Der "Naturwissenschaften" Thread

Es müssten wenige 100 Menschen reichen. Vor allem Frauen die gebärfähig sind. Befruchtete Eizellen kann man vorher einfrieren.
Ansonsten Wissenschaftler, Techniker, Arbeiter.

Nein, das reicht nicht annähernd für ein Generationenschiff. Und die Ausbildung ist sekundär, da ohnehin alle Lerneinrichtungen an Bord vorhanden sind. Ein Generationenschiff mit der von mir angenommenen Flugdauer von 1000 Jahren würde wenigstens 3000 Generationen beherbergen. Schon allein um Inzucht in diesem Zeitraum in Grenzen zu halten, brauchst du eine wenigstens fünstellige Populationsgröße, aber auch aus psychosozialen Gründen. Die Menschen auf so einem Flug sind schon mehr als genug Stress und Einschränkungen ausgesetzt, da willst du denen nicht auch noch die Partnerwahl vorschreiben. Und du brauchst genug Masse, um Schwankungen (Geschlechterverteilungen, Fähigkeiten und Interessen, Krankheiten oder andere Verlustgründe) wegzupuffern. Ich würde mit wenigstens 100 Personen pro Jahrgang planen.

Das ist dann immer noch nicht mehr, als auf einer durchschnittlichen deutschen Großstadtsschule. Stell dir mal vor, du wärst von Geburt an und bis zu deinem Tod mit den Leuten, mit denen zu schon zur Schule gegangen bist, in einem Raumschiff zusammengepfercht. Mit nichts anderem zu tun, als diese Gemeinschaft zu versorgen und den Karren am fliegen zu halten und irgendwann eine neue Generation zu zeugen, wobei der Commander nach Kapazität und Altersstruktur vorgibt, wie viele Kinder zu zeugen sind. Vielleicht sollen auch noch diverse Fähigkeiten geübt werden, die auf einem Raumschiff komplett nutzlos sind, aber in 300 Jahren von Pionieren auf einem fremden Planeten benötigt werden. So oder so sind es genau die gleichen Tätigkeiten, die auch schon deine Urururgroßeltern gemacht haben und die auch noch deine Urururgroßenkel machen werden. Vermutlich unter Nutzung der gleichen Werkzeuge, definitiv an den gleichen Orten und in den gleichen Räumlichkeiten. Ohne Alternativen, ohne Flucht- oder Entfaltungsmöglichkeit. Immer mit der Angst im Nacken, dass einen morgen ein übersehener Komet erwischt. Und das alles nur, damit ferne Nachkommen irgendwann auf einem Planeten landen können, der am Ende doch nicht so lebensfreundlich ist, wie gehofft.

Schon ein Generationenschiff dieses Ausmaßes ist eine ziemliche Horrorvision. Eins mit 100 Personen würde deine Altersgruppe auf weniger als eine halbe Klassengruppe zusammenschrumpfen lassen. Dann kannst du dir nicht mal mehr die Bingorunde aussuchen und mit wem du dann zwei Kinder großziehen wirst (die vermutlich nicht mal deine leiblichen sein werden), wird schon vor deiner Geburt festgelegt sein, genauso welchen Job du wann machst. So etwas bräuchte man gar nicht erst losschicken - die Wahrscheinlichkeit, dass schon im ersten Jahrhundert einer am Rad dreht und überlebenswichtige Dinge (z.B. die restliche Crew) zerstört, läge bei nahe 100%.

Vielleicht kann man sie auch in Cryoschlaf versetzen oder so.
Dann wird das Schiff von einer K.I. gesteuert. Wie in "Alien" oder "Passengers".
Es geht um eine Art "Arche" falls unsere Art vor dem Aussterben bedroht ist.

Damit hast du kein Generationenschiff mehr, sondern bist nahe bei meinem ersten Vorschlag. Nur dass man Menschen oberhalb der primitivsten Embryonalstadien eben nicht mehr einfrieren kann, ohne sie zu beschädigen, weswegen ich ein voll automatisiertes Schiff vorschlage. Bedingungen zu schaffen, unter denen die Kinder von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Kindern von Raumfahrern dazu in der Lage sind, die erste Generation von Kolonialisten zu erziehen und zu trainieren, ist wohl auch nicht schwerer zu schaffen, als Maschinen, die das genauso gut (eher "genauso schlecht") hinbekommen, die aber während des Fluges nur einen Bruchteil der Ressourcen brauchen.
 
Ergänzend hierzu eine Studie, die unter Scienceblogs von Adleramin zusammengefasst wurde (Originalstudie im Link):
Mit dem Generationenschiff zum naechsten Stern – Alpha Cephei

Auch die Besatzung eines Generationenraumschiffes kann irgendwann aussterben. :)

Ich persönlich sehe ein Gen. Schiff maximal als "letzte Chance", wenn aus irgendwelchen Gründen das Leben auf der Erde, evtl. im ganzen Sonnensystem nicht mehr möglich wäre und die Menschheit gezwungen ist, auszuwandern.

Mutmaßlich wäre in einzige Schiff auch nicht erfolgreich, es bedürfte mehrere, wirklich große Schiffe.

Und... auf Grund der gigantischen Entfernungen sollte das Ziel tatsächlich besiedelbar sein, sonst wird das Ganze per se ein Fiasko.

Noch zu den Antrieben:
Selbst Kernfusion erzeugt nur begrenzt Energie.
Denke, dass solche Kernfusionsmotoren (sofern es tatsächlich irgendwann funktioniert) besser im Vorfeld dazu genutzt werden, relativ kleine Forschungsroboter in die nähere Sternenumgebung zu senden.
Bedeutet, dass mehrere Millionen Tonnen Triebwerk und Treibstoff nur wenige Tonnen Nutzlast irgendwohin senden um zu erkunden, ob es sich für ein Gen. Schiff überhaupt lohnt.
Und man muss realistisch bleiben, solch ein Motor schafft auch nur ca. 10% der LG, sprich die allernächsten Sterne sind immer noch 50-80 Jahre Reisezeit entfernt.

Interessant fand ich die im Netz herumgeisternde Lösung eines ganzen Asteroiden als Raumschiff umzubauen.
Immerhin ist diese durchaus phantastische Lösung immer noch besser, als daran zu glauben, dass wir irgendwann Überlichtantriebe entwickeln können, welche die derzeitig bekannte Physik einfach nicht hergibt.
 
Immerhin ist diese durchaus phantastische Lösung immer noch besser, als daran zu glauben, dass wir irgendwann Überlichtantriebe entwickeln können, welche die derzeitig bekannte Physik einfach nicht hergibt.

An Überlichttriebwerke glaube ich auch nicht.
Andererseits fehlt uns immer noch das Verständnis für den Aufbau des Universums.
Die Frage ist, ob wir irgendwann hinter das Geheimnis der Gravitation kommen und dann in der Lage sind diese zu manipulieren.
 
:D
Nun gut, könnte irgendwer diese Fragen beantworten, wäre ihm der Nobelpreis sicher.

Ist eigentlich schon interessant, wir wissen, dass jeder Körper eine Delle im Raum erzeugt, können die Delle berechnen und wissen aber nicht wirklich, warum.
 
Und vorstellen kann man sich das eh nicht, wie eine solche Krümmung überhaupt aussehen soll.
Und das nächste Problem ist, dass jede Überprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie sie perfekt bestätigt hat.
Es braucht also kein Austauschteilchen der Kräfte.
Die Gravitation ist so viel anders als die anderen drei Grundkräfte.
Faszinierend. :D
 
In der Stringtheorie soll Gravitation in unserem Universum nur eine Fernwirkung aus einer anderen Dimension sein, die sich bei uns schwach entlädt. Hier ist sie die schwächste der vier Urkräfte, dort in der anderen Dimension könnte sie die stärkste Kraft sein.
 
:D
Nun gut, könnte irgendwer diese Fragen beantworten, wäre ihm der Nobelpreis sicher.

Ist eigentlich schon interessant, wir wissen, dass jeder Körper eine Delle im Raum erzeugt, können die Delle berechnen und wissen aber nicht wirklich, warum.

Vielleicht weden wir das auch nie. Es könnte doch auch so sein dass die Ursachen der Wirkungen die wir hier wahrnehmen, ganz wo anders stattfinden, eben nicht hier bei uns sondern in anderen Dimensionen welche für unser Universum unzugänglich sind.

In dem Fall Arschkarte, wir würden wissen dass es so ist gleichzeitig aber auch wissen dass wir niemals einen Blick hinter die Bühne werfen können. Gefangen im geschlossenen System Kosmos..
 
Du gehst davon aus, dass wir in einem Universum mit 11 oder 22 Dimensionen leben. Das ist aber eben auch nur wieder eine Theorie, weil die Stringtheorie so viele Dimensionen braucht, da sonst ihr Modell nicht funktioniert.
Andererseits macht die Stringtheorie keinerlei Vorhersagen, die man empirisch überprüfen könnte.
Aber anders herum ist es nun mal auch so, dass wir die quantenphysik nicht überprüfen können ohne die Quantenphysik zu benutzen.
Das ist eben das Problem. Empirisch belegen kann man aktuell nur die allgemeine Relativitätstheorie.
 
Schon ja, andererseits ist die Stringtheorie das mathematisch beste Konstrukt was der Mensch je erschaffen hat. Und wenn wir Affen in etwas gut sind dann sind das mathematische Berechnungen.

So viel ich weiß bewahrheitet sich die Theorie derzeit in den Teilchenbeschleunigern nicht, und man ist inerhalb der des letzten Jahrzehnts etwas von ihr abgerückt, was ja aber noch nichts heißen muss. Denn schlüssig ist sie dennoch, und was Besseres haben wir noch nicht.
 
Es ist ja grundsätzlich so, dass auch DM und DE letztlich nur "Hilfsgrößen" in dem Erklärungsversuch zu dem sind, was wir über die Entstehung des Universums und hier speziell den Vorgang der kosmischen Inflation wissen.
Die theoretische Möglichkeit der Einbettung unseres Universums in größere Komplexe ist immerhin der Strohhalm, den man festhalten mag, wenn man sich über eine Fortbewegung jenseits der LJ fantasieren möchte.

Bereinigt man die Kosmologie um alle Theorien, bleibt nicht mehr viel übrig als das, was Einstein schon vor 100 Jahren berechnet hat :D
Die Krümmung des Raumes ist in der Tat nachweisbar.
 
Schon ja, andererseits ist die Stringtheorie das mathematisch beste Konstrukt was der Mensch je erschaffen hat. Und wenn wir Affen in etwas gut sind dann sind das mathematische Berechnungen.

Ja, ich weiß, sie ist mathematisch so perfekt, dass jeder, der sie sieht, voller Bewunderung davor stehen bleibt. :D
Hat der Lesch mal gesagt, oder so.

So viel ich weiß bewahrheitet sich die Theorie derzeit in den Teilchenbeschleunigern nicht, und man ist inerhalb der des letzten Jahrzehnts etwas von ihr abgerückt, was ja aber noch nichts heißen muss. Denn schlüssig ist sie dennoch, und was Besseres haben wir noch nicht.

Ich hatte da mal ein Video von Josef Gaßner gesehen. Um die Strintheorie im Beschleuniger belegen zu können, braucht es Beschleuniger, die so groß wie das Sonnensystem sind.
Andererseits gibt es im Universum Beschleuniger, die so groß wie eine Galaxie sind. Man müsste sie nur anzapfen und schauen, was man misst.
Ist aber eben nicht einfach. Andererseits können wir heute Gravitationswelle nachweisen. Einsteins Theorie hat das zwar vorausgesehen, dass es sowas geben muss, aber keiner hatte damals jemand geglaubt, dass man eine Apparatur entwickeln könnte, mit der man das messen kann.
Von daher -- abschreiben würde ich nie was. Man muss halt Geduld haben.
 
Lesch ist klassischer Physiker, QM und Strings bekommen solchen nicht gut :D

Bei den Strings jedoch sind sich alle ziemlich sicher, dass sie zu klein sind als dass man sie jemals beweisen können wird. Das sind Planklängen nahe 0 so viel ich weiß ? Sprich fast so klein wie das Universum im aller aller ersten Moment seiner Geburt.
 
Wenn ich nicht irre geht es um eine punktuelle Ausdehnung. Das gilt aber eben für alle Elementarteilchen. Nicht nur die Gravitation. Jedes Teilchen, das wir kennen, ist damit gemeint.
Sie ist halt eine Entwicklung von theoretischem Physikern und Mathematikern.
Praktische Anwendung hast du ja damit nicht.
 
Jede Kraft braucht ein Teilchen, das diese Kraft überträgt. Wo ist das Teilchen, das die Gravitation überträgt?
muss es ein Teilchen sein bzw. ist es immer ein Teilchen? Welle-Teilchen-Dualismus?...
die sprechen von Higgs-Feld/Higgs-Teilchen, welches angeblich die "Gravitation bewirkt"

Nun gut, könnte irgendwer diese Fragen beantworten, wäre ihm der Nobelpreis sicher.
den Nobelpreis dafür gabs doch schon 2013 für Englert und Higgs ;D

The Higgs boson | CERN
HEPHY: Das Higgs-Boson
Higgs-Boson – Wikipedia
 
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