Ich hab jetzt lange überlegt ob ich mich wirklich an dieser Diskussion beteiligen will, aber was hier für Argumente so rumfliegen und auf welchen ebenen diskutiert wird finde ich schon echt schwach...
Das es für Kinderlosigkeit viele Gründe geben kann, darüber herrscht hier ja zum Glück ein Konsens. Und das viele Leute nicht alle Mittel ausreizen wollen was die Medizin so bietet kann ich auch gut verstehen. Denn künstliche Befruchtung ist ein erheblicher Eingriff, oft langwierig und kostet sehr viel Kraft.
Somit wird es in der Gesellschaft immer einen gewissen Prozentsatz an Personen geben die, aus welchen Gründen auch immer, kinderlos sind.
Auf der anderen Seite gibt es dann den Teil der Bevölkerung der Kinder bekommen hat. Auch das kann ein geplantes Ereignis sein, aber manchmal eben auch ein ungeplantes. Denn die Beste Verhütungsmethode kann versagen und nicht jeder ist bereit eine Abtreibung durchzuführen.
Dank des Aktuellen Rentensystems ist es nun mal so, dass die aktuelle Generation die Renten der vorherigen Generation finanziert, somit brauchen wir eine gewisse Geburtenrate.
Die vom Staat unterstützte und finanzierte Pflege ist eine Bonusleistung die nur wenig Länder bieten. Denn dort muss man am Anfang vom Monat das Geld im Pflegeheim auf den Tisch legen oder man fliegt raus.
Und Eltern sein ist mehr als "ein wenig Familienglück, Steuererleichterungen, und Kindergeld" zu haben.
Zum einen hat man viele zusätzliche Ausgaben die nicht mal annährend von den zusätzlichen Einnahmen wie Kindergeld aufgewogen werden. Auch ist es mit Familie nur schwer möglich das beide Eltern 100% Arbeiten gehen und auf der Kariereleiter weiter aufsteigen.
Man Braucht ein größeres Auto oder sogar ein zweites, eine größere Wohnung, Urlaube, falls man sich das leisten kann, werden teurer, Schule kostet auch ein gewisses Geld.
Das heißt jeder der sich um ein Kind kümmert und damit dafür sorgt das es in 20 Jahren neue Steuerzahler gibt, verzichtet damit die eigen Kariere und Selbstverwirklichung.
Doch was wäre denn jetzt fair?
- Jeder sorgt selbst für seine Pflegeversicherung? --> Wer sich nicht kümmert den lässt man dann daheim im Sessel sterben???
- Alle Zahlen gleich viel? --> Das bedeutet dann auch Eltern die sich für mindesten 15 Jahre um ihr Kind (oder mehr Jahre bei mehreren Kindern) gekümmert und damit in vielen Bereichen (finanziell und persönlich) weniger bekommen haben die gleiche Belastung wie Erwachsene ohne Kinder haben ???
- Es zahlen nur diejenigen die in Zukunft Pflegebedürftig werden? --> Wird ein wenig schwierig ohne Zeitmaschine.
Ich finde es echt schade das der Solidaritätsgedanke so wenig noch vorhanden ist... Ich sehe es so:
Ich zahle gerne meine Krankenversicherung auch wenn ich sie bis jetzt fast noch nie gebraucht habe. Sollte etwas passieren wird sich um mich gekümmert egal wie teuer es sein sollte.
Sollte nichts passieren freue ich mich das ich so gesund bin und nicht in einem Krankenhaus liegen muss.
Ich zahle auch gerne meine Haftpflichtversicherung auch wenn ich sie bis jetzt noch nie genutzt habe, doch sollte etwas passieren weiß ich das ich keinen Schadensersatz in Millionenhöhe privat sammeln oder mich Verschulden muss.
Sollte nicht passieren freue ich mich darüber das ich ein unbeschwertes leben führen kann.
Ich zahle auch gerne die Pflegeversicherung ein, denn sollte ich ein Pflegefall werden weiß ich das sich um mich gekümmert wird und mein Kind nicht sein Privatleben und sein privates Geld aufgeben muss nur das ich versorgt bin.
Sollte es nicht eintreffen freue ich mich, dass ich es mir im Alter noch gut geht und ich noch alles selbst machen kann.
Deshalb die zwei Fragen an alle die jetzt motzen und nörgeln.
1. Belastet euch diese Steuererhöhung so sehr das ihr eueren Lebenstiel nicht wie gewohnt ausführen könnt?
2. Würdet ihr gerne mit einer Person tauschen die ihr oben als "schlechtes Beispiel" aufgeführt habt (Dicke Leute, Langzeitarbeitslose, ...)