Der Taiwan Konflikt - nur Säbel rasseln oder spitzt sich die Lage zu?

Wird sicher noch etwas dauern und wirtschaftlich beginnen. China hat noch viele Dollar rumzuliegen, von denen sie sich trennen müssten.
1 Billion?
Wenn sie damit den Markt fluten?

"Das Pandemiejahr 2020 war für Taiwan nicht nur deshalb erfolgreich, weil es mit seinen Erfolgen gegen das Coronavirus international Anerkennung ernten konnte. Während die meisten entwickelten Volkswirtschaften einbrachen, wuchs Taiwans Wirtschaft mit 3,1 Prozent zum ersten Mal seit drei Jahrzehnten sogar stärker als Chinas. Das lag auch daran, dass Taiwans Handel mit China neue Rekorde erreichte. Mit 44 Prozent ging fast die Hälfte von Taiwans Exporten in die Volksrepublik inklusive Hongkong und Macao - zwölf Prozentpunkte mehr als noch 2019."


Gibt es da schon Ersatz?
Die Frage ist wohl nur, wieviel von dieser Halbleiterindustrie nach einem ernsthaften Zwischenfall noch da wäre?

Sie sind weiter als man dachte.
 
Die Frage ist wohl nur, wieviel von dieser Halbleiterindustrie nach einem ernsthaften Zwischenfall noch da wäre?
Schon klar.
Aber im Spiel um/bei einer Blockade gibt es entweder diplomatische Verhandlungen die das lösen oder "irgendwann" wird einer "sehen" wollen, sprich die USA fahren mit z.B. einem dritten Verband direkt in einen Hafen von Taiwan oder eskortieren Handelsschiffe, dann muss auch China sich entscheiden, entweder passen oder Waffen.
Ich glaube nicht das sich die USA einfach einer Blockade beugen würden, inklusive Taiwan und die Anrainer, für die auch eiiniges auf dem Spiel steht und wo Japan steht haben die schon vor Monaten klar gemacht.
Wird sicher noch etwas dauern und wirtschaftlich beginnen. China hat noch viele Dollar rumzuliegen, von denen sie sich trennen müssten.
1 Billion?
Wenn sie damit den Markt fluten?
Ließt du eigentlich irgendwelche Zeitungen oder NAchrichten, die nicht dein Weltbild wiedergeben?


Die Chinesen mögen Dollar Reserven haben, denen stehen aber Innlandsschulden, faule Innlandschulden und faule Schulden ausländischer Staaten gegenüber die seit 5 Jahren größer sind als das BIP der VR China. Man hat mittlerweile keinen Überblick mehr. China ist Geldtechnisch jetzt schon in gewaltiger Schieflage und es hat eine Wirtschaftskrise, Immoblkienkrise, Schuldenkrise, und Corona Krise.
Aber ja die USA sind so schwach und können sich kaum auf den Beinen halten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich glaube nicht das sich die USA einfach einer Blockade beugen würden, inklusive Taiwan und die Anrainer, für die auch eiiniges auf dem Spiel steht und wo Japan steht haben die schon vor Monaten klar gemacht.
Natürlich können die USA eine Blockade von Taiwan nicht hinnehmen.
Nicht wenige Produkte die auf die eine oder andere Art Chips benötigen hängen auch an Taiwan.
Eine anhaltende Blockade von Taiwan würde die US-Wirtschaft also durchaus auf etwas längere Sicht schon merkbar treffen.
 
China ist Geldtechnisch jetzt schon in gewaltiger Schieflage und es hat eine Wirtschaftskrise, Immoblkienkrise, Schuldenkrise, und Corona Krise.

Wer hat die im Moment nicht?
Dafür aber haufenweise billige Energie und Rohstoffe.
Sicher hat jeder von uns beiden seine Sicht, nur laß uns sachlich darüber diskutieren.
Ich sehe die USA nicht in einer besseren Position, wenn es um Taiwan geht.
Sicher haben sie eine sehr gute Marine, aber nur bei Drohungen ständig bereit zu sein und seine Verbände in Bereitschaft und im Dienst zu halten, verschlingt enorme Finanzen und verschleißt die Technik, währen die Chinesen zu Hause schlafen gehen können übertrieben gesagt.
Dazu noch andere Konflikte, so das ich da einfach eine kommende Erschöpfung sehe.
Javelins, Stinger usw, sind endlich.
 
Sicher haben sie eine sehr gute Marine, aber nur bei Drohungen ständig bereit zu sein und seine Verbände in Bereitschaft und im Dienst zu halten, verschlingt enorme Finanzen und verschleißt die Technik, währen die Chinesen zu Hause schlafen gehen können übertrieben gesagt.
Die USA machen das seit dem WWII und ihre Trägerkampfgruppen in jetziger Form gibt es seit mehr als 30 Jahren, und daran wird sich wenig ändern.
Auch verstehe ich nicht so ganz dein Hinweis auf Verschleiß der Technik.
Die USA haben einmal einen riesen Stützpunkt in Japan Yokosuka inkl, Docks, plus Okinawa und sie sind seit 2016 zurück in Subic Bay auf den Philipinen, die mit Abstand größte Anlage der USA im Pazifik bis 1990. Danach wollten die Philippinen nicht mehr, aber seit 2016 sind die USA zurück, weil die Philippinen inzwischen mehr Angst vor VR China haben, als Angst/Hass auf Uncle Sam.
Aber du kannst dir weiter einreden, die USA schwimmen im Pazifik herum, ohne Stützpunkte, Infrastruktur und auch Hilfe, und das direkt vor der Haustür von Taiwan und China.
 
Die USA machen das seit dem WWII und ihre Trägerkampfgruppen in jetziger Form gibt es seit mehr als 30 Jahren, und daran wird sich wenig ändern.
Auch verstehe ich nicht so ganz dein Hinweis auf Verschleiß der Technik.
Die USA haben einmal einen riesen Stützpunkt in Japan Yokosuka inkl, Docks, plus Okinawa und sie sind seit 2016 zurück in Subic Bay auf den Philipinen, die mit Abstand größte Anlage der USA im Pazifik bis 1990. Danach wollten die Philippinen nicht mehr, aber seit 2016 sind die USA zurück, weil die Philippinen inzwischen mehr Angst vor VR China haben, als Angst/Hass auf Uncle Sam.
Aber du kannst dir weiter einreden, die USA schwimmen im Pazifik herum, ohne Stützpunkte, Infrastruktur und auch Hilfe, und das direkt vor der Haustür von Taiwan und China.
Nicht das du denkst ich bin alleine. ?


Es gibt haufenweise vernünftige Infos.
 
Die Chinesen mögen Dollar Reserven haben, denen stehen aber Innlandsschulden, faule Innlandschulden und faule Schulden ausländischer Staaten gegenüber die seit 5 Jahren größer sind als das BIP der VR China. Man hat mittlerweile keinen Überblick mehr. China ist Geldtechnisch jetzt schon in gewaltiger Schieflage und es hat eine Wirtschaftskrise, Immoblkienkrise, Schuldenkrise, und Corona Krise.
Ist ja mit ein Hauptgrund, warum Xi sich dringend auf dem kommenden Parteitag bestätigen lassen MUSS.

Ich habe hier in München chinesische Geschäftspartner (ja, die Chinesen bauen auch in Deutschland), die deutlich offener bei einem Bier reden, als in ihrer Heimat.
Da rumort es ganz schön im Lande, denn die irrsinnigen Verluste der chin. Wohnbaukonzerne in China haben den unangenehmen Nebeneffekt, dass hunderttausende von Billiglohnbauarbeitern auf der Matte/Straße stehen.

Das sind im Prinzip die ehemaligen Wanderarbeiter von Filmchen aus den 1970gern oder 1980gern aus China, die saisonal aus den Provinzen zum Arbeiten in die Großstädte zogen.

Diese Geldflüsse versiegen aktuell und strukturschwache Provinzen wie Yunnan, Sichuan oder auch Heilongjiang haben jetzt schon massive Probleme deswegen.
Es gibt da ganz grob innerchinesische entwicklungstechnische aber auch kulturelle und einkommenstechnische Niveaugefälle wie z. B. in der Türkei zw. Istanbul und Igdir an der armenischen Grenze.
 
Zuletzt bearbeitet:
Da rumort es ganz schön im Lande, denn die irrsinnigen Verluste der chin. Wohnbaukonzerne in China haben den unangenehmen Nebeneffekt,
einen Teil dieses Geldes auf den chinesischen Markt umgeleitet. Eine Folge davon war ein erhebliches ausländisches Engagement in Chinas Finanzsystem, wobei allein Immobilienentwickler, darunter Evergrande, mehr als 220 Milliarden US-Dollar an Schulden vom US-Dollar-Anleihemarkt aufgenommen haben. Jeder Schock für die chinesische Wirtschaft und das chinesische Finanzsystem wird auf den globalen Märkten nachhallen,

Interessanter Stoff.
 
Wenn jetzt noch eine deutsche Delegation nach Taiwan fährt, könnte es heiß werden.
Der völkerrechtliche Zustand Taiwans ist indes unklar. China betrachtet es als Einmischung in ihre Angelegenheiten.
Möchte mal wissen was passiert wenn Russland oder China Mexico aufrüsten.
 
Möchte mal wissen was passiert wenn Russland oder China Mexico aufrüsten.
Welchen Zweck sollte das erfüllen? Die mexikanische Regierung ist sehr an einem guten Verhältnis zu den Vereinigte Staaten gelegen und das organsisierte Verbrechen in Mexiko hat keinerlei Bedarf an russischen und chinesischen Waffen - die haben und beziehen ihre Hardware gut und günstig sowohl aus Südamerika als auch (paradoxerweise) aus den USA, wie häufige kriegsähnliche Schusswechsel mit der Polizei beweisen.
 
Wenn jetzt noch eine deutsche Delegation nach Taiwan fährt, könnte es heiß werden.
Der völkerrechtliche Zustand Taiwans ist indes unklar. China betrachtet es als Einmischung in ihre Angelegenheiten.
Möchte mal wissen was passiert wenn Russland oder China Mexico aufrüsten.
Der Vergleich zu Kuba bietet sich an, nur das die heute so gar keine Lust mehr haben, sich von Russland aufrüsten zu lassen. Die kommen mittlerweile wohl um einiges sehr viel beser mit den USA aud, als die Russische Föderation!
 
Der Vergleich zu Kuba bietet sich an, nur das die heute so gar keine Lust mehr haben, sich von Russland aufrüsten zu lassen. Die kommen mittlerweile wohl um einiges sehr viel beser mit den USA aud, als die Russische Föderation!

Hast du dafür eine Quelle, oder einen Link?
Wenn jetzt noch eine deutsche Delegation nach Taiwan fährt, könnte es heiß werden.
Der völkerrechtliche Zustand Taiwans ist indes unklar. China betrachtet es als Einmischung in ihre Angelegenheiten.
Möchte mal wissen was passiert wenn Russland oder China Mexico aufrüsten.
Die siebenmonatige Präsenz- und Ausbildungsfahrt der Fregatte „Bayern“ von August 2021 bis Februar 2022 ist ein konkreter Beitrag zu Schutz und Sicherung der regelbasierten Ordnung im Indo-Pazifik. Daher ist Teil ihres Auftrags auch die Unterstützung internationaler Missionen wie „Atalanta“ und „Sea Guardian“


Wer legt eigentlich die Regeln fest?
Die UNO, oder Hinz und Kunz?
 
Wer legt eigentlich die Regeln fest?
Die UNO, oder Hinz und Kunz?
Tust du nur so, oder was soll das, steht doch alles in deiner eigenen Quelle!
Das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen (SRÜ; englisch United Nations Convention on the Law of the Sea, UNCLOS) ist ein internationales Abkommen des Seevölkerrechts, das alle Nutzungsarten der Meere regeln soll.
Dauert genau 2 sec den Begriff UNCLOS zu googlen, aber auch dazu scheint man nicht in der Lage zu sein.
Und ja es ist und war die UNO und nicht Hinz und Kunz, wie eigentlich alle Zwischenstaatlichen Beziehungen auf internationalen Verträgen und Völkerrecht beruhen!
 
Tust du nur so, oder was soll das, steht doch alles in deiner eigenen Quelle!

Dauert genau 2 sec den Begriff UNCLOS zu googlen, aber auch dazu scheint man nicht in der Lage zu sein.
Und ja es ist und war die UNO und nicht Hinz und Kunz, wie eigentlich alle Zwischenstaatlichen Beziehungen auf internationalen Verträgen und Völkerrecht beruhen!

Es ging um die " Regelbasierte Ordnung". Warum bezieht man sich nicht auf das Völkerrecht ?
Interessante Antwort.

"Antwort des Staatsministers Michael Roth auf die Frage des Abgeordneten Andrej Hunko (DIE LINKE):

Die Begriffe „Völkerrecht“ und „regelbasierte Weltordnung“ ergänzen sich. „Regelbasierte Ordnung“ ist dabei ein politischer Begriff, „Völkerrecht“ ein juristischer.

Die „regelbasierte Ordnung“ umfasst neben den rechtlich verbindlichen Normen des Völkerrechts auch rechtlich nicht bindende Normen, Standards und Verhaltensregeln. Dies sind zum Beispiel das pünktliche Zahlen von Beiträgen, die multilaterale Zusammenarbeit mit dem Ziel einer kooperativen Weltordnung oder informelle Zusammenschlüsse in Freundesgruppen oder Allianzen. Der politische Begriff bezieht sich zudem auf verschiedene internationale Foren und ihre Entscheidungsregeln sowie Verhandlungsprozesse.

„Völkerrecht“ bezieht sich auf rechtlich bindende Regeln des Umgangs der Völkerrechtssubjekte, insbesondere der Staaten, miteinander. Es umfasst internationale Übereinkünfte allgemeiner oder besonderer Natur, wie etwa die Charta der Vereinten Nationen oder die Menschenrechtskonventionen, daneben aber auch internationales Gewohnheitsrecht und allgemeine Rechtsgrundsätze."


Ich bevorzuge das Völkerrecht und keine schwammigen, nach Interessen definierten " Regeln" die man anpassen und ändern kann.
Wenn man diese strikt umsetzten würde, habe es weniger Probleme.
 
Wer legt eigentlich die Regeln fest?
Die UNO, oder Hinz und Kunz?
Die Problematik ist komplexer.
Es gibt international anerkannte Grundsatzverträge des Völkerrechts, die alle bei der UNO abrufbar wären.
Die betrifft z. B. die sogenannte 12 sm Zone um die Küstenlinien von Seeanrainerstaaten.

Dann gibt es sie sogenannten Festlandsockelansprüche.
Diese sind über UNO-Verträge grundsätzlich erst ein Mal Ausgangsbasis aller weiteren Überlegungen.
Das wird nun kompliziert.
Definition:

Festlandsockel Begriff​

Definition​

der jenseits des Küstenmeers gelegenen Meeresboden und Meeresuntergrund, der sich entweder über die gesamte Verlängerung des Landgebiets bis zur äußeren Kante des Festlandsrands oder bis zu 200 Seemeilen von der Basislinie erstreckt (Art. 76 Abs.1 Seerechtsübereinkommen).


Kompliziert insofern, als das im Falle östliches Mittelmeer hier die Grenzlinien überschneiden, sowohl vom Begriff des eigentlichen Festlandssockels aus, als auch in der 200 sm Zone per se.
On top überschneiden sich im Falle Griechenland und Türkei auch noch die 12 sm Zonen
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Liegt nun ein bilateraler Vertrag zw. in dem Fall Libyen und der Türkei vor und ignoriert dieses bilaterale Abkommen, dass eigentlich über originär Zyprische Gewässer über Zyperns Kopf hinweg entschieden wurde, haste halt einen Konflikt.
Völkerrechtlich glasklar liegt der von der Türkei beanspruchte Teil in den Hoheitsgewässern der Republik Zypern ("Südzypern, grün), ausgerechnet da liegen die vermuteten Gasfelder.
Ebenso glasklar und von Griechenland auf strittig gestellt gehört die obige hellblaue Fläche den Türken, blöder Weise aber ohne Gasvorkommen.

Warum der Exkurs?
Um die Situation vor Taiwan zu verstehen, muss man die Situation im Südchinesischen Meer verstehen.
Deshalb:
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Bis ca. im Jahre 2000 war die Situation hier "sonnenklar".
Es gibt die allgemein anerkannte 12 sm Zone.
Das südchinesische Meer ist ein Flachmeer = keine Kontinentalsockeldefinition möglich.
Also greift über Völker- und UN-Recht die 200 sm Zone bzw. eine Individualvereinbarung der Anrainerstaaten ist möglich.
Genau diese hat zw. den Philippinen, Malaysia und Vietnam statt gefunden.
Die bekannte Flachmeerzone um die Spratleyinseln blieb aber nach Feststellung von Bodenschätzen weiterhin "strittig".
Zw. Vietnam und den Philippinen gibts ein Abkommen der gemeinsamen Nutzung.
Malaysia zuckt da noch.
Brunei definiert die 200 sm Zone und hält sich zu 100% ans Völkerrecht.

Dann kamen sowohl China wie Taiwan ins Spiel.
Wohlgemerkt gibt es weder eine Kontinentalsockelregelungsmöglichkeit, noch befindet sich auch nur ein Hauch des südchinesischen Meeres in der 200 sm Zone von China,
wie man an der Ausbildung des Anspruches von Brunei glasklar erkennen kann.

Das rohstoffarme Taiwan hat Verträge mit den Philippinen und Vietnam zur Mitausbeutung der vermuteten Bodenschätze geschlossen.
China hat unter Mißachtung der UNO-Regelung und unter Mißachtung der berechtigten Ansprüche von den Philippinen und Vietnam bei den Spreatly Inseln künstliche Riffe und künstliche Inseln aufgeschüttet.
Definiert hier eine 12 sm und eine 200 sm Zone und somit Ärger.

In Fakt waren das mal Flachwasserriffe mit kaum Oberflächendurchdringungen.
Der dabei verursachte ökologische Schaden wird von der UNESCO und von Greenpeace unterschiedlich bewertet.
Die UNESCO nennt ca. 600 Mrd. US$, Greenpeace bis zu 900 Mrd. US$.
Vietnam hat über die UNO eine Rechnung von ca. 300 Mrd. US$ an China gestellt, die mit Veto von China und Russland nicht angenommen wurde.

Reaktion von Taiwan war, dass diese nun die gleichen Gebietsansprüche stellen.
So wie China das ein Staatenprinzip proklamiert, gilt dies natürlich auch vice versa, das wird dabei immer vergessen.
In den 1950gern war Taiwan die alleine Repräsentanz von "China" bei der UNO.

Historisch und völkerrechtlich betrachtet ist der Anspruch von Taiwan an China ungleich höher als der von China an Taiwan. :D :daumen:
Völkerrechtliche Begründung ist ganz einfach.
Taiwan war historisch nie ein geografischer Teil von China.
Die "Exilregierung" hat zeitlich wie im Sinne völkerrechtswidrige Handlungen (Maos Kulturrevolution mit Millionen von ermordeten Chinesen) gesehen die höheren Ansprüche.
Der völkerrechtlich korrekte Weg wäre, dass China an die Regierung von Taiwan fällt, diese die Insel aber komplett räumen und aufs Festland ziehen....
Hört sich doof an, ist aber so.

Der Witz ist nun, dass ausgerechnet China sich auch auf die bilateralen Verträge zw. Taiwan,
den Philippinen und Vietnam beruft und unter Hinblick ihres Verständnisses des einen China hier eine nachträgliche Legitimation auf diese Gebiete proklamiert.

Wie kommt nun die USA ins Spiel?
Nun ja, mit Sicherheit haben diese im Hintergrund auch das Interesse, bei der Ausbeutung eines der größten noch nicht ausgebeuteten Rohstoffstätten auf der Welt mitzumischen.
Völkerrechtlich beharren diese auf die vor ca. 2000 beschlossene Regelung der Anrainerstaaten - so fragil diese auch ist, völkerrechtlich wäre dies korrekt.
Und zu guter Letzt ist die USA ja auch noch "Schutzmacht" zumindest für die Philippinen und auch für Taiwan.
Darüber hinaus geht es zuletzt auch darum, dass die einzige verbliebene Supermacht USA natürlich vermeiden möchte,
dass der mutmaßliche Chefstuhlbeinsäger China noch mehr weltweiten Einfluss bekommt.
Im Nachhinein und aus kapitalistisch-westlicher Brille betrachtet könnet man zum Schluss kommen, dass Truman (und McArthur) im November 1950 vielleicht doch recht hatten...

Unterm Strich ist also der Konflikt um Taiwan eigentlich ein rein wirtschaftlicher.
Es geht den Chinesen nur auf dem Papier um Taiwan.
Es geht ihnen aber insgeheim darum, die größte bekannte irdische Rohstofflagerstätte, die noch nicht ausgebeutet wurde, selber auszubeuten.
 
Die Problematik ist komplexer.
Es gibt international anerkannte Grundsatzverträge des Völkerrechts, die alle bei der UNO abrufbar wären.
Die betrifft z. B. die sogenannte 12 sm Zone um die Küstenlinien von Seeanrainerstaaten.

Dann gibt es sie sogenannten Festlandsockelansprüche.
Diese sind über UNO-Verträge grundsätzlich erst ein Mal Ausgangsbasis aller weiteren Überlegungen.
Das wird nun kompliziert.
Definition:

Festlandsockel Begriff​

Definition​

der jenseits des Küstenmeers gelegenen Meeresboden und Meeresuntergrund, der sich entweder über die gesamte Verlängerung des Landgebiets bis zur äußeren Kante des Festlandsrands oder bis zu 200 Seemeilen von der Basislinie erstreckt (Art. 76 Abs.1 Seerechtsübereinkommen).


Kompliziert insofern, als das im Falle östliches Mittelmeer hier die Grenzlinien überschneiden, sowohl vom Begriff des eigentlichen Festlandssockels aus, als auch in der 200 sm Zone per se.
On top überschneiden sich im Falle Griechenland und Türkei auch noch die 12 sm Zonen
Anhang anzeigen 1399869
Liegt nun ein bilateraler Vertrag zw. in dem Fall Libyen und der Türkei vor und ignoriert dieses bilaterale Abkommen, dass eigentlich über originär Zyprische Gewässer über Zyperns Kopf hinweg entschieden wurde, haste halt einen Konflikt.
Völkerrechtlich glasklar liegt der von der Türkei beanspruchte Teil in den Hoheitsgewässern der Republik Zypern ("Südzypern, grün), ausgerechnet da liegen die vermuteten Gasfelder.
Ebenso glasklar und von Griechenland auf strittig gestellt gehört die obige hellblaue Fläche den Türken, blöder Weise aber ohne Gasvorkommen.

Warum der Exkurs?
Um die Situation vor Taiwan zu verstehen, muss man die Situation im Südchinesischen Meer verstehen.
Deshalb:
Anhang anzeigen 1399870
Bis ca. im Jahre 2000 war die Situation hier "sonnenklar".
Es gibt die allgemein anerkannte 12 sm Zone.
Das südchinesische Meer ist ein Flachmeer = keine Kontinentalsockeldefinition möglich.
Also greift über Völker- und UN-Recht die 200 sm Zone bzw. eine Individualvereinbarung der Anrainerstaaten ist möglich.
Genau diese hat zw. den Philippinen, Malaysia und Vietnam statt gefunden.
Die bekannte Flachmeerzone um die Spratleyinseln blieb aber nach Feststellung von Bodenschätzen weiterhin "strittig".
Zw. Vietnam und den Philippinen gibts ein Abkommen der gemeinsamen Nutzung.
Malaysia zuckt da noch.
Brunei definiert die 200 sm Zone und hält sich zu 100% ans Völkerrecht.

Dann kamen sowohl China wie Taiwan ins Spiel.
Wohlgemerkt gibt es weder eine Kontinentalsockelregelungsmöglichkeit, noch befindet sich auch nur ein Hauch des südchinesischen Meeres in der 200 sm Zone von China,
wie man an der Ausbildung des Anspruches von Brunei glasklar erkennen kann.

Das rohstoffarme Taiwan hat Verträge mit den Philippinen und Vietnam zur Mitausbeutung der vermuteten Bodenschätze geschlossen.
China hat unter Mißachtung der UNO-Regelung und unter Mißachtung der berechtigten Ansprüche von den Philippinen und Vietnam bei den Spreatly Inseln künstliche Riffe und künstliche Inseln aufgeschüttet.
Definiert hier eine 12 sm und eine 200 sm Zone und somit Ärger.

In Fakt waren das mal Flachwasserriffe mit kaum Oberflächendurchdringungen.
Der dabei verursachte ökologische Schaden wird von der UNESCO und von Greenpeace unterschiedlich bewertet.
Die UNESCO nennt ca. 600 Mrd. US$, Greenpeace bis zu 900 Mrd. US$.
Vietnam hat über die UNO eine Rechnung von ca. 300 Mrd. US$ an China gestellt, die mit Veto von China und Russland nicht angenommen wurde.

Reaktion von Taiwan war, dass diese nun die gleichen Gebietsansprüche stellen.
So wie China das ein Staatenprinzip proklamiert, gilt dies natürlich auch vice versa, das wird dabei immer vergessen.
In den 1950gern war Taiwan die alleine Repräsentanz von "China" bei der UNO.

Historisch und völkerrechtlich betrachtet ist der Anspruch von Taiwan an China ungleich höher als der von China an Taiwan. :D :daumen:
Völkerrechtliche Begründung ist ganz einfach.
Taiwan war historisch nie ein geografischer Teil von China.
Die "Exilregierung" hat zeitlich wie im Sinne völkerrechtswidrige Handlungen (Maos Kulturrevolution mit Millionen von ermordeten Chinesen) gesehen die höheren Ansprüche.
Der völkerrechtlich korrekte Weg wäre, dass China an die Regierung von Taiwan fällt, diese die Insel aber komplett räumen und aufs Festland ziehen....
Hört sich doof an, ist aber so.

Der Witz ist nun, dass ausgerechnet China sich auch auf die bilateralen Verträge zw. Taiwan,
den Philippinen und Vietnam beruft und unter Hinblick ihres Verständnisses des einen China hier eine nachträgliche Legitimation auf diese Gebiete proklamiert.

Wie kommt nun die USA ins Spiel?
Nun ja, mit Sicherheit haben diese im Hintergrund auch das Interesse, bei der Ausbeutung eines der größten noch nicht ausgebeuteten Rohstoffstätten auf der Welt mitzumischen.
Völkerrechtlich beharren diese auf die vor ca. 2000 beschlossene Regelung der Anrainerstaaten - so fragil diese auch ist, völkerrechtlich wäre dies korrekt.
Und zu guter Letzt ist die USA ja auch noch "Schutzmacht" zumindest für die Philippinen und auch für Taiwan.
Darüber hinaus geht es zuletzt auch darum, dass die einzige verbliebene Supermacht USA natürlich vermeiden möchte,
dass der mutmaßliche Chefstuhlbeinsäger China noch mehr weltweiten Einfluss bekommt.
Im Nachhinein und aus kapitalistisch-westlicher Brille betrachtet könnet man zum Schluss kommen, dass Truman (und McArthur) im November 1950 vielleicht doch recht hatten...

Unterm Strich ist also der Konflikt um Taiwan eigentlich ein rein wirtschaftlicher.
Es geht den Chinesen nur auf dem Papier um Taiwan.
Es geht ihnen aber insgeheim darum, die größte bekannte irdische Rohstofflagerstätte, die noch nicht ausgebeutet wurde, selber auszubeuten.

Schöner Beitrag und ich stimme in vielem zu. Sicher spielen auch Sicherheitspolitische Gründe eine Rolle.

Über vergangenes könnte man lange streiten, aber ich beziehe mich auf den heutigen Status Quo und da zählt Taiwan nun einmal zu China und man sollte sie einfach ihr Ding machen lassen.
China hat seit 30 Jahren keinen Versuch zur Eroberung unternommen und sich eher auf wirtschaftliche Verflechtungen konzentriert.
Keine Seite gewinnt dabei und Taiwan verdankt einen Großteil seines Wohlstandes dieser Kooperation.
 
(...)man sollte sie einfach ihr Ding machen lassen.

Na endlich! mal eine knackige Aussage ohne die ansonsten uebliche textuelle Belaestigung. "Einfach ihr Ding machen lassen", anstatt hinzuschauen, anzusprechen oder sich gar einzumischen. Ein bisschen Umerziehung (Klick, Klick) hat noch niemandem geschadet! Nicht, dass am Ende noch die naechste Grafikkarte wegen Chipknappheit teurer wird oder die Nebenkostenabrechnung steigt.

In Deiner Welt haetten die Alliierten auch den Deutschen ueberlassen sollen, was die mit "ihren" Juden machen, richtig?
 
Über vergangenes könnte man lange streiten, aber ich beziehe mich auf den heutigen Status Quo und da zählt Taiwan nun einmal zu China und man sollte sie einfach ihr Ding machen lassen.
Der Status quo ist allerdings der, dass die maoistischen Aufständischen, die Festlandchina seit Jahrzehnten besetzt halten, lediglich den Anspruch erheben, Taiwan gehöre zu ihnen. Auch ein über lange Zeiträume wiederholt erhobener Anspruch ist damit nicht automatisch legitim.

Der Knackpunkt ist hier, dass derselbe historische Grundlage beide Seiten bedient. Der Anspruch der PRC beruht darauf, dass sie sich auf dem Festland als führende Macht durchgesetzt hat - ebenso, wie sich die Republik China auf Tawain durchgesetzt hat. Damit erschöpfen sich auch schon die gegenseitigen Ansprüche.

Einen territorialen Anspruch auf die Insel Taiwan / Formosa könnte auch Japan erheben, die waren dort ebenfalls 50 Jahre am Ruder. Die haben es den Chinesen angenommen, die es wiederum einem Warlord abgeknöpft haben. Davor waren da Spanien, die Niederlanden, Portugal und es gibt womöglich sogar noch den einen oder andere Nachfahren der Ureinwohner, der ggf. den Finger heben könnte.
Sprich, weder über formale Rechtsbegriffe noch über real konstituierte Machtverhältnisse kommt man hier zwingend weiter.

Wäre bei allen Beteiligten unbedingte Einsicht und Friedenswillen im Spiel, würde die Volksrepublik China die Autonomie der Republik China anerkennen und deren internationale Anerkennung nicht sanktionieren - jedoch dafür von letzterer und deren Schutzmächten nicht unbeträchtliche politische Konzessionen verlangen und auch erhalten.
 
Der Status quo ist allerdings der, dass die maoistischen Aufständischen, die Festlandchina seit Jahrzehnten besetzt halten, lediglich den Anspruch erheben, Taiwan gehöre zu ihnen. Auch ein über lange Zeiträume wiederholt erhobener Anspruch ist damit nicht automatisch legitim.

Der Knackpunkt ist hier, dass derselbe historische Grundlage beide Seiten bedient. Der Anspruch der PRC beruht darauf, dass sie sich auf dem Festland als führende Macht durchgesetzt hat - ebenso, wie sich die Republik China auf Tawain durchgesetzt hat. Damit erschöpfen sich auch schon die gegenseitigen Ansprüche.

Einen territorialen Anspruch auf die Insel Taiwan / Formosa könnte auch Japan erheben, die waren dort ebenfalls 50 Jahre am Ruder. Die haben es den Chinesen angenommen, die es wiederum einem Warlord abgeknöpft haben. Davor waren da Spanien, die Niederlanden, Portugal und es gibt womöglich sogar noch den einen oder andere Nachfahren der Ureinwohner, der ggf. den Finger heben könnte.
Sprich, weder über formale Rechtsbegriffe noch über real konstituierte Machtverhältnisse kommt man hier zwingend weiter.

Wäre bei allen Beteiligten unbedingte Einsicht und Friedenswillen im Spiel, würde die Volksrepublik China die Autonomie der Republik China anerkennen und deren internationale Anerkennung nicht sanktionieren - jedoch dafür von letzterer und deren Schutzmächten nicht unbeträchtliche politische Konzessionen verlangen und auch erhalten.

Immer gut ältere Beiträge zu zitieren.

Ich denke das man hier nicht so in die Geschichte schweifen sollte, wie auch in anderen Konflikten und die derzeitigen Tatsachen beachten sollte.
 
Ich denke das man hier nicht so in die Geschichte schweifen sollte, wie auch in anderen Konflikten und die derzeitigen Tatsachen beachten sollte.
Es gibt keine Tatsachen, sondern Ansprüche und Behauptungen, das scheinst du im Falle Taiwans immer noch nicht begriffen zu haben.
Die Tatsache ist der momentane Status Quo seit mehr als 70 Jahren und den will nur eine Partei, wenn nötig mit Gewalt ändern, die VR China!
 
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