Extrem hohe Temperaturen (über 90° mit Prime95) nach Gehäuse- und Mainboardwechsel

kim_yannick

Komplett-PC-Käufer(in)
Extrem hohe Temperaturen (über 90° mit Prime95) nach Gehäuse- und Mainboardwechsel

Um mein altes Gaming-System besser reisefähig zu machen, habe ich vom Silent Base 800 zum Cooler Master Elite 130 gewechselt. Das Mainboard musste natürlich auch gewechselt werden, um dem Formfaktor zu entsprechen. Der Aufbau war ziemlich schwierig, da Kabelmanagement in diesem Case fast unmöglich ist. Auch der Airflow ist schlecht, da nicht nur die Kabel stören, sondern auch die Kühlkörper der RAM-Sticks ziemlich hoch sind.

Ich habe von Anfang an den Intel Stock-Kühler benutzt. Die alte WLP habe ich mit Spiritus von der CPU und vom Kühler entfernt. Die neue WLP ist von Revoltec. Trotz des schlechten Airflows und des Stock-Kühlers habe ich aber noch nicht von so hohen Temperaturen in diesem Case mit Stock-Kühler gehört.

Im Idle betragen die CPU-Temperaturen um die 40° und mit Prime95 halten sie sich nach kurzer Zeit im 80°-Bereich, steigen aber mit der Zeit immer weiter an. Maximal habe ich nach 6 Minuten 89° gemessen, ich habe den Test dann aber abgebrochen. Ansonsten wäre das System wahrscheinlich noch bis zur Drosselung oder Absturz gekommen.

Da ich noch nie von so schlechten Temps in diesem Gehäuse gehört habe, möchte ich nun wissen, ob ich vielleicht die WLP falsch aufgetragen habe oder den Kühler falsch montiert habe, oder ob es in diesem Case einfach nicht besser geht ohne WaKü. Ich habe schon mehrmals die Kabel verlegt, das Netzteil andersherum eingebaut, den Seitenlüfter zusätzlich wieder angebaut und den Deckel offen gelassen, aber die Temperaturen haben sich nicht verbessert.

Das Mainboard ist ein MSI H81I, die CPU ist ein Intel Core i5-4430.
 
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Nun, die WLP gehört schon mal nicht zu den besseren, aber die alleine würd wohl nur nen Unterschied von paar Grad ausmachen. Dann: warum Prime95 und nicht einfach ein Game nutzen? Prime ist ziemlich realitätsfern und bringt die CPU nun mal ans Limit, vorallem die aktuelle Version ist da noch bissel stressiger.
Hab selber nem Bekannten mal ein kleines Sys mit nem CM Elite 130 gebastelt (mit nem P8Z77-I und nem i5-3450), doch dort gleich von Anfang an den Noctua NH-12L montiert und den Lüfter so drauf getan, dass er die Luft absaugt und nicht nach unten bläst. So kann das Netzteil die warme Luft gleich raussaugen. Der boxed Kühler ist da eher suboptimal, denn der bläst ja runter, während das Netzteil raussaugt und so gelangt wohl auch nicht sooo viel Frischluft vom Frontlüfter zum Kühler. Trotzdem wird die CPU darin schon deutlich wärmer als in nem ATX Tower, da ist man wohl nur mit CPUs mit geringer TDP auf nem guten Ast.
Wenn du beim boxed Kühler bleiben willst, dann könntest du höchstens versuchen mehr Kühlluft reinzubekommen, wobei es dann wohl ab nem Punkt nicht mehr so leise sein könnt ;-) Ist bei dem Case halt schon bissel ne Kompromissache, leider.
 
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Ist denn die Lebensdauer der CPU/des Mainboards viel kürzer, wenn ich beim Stock-Kühler bleibe? Es gibt ja diesen Mythos, allerdings ist mir kein Fall bekannt, wo nicht doch vorher irgendein anderes Teil gestorben ist bzw. die CPU sowieso überholt wurde.
 
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Der Kühler an sich ist der CPU schnurz bzw. die Lebensdauer ist eher abhängig von der Hitze, allgemein ist die Lebensdauer von elektronischen Teilen immer auch von nem gewissen Temperaturbereich abhängig (die CPU stirbt aber nicht, weil sie mal 90°C erreicht hat, bevor sie abkackt, drosselt sie sich runter)). Sprich: je heisser, um so kürzer und je kühler, um so länger, gaaaanz grob ausgedrückt. Aaaaber, musst jetzt nicht meinen, dass wenn deine CPU nun bei 90°C werkelt, dass sie nur 1-2 Jahre leben würd, so krass ist es schon nicht :-) Das Problem ist aber nicht die CPU alleine, sondern auch die anderen Teile auf dem Board und da hat es welche, die nun mal auch lieber kühle Luft haben. Vorallem die Spawas auf Brettern sind da halt etwas sensibler, vorallem wenn bei günstigen Mobos keine Kühlerchen oder ähnliches drauf sitzt (kann man aber selber anchrüsten).
Ich an deiner Stelle würd mal nach nem alternativen Top Blower gucken, gibt ja auch günstigere als der Noctua (z.B. der Shadow Rock Top Blow -> bei dem kann man den Lüfter auch unter den Kühlkörper schnallen, so ist er nicht so hoch) und dann aber den Lüfter gedreht montieren, so dass die warme Luft weg von der CPU (und den Bauteilen rund um den Sockel) gesogen wird und via Netzteil raus kann. Wie gesagt, muss ja kein teures Modell sein, aber eins mit 120-er Lüfi ist da sicher auch von Vorteil. Kannst ja hier mal schauen, was es gäb: Top Blower; Lüfter ab 120mm. Wenn du noch ne Graka drin hast, schränkt es die Auswahl halt bissel ein, doch schon für unter € 30.- gäb es brauchbare Kühler. Etwas darüber wäre der Shadow Rock LP, der soll sogar bis 130W TDP funzen, ergo mit deiner auch keine Probs haben.
Wichtig wäre einfach, dass es kein Modell mit fest installiertem Lüfter a la Zalman wär, denn sonst könntest du ihn nicht drehen. Warum ich nen Kühlerkauf in Betracht ziehen würd? Nun, wenn die CPU jetzt schon schwitzt, was passiert dann im Sommer? Stell dir mal vor, wenn es draussen 35°C warm ist... ;-)
 
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Ich dachte immer, die Lamellen sind dazu da, die kühle Luft auf sich selbst und dann auf die CPU zu übertragen. Umgedreht müssten ja dann die Lamellen warme Luft abgeben, die abgesogen werden kann. Geht das überhaupt?
 
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Ja sicher. Also, mal simpel erklärt: die Heatpipe (bei DTH Kühlern, bei Kühlern ohne Direct Touch Heatpipe wär es die Coldplate) nimmt die Wärme vom IHS der CPU auf und leitet sie rauf an die Lamellen, dort bläst der Lüfi ran und kühlt es ab (grob kann man sich auch am Radiator eines Autos orientieren, von der Funktion her). Nimmst du mal nen Lüfter weg vom Kühler, kannst du die steigende Wärme richtig spüren. Bei gedrehtem Lüfter wird einfach die Abfuhr der warmen Luft beschleunigt, während mit normal montiertem Lüfter einfach kühle Luft an den Lamellenblock geblasen wird (in den meisten Fällen kühlt es leicht besser, wenn kalte Luft rangeblasen wird im Vergleich zur absaugenden Methode).
Darfst dabei nicht vergessen: bei nem Top Blow Kühler, wo die Luft von oben auf den Kühlblock geblasen wird, kommt natürlich die ganze warme Luft auf dem Mobo an und wird zurückgewirbelt, um es mal bildlich auszudrücken. Dies kann grad in beengten Gehäusen ein Problem sein, da kühle Luft eh schon knapp ist. Beim Bekannten haben wir damals div. Konfigs getestet, sogar mit ner Corsair H60 in der Front. Diese Lösung war gar nicht gut, die CPU blieb zwar schön kühl, doch alles drum herum wurd wärmer und platzmässig war es ein Graus. Die beste Lösung, sprich mit den besten Werten bei allen Komponenten, war am Ende ein 120mm Lüfi in der Front (Noctua NF-P12), beim NH-12L Kühler ein umgedrehter Noctua NF-F12 und als 80mm kam ein etwas schneller drehender Gelid zum Einsatz (war zwar nicht so leise, doch mit gut 2000 U/min schaufelte er schnell Luft raus). Zudem kam als Netzteil ein Seasonic X-560 zum Einsatz, welches zusätzlich die warme Luft absog. So hatte er bisher keine Probleme, selbst langes zocken machte null Stress.
Mittlerweile hat er das Case aber getauscht, denn es nervte ihn sehr das Elite 130 (jetzt nutzt er ein Bitfenix Prodigy), da alles so verdammt eng drin war. Im Prodigy hat er jetzt nen Noctua NH-U14S als Kühler und noch etwas weniger Temperaturprobleme :-)

Edit: Übrigens, grad bei so kleinen Gehäusen kann man nicht ganz gleich vorgehen wie beim grossen Tower. Dort ist die Kühlung ja meist(!) durch unten vorne rein/oben hinten raus vorgegeben, aber gerade in so kleinen Gehäusen muss(!) man jeweils selber bissel testen und gucken, welche Methode sich am besten bewährt. Da muss man tüfteln und probieren.
Sehr von Vorteil ist, wenn man ein vollmodulares Netzteil hat und so effektiv nur die Kabel anstecken muss, die man auch braucht und so nicht unnötige Kabel drin rumhängen hat.
 
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