfahrung in bestimmten Sektoren, keine zusätzliche Forderung.
Praktisch mag das anders aussehen, weil die Gesamtzahl der Einwanderer gedeckelt wird und somit jemand mit wenig Qualifikationen schnell zuweit hinten auf der Liste steht - aber es gibt keine absolute Grenze, die eine Einwanderung verbietet. Und um absolute Grenzen geht es bislang in der deutschen Debatte. Die Industrie will ganz eindeutig NICHT eine Beschränkung der Zuwanderung auf eine bestimmte Zahl von Zuwanderern. Die will jeden problemlos anheuern können, der bereit ist, für weniger zu arbeiten, als ein Deutscher.

Bezüglich Integration (die ja auch schon von docdent angesprochen wurde) steht das kanadische Expertenprogram übrigens in überhaupt keinem Bezug zu deutschen Integrationsproblemen. Zuwanderung in deutsche Parallelgesellschaften und Sozialsysteme findet, soweit ich das weiß, mehrheitlich über Familiennachzug statt. (da hat Kanada auch was zu zu sagen -nämlich das ein Bürger sich für 3 Jahre verplichten muss, den Einwanderer notfalls aus eigener Tasche zu finanzieren-, aber das ist derzeit überhaupt nicht Bestandteil der Debatte)
(das entsprechende kanadische Systeme
 
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AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

@Icejester: Zum Commonwealth gehören auch all die Länder, deren Einwanderer laut Meinung einiger hier aus England bis 2015 einen islamistischen Gottesstaat gemacht haben ;)

Gut, daß sie die Einwanderungsbestimmungen geändert haben.
Und deine Liste von Zuwanderungsbedingungen enthält eine ganze reihe von "und"s, wo ein "oder" hingehört. Wenn du einen Englischtest bestanden und 1 Jahr Berufserfahrung als Klempner oder Elektriker hast, bist du willkommen. Jobangebot/hochrangige Abschlüsse sind Alternativen zur Berufserfahrung in bestimmten Sektoren, keine zusätzliche Forderung.
Praktisch mag das anders aussehen, weil die Gesamtzahl der Einwanderer gedeckelt wird und somit jemand mit wenig Qualifikationen schnell zuweit hinten auf der Liste steht - aber es gibt keine absolute Grenze, die eine Einwanderung verbietet.
Das stimmt auch wieder nicht ganz. Kanada regelt das - wie Du vielleicht gelesen hast, da Du ja schon einen ganz richtigen Link angibst - über ein Punktesystem. Die Mindestpunktzahl zur Erlangung der Aufenthaltserlaubnis kann aber jedes Jahr angepaßt werden. Das heißt, daß bestandener Englischtest und ein Jahr Berufserfahrung nicht zwingend genügen. Momentan liegt die zu erreichende Mindestpunktzahl bei 67.

Nehmen wir mal an, der Handwerker, den Du beschrieben hast, ist alleinstehend, spricht mittelmäßig Englisch und kein Französisch und hatte vorher noch nie etwas mit Kanada zu tun, hat aber ein konkretes Jobangebot und ist 19 Jahre alt.

Der kriegt:
- 5 Punkte für seine Ausbildung (war mit 10 Jahren nicht lange genug in der Schule, um mehr zu kriegen)
- 8 Punkte für seine Sprachfähigkeiten
- 15 Punkte für Berufserfahrung
- 6 Punkte fürs Alter
- 10 Punkte für das konkrete Arbeitsplatzangebot
- 5 Punkte (nochmal) dafür, daß es Punkte für ein Arbeitsplatzangebot gab

macht: 49 Punkte. Tja. War wohl nix.

Wenn Du wissen willst, wie "weich" die Kriterien wirklich sind, kannst Du Dir das sehr detailliert hier durchlesen: http://www.cic.gc.ca/English//pdf/kits/guides/EG7.pdf

Falls Du wirklich fundiertes Interesse an der Thematik hast, kann ich nur folgendes Werk empfehlen: http://www.amazon.de/Immigration-Po...7973/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1287853491&sr=8-1
 
AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

Es ist ein Sache, ob man einen ungleichen Lebensstandard tolleriert. Es ist eine andere Sache, ob man ein Leben auf Kosten anderer befürwortet. Letzteres stellt die derzeitige Lebensweise der Deutschen (und vielen anderen industrialisierten Ländern) aus ökologischer Sicht dar.
Also wenn ich mir die Alternativen betrachte: Unser Lebensstandard sinkt auf das Niveau des Weltdurchschnitts oder Resourcenverbrauch und Umweltverschmutzung der Weltbevölkerung steigt auf den deutschen Pro-Kopf-Durchschnitt... dann ist das für mich die Wahl zwischen Pest und Cholera. Da bleibe ich lieber erstmal beim Status Quo ;).
...der erste Link sollte aber eigentlich funktionieren und zweimal ein Land auszuwählen ist wohl nicht zuviel verlangt.
Es wäre schon nett, Links richtig anzugeben, statt anderen zu unterstellen, nicht klicken zu können. Ich habe auf deinen Seiten auch nach vielem Klicken nichts gefunden, was meine These zur Alterspyramide widerlegt. Man sieht es auf Wikibedia
Stimmt. Und deswegen mein Beispiel eines Landes, das trotz einer Bevölkerungsstatistik, die der von Deutschland in 40 Jahren ähnelt, kein großen sozialen Probleme aufgrund der Altersstruktur hat. OHNE dafür eine Bevölkerungsexplosion auf Einwanderungsbasis herbeizuführen.
Explosion erwartet keiner. Nur Konstanz. Und wer bitte sagt, dass Japan in 30 Jahren nicht auch Probleme hat? Ich sagte ja nicht, dass heute schon nennenswert Umverteilungskämpfe stattfinden. Übrigens ist Japan aufgrund seiner ganz anderen Einstellung zum Thema Alter und Arbeit m.E. durchaus eher in der Lage, sich dieser Herausforderung zu stellen.
Wenn man sich anguckt, welche Proteste in Frankreich wegen fast allem gibt, dann fragt man sich, ob die statt Wahlen nicht lieber Revolutionen einführen wollen. Aber in Deutschland wird sowas bekanntermaßen daran scheitern, dass es keine Bahnsteigkarten mehr gibt ;)
Stimmt :D
Wir leben im Kapitalismus :ka:
Geld allein macht weder glücklich noich garantiert es den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. Dazu gehört viel mehr, u.a. das Humankapital.
Es ging aber nicht um Integration, es ging um Sozialsysteme, Wirtschaft und Kosten/Nutzen von Einwanderung für die restliche Gesellschaft. Kanada hat kein Sozialsystem vom Umfange Deutschlands und es hat (noch) genug Ressourcen für eine ausgeprägte Primärwirtschaft. (was es afaik nicht hat, ist eine Integration oder besser Assimilierung, wie sie viele jetzt für Deutschland fordern. Dafür eine Tolleranz gegenüber anderen Lebensstilen, die diese schlichtweg unnötig macht)
Oder eine wesentlich bessere Anpassungbereitschaft der Immigranten, die eine ganz anderen Hintergrund haben, als die, die nach Deutschland strömen. Das was hier jetzt so langsam erstmals von Immigranten gefordert wird, ist eigentlich nichts als eine Selbstverständlichkeit. Ich wollte mit dem Stichwort "Integration" auch anmerken, dass man nicht so naiv sein sollte, zu glauben, Immigratione per se sei schon die Lösung aller Problem. Sie kann auch mehr Probleme verursachen, als sie löst.
 
AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

@ruyven & icejester:

Auszug aus dem PDF:

"A maximum of 20,000 Federal Skilled Worker applications, without an offer of arranged employment, will be considered for processing each year. Within this limit, a maximum of 1,000 Federal Skilled Worker applications per National Occupation Classification (NOC) will be considered for processing each year."

Also ist da zusätzlich zu den Punkten noch eine Obergrenze für Bewerber... jedenfalls mal für die, die noch keinen konkreten Job haben. Was wohl eher die Mehrheit ist, nicht nur in Kanada ;)

@DOTL


ich seh das aber auch nicht unkritisch. was da in manchen stellenanzeigen gefordert wird, ist teilweise übertrieben. auch sollte man sich nicht immer von den anforderungen abschrecken lassen. ich hab meinen gutbezahlten it-job auch nur wegen meiner persönlichen vorsprache und nicht wegen meiner ausbildung bekommen, denn für wissen dass ich mir selbst angeeignet habe gibts leider keine dokumente oder urkunden...

wenn man halt zu wählerisch ist, bekommt man eben die stelle nicht besetzt. wenn man aber auch mal ein wenig in die zukunft investiert und sich nicht scheut, begleitend in der firma den nachwuchs auszubilden, dann hat man so ein problem schon mal gar nicht...

...tja, da haben sie wohl gepennt, die lieben damen & herren im vorstand und in der personalabteilung...
 
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AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

Wie bereits angemerkt geht es bei der aktuellen Diskussion primär um Jobs mit einer Einkommenserwartung von 66.000 Euro. ...................
Insofern muss man diese ganze Diskussion auch sehr differenziert betrachten.

Differenziert betrachtet, könnte man sagen, dass es für die Wirtschaft (nicht nur im Hochlohnsektor) immer schwieriger wird, Bewerber für die viel zu hoch gesteckten Erwartungen zu finden.
Problematisch zeichnet sich dies aber eben gerade am Hochlohnsektor ab, weil die ewig jungen und teamfähigen eierlegenden Wollmilchsäue am ehesten in ihrer Anzahl beschränkt sind und noch dazu die Tendenz haben, sehr schnell zu verschleißen.
Wenn also international nur eine bestimmte Anzahl dieser Leute zur Verfügung steht regelt der Preis die Nachfrage (sagt man). Das ist ja aber nur die Spitze des Eisberges, welche man eventuell durch selektive Einwanderung abdecken kann. Blöd dabei, dass alle Wirtschaftsstandorte solche Leute händeringend suchen und es eben dann auf die jeweiligen Anreizprogramme ankommt.

Was aber dabei schon wieder gemacht wird, ist Symptome zu bekämpfen. Statt standortspezifisch an Bildung und Ausbildung zu schrauben, wird eben eingekauft. Fragt sich, was letztendlich teuerer zu stehen kommt.

Zur Umfrage:
[x] gut - aber eben nur bedingt und vorübergehend
[x] langfristig als Ersatzhumankapitalquelle schlecht
 
AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

Was aber dabei schon wieder gemacht wird, ist Symptome zu bekämpfen. Statt standortspezifisch an Bildung und Ausbildung zu schrauben, wird eben eingekauft. Fragt sich, was letztendlich teuerer zu stehen kommt.

Ganz deiner Meinung.

Zum Schluss kommen sich einige wieder benachteiligt vor und es kommt mal wieder zur Hetze auf die "bösen" Ausländer, auch wenn die gar nix dafür können.... würd mich nicht wundern, wie sang schon Shirley Bassey so schön:
"It's all just a little bit of history repeating" (http://www.youtube.com/watch?v=sTUIHK7gHRE)

Ich hoffe mal dass sich die Lage doch wieder entspannt und klink mich an dieser Stelle mal aus :schief:
 
AW: Fachkräfte aus dem Ausland - gut oder schlecht?

"Fachkräftemangel" dreisteste Lüge die ich kennen. Hier in Deutschland gibts genug Fachkräfte.... NUR!!! jetzt kommt, auspassen bitte, die arbeiten nur zu einem Lohn mit dem man auch eine Familie ernähren kann ... und das will die Wirtschaft nicht, sie wollen BILLIGE Fachkräft. Hauptsache der Profit stimmt und unsere Regierung fördert das auch noch!! :daumen2:

Ihr merkt schon, darüber könnte ich mich stundenlang aufregen, diese dämliche lügen Propaganda... :wall:

Leidtragend sind dann die Bürger und die Ausländer, auf denen dann wieder der Hass abgerollt wird.
 
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