AW: Diesel-Fahrverbote: Erste Hardwarenachrüstungen vorbestellbar.
Es hätte dir gut gestanden, die 21 Seiten Thread zu lesen, um überhaupt zu verstehen, worum es geht, wer die Beteiligten sind und was bereits besprochen wurde.
Nein, nicht die Dimensionen sind absurd, sondern die "Rechnung" der Herrn Köhlers. Angefangen von den zu hohen Werten Feinstaub pro Zigarette bis zu simplen Rechenfehlern. Geil auch seine Begründung, dass er alles alleine machen müsste und nicht mal ne Sekretärin habe... Klar, "Wissenschaftler" lassen ja üblicherweise ihre Sekretärin rechnen, das ist schlüssig.
Hier ist es nochmal besser zusammengefasst:
Feinstaub-Streit: Lungenarzt Koehler soll sich mehrfach verrechnet haben - WELT
Gehen wir doch einfach gleich zum Original. Ehre wem Ehre gebührt (auch wenn es die TAZ ist).
Falsche Angaben zu Stickoxid: Lungenarzt mit Rechenschwaeche - taz.de
Wie gesagt: die Beispielrechnung war eine Allegorie zum Kritikpunkt der mangelnden Falsifikation.
Dort sind ihm Fehler unterlaufen. Entwertet das Beispiel etwas, weil die bereinigten Werte nicht mehr ganz so krass wirken, sie erfüllen aber eigentlich noch immer ihren Zweck (mehr dazu ab "Eben doch" weiter unten im Text). Die restlichen Kritikpunkte sind keinesfalls widerlegt oder auch nur angetastet.
Einzig die formulierung "renomierte Wissenschaftler" ist natürlich Quatsch. Herr Köhler ist gar kein Wissenschaftler, sondern ein pensionierter Arzt. Das ist schon was völlig anderes.
Im Thread bereits besprochen. Sein Lebenslauf ist auch nicht schwer zu finden.
Dieter Koehler (Mediziner) – Wikipedia
Das Studium beendete Köhler 1970 mit einem Diplom in Nachrichtentechnik. Danach arbeitete er in der Industrie im Bereich der Entwicklung integrierter Schaltkreise und begann 1972 an der Universität Freiburg ein Medizinstudium. Zwischenzeitlich entwickelte er elektromedizinische Geräte.[1]
Köhler promovierte im Jahr 1978 über kalziumgetragenes Aktionspotenzial in der Elektrophysiologie. Später erfolgte die Ausbildung zum Internisten, Pneumologen und Allergologen. Von 1982 bis 1986 war Köhler auch Vorsitzender der Imaging-Section der European Respiratory Society. In der Zwischenzeit verbrachte er 1982 drei Monate an der kanadischen McMaster University. 1985 habilitierte er sich mit einer Arbeit über das Thema Aerosoldeposition und bronchiale Clearance.[2]
Von 1986 bis 2013 war Köhler ärztlicher Direktor des Fachkrankenhauses Kloster Grafschaft in Schmallenberg. Im Jahr 1992 wurde er außerplanmäßiger Professor an der Universität Freiburg. Zwei Jahre später erfolgte die Umhabilitation an die Universität Marburg mit einer Professur des Landes Hessen. Zum Juli 2013 ging Köhler in den Ruhestand.[3]
Köhler ist Inhaber von dreizehn Patenten[4] im Bereich der Medizin, unter anderem eines für einen Beatmungsschlauch, angemeldet durch den Hersteller Willy Rüsch (heute zu Teleflex).
Von 2002 bis 2004 war er Vizepräsident und anschließend von 2005 bis 2007 Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP) mit Sitz in Marburg/Lahn.[5] Zudem war Köhler von 1989 bis 2014 Präsident des Verbandes Pneumologischer Kliniken.
Er war ferner Mitglied mehrerer Fachgesellschaften und Mitglied der Gutachterkommission für ärztliche Haftpflichtfragen der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Weiterhin war er von 1990 bis 2005 Sachverständiger für das Bundesgesundheitsamt.
Auszeichnungen
Adolf-Windorfer-Preis des Bundesverband Cystische Fibrose (CF) im Jahr 1990 (für Untersuchungen über die Amilorid-Wirkung und Hustenclearance bei Cystischer Fibrose)[37]
Gesundheitspreis des Landes Nordrhein-Westfalen – Arbeitskreis Pneumologischer Kliniken im Jahr 2001 (für evolutionäre Qualitätskontrolle in der Diagnostik und Therapie im Krankenhaus)[38]
Thomas T. Mercer Award[39] der internationalen und amerikanischen Aerosolgesellschaft im Jahr 2009 (für Forschungsarbeiten zur Inhalation von Insulin und die Methode zur radioaktiven Markierung von Aerosolpartikeln aus Dosieraerosolen sowie für Messung der Lungenreinigung durch die Flimmerhärchen in der Atemwegschleimhaut)
Schriften (Auswahl)
Dieter Köhler: Durch Hyperosmolarität hervorgerufene Veränderungen der Kontraktionskraft und des Ca++ getragenen Aktionspotentials am Warmblütermyocard (= Dissertation an der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg). Freiburg (Breisgau) 1978 (42 S.).[41]
Köhler veröffentlichte diverse Fachbeiträge.[42]
mit Wolfgang Fleischer, Heinrich Matthys: Inhalationstherapie. Gedon & Reuss, 1986.
mit Bernd Schönhofer, Thomas Voshaar: Pneumologie – Ein Leitfaden für rationales Handeln in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-13-146281-7.
Eben doch.
Direkt aus dem Original:
taz schrieb:
Wenn man zudem Köhlers Umrechnungsfehler berücksichtigt, entspricht die in 80 Jahren mit der Außenluft eingeatmete NO2-Menge nicht dem, was ein Raucher in wenigen Monaten einatmet, sondern (je nach angenommenem NO2-Anteil am NOx) in 6,4 bis 32 Jahren.
Man muss noch immer 80 Jahre am Stück an einem Ort verbringen, der 24/7/365 40 μ g/m³ und mehr NOx ausweist.
Diesen Ort gibt es nicht. Nicht mal dann, wenn man direkt auf der Fahrbahn lebt/arbeitet/schläft.
Über den Arbeitsplatz und dessen Grenzwert... siehe Thread.
Die Datenlage ist ziemlich eindeutig. Es gibt zigtausend Untersuchungen zu dem Thema, die praktisch einhellig zum Schluss kommen, dass Feinstaub und Stickoxide gesundheitsschädlich sind.
Dagegen gibt es ein 2-seitiges Pamphlet einiger Ärtze, die ohne eigene Untersuchungen oder Beweise behaupten, dies sei nicht der Fall.
Wie man daraus eine unklare Datenlage konstruieren kann ist mir unklar. Das hat mehr was von Verschwörungstheorie...
Mir ist klar, dass dir einiges unklar ist, hast du ja nicht mal in Grundzügen das eigentliche Thema verstanden. Niemand bezweifelt die Schädliche Wirkung von NOx und Feinstäuben. Es geht hier um die Grenzwerte (also ab welcher Konzentration der menschliche Körper anfängt irreparablen Schaden zu erleiden)
Es hätte wirklich geholfen, den Thread vorher zu lesen. Einmal hier entlang:
Grenzwerte (WHO, 39.BImSchV, Critical load, andere)
Die derzeit aktuellste Einstufung von Stickstoffdioxid wurde von der Weltgesundheitsorganisation - Regionalbüro für Europa, vorgenommen und in den WHO – Air Quality Guidelines for Europe im Jahre 2005 veröffentlicht:
* die Ableitung erfolgt aufgrund tier- und humanexperimenteller Daten aus Versuchen mit empfindlichen Personen (mit verschiedenen Atemwegserkrankungen),
* es erfolgte die Ableitung einer Lowest Observed Adverse Effect Concentration (LOAEC = niedrigste Konzentration mit beobachtbarer schädlicher Wirkung): 375-565 μ g/m³ Abzüglich eines Sicherheitsabschlages ergibt sich eine tolerable Konzentration von 200μ g/m³ als 1h-Wert als Wert zum Schutz der menschlichen Gesundheit,
* für eine langfristige Exposition ist kein Schwellenwert ableitbar. Hier handelt es sich um eine Expertenbeurteilung. Diese bestimmt einen Wert von 40 μg/m³ im Jahresmittel.
Die WHO konnte keinen Schwellenwert aus den Studien ableiten und hat schlicht schätzen lassen. So Pi mal Daumen. Diese Schätzung wurde daraufhin als Grenzwert im Gesetzgebungsverfahren unverändert und unreflektiert übernommen.
Frei nach dem Motto:
"Naaaa Jungs?! Wat meinter denn? 50? 100? 1000?"
"Och, machen wa 40? Mene Frau is jestern 40 jeworden und da war doch mal diese ene komische Studie da mit der vermurksten Methodik.... Dat merkt ken Mensch, liest ja eh kene Sau nach."
"Sprich nicht weiter! Is jebongt! Müssen heute ja och noch n bissl wat schaffen, gell?"
"Hasse rescht!"
Luftqualitaet Stickstoffdioxid (NO2) | Stadt Duisburg
WHO/Europa | Luftgueteleitlinien fuer die Europaeische Region
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: die WHO weiß, dass die Studienlage keine Grenzwertaussage zulässt und lässt daraufhin diesen durch das Bauchgefühl der von ihr auserkorenen "Experten" erfühlen (Wie viele "Opfer" konnten diese noch gleich untersuchen? Auf Studien konnte sich auch keiner Berufen, denn die hatte die WHO zuvor schon ausgewertet und keinen belastbaren Wert ermittelt) und als Empfehlung veröffentlichen.
Auch eine Neubewertung durch "neutrale" Forscher ist als Forderung zum einen lachhaft, weil Forschung und Forschende mit jeder neuen Untersuchung genau das tun: Neue Daten erfassen, sichten und Schlüsse daraus ziehen. D.h. das ist eine Neubewertng der Datenlage findet quasi permanent statt, dass liegt in der Natur der Sache.
Das ganze durch "neutrale" Forscher machen zu lassen ist dagegen eine Frechheit. Warum sind denn die, die bisher geforscht haben nicht neutral? U.a. mein Bruder hat zu dem Thema promoviert. ist er nicht neutral? Hat ihn die Industrie gekauft?
Vielleicht fragst du mal deinen "Bruder" (dessen wegweisende Arbeit du hier gerne verlinken darfst), wie es um die Neutralität der Forschung und vor allem dank der zwanghaften Paperflut ("wer nicht veröffentlicht, existiert nicht", >80% aller Studien sind kompletter Schrott ohne irgendeinen Wissensgewinn) bestellt steht.
Und so steht es auch um die Studien rund ums Thema NOx. Tausende Studien, die eigentlich immer wieder den selben Sachverhalt nachstellen.
Um eine These zu festigen, ist es aber notwendig, sie aus verschiedenen Winkeln zu betrachten. Am einfachsten überprüft man sie gar über die Falsifikation.
Ist hier nie geschehen.
Masse ist noch lange nicht Klasse.
Klar, ein Forscher, der etwas anderes herausfindet wie das was ich glaube, kann ja nicht neutral sein...
In der Forschung ist die Überprüfung von Ergebnissen und der Beschuss von Theorien von allen Seiten Tagesgeschäft. Forscher, die zu ihrer Arbeit stehen, suchen die Überprüfung durch Fachkollegen. Deswegene werden sie veröffentlicht.
Leider finden diese Überprüfungen und Widerlegungsversuche (eben wegen genannter Paperschwemme und Schrottstudien) kaum noch statt. Schlimmer noch: selbst wenn ein Forscher etwas nachvollziehen oder sich an der Widerlegung versuchen möchte, kann er es gar nicht, denn es findet sich kaum jemand für die Finanzierung. Die Damen und Herren können leider auch nicht von Luft und Liebe leben und so bleibt diese wichtige Kontrolle mittlerweile zum Großteil aus.
Die Forschungsfinanzierung und deren Abtrennung von Interessengruppen ist allgemein ein riesiges Problem. Vor allem in der Medizin-/Pharmaforschung, aber natürlich auch bei allem rund um Umwelt und Entsorgung. Interessengruppen versuchen überall ihre Samen zum Keimen zu bringen.
Und für einen Forscher auch nicht ganz unwichtig: man möchte auch morgen noch existieren, auch für Folgestudien herangezogen werden. Die Verführung, zu produzieren, was der Auftraggeber gerne hören möchte, ist immens groß.
Deswegen ist eine Neuauswertung der Studienlage durch unabhängige Forscher (bezahlt durch Steuermittel) bei einem Thema dieses Ausmaßes eigentlich unumgänglich.
Diese Kritikpunkte sind recht einfach zu widerlegen. Z.B. ist der Vorwurf der mangelnden Toxizitätsmuster besonders hanebüchen...
Schönes Interview zu dem Thema:
Lungenfachaerzte gegen Feinstaubgrenzwerte - Gesundheitsexperte: "Das sind alles Laien"
Wenn man das liest, platzt einem das Hirn. Bei den tatsächlich wichtigen Fragen schweift er immer wieder ab und tut so, als würde es gar nicht um Grenzwerte gehen. Und dann auch noch so methodisch völlig falsch. Beispiel:
Die Evidenz wird heute von weltweiten Gremien, von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern immer wieder neu beurteilt. Beispielsweise kommt die amerikanische Umweltbehörde in ihren Reviews, durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemacht, zu dem Schluss, dass Stickoxide eine kausale Ursache sind für Atemwegsprobleme, bei Asthmatikerinnen und Asthmatikern.
Eine Evidenz ist immer ein tatsächlicher Nachweis. Sie ergibt sich nicht durch Beurteilung oder Neubewertung. Sie ist da oder eben nicht und durch Daten handfest zu belegen.
Auch bezweifelt niemand, dass Stickoxide kausale Ursache für Atemwegsprobleme bei Asthmatikern sind. Die Frage ist, ab welchem
Grenzwert Probleme auftreten. Die Schäden, die bspw. NOx in einer "hohen Konzentration" anrichtet, kann der Körper sogar bei Abstinenz völlig reparieren (siehe
Regeneration nach Raucherentwöhnung).
In einem geschlossenen Raum fingen nach Studienlage (Lowest Observed Adverse Effect Concentration (LOAEC)) die schwächsten Atemwegspatienten nach einstündiger Exposition mit 375 μ g/m³ NO2 an Beschwerden zu zeigen, die fittesten hielten bis 565 μ g/m³ durch. Man zog einen großzügigen Sicherheitsabschlag ab und legte den Grenzwert auf 200 μ g/m³ für eine einstündige exposition Atemwegserkrankter fest.
Eine Ableitung eines Schwellenwertes für eine Langzeitexpositon war schlicht nicht möglich (siehe oben).
Bis dato hat sich daran nichts geändert.
Tierversuche wollte man... kam die Nazikeule ("Ihr vergast Affen!").
Ich würde gerne noch mehr noch mal und noch mal und noch mal wiederkäuen, aber... lies doch einfach den Thread. Es nervt einfach nur noch, dass sich niemand mehr mit Themen beschäftigt oder zumindest kurz nachliest, was bereits diskutiert wurde, bevor er/sie seinen Senf ins Klavier tackert.
Beim Thema Grenzwerte NOx/Fenstaub ist überhaupt nichts geklärt oder gesichert.
Wären sie gesichert, würde man mit Kusshand eine schnelle Überprüfung einleiten.
Daran hat man aber überhaupt kein Interesse.
Dass Köhler den Standpunkt der Kritiker an diesem Vorgehen nun mit diesen Minifehlern (die tatsächlich nicht hätten geschehen dürfen) so schwächt, ist wie gesagt ein Bärendienst. Die Leute sehen jetzt nur noch diese unnötigen Rechenfehler in einem Beispiel, das er nicht mal hätte bringen müssen und die Gegenposition versucht nun natürlich, die gesamte Kritik mit diesen vom Tisch zu wischen und so weiter zu machen wie zuvor.
Eigentlich eine Katastrophe. Vor allem für den Wissenschaftsbetrieb.
/mir geht das Thema nur noch auf die Gonaden. Ich bin raus. Nun ist es eh sinnlos.