Ja dieses Vorbestellerei ist meines Erachtens auch der Hauptgrund für die Misere.
Der Hauptgrund für die momentanen Zustände liegt viel weiter in der Vergangenheit und zwar zum erscheinen von TES IV: Oblivion 2006 rum.
Damals kam irgend ein "genialer" Marketingstratege auf die Idee dem Kunden inhaltlich ehr dürftige DLCs kostenpflichtig andrehen zu wollen. Nun hätte man damals meinen können das der Kunde so einen kostenpflichtigen Murks, wie optische Pferderüstungen und 10 Minuten lange Sammelquests, einfach abstraft aber es kam anders und die Leute kauften diesen Mist auch auch noch fleißig.
Der Rest vom Markt, der das natürlich beobachtet hat, zog nach und trieb das teils noch heftiger auf die Spitze (wiederverwertete Karten aus Vorgängertiteln, Waffen ect. pp.) und das alles natürlich zu immer aberwitzigeren Preisen und immer weniger Gegenwert...
Als man merkte das man damit beim Kunden durch kam dachte sich das Marketing und die Finanzabteilung, na gut, mal schauen wie dreißt wir uns gegenüber unseren Kunden noch verhalten können und wie weit er das noch mit macht.
Also kam als weiteres Schmarnkel die Vorbestellerei, nicht aber das man nur irgendwelche sammlerischen Goudies und ingame Schnickschnack rein packte, nein man ging dazu über "exklusiven" umfangreicheren Kontent im Spiel für Vorbesteller an zu bieten und drehte teils ordentlich an der Preisschraube.
Wer also vorbestellte zahlte am Ende mehr und bekam Content der "normale" Kunde nicht bekam, zumindest bis zu dem Moment wo man sich dachte den exklusiven Content des Vorbestellers einfach 1 Jahr nach Release auch für alle anderen an zu bieten und so nochmal ein paar Mücken zu machen, so das Vorbesteller inzwischen oft eigentlich nur noch früheren Zugang zu Inhalten bekommen und am Ende dafür sogar noch mehr bezahlen als alle anderen.
Mit der Masche kam man auch durch, also schaute man was noch so machbar war.
Gestrafter Kontent, Support und Auslegung der Titel nur noch für maximal 1-2 Jahre , Stichwort AAA-Titel (CoD, BF, AC, usw.), auch hier machen es die Spieler freudig mit und kaufen fleißig die Fließbandware. Dabei hat grade dieses jüngste Konzept deutlich die Qualität der Titel leiden lassen...
Und am Ende bleibt auf Seiten der Käufer: Bei den DLCs haben sich alle beschwert und es trotzdem gekauft. Über den exklusiven Inhalt für Vorbesteller wurde sich beschwert und man kaufte es trotzdem. Über den Zustand der Fließbandware wurde und wird sich beschwert und es wird trotzdem weiter gekauft...
Kurz um, wenn man so ließt, egal welcher Thread es zu dem Thema ist will es immer keiner kaufen und trotzdem kommen EA, Ubisoft, 2K Games, Paradox Interactive, usw. immer wieder mit ihren Mist durch.
Das legt 2 Dinge nahe, entweder die Leute die schreiben den Mist nicht kaufen zu wollen legen nur Lippenbekentnisse ab und sind hinten rum wirds doch gekauft, oder aber es ist halt nur die obligatorische Minderheit und die dumme Mehrheit merkt, wie es oft ist, garnicht wie sie geschröpft und ausgenommen wird und das mit Ware die man in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts noch naserümpfend in den Regalen hätte versauern lassen.
Am Ende ist es wohl eine Mischung aus beiden Punkten.
Was uns leider zu dem Schluss bringt das sich genau garnichts ändern wird. Die angewanten Methoden sind etabliert und werden von den meisten Konsumenten angenommen. Ändern täte sich das nur wenn viele für die breite Masse interessante Titel wieder auf ein faires Konzept setzen würden, 1-2 große Titel wie TW3 von CDP werden das nicht ändern, nicht solange Titel wie CoD, BF, AC, Sims, usw. weiter auf das andere Konzept setzen womit sich unter Garantie mehr Geld mit verdienen lässt als dies bei TW3 der Fall sein wird.
Kein großer Publisher wird den Kurs ändern solange sich mit den oben genannten Praktiken deutlich mehr Geld machen lässt als mit 1 Spiel + Addon, oder fairen Content-DLC (Skyrim: Dragonborn, als Beispiel).
Darum wird sich auch in Zukunft jeder über Spiele wie BF4, oder AC: Unitiy aufregen, aber betroffene Publisher werden trotzdem mit eben jenen Spielen genug verdienen und noch mehr verdienen um da nichts dran ändern zu müssen.
Traurig aber so sieht es aus.