Hmm, achso. Du meinst das eher so, dass irdische Mikroben den Mars kontaminieren und nicht umgekehrt?
Jup, das meine ich. Darum geht es ja schließlich bei einem Flug ZUM Mars und der Suche nach außerirdischem Leben. Letztere kann man in dem Moment, wo man irdisches Leben verbreitet, quasi abhaken. Gerade Kleinstlebewesen können extrem schnell evolvieren, würde man ein Jahr nach einer Landung "Leben auf dem Mars" nachweisen, müsste es schon grundverschieden zu absolut allem auf der Erde sein, um eine irdische Quelle auszuschließen.
Die Gegenrichtung dagegen erachte ich als unproblematisch. Der mit großem Abstand wichtigste Selektionsfaktor/Todesgrund für Leben auf der Erde ist anderes Leben. Das ausgerechnet ein paar Mikroben vom Mars, die seit Jahrmillionen quasi allein herumlagen und sich nur mit abiotischen Faktoren herumschlagen mussten, unter den Bedingungen auf der Erde konkurrenzstark genug für eine problematische Vermehrung wären, ist extrem unwahrscheinlich.
Die scheinen echt sehr hartnäckig zu sein. Und "picken" sich für ihre Robustheit wohl das beste von allen genetisch raus.
Wenn man allerdings die Theorie stützen will, dass das Leben aus dem Weltall kommt, dann müssen fremde Mikroben nachgewiesen werden.
Ich glaube da allerdings nicht dran und an die klassische "Ursuppen" Theorie von Miller.
"Black Smoker" wäre auch noch möglich.
Letztlich sind "Entstehung von Leben" und "Verbreitung von Leben" zwei paar Schuhe. Wenn das Leben nicht auf der Erde entstanden ist, öffnet das zwar Spielräume bei der Wahl möglicher Entstehungsorte, aber letztlich muss es dann da irgendwie entstanden sein. Die spannende Frage ist doch: Wie?
Ja? Durch was denn?
Es wurde längere Zeit abgelehnt, weil die verwendete athmosphärische Zusammensetzung neueren Erkenntnissen zur irdische Urathmosphäre widersprach und unter realistischeren Bedingungen keine vergleichbaren Ergebnisse erzielt wurden. Mittlerweile scheint sich unser Bild von den damaligen Bedingungen aber wieder an Miller anzunähern

Mein größtes Problem mit der Konstruktion war und ist die hohe Dichte relevanter Substanzen und die konstante Elektrizitätszufuhr bei fehlender Strahlung. Schön und gut, dass bei mehreren Wochen konstant andauernder elektrischer Entladungen einfache organische Moleküle entstehen, aber ein ausgewachsener Blitz zerfetzt diese wieder. Millers Bedingungen könnten also nur zufällig in einem schmalen Ring um einen Einschlag an einigen wenigen Stellen auftreten. Und dann würde es Minuten, gegebenenfalls aber auch Jahre dauern, bis an genau der gleichen Stelle noch einmal die gewünschten Reaktionsbedingungen herrschen. Ehe die elektrische Gesamtenergiemenge in dem einwöchigen Millier-Experiment in dieser Form freigesetzt wurde, würden Jahrhunderte vergehen. Das Leben hatte zwar Jahrmillionen Zeit für seine Entstehung, aber wenn sich die organischen Moleküle über so lange Zeit angereichert haben sollen, dann muss man auch erklären, wieso sie so lange stabil blieben und sich nicht wieder zersetzt haben.
Aminosäuren sind die Basis für Leben. Und wenn das Leben auf der Erde enstanden ist, dann gibt es nur zwei Hypothesen welche wahrscheinlich sind.
Das sind Ursuppe und Back Smoker. Mehr kenne ich auch gar nicht.
Tonsubstrate und Eisenablagerungen wären zwei weitere Ansätze.