Blog Die deutsche Bahn

GoZoU

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Die Bahn ist zweifelsohne eines der meist benutzten Verkehrsmittel unseres Landes und beweihräuchert sich stetig selbst mit ihrer angeblichen Zuverlässigkeit. Doch wie ich an diesem Wochenende zum gefühlten 100-millionsten-Mal am eigenen Leib erfahren durfte, ist nicht selten das Gegenteil der Fall.

Alles begann am Freitag Abend. Nichtsahnend saß ich zu Hause an meinem PC und suchte mir, wie schon so oft, auf der Website der Bahn eine passende Verbindung raus. Hier sei erwähnt, dass dieser Service wie immer tadellos funktionierte. Doch so Gott wollte, legte er mir einige Steine in/auf den Reiseweg.

Kaum hatte ich den Weg zum Bahnhof angetreten, steckte ich auch schon im ersten Stau fest. "Alles gut, bist früh genug losgefahren" dachte ich noch so bei mir. Doch als ich das innerstädtische Verkehrschaos endlich hinter mir hatte, tauchte auch schon die nächsten Hürden auf....Rentner!

Das soll jetzt nicht gegen Rentner im Allgemeinen gehen, es war lediglich der Fahrer des Wagens vor mir ein offensichtlich pensioniertes Mitglied unserer Gesellschaft und dieses Mitglied wollte einfach nicht aus den Puschen kommen. An dieser Stelle danke ich der Stadt für die möglichst kurvige Planung der Straße und die detailgetreuen Umsetzung, echt sehr gelungen :daumen:.

Nach rund einer Stunde Fahrzeit, normalerweise sollte die Strecke innerhalb von 30 Minuten zu schaffen sein, erreichte ich den ersten Checkpoint, den Bahnhof. Schnell stellte ich das Auto ab und ging zum Fahrkartenautomat. Doch leider musste ich feststellen, dass dieser defekt war. Ein Blick auf die Uhr "18.01 Uhr, du hast noch genug Zeit *freu*", also nächste Station "Schalter", so war jedenfalls mein Plan.

Der Plan des freundlichen Bahnangstellten am Schalter sah dagegen ganz anders aus, der lautete nämlich "Feierabend". Dies teilte er mir auch unmissverständlich mit einem freundlichen aber bestimmten "Ich hab zu!!!" mit. Der Defekt des Fahrkartenautomates war für ihn auch keine Neuigkeit und auf meine Frage, was ich denn jetzt machen solle antwortete er nur "In den Zug steigen und ggf. den Lockführer fragen".

Ein sehr schlechter Ratschlag, wie sich gleich herausstellen sollte. Der Lockführer hatte natürlich keinen blassen Dunst, was in so einem Falle zu tun ist und verwies mich an den Service-Menschen. Dieser wiederum tingelte irgendwo auf dem Gelände herum und freute sich seines Lebens, während ich durch den Bahnhof hetzte und nach ihm suchte. 10 Minuten vor Abfahrt habe ich ihn auch endlich gefunden und er geleitete mich zum Fahrkartenautomat. Auf dem Weg erzählte ich ihm, dass der Automat defekt sei, doch er wollte mir nicht glauben.

Am Automaten angekommen musste er sich dann eines Besseren behleren lassen, seine messerscharfe Schlussfolgerung kam prompt "Der ist kaputt" :hail:. Bis zur Abfahrt waren es inzwischen nur noch 5 Minuten, dies war aber kein Grund für den Service-Menschen vom Trott in den Marsch oder gar Trab zu wechseln. Gemütlich schlenderte er mit mir zu seinem Büro. Dort musste ich meine Verbindung noch einmal im Detail neu angeben und er druckte mir eine Fahrkarte aus.

Wer jetzt glaubt, dass ich endlich in den Besitz meiner heiß ersehnten Fahrkarte gekommen war, der irrt. Denn bei dem Stück Papier handelte es sich lediglich um eine "Anfangskarte". Diese kostet 10 Euro und muss beim Schaffner, sofern man im Zug auf einen trifft, gegen eine "richtige" getauscht werden. Die 10 Euro werden dabei auf den anfallenden Betrag gutgeschrieben.

Nach vier Umstiegen und insgesamt 3 Stunden Verspätung, davon verbrachte ich 2 Stunden bei Wind und Regen draußen an einem Bahnhof ohne Überdachung, kam ich endlich an meinem Ziel an.

Liebe Bahn, bitte folgt weiter eurem Motto "Egal, ob Sie nur ab und zu mal verreisen oder ständig unterwegs sind: Die Bahn ist immer der richtige Partner für Sie. Wir bringen Sie zu Ihrem Arbeitsplatz, zu Ihrer Familie oder wohin Sie gerade wollen. Reisen mit der Bahn bedeutet immer am Ziel entspannt anzukommen...."

Ich muss zugeben, angekommen war ich, entspannt und flott ist aber was anderes. Ich bin mir aber sicher, dass die Bahn das Geld, welches sie beim Abbau der Service- und Info-Mitarbeiter sowie bei den Gehältern der Lockführer spart, in neue Verkehrsleitsysteme und überdachte Bahhöfe investieren wird.
 
:D
Mein Beileid, aber so ist die Bahn nun mal.. Falls wir Mehdorn loswerden, ändert sich vielleicht etwas, ich persönlich mag den Typen überhaupt nicht. Man hat zu oft das Gefühl, er ist mehr aufs Geld aus als auf irgendetwas anderes, und er versucht noch nicht einmal wirklich, diese Tatsache zu verbergen.. (<-- Vorsicht, persönliche Meinung.)

Btw: Herrlich amüsanter Schreibstil. ;)
[...] seine messerscharfe Schlussfolgerung kam prompt "Der ist kaputt" :hail:.
 
das kommt mir doch echt mal bekannt vor. letzten freitag bin ich extra früher auf arbeit abgehauen damit ich den zug kriege. komme dann noch rechtzeitig 10min früher am bahnhof an um dann an der info zu lesen 40 min verspätung :( ich dacht mir alles klar springste noch bei BK rein um 2 burger zu essen und mitm laptop mal schnell das netz abzuchecken. nach ca 30min bin ich dann wieder zurück auf dem bahnhof weil kann ja sein das der zug früher kommt um dann schockiert festzustellen das oben am an der info garnicht mehr mein zu dran stand dann nen andern passagier am bahnhof gefragt der meinte nur der ist komplett ausgefallen. echt schöner mist musste so 2stunden auf den nächsten zug fahren.

und das tolle is ja auch in dem BK am bahnhof hat man natürlich keine ansage gehört damit man weiss was los ist.

in diesen sinne ein hoch auf die bahn
 
:D danke. Leider wiederholen sich einige der hier geschilderten Erfahrungen in regelmäßigen Abständen....die Bahn lebt wohl auch nach dem Motto "learning by doing".

MfG
GoZoU
 
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