AW: Erste WaKü Hilfe
Das kannst Du nicht pauschalieren, denn es gibt zu viele Faktoren Die das entscheiden.
Nö. Einfluss auf die Temperaturdifferenzen im Kreislauf haben genau zwei Faktoren:
Durchfluss und eingebrachte Wärmeleistung. Und man kann den Zusammenhang sogar recht einfach umrechnen:
Um 1l Wasser um 1K zu erwärmen braucht man ca. 1,13 Wh. Das heißt wenn du pro Stunde 60l Wasser durch deine Kühlörper pummst, dann hast du bei 264W Heizleistung (was recht viel ist, denn im Alltagsbetrieb erreichen Systeme nicht ännehrend die absurden Furmark+Prime Verbrauchswerte und sie geben vor allem einen erheblichen Teil der Wärme nicht an das Wasser ab. Vermutlich kommt ein Single-GPU/CPU System da in der Spielepraxis kaum/gar nicht drüber) einen Temperaturunterschied von 4k, der sich auch noch gleichmächig über die Verbraucher verteilt. Das heißt wenn die CPU am Ende sitzt, kriegt sie nicht 4K wärmeres Wasser, als am Anfang, weil sie ja selbst 1-2K zur Erwärmung beiträgt.
Wieviel mehr MHz macht eine 53°C warme CPU im Vergleich zu einer 56°C warmen mit?
Eben. OC-technisch ist das vollkommen egal. Zum Beispiel die Wetterlage und Raumtemperatur haben mehr Einfluss.
Ganz pauschal kann ich aber sagen, dass es in so einer Kühlung zwichen 60 und 2000Liter Volumenstrom einen ganz enormen Unterschied geben dürfte
Wahrscheinlich kein extrem Übertakter?! -sonst müsste man wissen, dass bei einer maximal überdrehten CPU selbst 5Grad Celsius schon über stabil oder nicht stabil entscheiden.
Was meinst du mit extrem?
"Das maximale für den Alltagsbetrieb rausholen"? Dann bist du mit einer 5K Stabilitätsreserve sowieso verdammt knapp darn.
"Rekorde aufstellen"? Dann kommt dich ein einfacher Pot und ein bißchen DICE deutlich billiger als eine gute Wakü und im Gegensatz zu lächerlichen 5K erreichen die Temperaturen, die tatsächlich einige MHz Unterschied machen.
Wie kommst Du darauf, das ab 60l/h die Unterschiede nur noch marginal wären?
Erfahrungswerte. Die meisten erwähnenswerten Kühler legen oberhalb davon nur noch um wenige Grad zu. Je nach System wurde z.B. sogar schon der umgekehrte Effekt beobachtet: Eine stärkere Pumpe verbesserte die Kühlleistung so wenig, dass ihre eigene Abwärme den Vorteil mehr als zunichte machte und die Temperaturen tendenziell höher ausfielen.
DeXgo - WaKü CPU-Kühler Roundup 4 Wasserkühlung-Testbericht (Seite 12)
Im Diagramm schön zu sehen ist die Abhängigkeit der REALEN Kühlung zur Fliessgeschwindigkeit des Wassers.
Und wie du schön sehen kannst: Der einzige Kühler im Vergleich, der überhaupt kaufenswert wäre, legt bei einer !Vervierfachung! des Durchflusses von 60l/h auf 240l/h um magere 2K zu. Rechne das mal in "€ für Pumpenleistung" um und überlege dir, wieviel zusätzliche Radiatorenfläche du für dieses Geld bekommen könntest. Wenn dein Ausgangssystem nicht ohnehin mit nem Mora daherkommt, bringt die Investition in die Radiatoren vermutlich eine größere Verbesserung.
Das meint man mit "lohnt sich nicht" - nicht, dass gar kein Effekt feststellbar wäre.
Selbstredend ist irgendwann der Punkt ereicht, an dem ein Mehr an Pumpenleistung keinen Einfluss mehr auf die Kühlleistung hat, aber dieser Punkt KANN unmöglich pauschal für alle Wasserkühlungen bei 60l/h liegen!
Tut er auch nicht. Reine High-Flow-Kühler ohne jegliche Struktur skalieren vermutlich auch von 200 auf 400l/h. Nur: Ehe die die Leistung eines Kryos @60l/h bringen, brauchen sie vermutlich >2000l/h.
Alle Kühlkörper der vergangenen Jahre, die eine Kaufempfehlung wert waren, folgten einem sehr ähnlichen Aufbau. Damit einhergeht, dass sie alle in ähnlicher Weise skalieren - und für die meisten heißt das: Von 20 auf 40l/h lohnt sich. Auf 80l/h ist bemerkbar. Auf 160l/h ist messbar, wenn man sorgfältig mist - aber wirklich lohnen tuts sich nicht.
Manchmal ist es bei den Pumpen auch so, dass das Befüllen nicht mehr klappt wenn sie zu schwach sind (vor allem weil die Pumpe meist sehr tief und der AGB sehr hoch ist), aber wenn der Kreislauf mal läuft (weil man das Gehäuse z.B. auf die Seite gelegt hat) und die Pumpe keine Höhendifferenzen mehr überwinden muss ist der Durchfluss wieder ausreichend.
Das ist Schwachsinn. Um den Kreislauf zu befüllen hat die Pumpe alle Zeit der Welt. Der Strömungswiederstand eines Kreislaufes hängt aber von der Geschwindigkeit der Strömung (und damit der zur Verfügung stehenden Zeit) ab. Damit "überhaupt irgendwas" fließt, muss nur die maximale abverlangte Förderhöhe über der maximal möglichen der Pumpe liegen - und die ist selbst bei den kleinsten im Wakübereich verkauften deutlich höher, als alle Gehäuse.
Bezüglich Offtopic: Wenn ein Anfänger um Hilfe bittet, dann sehe ich elementare Grundlagen solange als "Ontopic", bis er "genug" brüllt. Mehr Wissen "hilft" immer
