Doku zum Thema Fracking (Öl- und Gasfördermethode/Tiefbohrungen)

AW: Doku zum Thema Fracking (Öl- und Gasfördermethode/Tiefbohrungen)

Ich empfehle, einfach weniger oder gar kein Auto mehr zu fahren. Aber das ist in unserer Wohlstandsgesellschaft ein schweres Thema. Man muss sich nur mal auf den überfüllten Straßen umsehen. Fast überall sitzt nur ein Figürchen im Wagen.

In vielen Regionen geht es ohne Auto nunmal nicht;)

Nichtsdestotrotz ist das Auto gar nicht so schlimm, schau dir doch mal die Schiffahrt an... Hier sollte man mal alternative Antriebe einführen, da wäre das Einsparpotenzial um einiges höher.

Hier ist im übrigen ein Bericht zur BASF und Fracking Schiefergasförderung: BASF sieht Potentiale durch Fracking auch in Deutschland - Wirtschaftspolitik - FAZ

Gibt es eig. auch nicht umweltschädliche Chemikalien, welche dafür eingesetzt werden könnten? Kennt sich da jemand aus?

mfg

Bärenmarke
 
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Du weiß also was in 50 Jahren ist wenn so lange Fracking in einer Region betrieben wird?
In 50 Jahren gibt es die Konzerne nicht mehr die das gemacht haben oder pochen auf Verjährung und am Ende muss den Schaden an der Umwelt der Staat sprich Steuerzahler zahlen.
Deswegen braucht es jetzt schon strenge Regeln und Kontrollen. ;)

"Fracking ist doof" ggf. nicht, das ist einfach nur platt. Aber für "Fracking ist derzeit nicht sicher" gibt es mehr als genug Anhaltspunkte.
Mir ist kein Anhaltspunkt dafür bekannt, dass Fracking in Gebieten, die sehr gut dafür geeignet sind problematisch ist. Klar, wenn man überall frackt, wo man Gas vermutet (siehe USA), dann ist es hochkritisch, aber die Frage ist einfach wie die gesetzlichen Grenzen sind.

Und es ist imho nicht Aufgabe der Politik, sich zu überlegen, wie man das ändern könnte, sondern es ist Aufgabe der Industrie es eindeutig zu demonstrieren (gerne erstmal in den USA...), wenn (wenn!) sich das mal ändern sollte.
Wie soll die "Industrie" etwas demonstrieren, das verboten ist. In anderen Ländern wo andere Gesetzt und eine andere Situation ist, ist das auch nicht zwingend möglich. Nein, die Aufgabe der Politik ist es Experten zu befragen und dann zu entscheiden wie man die Grenzen zieht.

Stattdessen hört man jetzt aber schon die ersten Stimmen, die mehr "Grundlagen"Forschung z.B. in Form von Probebohrungen und Gesteinsuntersuchungen fordern, weil man ja nicht mal wüsste, wo wieviel Gas liegt.
Natürlich. Wenn man nicht weiß wie der Untergrund aussieht, dann weiß man auch nicht ob das Gebiet geeignet ist oder kritisch ist.

Welche komplexe Chemikalie zersetzt sich denn bitte selbst, nur weil der Druck steigt?
Die, die zu einer Form mit kleinerem Volumen reagieren können.

Nur wenn man eine Umsetzung mit einem externen Stoff hat, dann kann es zu einer Reaktionsbeschleunigung kommen.
Die Chemikalien, die nicht reagieren sind v.a. Schmierstoffe und die kann man vermutlich ziemlich unkritisch wählen. (Ölbasierte Schmierstoffe sollten in einer Erdöl und -gas Lagerstätte nicht das Problem sein.)

Aber wie schon gesagt: Da unten hat man keinen Sauerstoff.
Im Wasser ist O gelöst. Wie viel das bei dem Druck ist weiß ich nicht, aber die Menge der Chemikalien ist auch um ein vielfaches geringer als die Menge an genutztem Wasser.

Sondern nur ziemlich reaktionsunwillige Gesteine und Wasser. Entweder die Chemikalien sind selbst instabil, oder sie bleiben erhalten.
... und u.U. ziemlich viele verschiedene Chemikalien, die auch untereinander reagieren können. (Abgesehen davon müssen die Gesteine nicht so reaktionsunwillig sein.)

Warten wir doch einfach mal ab, bis die in den USA verseuchten Grundwasserschichten wieder genießbar sind. Dann kann man erneut darüber nachdenken, ob Fracking eine gute Idee ist.
Du vermischst absolute Risikobohrungen bzw. teilweise sogar hingenommene Folgen mit dem Versuch nur unproblematische Stellen zu nutzen.

Ich persönlich tippe eher auf die 100 Jahre - und ich würde alles über 100 Stunden für höchst bedenklich halten.
Die ist bewusst, dass die Grundwasserschutzgebiete z.T. über die Zeit definiert sind? Im Bereich 2 wären das 50 Tage, also 1200 Stunden, die das Wasser/Chemikalien stabil sein müssen, damit sie überhaupt zur Entnahmestelle gelangen können und das ist auch die Zeit, die man hat um zu reagieren, wenn man in diesen Schutzgebieten Bohrungen verbitet. Diese 50 Tage entsprechen i.d.R. über 100m. Was galubst du wie lang die Chemikalien brauchen um aus der Tiefe aufzusteigen?

Schließlich käme es zu einen großflächigegen Ausfall der gesamten Trinkwasserversorgung. Sowas darf nicht länger anhalten.
Dazu kommt es nur, wenn es ein Erdbeben gibt, das so stark ist, dass die Chemikalien fast frei fließen können (und so stark ist, dass es sowas wie dichte Rohre in einem Umkreis von mehreren km eh nicht mehr gibt).

Nein. Bei einem Chemieunternehmen treten, außer bei auch als solchen anzuzeigenden Störfällen, nichts aus.
Das sollte beim Fracking nicht anders sein. Mit den Auffangsystemen hast du natürlich recht, aber dafür handelt es sich bei Chemiekonzernen potentiell auch um ganz andere Mengen bzw. kritischere Stoffe.

Der beste Kompromiss aus Sicherheit der Bevölkerung und Kosten für Unternehmen, an denen bis dato nicht einmal Arbeitsplätze hängen, ist: 100% Sicherheit. Darüber muss man nicht streiten, oder?
Fracking gibt es laut Wiki in D schon seit 1961. :huh:
 
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Deswegen braucht es jetzt schon strenge Regeln und Kontrollen. ;)

Nein, die Aufgabe der Politik ist es Experten zu befragen und dann zu entscheiden wie man die Grenzen zieht.

Blöd nur wenn die "Experten" auf den Gehaltslisten der Unternehmen stehen die eben Fracking betreiben wollen.
Es ist ja heute schon fast üblich dass Unternehmen Mitarbeiter haben die Gesetzestexte ausarbeiten und sie dann dem Bundestag präsentieren weil im Bundestag oder in dem zuständigen Ministerium niemand hockt der auch nur ansatzweise die Ahnung davon hat.
 
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In vielen Regionen geht es ohne Auto nunmal nicht;)

Die Regionen, in denen es gar nicht ohne geht, sind aber sehr dünn besiedelt (deswegen ist die lokale Infrastruktur ja so schlecht), was insgesamt nicht zu dem Verkehrsaufkommen führt, dass wir de facto haben.

Nichtsdestotrotz ist das Auto gar nicht so schlimm, schau dir doch mal die Schiffahrt an... Hier sollte man mal alternative Antriebe einführen, da wäre das Einsparpotenzial um einiges höher.

Schiffe sind mit großem Abstand die effizientesten mit fossilen Energieträgern angetriebenen Verkehrsmittel. Und "alternative" Antriebe beschränken sich auf ein einziges, mit der modernen Wirtschaft inkomptibles Konzept.

Gibt es eig. auch nicht umweltschädliche Chemikalien, welche dafür eingesetzt werden könnten? Kennt sich da jemand aus?

Das reine Grundprinzip der Porenerweiterung geht komplett ohne Chemikalien. Aber der derzeitige Boom geht wohl ausschließlich darauf zurück, dass man mit denen neuen Chemikaliencocktails Lagerstätten ausbeuten kann, die bislang als nicht förderbar sind.



Mir ist kein Anhaltspunkt dafür bekannt, dass Fracking in Gebieten, die sehr gut dafür geeignet sind problematisch ist. Klar, wenn man überall frackt, wo man Gas vermutet (siehe USA), dann ist es hochkritisch,

Welchen Zusammenhang gibt es bitte schön zwischen dem Gebiet und dem Risiko? Wenn ich Chemikalien mit einer bestimmten Methode in den Untergrund pumpe, dann hängt die Gefahr einer ungewollten Freisetzung wohl allein von den Chemikalien und der Methode ab. Nicht vom Untergrund.

Wie soll die "Industrie" etwas demonstrieren, das verboten ist. In anderen Ländern wo andere Gesetzt und eine andere Situation ist, ist das auch nicht zwingend möglich.

Nicht? Wieso nicht?
Und davon abgesehen: Ist das mein Problem? Wenn jemand morgen ein Kernkraftwerk präsentiert, dass ohne radiaktive Abschirmung funktionieren soll, dann lasse ich das den auch nicht "vorführen".

Nein, die Aufgabe der Politik ist es Experten zu befragen und dann zu entscheiden wie man die Grenzen zieht.

Aber nicht Experten, die die Gasindustrie ausgesucht hat und auch nicht Expertisen, die den Steuerzahler Millionen kosten.

Natürlich. Wenn man nicht weiß wie der Untergrund aussieht, dann weiß man auch nicht ob das Gebiet geeignet ist oder kritisch ist.

Also ich finde es keineswegs "natürlich", dass ein Unternehmen vom Staat auf dem Silberteller alles serviert bekommt, was es für seine Planungen braucht.

Die, die zu einer Form mit kleinerem Volumen reagieren können.

Und wieviele Flüssigkeiten kennst du so, die durch intramolekulare Umstrukturierungen eine nenneswerte Volumenänderung erzielen können? :schief:

Die Chemikalien, die nicht reagieren sind v.a. Schmierstoffe und die kann man vermutlich ziemlich unkritisch wählen. (Ölbasierte Schmierstoffe sollten in einer Erdöl und -gas Lagerstätte nicht das Problem sein.)

Also z.B. Benzol hat keine Schmiereigenschaften. Welche Reaktionen ergeben sich zwischen Benzol und Schiefer?

Im Wasser ist O gelöst. Wie viel das bei dem Druck ist weiß ich nicht

Die Menge entspricht der Konzentration beim letzten Luftkontakt des Wassers - also bei 1 bar (aufgrund der Lagerung ggf. noch verringert, weil das Wasser erwärmt und/oder ohne Unterbindung biologischer Prozesse gelagert wurde). Und dieses gelangt nun in eine Umgebung voller Methan, einem wirklich hervorragenden Reduktionsmittel.

Abgesehen davon müssen die Gesteine nicht so reaktionsunwillig sein.

Siehe oben: Nenn doch mal ein paar typische Reaktionen von Schiefer.
Ich will keine allgemeinen Hypothesen aufstellen, was "sein muss". Ich sage nur, was zu den vorkommenden Substanzen bekannt ist. Und die sind nun einmal durchgängig für ihre Langlebigkeit bekannt, nicht für ihr Reaktionspotential.

Du vermischst absolute Risikobohrungen bzw. teilweise sogar hingenommene Folgen mit dem Versuch nur unproblematische Stellen zu nutzen.

Erkläre doch mal bitte, was eine "Risikobohrung" ist.

Die ist bewusst, dass die Grundwasserschutzgebiete z.T. über die Zeit definiert sind? Im Bereich 2 wären das 50 Tage, also 1200 Stunden, die das Wasser/Chemikalien stabil sein müssen, damit sie überhaupt zur Entnahmestelle gelangen können und das ist auch die Zeit, die man hat um zu reagieren, wenn man in diesen Schutzgebieten Bohrungen verbitet. Diese 50 Tage entsprechen i.d.R. über 100m. Was galubst du wie lang die Chemikalien brauchen um aus der Tiefe aufzusteigen?

Entlang des Bohrloches: Wenige Minuten. Und im Gegensatz zu einem Schutz vor überirdischen Verunreingungen, bei denen du eben versuchen kannst, die Verunreinigung aufzunehmen, kommst du an eine von unten eindringende Verunreinigung nicht ran.
 
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Blöd nur wenn die "Experten" auf den Gehaltslisten der Unternehmen stehen die eben Fracking betreiben wollen.
Es ist ja heute schon fast üblich dass Unternehmen Mitarbeiter haben die Gesetzestexte ausarbeiten und sie dann dem Bundestag präsentieren weil im Bundestag oder in dem zuständigen Ministerium niemand hockt der auch nur ansatzweise die Ahnung davon hat.
Aber nicht Experten, die die Gasindustrie ausgesucht hat und auch nicht Expertisen, die den Steuerzahler Millionen kosten.
Das ist in der Tat ein großes Problem, aber in allen Bereichen und deshalb ein anderes Thema. Unabhängige Experten gibt es genug.

Welchen Zusammenhang gibt es bitte schön zwischen dem Gebiet und dem Risiko? Wenn ich Chemikalien mit einer bestimmten Methode in den Untergrund pumpe, dann hängt die Gefahr einer ungewollten Freisetzung wohl allein von den Chemikalien und der Methode ab. Nicht vom Untergrund.
Wenn man das Bohrloch abdichtet (was man recht einfach testen kann - und afaik gibt es abgesehen von Tiefseeborhungen kaum Probleme), dann hängt das Risiko allein vom Untergrund ab. Wenn man zwischen dem Fracking-Bereich und den Aquifernen k(?)m mächtige Schichten aus undurchlässigem Gestein hat und das Gebiet keine tektonischen Störungen hat und auch nicht tektonisch aktiv ist, dann kann einfach keine Chemikalie der Welt ins Grundwasser gelangen. Auch nicht, wenn es sich um hunderte (oder tausende?) Liter Flusssäure handeln würde, die potentiell einen Teil des Gesteins auflösen könnte.

Nicht? Wieso nicht?
Und davon abgesehen: Ist das mein Problem? Wenn jemand morgen ein Kernkraftwerk präsentiert, dass ohne radiaktive Abschirmung funktionieren soll, dann lasse ich das den auch nicht "vorführen".
Andere Geologie = Andere Situation
Wieso argumentierst du so negativ? Nach deiner aktuellen Argumentationsweise müsste man alles verbieten, was potentiell negative Folgen haben könnte, also alles.

Also ich finde es keineswegs "natürlich", dass ein Unternehmen vom Staat auf dem Silberteller alles serviert bekommt, was es für seine Planungen braucht.
Niemand hat davon gesprochen, dass der Staat diese Untersuchungen alleine zahlen muss. I.d.R. zahlen die Energiekonzerne für die Suche nach Rohstoffen.

Und wieviele Flüssigkeiten kennst du so, die durch intramolekulare Umstrukturierungen eine nenneswerte Volumenänderung erzielen können? :schief:
Warum intramolekular? Im Fall von den USA reden wir von ca. 750 teils hochreaktiven Chemikalien, die alle miteinander Reagieren können und das teilweise definitiv machen.

Also z.B. Benzol hat keine Schmiereigenschaften. Welche Reaktionen ergeben sich zwischen Benzol und Schiefer?
Wie die Reaktionen mit dem Gestein sind könnte ich höchstens sagen, wenn ich alle beteiligten Chemikalien und die genaue Geologie kennen würde. Aber auch Benzol kann und wird mit den anderen Chemikalien reagieren. Die entstehenden Stoffe müssen nicht besser sein, aber sie können auch völlig unkritisch sein. Ohne die genauen Stoffe zu kennen kann man einfach nicht urteilen.

Die Menge entspricht der Konzentration beim letzten Luftkontakt des Wassers - also bei 1 bar (aufgrund der Lagerung ggf. noch verringert, weil das Wasser erwärmt und/oder ohne Unterbindung biologischer Prozesse gelagert wurde). Und dieses gelangt nun in eine Umgebung voller Methan, einem wirklich hervorragenden Reduktionsmittel.
... welches im Idealfall in kürzester Zeit nahezu vollständig gefördert wird.

Erkläre doch mal bitte, was eine "Risikobohrung" ist.
Für mich ist eine "Risikobohrung" eine Bohrung, bei der ein sehr hohes Gefahrenpotential hingenommen wird. Mögliche Ursachen: Missachtung der Sicherheitsvorschrifen (überirdisches Auslaufen der Chemikalien oder fehlende/fehlerhafte Abdichtung der Bohrung); Tektonisch aktives Gebiet (im schlimmsten Fall gibt es ein Erdbeben und die Chemikalien landen überall wo sie nicht hin gehören); tektonisch verworfenes Gebiet (an Störungen können die Chemikalien u.U. in Gängen aufsteigen); geologisch ungeeignetes Gebiet (die Chemikalien werden erst gar nicht durch bestimmte Schichten aufgehalten).

Entlang des Bohrloches: Wenige Minuten. Und im Gegensatz zu einem Schutz vor überirdischen Verunreingungen, bei denen du eben versuchen kannst, die Verunreinigung aufzunehmen, kommst du an eine von unten eindringende Verunreinigung nicht ran.
Wenn das Bohrloch wirklich undicht ist (wie gesagt, das lässt sich vermeiden), dann kann man es immernoch verfüllen oder durch Wasser einen Überdruck erzeugen.
 
AW: Doku zum Thema Fracking (Öl- und Gasfördermethode/Tiefbohrungen)

Wenn man das Bohrloch abdichtet (was man recht einfach testen kann - und afaik gibt es abgesehen von Tiefseeborhungen kaum Probleme), dann hängt das Risiko allein vom Untergrund ab. Wenn man zwischen dem Fracking-Bereich und den Aquifernen k(?)m mächtige Schichten aus undurchlässigem Gestein hat und das Gebiet keine tektonischen Störungen hat und auch nicht tektonisch aktiv ist, dann kann einfach keine Chemikalie der Welt ins Grundwasser gelangen. Auch nicht, wenn es sich um hunderte (oder tausende?) Liter Flusssäure handeln würde, die potentiell einen Teil des Gesteins auflösen könnte.

Es gab zumindest mit Erdwärmebohrungen schon z.T. massive Probleme und generell hast du überall, wo Gasfirmen über Fracking nachdenken, eine sehr solide, undurchlässige Deckschicht. Denn sonst wäre da kein Methan mehr ;)

In wie weit es möglich ist, die Bohrlöcher ausreichend zuverlässig abzudichten, mögen die erwähnten unabhängigen Experten (so es sie denn gibt - nenneswerte nicht-industrielle Forschung auf dem Gebiet wäre mir nicht bekannt, erst recht nicht, wenn man universitäre ""Kooperationen"" abzieht) beurteilen. Aber Fakt ist, dass diverse Fracker bislang entweder nicht in der Lage oder nicht willens waren, die nötigen Maßnahmen zu treffen und Fakt ist auch, dass die durchaus nicht finanzsch- und PR-schwache Fracking-Lobby in Deutschland bislang keinen Bedarf sah, klarzustellen, dass hier alles ganz anders ist. Was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass deutlich bessere Methoden, die das ganze ungefährlich machen würden, in der Tat entweder nicht existieren oder den interessierten Unternehmen auch in Deutschland zu teuer sind.

Wieso argumentierst du so negativ? Nach deiner aktuellen Argumentationsweise müsste man alles verbieten, was potentiell negative Folgen haben könnte, also alles.

Nach meiner aktuellen Argumentation müsste man alles verbieten, was mit einer nenneswerten Wahrscheinlichkeit großflächig Lebensgrundlagen zerstört. Das nicht alles, nicht einmal annäherend. Aber das ist ein Großteil dessen, was einem später sehr, sehr viel Ärger einbringen kann. Und wie gesagt: Es gibt genug Gelgenheiten für die Industrie, die Sicherheit ihrer Verfahren zu beweisen. Bislang hat sie das genaue Gegenteil gemacht.

Niemand hat davon gesprochen, dass der Staat diese Untersuchungen alleine zahlen muss. I.d.R. zahlen die Energiekonzerne für die Suche nach Rohstoffen.

Die Forderungen, die ich diese Woche in der Zeitung lesen durfte, sprachen von geologischer Grundlagenforschung.

Warum intramolekular? Im Fall von den USA reden wir von ca. 750 teils hochreaktiven Chemikalien, die alle miteinander Reagieren können und das teilweise definitiv machen.

Hmm - okay. Das hab ich in der Tat nicht betrachtet. Ich würde aber mal sagen: Die Wahrscheinlichkeit (du magst ja Wahrscheinlichkeiten...), dass zufällig zwei (oder mehr) der eingesetzten Chemikalien untereinander unter den gegebenen Bedingungen innerhalb eines kurzen Zeitraumes zu vollkommen ungefährlichen Stoffen geringeren Volumens reagieren, ist wohl eher <50% und man könnte von den Firmen somit wiederum verlangen, vor einer Erlaubnis den Beweis zu erbingen, dass dies passiert.

... welches im Idealfall in kürzester Zeit nahezu vollständig gefördert wird.

?

Für mich ist eine "Risikobohrung" eine Bohrung, bei der ein sehr hohes Gefahrenpotential hingenommen wird. Mögliche Ursachen: Missachtung der Sicherheitsvorschrifen (überirdisches Auslaufen der Chemikalien oder fehlende/fehlerhafte Abdichtung der Bohrung); Tektonisch aktives Gebiet (im schlimmsten Fall gibt es ein Erdbeben und die Chemikalien landen überall wo sie nicht hin gehören); tektonisch verworfenes Gebiet (an Störungen können die Chemikalien u.U. in Gängen aufsteigen); geologisch ungeeignetes Gebiet (die Chemikalien werden erst gar nicht durch bestimmte Schichten aufgehalten).

Wie gesagt:
Unter durchlässigen Gesteinsschichten sammelt und hält sich Erdgas nicht über Jahrmillionen. Alle interessanten Vorkommen sind dicht, solange bis sie jemand anbohrt. Afaik kam es in keinem der US-(Un)Fälle zu einer Verurteilung wegen missachteter Vorschriften. Natürliche Erdbeben wären mir auch keine als Freisetzungsursache bekannt.

Wenn das Bohrloch wirklich undicht ist (wie gesagt, das lässt sich vermeiden), dann kann man es immernoch verfüllen oder durch Wasser einen Überdruck erzeugen.

Wasser ist leichter als Gestein - und weder chemikalien- noch gasdicht. Das Methan würde etwaige Substanzen im Bohrloch einfach mitreißen, wenn es nach oben steigt. (falls du auf aktives Drücken von oben -statt einfacher Gravitation- abzielst: Sowas geht nur, wenn die Bohrung selbst in höheren Schichten absolut druckdicht ist. Und das ist bei einem Loch in der Erde nicht der Fall)
Eine defekte Gasbohrung zu verschließen ist EXTREM schwierig. Nur mal so als Beispiel (eigentlich sollte hier die verunfalte Plattform vom letzten Jahr kommen, aber der erste Suchtreffer war noch besser):
Erdgas-Leck in der Nordsee
300.000 Tonnen pro Jahr, die in die Athmosphäre strömen.
Seit 1990
Gegenmaßnahmen? Es gibt keine.



Wie gesagt: Ich will hier nicht als pauschaler Fortschrittverweigerer auftreten. Aber wenn die üblichen Verdächtigen eine theoretisch riskante Technik mit langer Problemgeschichte durchdrücken wollen, ohne das es irgend einen Hinweis auf gesteigertes Problembewußtsein oder Gegenmaßnahmen gibt, dafür aber um so mehr Hinweise auf die ach-so-hohen-Einnahmen-und-ein-paar-Arbeitsplätzchen, dann schrillen bei mir alle Alarmglocken. Denn da geht es ganz klar um Risiko gegen bares.
Und das Risiko beinhaltet in dem Fall irreparable Schäden.
 
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Und das Risiko beinhaltet in dem Fall irreparable Schäden.

Irreparabel vielleicht nicht aber die Unternehmen die die Gewinne abschröpfen werden sich nicht daran beteiligen die Schäden wieder auszugleichen. Das wird gerne dem Staat überlassen.
 
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Nicht einmal der Staat kann eine Verunreinigung in mehreren 100 m Tiefe entfernen.
 
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Fracking gibt es laut Wiki in D schon seit 1961. :huh:

Man hat doch auch schon während dem dritten Reich Öl aus Schiefergasvorkommen gewonnen oder täusche ich mich da?

Die Regionen, in denen es gar nicht ohne geht, sind aber sehr dünn besiedelt (deswegen ist die lokale Infrastruktur ja so schlecht), was insgesamt nicht zu dem Verkehrsaufkommen führt, dass wir de facto haben.

Wenn man nicht gerade in der Großstadt lebt und dort auch arbeitet braucht man zwangsläufig ein Auto, du kannst ja nicht von jedem verlangen, dass er in die Stadt zieht ;) Von daher brauch eig. schon ein Großteil der Bevölkerung ein Auto.


Schiffe sind mit großem Abstand die effizientesten mit fossilen Energieträgern angetriebenen Verkehrsmittel. Und "alternative" Antriebe beschränken sich auf ein einziges, mit der modernen Wirtschaft inkomptibles Konzept.

Effizient vielleicht, aber auch die saubersten? Ich hab letztens einen Artikel gelesen, dass die 17 größten Schiffe der Welt die Umwelt mehr belasten, als alle Autos weltweit zusammen:( Von daher gibt es da schon Verbesserungspotenzial wie ich finde:)


Das reine Grundprinzip der Porenerweiterung geht komplett ohne Chemikalien. Aber der derzeitige Boom geht wohl ausschließlich darauf zurück, dass man mit denen neuen Chemikaliencocktails Lagerstätten ausbeuten kann, die bislang als nicht förderbar sind.

Danke für die Erläuterung. Dann wird es Zeit für ein neues Verfahren:D
 
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Ich habe kein Auto somit hat sich das thema für mich erledigt die bösen seid ihr!!! :lol:
 
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Nicht einmal der Staat kann eine Verunreinigung in mehreren 100 m Tiefe entfernen.

Das soll der Staat auch nicht machen. Es ist Aufgabe des Unternehmes dafür zu sorgen dass die Chemikalien nach dem Fracking wieder entfernt werden.
Wenn sie dafür keine Lösung anbieten können gibt es eben kein Fracking.

Aber bei der Atomkraft ist der Staat auch schon auf die Schnauze gefallen.
Ich kann mich nicht daran erinnern dass die Energieunternehmen ein Endlager parat hatten als sie die Kraftwerke in Betrieb nahmen. :ugly:
 
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Es gab zumindest mit Erdwärmebohrungen schon z.T. massive Probleme und generell hast du überall, wo Gasfirmen über Fracking nachdenken, eine sehr solide, undurchlässige Deckschicht. Denn sonst wäre da kein Methan mehr ;)
Nein. Wenn man die zwingend in dieser Form bräuchte und sich alles Gas darunter sammeln würde, dann brächte man kein Fracking, dann würden normale Bohrungen reichen. ;)
Das Fracking basiert darauf, dass das Gas/Öl/... in kleinen Poren gebunden ist, die aufgebrochen werden.
Bei Erdwärmebohrungen wird btw. teilweise auch Fracking eingesetzt. Teilweise nutzt man dort aber auch schon vorkommendes Grundwasser, da ist es nicht sonderlich überraschend, dass man teilweise Probleme hat das genutzt Grundwasser vom unbenutzten zu trennen.

(so es sie denn gibt - nenneswerte nicht-industrielle Forschung auf dem Gebiet wäre mir nicht bekannt, erst recht nicht, wenn man universitäre ""Kooperationen"" abzieht)
Diese Experten gibt es definitiv. Wenn man will, kann man ja auch einen Wissenschaftler, der in einem anderen (aber ähnlichen) (geologischen) Bereich tätig war mit Infos versorgen und ihn befragen.

Aber Fakt ist, dass diverse Fracker bislang entweder nicht in der Lage oder nicht willens waren, die nötigen Maßnahmen zu treffen und Fakt ist auch, dass die durchaus nicht finanzsch- und PR-schwache Fracking-Lobby in Deutschland bislang keinen Bedarf sah, klarzustellen, dass hier alles ganz anders ist.
RWE sagt da was anderes. (Die Glaubwürdigkeit ist eine andere Frage.)

Was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass deutlich bessere Methoden, die das ganze ungefährlich machen würden, in der Tat entweder nicht existieren oder den interessierten Unternehmen auch in Deutschland zu teuer sind.
Je nach Situation gibt es in der Tat keine (wirtschaftlichen) Alternativen zu Fracking.

Und wie gesagt: Es gibt genug Gelgenheiten für die Industrie, die Sicherheit ihrer Verfahren zu beweisen. Bislang hat sie das genaue Gegenteil gemacht.
(Formell: Wir sind hier im Bergbau und damit im primären Sektor und nicht in der Industrie.)
Wo ist der beleg dafür, dass es bei allen Bohrungen in den USA zu Problemen kam? Ich bleib dabei, wenn die Ausgangslage perfekt ist, dann sind die Risiken nicht höher als bei allen anderen Förderungstechniken.

Die Forderungen, die ich diese Woche in der Zeitung lesen durfte, sprachen von geologischer Grundlagenforschung.
Davon spreche ich auch, aber wieso sollte das bedeuten, dass die Firmen eben diese Forschung nicht selbt zahlen sollten?

(du magst ja Wahrscheinlichkeiten...)
Wissenschaftlich gibt es nunmal kaum etwas anderes.

Hmm - okay. Das hab ich in der Tat nicht betrachtet. Ich würde aber mal sagen: Die Wahrscheinlichkeit [...], dass zufällig zwei (oder mehr) der eingesetzten Chemikalien untereinander unter den gegebenen Bedingungen innerhalb eines kurzen Zeitraumes zu vollkommen ungefährlichen Stoffen geringeren Volumens reagieren, ist wohl eher <50% und man könnte von den Firmen somit wiederum verlangen, vor einer Erlaubnis den Beweis zu erbingen, dass dies passiert.
Abgesehen vom kurzen Zeitraum stimme ich dir hier voll und ganz zu, deshalb wollte ich am Anfang ja auch wissen um welche Stoffe es sich in D handelt. Dieses Wissen ist imo die Basis für weitere Entscheidungen bzw. die Auswahl der tragbaren Stoffe ist die Aufgabe der Politik.

Wenn du das Erdgas fördern willst, dann sollte nach der Förderung (in dem Zeitraum in dem sich die Chemikalien vermutlich deutlich verändern) nicht mehr sonderlich viel von dem Erdgas vorhanden sein.

Unter durchlässigen Gesteinsschichten sammelt und hält sich Erdgas nicht über Jahrmillionen. Alle interessanten Vorkommen sind dicht, solange bis sie jemand anbohrt.
Beim Fracking ist das eben nicht der Fall. Das Erdgas ist in den kleinen Poren in denen es entstanden ist.

Afaik kam es in keinem der US-(Un)Fälle zu einer Verurteilung wegen missachteter Vorschriften.
Wegen fehlenden Vorschriften?

Wasser ist leichter als Gestein - und weder chemikalien- noch gasdicht.
Ja, in den Poren des Gesteins bewegt es sich aber trotzdem eher nach unten (im Gegensatz zum Gas).

(falls du auf aktives Drücken von oben -statt einfacher Gravitation- abzielst: Sowas geht nur, wenn die Bohrung selbst in höheren Schichten absolut druckdicht ist. Und das ist bei einem Loch in der Erde nicht der Fall)
Wenn die Bohrungen nicht druckdicht wären, wie sollte man den extrem hohen Druck erzeugen unter dem die Gesteine gefrackt werden?

Eine defekte Gasbohrung zu verschließen ist EXTREM schwierig. Nur mal so als Beispiel (eigentlich sollte hier die verunfalte Plattform vom letzten Jahr kommen, aber der erste Suchtreffer war noch besser):
Erdgas-Leck in der Nordsee
300.000 Tonnen pro Jahr, die in die Athmosphäre strömen.
Seit 1990
Gegenmaßnahmen? Es gibt keine.
Es geht hier um onshore-Bohrungen. (Mein Ausschließen von Tiefseebohrungen war nicht ausreichend, aber Unterwasserbohrungen sollten als Einschränkung reichen.)

Man hat doch auch schon während dem dritten Reich Öl aus Schiefergasvorkommen gewonnen oder täusche ich mich da?
Ja, aber mit Fracking hat das nichts zu tun, da zu dieser Zeit die "Ölschiefer" v.a. im Tagebau abgebaut wurden.
 
AW: Doku zum Thema Fracking (Öl- und Gasfördermethode/Tiefbohrungen)

Wenn man nicht gerade in der Großstadt lebt und dort auch arbeitet braucht man zwangsläufig ein Auto, du kannst ja nicht von jedem verlangen, dass er in die Stadt zieht ;) Von daher brauch eig. schon ein Großteil der Bevölkerung ein Auto.

Laut Wiki leben im Dunstkreis (Vororte sind ja beliebt in Deutschland) allein der 14 größten deutschen Städte über 50 Millionen Menschen. 31% der Bevölkerung leben sogar direkt in den 82 Großstädten (>100.000 Einwohner). Also nö: Wenn man deinen Satz umkehrt, braucht die Mehrheit der Deutschen eigentlich kein Auto. ;)
Aber soweit will gar nicht gehen. Es gibt einige Sachen, die sind ohne einfach umständich - egal wo man wohnt. Die Frage wäre eher, wieviele Deutsche ihr Auto eigentlich nicht regelmäßig bräuchten, es aber trotzdem regelmäßig benutzen. (aber die Frage ist sicherlich einen anderen Thread wert)

Effizient vielleicht, aber auch die saubersten? Ich hab letztens einen Artikel gelesen, dass die 17 größten Schiffe der Welt die Umwelt mehr belasten, als alle Autos weltweit zusammen:( Von daher gibt es da schon Verbesserungspotenzial wie ich finde:)

Das ist definitiv falsch. Gerade wenn man vom deutschen Durchschnitts-PKW hochrechnet (wer auch immer einen Vergleich mit allen Autos der Welt zieht soll mir doch mal den durchschnittlichen Schadstoffausstoß auf 100 km im Tschad nennen), findet man definitiv diverse Schadstoffe, bei denen die 17 größten Schiffe massiv weit drüber liegen. Z.B. Schwefel ist in PKW-Treibstoffen kaum enthalten, in Schweröl (das sonst irgendwie entsorgt werden müsste!) dagegen in relativ hoher Konzentration -> man muss nicht viel davon verbrennen, um ein vielfaches zu emitieren. Auch z.B. Rußpartikel sind ein Thema, weil keinerlei Filter vorhanden sind. Aber: Auf dem offenen Meer ist das auch kein Problem. Die Luft atmet kaum jemand und Wasser verklumpt die Partikel.
Die Liste lässt sich lange fortsetzen, aber was die in wirklich großer Menge bei Verbrennungen ausgestoßenen Substanzen angeht (allen voran natürlich CO2 - was zugegebenermaßen mehr die Menschheit denn die Umwelt belastet), stehen Schiffe verdammt gut dar, vor allem in Relation zur erbrachten Transportleistung.



Das soll der Staat auch nicht machen. Es ist Aufgabe des Unternehmes dafür zu sorgen dass die Chemikalien nach dem Fracking wieder entfernt werden.
Wenn sie dafür keine Lösung anbieten können gibt es eben kein Fracking.

Meine Rede!

Aber bei der Atomkraft ist der Staat auch schon auf die Schnauze gefallen.
Ich kann mich nicht daran erinnern dass die Energieunternehmen ein Endlager parat hatten als sie die Kraftwerke in Betrieb nahmen. :ugly:

Die Vergangenheitsform ist nett. Mir wäre nicht aufgefallen, dass Merkel&Co die Atomkonzerne sonderlich negativ behandeln...


Nein. Wenn man die zwingend in dieser Form bräuchte und sich alles Gas darunter sammeln würde, dann brächte man kein Fracking, dann würden normale Bohrungen reichen. ;)
Das Fracking basiert darauf, dass das Gas/Öl/... in kleinen Poren gebunden ist, die aufgebrochen werden.

Okay - schlecht formuliert meinerseits. Bei Fracking für Gas (Öl sind anders aus) brauchst du gasdichtes Gestein. Ggf. ist das Gas auch direkt in diesem eingeschlossen (afaik eher nicht - es gibt nur keinen natürlichen Sammlungsbereich, in den es schnell nachströmen würde), aber auf alle Fälle kann aus der Lagerstätte nichts nach oben entweichen. Es sei denn, der Mensch schafft eine Möglichkeit.

Bei Erdwärmebohrungen wird btw. teilweise auch Fracking eingesetzt. Teilweise nutzt man dort aber auch schon vorkommendes Grundwasser, da ist es nicht sonderlich überraschend, dass man teilweise Probleme hat das genutzt Grundwasser vom unbenutzten zu trennen.

Es gibt auch Fälle mit klaren Abdichtungsproblemen. Da wurden z.B. tiefliegende Wasserschichten angebohrt, weiter über diesen lagen aber trockene z.B. Kreidelagen. Das Wasser ist dann entlang der Bohrung nach oben gekrochen und hat zu Ausdehnungsprozessen geführt -> sich hebende Böden, schwere Schäden an Häusern,...
Zumindest in den bereit betroffenen Regionen verzichtet man jetzt lieber ganz auf Erdwärme, weil es scheinbar keine sichere technische Lösung gibt.

RWE sagt da was anderes. (Die Glaubwürdigkeit ist eine andere Frage.)

Ooch, dass die keine Gifte verwenden (Gegenwart), glaube ich denen gerne. Denn sie sagen ja auch, dass sie nicht in Kohle-/Schiefergaslagerstätten fracken (Gegenwart). Und nur die sind ja hinsichtlich der zukünftigen Erschließung so problematisch / nur die sind dank neuer, chemischer Verfahren auf einmal hochinteressant ;-)

Davon spreche ich auch, aber wieso sollte das bedeuten, dass die Firmen eben diese Forschung nicht selbt zahlen sollten?

Wenn sie es selbst zahlen wollten, würden sie es einfach machen - und nicht Forderungen an staatliche Institutionen erheben.

Ja, in den Poren des Gesteins bewegt es sich aber trotzdem eher nach unten (im Gegensatz zum Gas).

Wir wollen aber verhindern, dass sich etwas bewegt.

Wenn die Bohrungen nicht druckdicht wären, wie sollte man den extrem hohen Druck erzeugen unter dem die Gesteine gefrackt werden?

Das Rohr in der Bohrung ist dicht. Aber das Loch selbst nicht. In den amerikanischen Fällen sind die Stoffe nicht durch die Förderleitung ausgetreten (das wäre einfach nur technisches Versagen, was sich tatsächlich ausschließen ließe, wenn man nicht wie Shell arbeitet :ugly: ), sondern drum herum.

Es geht hier um onshore-Bohrungen. (Mein Ausschließen von Tiefseebohrungen war nicht ausreichend, aber Unterwasserbohrungen sollten als Einschränkung reichen.)

Schon klar. Aber das Abdichten einer Undichtigkeit unter Wasser ist immer noch um längen einfacher, als abdichten einer Undichtigkeit unter der Erde, zwischen verschiedenen Gesteinsschichten. Wenn wir das erste schon nicht können - was wollen wir dann mit einer Technik, die das zweite im Notfall erfordert?
 
AW: Doku zum Thema Fracking (Öl- und Gasfördermethode/Tiefbohrungen)

Okay - schlecht formuliert meinerseits. Bei Fracking für Gas (Öl sind anders aus) brauchst du gasdichtes Gestein. Ggf. ist das Gas auch direkt in diesem eingeschlossen (afaik eher nicht - es gibt nur keinen natürlichen Sammlungsbereich, in den es schnell nachströmen würde), aber auf alle Fälle kann aus der Lagerstätte nichts nach oben entweichen. Es sei denn, der Mensch schafft eine Möglichkeit.
Nicht zwingend. Es gibt noch die Möglichkeit, dass...
a) es eine Öffnung nach unten und dann nach oben gibt (eine Art Siphon).
b) irgendwann durch ein tektonisches Ereignis eine Öffnung entstand, durch die das Gas nur langsam entweicht (und die durch Fracking u.U. größer wird).

Es gibt auch Fälle mit klaren Abdichtungsproblemen. Da wurden z.B. tiefliegende Wasserschichten angebohrt, weiter über diesen lagen aber trockene z.B. Kreidelagen. Das Wasser ist dann entlang der Bohrung nach oben gekrochen und hat zu Ausdehnungsprozessen geführt -> sich hebende Böden, schwere Schäden an Häusern,...
Das würde ich aber v.a. auf eine grundsätzlich falsch kalkulierte Abdichtung zurückführen (nach dem Motto: Wir pumpen Grundwasser in Grundwasserleiter, was soll da schon passieren? :ugly:). Ein größeres Problem sind zusammenrutschende Sande o.ä., da durch das Wasser die Reibungswiderstände kleiner werden, aber das ist ein anderes Thema.

Zumindest in den bereit betroffenen Regionen verzichtet man jetzt lieber ganz auf Erdwärme, weil es scheinbar keine sichere technische Lösung gibt.
Auch hier gilt: Es hängt zu 100% von der geologischen Ausgangslage und dem angestrebten System ab. Oberflächennahe Geothermie wie sie z.B. in (Privat-) Haushalten genutzt wird, sind eine schöne Sache (wenn man das Kapital dafür hat). In anderen Regionen gibt es auch bei tieferen Bohrungen keine Probleme. Generell gibt es aber auch deutliche Unterschiede zur Gasgewinnung. Erdwärme will man z.B. siedlungsnah gewinnen, dabei gibt es natürlich andere Probleme als bei der Gasgewinnung über einem abgelegenen Wald o.ä.

Wenn sie es selbst zahlen wollten, würden sie es einfach machen - und nicht Forderungen an staatliche Institutionen erheben.
Probieren kann man es ja mal. :ugly:
Im Ernst: Natürlich brauchen die Unternehmen auch die Erlaubnis und es bringt Kosten mit sich. Es ist also durchaus sinnvoll erstmal abzuwarten ob es ein grundsätzliches Verbot gibt (was es ja jetzt nicht gibt, von daher müssten jetzt die Forschungen anlaufen).

Wir wollen aber verhindern, dass sich etwas bewegt.
Nein, sonst könnte man nichts fördern. Es soll sich nur nichts aus einem recht großen Bereich herausbewegen.

Das Rohr in der Bohrung ist dicht. Aber das Loch selbst nicht. In den amerikanischen Fällen sind die Stoffe nicht durch die Förderleitung ausgetreten (das wäre einfach nur technisches Versagen, was sich tatsächlich ausschließen ließe, wenn man nicht wie Shell arbeitet :ugly: ), sondern drum herum.
Wenn das Rohr am Ende an einen nicht dichten Punkt anschließt, wie kann man dann den Druck erzeugen?

Schon klar. Aber das Abdichten einer Undichtigkeit unter Wasser ist immer noch um längen einfacher, als abdichten einer Undichtigkeit unter der Erde, zwischen verschiedenen Gesteinsschichten. Wenn wir das erste schon nicht können - was wollen wir dann mit einer Technik, die das zweite im Notfall erfordert?
Es geht hier nicht um das Abdichten einer Undichtigkeit unterwasser gegen das Abdichten einer Undichtigkeit untertage. Es geht um das Abdichten einer Undichtigkeit untertage und unterwasser gegen das Abdichten untertage. ;)
Es geht auch nicht um das Abdichten eines Lecks untertage sondern um das Abdichten 2er theoretischer Lecks, wobei sich eins davon zufällig in der höhe eines Aquifers befindet und das andere in der Schicht, in der man Fracking betrieben hat.
Wenn man während des Frackings ein Leck auf der höhe eines Aquifers bekommt, dann kann man durch reines Wasser einen Überdurck erzeugen und aus einer anderen Bohrung das Gas fördern (so wird es eh meist gemacht, also muss man in 50% der Lecks nicht mal etwas unternehmen). Wenn man fertig ist, dann kann man das Bohrloch verfüllen (das macht man eh, sonst könnte das "frac fluid" u.U. wieder aufsteigen).
 
AW: Doku zum Thema Fracking (Öl- und Gasfördermethode/Tiefbohrungen)

Das würde ich aber v.a. auf eine grundsätzlich falsch kalkulierte Abdichtung zurückführen (nach dem Motto: Wir pumpen Grundwasser in Grundwasserleiter, was soll da schon passieren? :ugly:).

Da wurde nicht in trockene Schichten gepumpt. Da wurde durch trockene Schichten gebohrt, durch darunterliegende wasserdichte Schichten und dadrunter wurden wasserführende Schichten genutzt. In der Annahme, dass diese Schichtung erhalten bleibt - tat sie aber nicht. Und iirc hat man keinen technischen Fehler bzw. eine technische Lösung für das Problem gefunden, sondern es auf wieder erwarten untaugliche Geologie zurückgeführt, die die Nutzung von Standorten mit ausdehnungsgefährdeten Schichten prinzipiell unmöglich macht.
Wie gesagt: Mir fehlen die Kenntnisse über Fördermethoden, um zu beurteilen, ob das stimmt (vielleicht hat sich in den letzten 2-3 Jahren auch was getan). Aber in Anbetracht der massiven Reduzierung potentieller Standorte und damit Kunden hätte ich eine massive Betonung technischer Lösungsmöglichkeiten durch die Industrie erwartet, keinen Rückzug.

Auch hier gilt: Es hängt zu 100% von der geologischen Ausgangslage und dem angestrebten System ab. Oberflächennahe Geothermie wie sie z.B. in (Privat-) Haushalten genutzt wird, sind eine schöne Sache (wenn man das Kapital dafür hat). In anderen Regionen gibt es auch bei tieferen Bohrungen keine Probleme. Generell gibt es aber auch deutliche Unterschiede zur Gasgewinnung. Erdwärme will man z.B. siedlungsnah gewinnen, dabei gibt es natürlich andere Probleme als bei der Gasgewinnung über einem abgelegenen Wald o.ä.

Das ganze ist nur ein Beispiel für "kann man durchbohrte Schichten zuverlässig voneinander trennen?". Eine universelle technische Frage, die sich bei Tiefenerdwärme überall da stellt, wo quellfähige Schichten über dem Wasserreservoir liegen - und wo sie mit "Nein" beantwortet wurde. Beim Fracking mit Chemie stellt sie sich überall, wo Grundwasser über der Lagerstätte zu finden ist (in Deutschland also fast überall, wir haben nunmal keine Jahrzehntausende alte Wüsten). Und hier lautet die Antwort der Industrie auf einmal "Ja, null problemo"? Obwohl es wesentlich bessere Abdichtung bräuchte, um Gas daran zu hindern, geringe Mengen eines Chemiecocktails mitzureißen, als es bräuchte, um große Mengen Wasser am aufsteigen zu hindern?
Ich bin misstrauisch, sehr misstrauisch. Und würde von der Industrie eine sehr, sehr sorgfältige Darlegung verlangen, was bei ihrem Fracking so grundlegend anders gemacht wird, als in den USA, dass sie dieses Sicherheitsniveau plötzlich bieten können. Und wieso sie das nicht schon zuvor gemacht haben. (und die Antwort "in den USA gelten andere Vorschriften" würde ich an dieser Stelle auch nicht ohne verdammt massive Überwachungsauflagen -zu lasten des Unternehmers- akzeptieren. Denn wer in den USA bereitwillig Menschen vergiftet, weil es ihm nicht ausdrücklich verboten wird, von dem erwarte ich auch in Deutschland keine "best practice".)

Wenn das Rohr am Ende an einen nicht dichten Punkt anschließt, wie kann man dann den Druck erzeugen?

Schneller drücken ;)
Man muss den Druck ja nicht konstant hoch halten, es ist also vollkommen wurscht, ob er nach oben hin entweichen kann - solange er vorher genügend Gestein aufbricht. (was in sich ja die nächste Quelle von Lecks sein kann)
 
Ist der Vergleich mit den USA nicht unpassend, denn soweit es mir von Bergbauingenieuren erklärt wurde, liegen die gasführenden Schichten in 3000-5000m Tiefe mit Wasser undurchlässigen Schichten in der Regel drüber. Ergo ist die Gefahr für das Grundwasser aus deren Sicht übertrieben.
BTW: In Deutschland wird schon seit längerem gefrackt als Ergänzung bei konventionellen Bohrungen um aus dem Gestein noch mehr Öl/Gas zu fördern. Aus den späten 70 kann ich es bestätigen und da hatte sich nie wirklich jemand wegen besonders schlechten Messwerten beschwert.
 
AW: Doku zum Thema Fracking (Öl- und Gasfördermethode/Tiefbohrungen)

Auch wenn in Deutschland Fracking erst mal keine Gesetzesgrundlage hat Umstrittenes Fracking-Gesetz gescheitert - Wirtschaft - Süddeutsche.de
- der weltweite run auf Schiefergas- und öl wird zunehmen USA errechnen gigantische Schieferöl-Vorkommen - SPIEGEL ONLINE
Der Studie zufolge ließen sich die globalen Energiereserven um elf Prozent steigern. Dass die USA damit auch versuchen ihre Schulden abzubauen und ihre Position gegenüber China zu stärken ist alles nachvollziehbar - aber die Kurzfristigkeit dieser Denkweise will mir einfach nicht einleuchten. Jetzt nochmal voll in die fossile Energieerzeugung einsteigen, dabei (kostenspielige) Risiken für Umwelt und Bevölkerung in Kauf nehmen?? ein Schritt zurück für die forward ever - Nation.
Sollte nicht bald die Fusionsreaktortechnologie "marktfähig" werden, bleibt eben nur Sonne, Wind und Wasser um sauber und nachhaltig Energie zu erzeugen. Darüber hinaus gehts ja auch nicht nur um Energie sondern um die zahlreichen Produkte welche am Öl "hängen". All das erst umzudenken, zu erforschen und umzustellen wenn der letzte Tropfen Öl aus der Erde gepresst ist?
 
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