AW: Die AfD Wehr
Zum Thema AfD und Bundeswehr:
Aus meiner Sicht ist es ein Konglomerat aus der Suche nach Wertevorstellungen und Sinnsuche in der Aufgabe.
Zu meiner Zeit, ich war von 1985 bis 1994 Offizier bei der Luftwaffe und habe die "Orientierungslosigkeit" nach dem Fall der Mauer live miterlebt,
war die Aufgabenstellung einfach und prägnant und wurde stets auch in der politischen Bildung betont.
Die BW war eine reine Landesverteidigungsarmee, oberstes Credo war stets nie wieder Krieg und die Erinnerung an WK II war stets Mahnmal, für was die moderne BW der Bundesrepublik steht.
Auch wenn in der Zivilbevölkerung nicht sonderlich beliebt, war die Moral in der Truppe hoch, primär durch relativ gutem Ausrüstungsstand und dem Gefühl, dass die Politik hinter einem steht.
Seit geraumer Zeit werden unsere Soldaten mit miserabler Ausrüstung zur Verteidigung (von was?) an den Hindukusch geschickt und Vorbilder aus der Vergangenheit verteufelt.
Letzterer Punkt stiehlt der BW ihre Identität.
Es ist ja nicht so, dass "Kriegshelden" anderer Nationen stets eine blütenreine Weste haben, es ist das Kriegshandwerk und jeder, der irgendwie in Erinnerung beim Militär bleibt, hat Blut an den Händen.
Es dürfte unbestritten sein, dass eine "von Stauffenberg" Kaserne eine bessere Namengebung ist, als eine "von Rundstedt" Kaserne, aber beide Personen sind Teil der Deutschen Geschichte.
Ignorieren oder gar verbieten ist immer der schlechteste Umgang mit der Historie, die Auseinandersetzung mit der Geschichte und das Lernen hieraus muss das Ziel sein.
Gerade die BW hat eine besondere Verantwortung und gerade Leitplanken werden den Soldaten nur dann gegeben, wenn klare Strukturen, klare Aufgaben und gute Ausrüstung gegeben werden.
Die Nicht-Wertschätzung lässt die Truppe nach Vorbildern suchen und das Driften in Richtung ganz rechts/AfD kann nicht der Wille des Volkes sein, das beschützt werden soll.
Hier ist die Zivilbevölkerung und die Politik massiv in ihrer Pflicht, einfaches abladen auf den Rücken des Soldaten ist eine einfache Methode des Wegschiebens von Verantwortlichkeit, aber so funktioniert das nicht.
Jeder Einzelne ist verantwortlich, der Fingerzeig auf den anderen ist unverantwortlich.
Es passt nicht zu historischen Verantwortung des deutschen Militärs, dass die Soldaten weltweit für irgendetwas mißbraucht werden.
Ich bin ein klarer Befürworter dafür, das die BW wieder eine reine Landesverteidigungsarmee wird, Auslandeinsätze nicht mehr statt finden
und auch im Rahmen der historischen Verantwortung im Rahmen der Nato eng mit Ländern wie Polen zusammenarbeiten.
Das gäbe die klare Struktur, klare Mandate und würde die besondere Verantwortung der BW im Rahmen der Nato hervorheben.
Dann gäbe es mutmaßlich auch deutlich weniger AfD Wähler in der BW, was ja das zwingende Ziel sein muss.
Es ist leider den wenigsten Soldaten heutzutage klar, was es denn bedeutet, AfD zu wählen.
Denn das rechtsnationale Gedankengut hat die damalige deutsche Armee in einen völlig sinnlosen Angriffskrieg geschickt, Schande über das Militär gebracht und aus einer stolzen Armee eine Mordmaschine gemacht.
Hitler hat die Armee gnadenlos mißbraucht und völlig zu Recht werden die Taten der damaligen Wehrmacht gebrandmarkt.
Es muss im ureigensten Interesse der BW sein, einen erneuten Mißbrauch zu verhindern und die demokratischen Werte aufs Äußerste zu verteidigen.
Leider ist die demokratische Werteordnung für die Meisten viel zu selbstverständlich und stets wir Kritik daran geübt.
Es ist aber das Beste, was uns bisher in Deutschland politisch widerfahren ist und nur, wenn die Demokratie eines Tages nicht mehr vorhanden wäre, würden wir wohl schätzen lernen, wie wertvoll sie für jeden Einzelnen von uns war.
Somit an die Kameraden der BW hier im Forum:
Haltet an der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und unserer freiheitlichen Grundordnung / dem Grundgesetz fest, es ist das allerhöchste und wertvollste Gut, dass man verteidigen kann.
Und alleine auf das darf man sehr stolz sein.