Wie drastisch die Reduzierung in den 15 Jahren ausfallen wird weiß ich nicht, aber sie findet schon lange statt (s.o.), und das Thema E-Mobilität kann, wenn entsprechende Konzepte kommen (und die stehen vereinzelt quasi schon vor der Tür), durchaus beschleunigende Wirkung haben. Aber ich sagte auch nicht dass der Individual-Verkehr in 15 Jahren "drastisch" reduziert wird, ich bezog mich auf das Konzept der Mobilität an sich. Siehe Model S, Model X und Model 3. Letzteres ist zwar noch immer kein Kleinwagen, aber der kleinste - und erfolgreichste. Ein Model 4 o. 5 könnte immer kleiner, und noch erfolgreicher werden. Durch einen geänderten (und damit effizienteren) E-Motor wird das Model 3 noch mal sparsamer sein, und weitere (kleinere) Model 4/5 könnten hier den Verbrauch noch weiter reduzieren (evtl. sogar unter 10kWh EPA). Und dann würden die anderen Autobauer auch hier (und mal wieder) dem nachkommen, und endlich mal vernünftige Autos bauen.
"effizienterer E-Motor"? Da hat sich seit Jahrzehnten nichts mehr getan, die Verluste sind minimal. Und es gibt bereits deutlich kleinere E-Autos als das Model 3 (das es wiederum bis auf weiteres nicht "gibt"). Aber die wenigen mit Faible für Elektroautos, die mir begegnen, finden daran zwei Dinge toll: Dicke Schlitten fahren und sich das auch noch als umweltfreundlich verkaufen und die Beschleunigung. Optimismus in Ehren, aber dass ausgerechnet eine Technik die schwerere Fahrzeuge für vergleichbare Fahreigenschaften den allgemeinen und seit Jahrzehnten stabilen Trend zu immer schwereren Fahrzeugen aufbricht, ist in meinen Augen blanker Utopismus. Und an "Stellschrauben drehen" will bis auf weiteres auch niemand, der Trend zum späteren Führerschein ist primär auf mangelnde Parkplätze und hohe Kosten für das Ding zurückzuführen - während die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge weiter steigt. Ich beobachte subjektiv auch gegenläufig einen Trend zum immer früheren eigenen Auto. Heute gehört das in vielen Familien schon zum Führerschein dazu, früher hat man den nur gemacht weil er oft Einstellungsvorraussetzung war und man sich ab und zu die Karre vom Papi leihen konnte.
Daher bietet die E-Mobilität ja mMn auch eine Chance, diesen Umstand zu ändern. Nicht nur als Marketing-Argument, sondern weil damit auch immer mehr Menschen für das Thema Verbrauch (primär Geld sparen, sekundär Umwelt) sensibilisiert werden. Das hat beim Verbrenner ja schon mal ein Stück weit funktioniert (da schaut man ja zumindest zunehmend auf den Verbrauch, siehe den Erfolg des Diesel). Und beim E-Auto und zb. dem Thema Reichweite kann hier durchaus ein beschleunigtes Umdenken passieren.
Der Vergleich mit dem Diesel ist passend: Die Werbung hat den Leuten fleißig beigebracht auf den Verbrauch in Litern und Euro zu schauen, damit sie möglichst weit fahren können und mit modernen Dieseln natürlich auch ganz besonders sportlich, ohne dass sie pleite gehen. Um Emissionen geht es dabei nicht im geringsten und die von dir gewünschten Elektroautos gehen genau in Gegenrichtung.
Ich bin mir sicher, so viele Menschen wie heute haben sich noch nie zuvor für das Thema Verbrauch interessiert. Und mit den passenden "Stellschrauben" kann man auch den ÖPVN weiter in den Fokus der Menschen rücken, oder Pedelecs/E-Roller als zunehmenden Ersatz für Autofahrten. In anderen Ländern sieht man ja, dass das Interesse und der Wille vorhanden ist. Siehe das Beispiel Dänemark, Niederlande usw. Das Problem sind ja nicht die Menschen an sich, sondern was uns über Jahrzehnte zb. über die Industrie (Werbung usw.) eingetrichtert wurde.
Dänemark und Niederlande drehen seit Jahrzehnten an den Stellschrauben und verglichen mit der zuvor bereits deutlich weniger autoafinen Mobilitätskultur haben sie nicht einmal einen großen Umschwung erreicht (aber immerhin das Niveau gehalten). In Deutschland (und sehr, sehr vielen anderen Ländern) dreht niemand die Schrauben in diese Richtung, im Gegenteil alle (einschließlich Grüne) brüsten sich im Moment mit der Verhinderung von Fahrverboten und für Fahrräder wird quasi gar nichts ausgegeben.
Ja, da muss man auch die jeweilige Region/Stadt separat betrachten,
in Dresden ist einfach geologisch gar kein Platz mehr, um weitere S-Bahn-Linien aufzubauen.
Hier wird der Individualverkehr immer ein Thema bleiben .
Individual-PKW-Verkehr braucht ein vielfaches an Platz. Das ist ja der Hauptgrund für jegliche Bemühungen, ihn abzuschaffen - um die Umwelt kümmert sich eh kein Arsch, aber wenn die Straßen verstopft sind, weil pro Person eigentlich 60 m² (inklusive Sicherheitsabstand) Fahrbahn benötigt, aber nicht einmal 6 m² vorhanden sind, von Parkplätzen ganz zu schweigen, dann werden halt andere Lösungen benötigt.
(und zwar vollkommen unabhängig davon, ob man Q7 oder Modell X fährt)
Ich sehe schon, du lebst in keiner größeren Stadt.
Und sicher, der öffentliche Nachverkehr muss kostenfrei sein,
soviele Netze kannst du gar nicht aufbauen, damit alle zufrieden,
und vor allem auch finanzierbar bleibt.
Nur die Pendler abzumelken, damit die Infrastruktur bezahlbar bleibt,
ist wohl auch der falsche Weg.
Und billiger ist ÖPNV in Vergleich zu den Investitionen in Straßen, PKWs, Treibstoffe und gesundheitliche Folgeschäden übrigens auch. Von Umwelt, internationalen Folgekosten oder ganz banal dem beanspruchten schweine teuren Platz in den Innenstädten ganz zu schweigen. Wenn man in Frankfurt die beiden City-Ringe als Bauland verkaufen würde, hätte man vermutlich locker eine komplett neue U-Bahnlinie finanziert und für die Straßenrandparkplätze in der City gäbe es eine weitere.
mach ich ja eh schon durch die kfz steuer.
KFZ-Steuer 2016:
8,95 Milliarden
Bundeshaushalt für Straßen 2016:
8,8 Milliarden
Ausgaben der Länder und Gemeinden für ihre Straßen: Genaue Summen konnte ich nicht finden. Aber 230 Mm Bundesstraßen inkl. Autobahnen stehen 690 Mm beim Rest zur Verfügung, es wird also sicherlich nicht weniger als auf Bundesebene sein. Die Lücke zwischen dem tatsächlich geleisteten und dem eigentlich nötigen liegt bereits bei
über 7 Milliarden.
Die KFZ-Steuern sind so lächerlich, dass allein die Straßen auf denen du fährst, dir zu über 50% von der Allgemeinheit subventioniert werden - von den Folgekosten für Umwelt, Gesundheit und Globalpolitik ganz zu schweigen. Das geht nicht einmal dann mit auf, wenn du die Mineralöl- und Ökosteuern mit rein nimmst (die ja auf alle Treib- und Heizstoffe fällig werden -außer natürlich Kerosin...- und bei weitem nicht nur von Autofahrern bezahlt werden).