Naja, Zölle sind ja genau dafür da, das attraktiver zu machen. Ein hartes Vertriebsverbot für Waren, die nicht in der EU hergestellt wurden, stelle ich mir zumindest aktuell unrealistisch vor. Wenn es nicht um kritische Ressourcen oder Produkte geht, finde ich weltweiten Handel auch nicht prinzipiell schlecht. Es gibt halt teilweise unschöne Auswüchse, aber dagegen kann man ja meist was tun.
Klar, aber Zölle sollten dementsprechend heutzutage KI Angepasst/Verarbeitet sein.
Ich meine in Real-Time und PRoduktspezifisch.
In China und Co wird ein Produkt also beispielsweise 10x günstier produziert. Die Löhne sind niedrig, Kinderarbeit und enorme Umweltschäden werden unter den Teppich gekehrt. Aber hey, wir zahlen dafür 20% Zoll, dann ist ja alles in Ordnung. Das macht' dann auch nix, dass bei uns zehntausende Arbeitsplätze verloren gehen (nicht nur das, auch das Knowhow) und ganz Europa immer mehr von anderen Abhängig ist.
Es ist langfristig gesehen halt einfach unser Nachteil.
Mein eigener Bruder hat Millionen verdient indem er Arbeitsplätze hier abgebaut und in China aufgebaut hat. Der Aktienkurs steigt, der Firma gehts gut, aber hier fehlen halt 10.000e leute die jetzt keine Steuern zahlen, was dem GEsundheitssystem kostet, ja teilweise halt Arbeitslosengeld kassieren. Dafür Zahlen wir für weniger Geld die gleichen Produkte, nur geht nun alles Geld ins Ausland. Super.
Und wir wundern uns dann hoffentlich bitte nicht, warum unsere persönliche Gier (ich zahl lieber ein bisschen weniger an Alibaba und Temu) uns unsere eigene Zukunft raubt. Weil wir das natürlich so auch nicht sehen können, das System ist komplex. Die Globalisierung kennt hier als GEwinner natürlich mittelfristig zuerst mal die armen Länder, aber wir "reichen" Länder velieren zuerst mal.
Was ethisch gesehen sowieso ok ist, aber persönlich mag' ich das natürlich nicht (mein Altruisums reicht halt auch nur so weit...).
Geopolitisch ist das natürlich sowieso interessant, weil wir mit unserem überkonsum von Gütern die wir eigentlich nicht brauchen (oder weniger oft kaufen würden, wären sie 10x teurer) massiv zur Umweltverschmutzung (Produktion, Transport, Entsorgung?) beitragen und damit den Klimawandel beschleunigen, während wir schon jetzt wissen, dass dasw in 30 Jahren nicht wegen dem Klima, sondern der Migration/Flucht ein Problem sein wird.
Aber wenn wir dann als Staat kein Geld mehr haben (keine Arbeitnehmer, keine Steuern, kein Geld für Reparaturen des Systems und der Umwelt) wird es im Nachhinein allen klar: hey, die VORIGE Generation hat es verschissen, wir hätten nicht alles Geld nach China und Co schäffeln sollen, wir hätten nicht die Umweltzerstörung beschleunigen sollen, wir hätten uns um andere PRobleme kümmern müssen, die uns zu komplex erscheinen, als dass wir sie gleich angehen...