Echte Mehrkanal-Headsets: Sinnhaftigkeit

Rhino_Cracker

Komplett-PC-Käufer(in)
Hi zusammen,

ich bin auf der Suche nach echten Mehrkanal-Headsets (also mit mehreren (mindestens 3) Lautsprechern pro Ohrmuschel).
Diese scheinen weitestgehend vom Markt verschwunden zu sein.

Einige, die ich kenne, aber nicht mehr neu zu kaufen sind:
- Speedlink Medusa 5.1
- Speedlink Medusa 5.1 USB/Mobile (hatte ich --> Kabelbruch)
- Speedlink Medusa 5.1 NX (USB) (Habe ich gerade --> Kabelbruch)
- Speedlink Medusa (XE) 5.1 TrueSurround (normal, USB, XE USB)
- ... vermutlich weitere von Speedlink ...
- Trust 5.1 Surround USB Headset (hatte ich, liegt noch hier rum --> Kabelbruch, aber bester Klang bisher)
- Razer Tiamat 7.1 v2

Leider verwenden die meisten Hersteller einen Kabelbaum bestehend aus lackierten Drähten (ohne weitere Isolation, nur der Lack isoliert). Diese reiben aneinander (Isolation wird abgeschliffen --> wackelnder Kurzschluss), brechen direkt ab oder reißen aus ihren Lötstellen heraus.
Demnach wäre eines mit stabilem Kabelbaum wünschenswert.

Kabellos wäre das I-Tüpfelchen, muss aber nicht, habe ich in der Kombination noch nie gesehen.

Gutes Mikro wäre mir noch wichtig - wobei ich bei den beiden Medusas und dem Trust exzellente Sprach-Mikros gewohnt bin. Das kann selbst bei 300€-Headsets schlechter ausfallen (z.B. Jabra Evolve).

Kein Virtual Surround bitte! Das kommt für mich explizit nicht in Frage! Von der Technik, die Klangveränderung der Ohrmuschel virtuell mit Equalizern nachzubilden, halte ich nichts. Das mag sich gut anhören und bei Klängen, bei denen man genau weiß, wie sie klingen müssen, manchmal eine Ortung ermöglichen, ist mMn aber Meilenweit von dem entfernt, was wirklich getrennte Treiber in einem Headset erreichen können. Ich hatte schon diverse Modelle auf... und nach einem Vergleichstest kommt das für mich nicht mehr in Frage.
(Um mal auf die physikalische Ebene zu gehen: Das Auftreffen einer Wellenfront auf die Hörzellen aus unterschiedlicher Richtung kann dadurch nicht simuliert werden.)
Leider finde ich nach dem Ende des (zu teuren) Razer Tiamat 7.1 V2 keine mehr.

Kennt ihr noch weitere ECHTE 5.1/7.1-Headsets?

Grüße,
Rhino
 

blautemple

Lötkolbengott/-göttin
Ich weiß du willst das jetzt nicht hören, aber echte Surround Headsets können technisch gar nicht funktionieren. Die Treiber sind viel zu nahe bei einander. Da ist nichts mehr mit orten. Virtueller Surround Sound mit guten Stereo Kopfhörer ist dem weit überlegen.
 

AYAlf

Freizeitschrauber(in)
Ich weiß du willst das jetzt nicht hören, aber echte Surround Headsets können technisch gar nicht funktionieren. Die Treiber sind viel zu nahe bei einander. Da ist nichts mehr mit orten. Virtueller Surround Sound mit guten Stereo Kopfhörer ist dem weit überlegen.
Und du hast es trotzdem geschrieben? Du konntest wohl nicht an dich halten?
Schwacher Geist?

Leider kenne ich auch kein "True Surround" Headset mehr. Da wirst du wahrscheinlich nur noch auf ebay fündig.
Dachte ich hätte noch so eines bei einem Test von PCGH gesehen?


Kenne nur das Tiamet .. das hat aber nur 2 Treiber pro Ohrmuschel .. nur zu Vollständigkeit.

 
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Zappaesk

Volt-Modder(in)
(Um mal auf die physikalische Ebene zu gehen: Das Auftreffen einer Wellenfront auf die Hörzellen aus unterschiedlicher Richtung kann dadurch nicht simuliert werden.)
Das ist, mit Verlaub Unfug. Die "Hörzellen" registrieren keine unterschiedliche Richtungen, sondern nur Druckschwankungen. Das 3-dimensionale Hören wird dann im Hirn "errechnet".

Schallwellen aus unterschiedlichen Richtungen werden vom Ohr und dessen Profil unterschiedlich "gebrochen" und daraus entstehen Phasenverschiebungen und sonstige Modulationen, die dem Hirn dazu dienen eine Richtung daraus zu errechnen.

Diesen Effekt kann man selbstverständlich auch als Preprocessing schon in die Wiedergabe stecken und schon ins Signal reinrechnen. Das klappt meist ziemlich gut, wenngleich nicht bei jedem mit demselben Ergebnis. Immerhin ist jedes Ohr anders geformt (also die Muschel) und es gibt damit kein Rechenschema, das für alle dasselbe Ergebnis bringt. Es gibt Geräte und auch Software, bei der man das individuell einstellen kann und damit kann dann jeder sein Optimum finden.

Wer Interesse hat, kann sich mal analoge Kunstkopfaufnahmen aus den 70ern anhören... das ist sehr beeindruckend!

Surround KHs sind quasi vom Markt verschwunden, weil sie einen enormen Aufwand benötigen und dennoch einfacher aufgebauten, vernünftigen Stereo KHs einfach unterlegen sind. In jeder Hinsicht.
Gabs von "seriösen" KH Herstellern überhaupt jemals welche?
 
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TE
TE
Rhino_Cracker

Rhino_Cracker

Komplett-PC-Käufer(in)
Das ist, mit Verlaub Unfug. Die "Hörzellen" registrieren keine unterschiedliche Richtungen, sondern nur Druckschwankungen. Das 3-dimensionale Hören wird dann im Hirn "errechnet".
Du hast nicht nur eine Hörzelle sondern eine ganze Ebene von von ihnen.
Natürlich registrieren diese Druckschwankungen.
Wenn die Wellenfront der Druckschwankung senkrecht auf die Ebene trifft, dann alle Hörzellen gleichzeitig.
Bei schiefem Einfall gibt es einen leichten zeitlichen Versatz.

Natürlich gibt es auch den von Dir beschriebenen Effekt, der jedoch auf den "Frequenzanalysatorteil" des menschlichen Ohr-Tonwahrnehmungs-Apparates abzielt.
Gleichzeitig gibt es aber auch den Apparat, der auf Schläge/Schritte reagiert, noch bevor eine Frequenzanalyse stattfindet. Dieser reagiert auf die Richtung (bspw. bei einem Hammerschlag), aus der eine plötzliche Druckerhöhung auf das Trommelfell trifft.

Es gab mal einen schönen Beitrag dazu, warum auch Schläge durch Mehrwegelautsprecher nur unzureichend abgebildet werden können. Als Lösung wurde da der Manger Schallwandler vorgeschlagen. Ich kann ihn nur gerade nicht mehr finden.
In diesem wurden einige Hirnaktivitätsmessungen zur Geräuschortung angestellt. Ergebnis: Wellenfrontanalyse zeitlich vor Frequenzanalyse, Ortung auch und insbesondere im SchlagDetektionsZeitBereich möglich.


Wir führen hier allerdings leider eine Diskussion, die vermutlich im Internet bei einem solchen Thread aufgrund der Natur des Internets nicht vermieden werden kann, die diesen Thread jedoch zu einer Grundsatzdiskussion über die Sinnhaftigkeit meines Unterfangens führt, und damit immer weiter Weg von meiner eigentlichen Intention, weitere Mehrlautsprechermodele zu sammeln.
(Deshalb würde ich ihn am Liebsten spalten in "Sinnhaftigkeit von Mehrkanal-Kopfhörern" und "Mehrkanal-Headsets: Produkte".)

Ich kann an der Stelle nur nochmals erwähnen: Ich hatte beides auf und die 1LS/Ohr-Versionen funktionieren bei mir so gut wie gar nicht, die 4LS/Ohr-Versionen hingegen allesamt verhältnismäßig gut (nicht so wie eine echte 5.1-Anlage, aber "gut").


Gabs von "seriösen" KH Herstellern überhaupt jemals welche?
Speedlink Medsa war - soweit ich weiß - ~2005 mal Marktführer.
Razer ist ja auch eine Bekanntheit im Gaming-Bereich.
Senheiser, Bose, etc. haben meines Wissens eher besseren Klang im Auge, als räumliche Ortung. Die setzen eher auf größere Treiber und lieber einen richtig guten als 5 kleine.



Kenne nur das Tiamet .. das hat aber nur 2 Treiber pro Ohrmuschel .. nur zu Vollständigkeit.
Vielen Dank für den Beitrag! :)
Da scheinen nach erster Übersicht einige drin zu sein.
Einer von 2 Treibern beim Tiamat 2.2 sind auch Subwoofer. Die sind (vermutlich) nicht so positioniert, dass eine Richtungszuordnung entstehen soll. Dafür gibts aber das Tiamat 7.1 (eigentlich 8.2).


Ich weiß du willst das jetzt nicht hören, aber echte Surround Headsets können technisch gar nicht funktionieren. Die Treiber sind viel zu nahe bei einander. Da ist nichts mehr mit orten. Virtueller Surround Sound mit guten Stereo Kopfhörer ist dem weit überlegen.
Verstehe hier den Zusammenhang nicht.
Die Distanz zwischen Ohrmuschel bzw. Trommelfell und Lautsprecher sorgt für unschöne bzw. unnatürliche Resonanzen (offener VS. geschlossener Resonator).
Die Form der Membran (Amplitudenweg zu Durchmesser --> Krümmungsradius der Wellenfront) sorgt hier vielleicht auch für eine unnatürliche Form der Wellenfront.
Aber Richtung bleibt immer noch Richtung. Und da sind 45° Vorne oder Hinten ganz gut erreichbar.

Hier nochmal: Sie funktionieren bei mir eindeutig. Das habe ich selbst getestet im Blindtest (Shooter auf, Granate bei zunen Augen vor oder hinter mir explodieren lassen).
Ganz im Gegensatz zu den Virtual-Modellen: Sie funktionieren, wenn man den Klang (Vorne/Hinten) genau kennt und deshalb dessen Veränderung auf Vorne/Hinten zuordnen kann. Unbekannte Klänge waren damit für mich schlichtweg nicht ortbar und des Öfteren gab es Uneindeutigkeiten.
 
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Zappaesk

Volt-Modder(in)
Du hast nicht nur eine Hörzelle sondern eine ganze Ebene von von ihnen.
Natürlich registrieren diese Druckschwankungen.
Wenn die Wellenfront der Druckschwankung senkrecht auf die Ebene trifft, dann alle Hörzellen gleichzeitig.
Bei schiefem Einfall gibt es einen leichten zeitlichen Versatz.
Zu dem Gehör, tief im Gehörgang kommt keine Schallrichtung durch. Da verrennst du dich.

Die Ortung erfolgt aufgrund von Laufzeit- und Pegelunterschieden für rechts/links und den von mir bereits erwähnten Brechungen des Schalls an der Ohrmuschel (oben/unten bzw vorne/hinten).

Aus diesen Informationen errechnet dann das Hirn die Richtung.

Kopfhörer mit verschiedenen Chassis können das nicht wirklich gut umsetzen, da die Ohrmuschel ja durch den KH im Normalfall in irgendeiner Form beeinträchtigt bzw deformiert ist. Dadurch verändert sich ja deren Filterwirkung und die Ortung leidet.

Natürlich gibt es auch den von Dir beschriebenen Effekt, der jedoch auf den "Frequenzanalysatorteil" des menschlichen Ohr-Tonwahrnehmungs-Apparates abzielt.
Gleichzeitig gibt es aber auch den Apparat, der auf Schläge/Schritte reagiert, noch bevor eine Frequenzanalyse stattfindet. Dieser reagiert auf die Richtung (bspw. bei einem Hammerschlag), aus der eine plötzliche Druckerhöhung auf das Trommelfell trifft.
Du solltest dich vielleicht mal mit dem Thema wirklich beschäftigen. Soll ich dir ein paar Bücher zur Akkustik empfehlen? Für den Anfang lese doch mal den Wikiartikel zur Lokalisation durch.

Nur soviel, zur Ortung verwendet das Gehör immer die erste Wellenfront. Das ist auch ein Grund, warum Lautsprecher zum Beispiel nicht direkt an der Wand stehen sollten, wenn eine gute Räumlichkeit gewünscht wird. Dabei kömmen nämlich die ersten Reflektionen von der Rückwand zu schnell und die Ortung/die Räumlichkeit (so heißt es im Hifibereich) wird gestört bzw unscharf.

Es gab mal einen schönen Beitrag dazu, warum auch Schläge durch Mehrwegelautsprecher nur unzureichend abgebildet werden können. Als Lösung wurde da der Manger Schallwandler vorgeschlagen. Ich kann ihn nur gerade nicht mehr finden.
Der Mangerwandler ist hoch faszinierend, ich hatte vor zig Jahren dazu mal eine nette Unterhaltung mit Josef Manger auf einer Veranstaltung und bei anderer Gelegenheit zudem Joachim Gerhard seine Medea vorstellen sehen/hören dürfen.

Ziel dieses Biegewellenwandlers ist ja u.a., die Schallquelle möglichst nahe an eine ideale Punktschallquelle anzunähern. Dadurch eben auch möglichst wenige Phasenfehler zu machen und die Räumlichkeit (nenn es Ortung, wenn du willst) dadurch zu perfektionieren. Da gehts um Ein- und Ausschwingverhalten, Impulse usw...

Aber auch abseits dieses sehr speziellen und seltenen Wandlers ist es bei Lautsprechern üblich für beste Räumlichkeit entweder eine Punktschallquelle (Koax oder Breitbänder) oder auch sonstige Kniffe (z.B. d'Appolito Anordnung - die aber vor allem beim Abstrahlverhalten glänzt) anzuwenden. Wenn dies nicht geschieht wird zumindest versucht den Hoch und den Mitteltöner möglichst eng beieinander anzuordnen.

Insbesondere im Nahfeld ist eine Punktschallquelle sehr vorteilhaft (ich höre aber z.B. im Wohnzimmer auch im Fernfeld mit Breitbänder für bessere Räumlichkeit in einer F.A.S.T. Anwendung ). Im KH, der ja quasi Ultranahfeld ist, mehrere Schallquellen so anzusteuern, dass sich keine Phasendifferenzen ergeben wenn mehrere Chassis den selben Ton abgeben um eine Phantomschallquelle irgendwo im Raum darzustellen ist praktisch unmöglich.

Das Prinzip des Mangerwandlers oder um es weiter zu fassen der Punktschallquelle zur Verteidigung von Surround-KHs heranzuziehen ist mit Verlaub äußerst absurd, stellt es ja genau das gegenteilige Prinzip dar.

In diesem wurden einige Hirnaktivitätsmessungen zur Geräuschortung angestellt. Ergebnis: Wellenfrontanalyse zeitlich vor Frequenzanalyse, Ortung auch und insbesondere im SchlagDetektionsZeitBereich möglich.
Was genau davon haben jetzt Surround-KHs damit zu tun?

(Deshalb würde ich ihn am Liebsten spalten in "Sinnhaftigkeit von Mehrkanal-Kopfhörern" und "Mehrkanal-Headsets: Produkte".)
Gern.

Speedlink Medsa war - soweit ich weiß - ~2005 mal Marktführer.
Razer ist ja auch eine Bekanntheit im Gaming-Bereich.
Das ist alles überteuerter Gaming Krempel für Marketingopfer und hat nichts mit guten KHs zu tun. Daher meine Ergänzung "seriös".

Senheiser, Bose, etc. haben meines Wissens eher besseren Klang im Auge, als räumliche Ortung. Die setzen eher auf größere Treiber und lieber einen richtig guten als 5 kleine.
Räumliche Ortung ist Teil des besseren Klangs. Gute KHs oder auch Lautsprecher (zumindest wenn man sie richtig aufstellt) haben ja eine super Ortung. Da kannst in einem Orchester jederzeit sagen wer wo sitzt (links rechts, vorne, hinten). Guter Klang erfordert viele Parameter und dabei ist die Räumlichkeit eben nicht außen vor.

Das Gaming andere Anforderungen hat als Hifi ist eine Mär, die gerne von den Gaminganbietern verbreitet wird. Unterm Strich ist die Physik aber immer dieselbe und wenn ich hören kann wo die erste Geige sitzt (gut weiß man ja eh), kann ich auch hören von wo der Feind kommt.
 

Lexx

Lötkolbengott/-göttin
In der Grabbelkiste hab ich noch so ein Speedlink Medusa 5.1 echtes Surround-HS.
5 Treiber pro Ohr. (Plus Kabelwahnsinn, da nicht USB.)

Naja, auf einen Mehrwert kann ich mich nicht mehr erinnern, spiele aber generell
ungern mit Headphones.
 
TE
TE
Rhino_Cracker

Rhino_Cracker

Komplett-PC-Käufer(in)
Rhino_Cracker schrieb:
(Deshalb würde ich ihn am Liebsten spalten in "Sinnhaftigkeit von Mehrkanal-Kopfhörern" und "Mehrkanal-Headsets: Produkte".)
Gern.
Dann versuche ich das mal technisch umzusetzen.
EDIT: Done :)

Zu dem Gehör, tief im Gehörgang kommt keine Schallrichtung durch. Da verrennst du dich.

Die Ortung erfolgt aufgrund von Laufzeit- und Pegelunterschieden für rechts/links und den von mir bereits erwähnten Brechungen des Schalls an der Ohrmuschel (oben/unten bzw vorne/hinten).

Aus diesen Informationen errechnet dann das Hirn die Richtung.
Du meinst das wird durch den engen Gang komplett geschluckt?
Das widerspricht der psychoakustischen Untersuchung, die ich damals gelesen habe (und nicht mehr finde *Zähneknirsch*).

Du willst damit Sagen, die Ortung vorne/hinten/oben/unten kommen nur durch Richtungsabhängigkeit der Frequenzüberhöhungen der Außenohrübertragungsfunktion zu Stande?
Keinerlei Wellenfront-Auftreffwinkel-Erkennungssysteme am Trommelfell? Bzw. kein variierender Auftreffwinkel mehr am Trommelfell vorhanden?
 
Zuletzt bearbeitet:

Zappaesk

Volt-Modder(in)
Du willst damit Sagen, die Ortung vorne/hinten/oben/unten kommen nur durch Richtungsabhängigkeit der Frequenzüberhöhungen der Außenohrübertragungsfunktion zu Stande?
Keinerlei Wellenfront-Auftreffwinkel-Erkennungssysteme am Trommelfell? Bzw. kein variierender Auftreffwinkel mehr am Trommelfell vorhanden?
Vereinfacht gesagt ja.
 
TE
TE
Rhino_Cracker

Rhino_Cracker

Komplett-PC-Käufer(in)
Dann bleibt noch die Frage, warum der Abstand der einzelnen LS eines True Surround Headsets zueinander nicht dafür ausreichen soll, die benötigten unterschiedlichen Einfallswinkel auf die Ohrmuschen zu erzeugen.

Sowie die Frage, wie auf Anhieb ein unbekanntes Geräusch, dessen Frequenzverteilung noch nicht "erlernt" wurde, auf Vorne/Hinten/Oben/Unten lokalisiert werden kann.
 

Zappaesk

Volt-Modder(in)
Dann bleibt noch die Frage, warum der Abstand der einzelnen LS eines True Surround Headsets zueinander nicht dafür ausreichen soll, die benötigten unterschiedlichen Einfallswinkel auf die Ohrmuschen zu erzeugen.
Prinzipiell mag das mit sehr hohem Aufwand möglich sein. Aber einfach ist es nicht und in den Gamingplastikbombern ist der Aufwand sicher eher gering.

Bei guten Hifianlagen (simples Stereo oder 2.0 wie manche heute sagen) lassen sich die Boxen nicht orten, die entstehende Phantomschallquelle ist eine perfekte Illusion. Das gelingt bei KH auch, oft aber mit einer störenden in-Kopf-Ortung. Mittels DSP und entsprechender Behandlung des Signals vor dem KH kann man das aber beheben - oder eben gleich virtuell auf Surround erweitern

Zudem verformt ein aufliegender KH ja das Außenohr und verändert ggf dessen Charakteristik. Das Hirn kann nach einiger Zeit sicher damit umgehen, aber ideal ist es nicht.

Sowie die Frage, wie auf Anhieb ein unbekanntes Geräusch, dessen Frequenzverteilung noch nicht "erlernt" wurde, auf Vorne/Hinten/Oben/Unten lokalisiert werden kann.
Trenne dich mal von den Frequenzen, es geht vor allem auch um Phasenverschiebungen. Dein Ausßenohr hat eine spezifische Filterwirkung auf ein Signal und daraus errechnet das Hirn dann eine Schallquelle bzw deren Richtung.

Tu dir mal den Gefallen und höre dir Kunstkopfaufnahmen an (youtube). Da wurden schon in den 70ern rein analoge 3D Aufnahmen gemacht indem man einen Kunstkopf mit Ohrmuscheln verwendet hat in dessen "Ohren" man die Mikrofone eingesetzt hat. Da passiert nichts anderes, als das was ich dir zu erklären versuche. Das Außenohr moduliert den Schall und das Hirn platziert die Schallquellen im Raum. Heute macht man das eben mittels DSP und simuliert die Ohrbrechung.

Guter Klang besteht nicht darin einen möglichst glatten Frequenzgang zu haben, Phasenrichtigkeit, Impulsverarbeitung (Ein- und Ausschwingen, Anstiegszeiten,...), Verzerrungen (absolute Höhe und wichtiger noch Verteilung im Spektrum) und einiges mehr muss auch passen. Der Frequenzgang ist nicht mal das Wichtigste...
 

JackA

Volt-Modder(in)
Du willst damit Sagen, die Ortung vorne/hinten/oben/unten kommen nur durch Richtungsabhängigkeit der Frequenzüberhöhungen der Außenohrübertragungsfunktion zu Stande?
Schau dir das hier mit Stereo-Kopfhörer an, denn das sollte dann garnicht funktionieren können nach deiner verdrehten theoretischen Annahme.
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Danach sollte der Spuk von realen 5.1/7.1 Kopfhörern aus deinem Hirngespinst verschwunden sein.
 
TE
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Rhino_Cracker

Rhino_Cracker

Komplett-PC-Käufer(in)
Danach sollte der Spuk von realen 5.1/7.1 Kopfhörern aus deinem Hirngespinst verschwunden sein.
Der Beweis des Funktionierens einer Technologie widerlegt ja noch nicht die Funktion einer anderen.


Das Video schaue ich mir bei Gelegenheit an, wenn ich mal wieder ein Stereo-Headset dran habe. Mit dem Medusa NX 5.1 USB das 2-Kanal-Audio-Video abspielen reicht nicht, oder? (EDIT: Der Effekt ist auch mit dem schon recht gut zu hören)
Ich hatte mir Gestern schon das hier angeschaut, aber auf meinem Medusa NX 5.1 USB:
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Zeitcodes 28:57-30:07
Ich muss verblüfft zugeben, dass ein erstaunlicher 3D-Effekt entsteht - hätte ich so nicht gedacht.

Und dieses interessante Video, das vergleichsweise detailliert die Funktionsweise des Ohres erklärt.
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Da muss ich zugeben, wirklich auf einem falschen Dampfer gewesen zu sein: Die Hörzellen scheinen nicht auf dem Trommelfell sondern in der Cochlea zu sitzen, , die nur über Knöchelchen mit dem Trommelfell gekoppelt ist (reine eindimensionale Übertragung).

Zur Lokalisierbarkeit in der Kunstkopfaufnahme muss ich aber sagen: Ja, der Effekt ist da, auch in >50% der Fälle so wie gewollt (einer hörte sich völlig falsch an), aber (großes Aber): wenn ich bei meinem Medusa NX 5.1 USB die einzelnen Kanäle ansteuere, ist der Effekt viel deutlicher vorhanden. Es hört sich an, als könnte man die Stimme 20cm hinter dem Ohr greifen.

Dieser Inhalt steht nur eingeloggten Mitgliedern zur Verfügung.

LS anklicken erzeugt Test-Sound auf dem LS

Ich vermute, Speedlink arbeitet hier ebenfalls mit den Tricks, die Du beschrieben hast @Zappaesk.
Wenn ich "Xear" oder "7.1 Virtual" deaktiviere, hört sich der Hintere nach 45° hinten an, ist beides aktiviert dann eher nach 90° hinten (also genau hinter dem Ohr).

Nun frage ich mich ernsthaft, ob der 3D-Effekt (auch ohne DSP), den ich hier zu erleben glaube, rein subjektiver Natur ist oder mit den bisherigen hier genannten Theorieen nicht erklärt werden kann.
Hattet ihr denn mal selbst solche True Surround Headsets auf, @Zappaesk und @JackA?
If yes: Was war euer Fazit?

Mein bisheriges zu Virtual Surround Headsets - getestet an Logitech G432 und Sades A7 7.1 - ist desaströs:
- Das Logitech hinterlegt alles, was vom Spieler direkt ausgeht (gute Frage, wie sie das herausfiltern) mit einem immensen Bass, der alles andere überdeckt. Sound hört sich akustisch mehr nach "in einem Raum verteilt" an, Lokalisation (wenn nötig, meistens sieht man ja ob einer vor einen schießt (=man sieht ihn) oder hinter einen (=man sieht ihn nicht) ist aber nur in wenigen Fällen möglich.
- Sades bietet dem Treiber gar keinen Angriffspunkt, Mehrkanalsound einzuspielen (kriegt nur 2 Kanäle rein). Hat im Treiber einen fancy "Schallquellen um den Hörer rotieren lassen"-Modus, der die Stereo-Lautstärken so anpasst, als würden sie um den Kopf rotieren - im Uhrzeigersinn oder Gegenuhrzeigersinn, das kann man sich beides einreden :D Also Vorne/Hinten gibts quasi nicht.


Du solltest dich vielleicht mal mit dem Thema wirklich beschäftigen. Soll ich dir ein paar Bücher zur Akkustik empfehlen?
Immer her damit, ich möchte mich schon tiefgreifender mit der Thematik beschäftigen. :)
Ist mir allgemein recht wichtig (egal ob im Heimkino, im Auto oder beim Zocken). Wobei ich kein Freund von überteuerten Marken (Bose, Apple) bin, sondern lieber verstehen will, auf was ich achten muss, und dann das maximale Ergebnis bei minimalem Preis heraus holen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Berky

Freizeitschrauber(in)
Bei mir funktionieren beide Konzepte, Kopfhörer mit zwei Treibern, sowohl auch mit mehreren Treiber pro Muschel. Früher Speedlink Medusa 5.1, heute AKG K712+DTS Headphone:X. Mit dem AKG höre ich auch gerne Musik.
 
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