Kevin Kühnert hatte eine ziemlich interessante Karriere als Politiker. Man mag von der SPD halten, was man will, aber in meinen Augen wirkte Kühnert verhältnismäßig rebellisch, zeigte vielfach Rückrat und sprach unangehme Wahrheiten aus, wobei man ihm stets eine persönliche Ergriffenheit und Authentizität anmerkte.
Im Oktober 2024 tratt er aus "gesundheitlichen Gründen" als SPD-Generalsekretär zurück, sprach eine letzte Rede vor dem Bundestag, und erst vor wenigen Tagen äußerte er sich ausführlich.
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Hier spricht er über persönliche Dinge (sein Lebenspartner sei FDP-Mitglied), über gesundheitliche Probleme (Depression), davon wiederholt mit Gewalt bedroht worden zu sein. Er spricht über gesellschaftliche Orientierung und Sorgen, den kommunikativen Umgang mit Politiker*innen als leichten Zielen.
Insbesondere den letzten Punkt finde ich diskutabel. Öffentlich gab er zu, ein Grund für seinen Rücktritt seien persönliche Bedrohungen - diese Äußerung könnte derartige Übergriffe gegen Politiker*innen bestätigen und motivieren. Andererseits zeigt es, dass ein Politiker als leichtes Ziel für Jedermann ständig eine Zielscheibe auf dem Rücken trägt, und wir dieses Problem vordergründiger thematisieren sollten.
Wir dürfen sie (Trump, Weidel, Kohl, von der Leyen, Habeck, Merz) nicht nur kritisieren, sondern herabwürdigen, verlachen, beleidigen und ihnen auch körperlich übergriffig begegnen, oder nicht? Warum eigentlich? Seit Jahrzehnten werden Politiker*innen nicht nur parodiert, sondern in besonderem Maße auch diskreditiert; inzwischen häufen sich aber Meldungen nicht nur über verbale sondern auch körperliche Übergriffe. Wo liegt hier die Grenze? Und wie haben wir sie verschoben?
Im Oktober 2024 tratt er aus "gesundheitlichen Gründen" als SPD-Generalsekretär zurück, sprach eine letzte Rede vor dem Bundestag, und erst vor wenigen Tagen äußerte er sich ausführlich.
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Wir dürfen sie (Trump, Weidel, Kohl, von der Leyen, Habeck, Merz) nicht nur kritisieren, sondern herabwürdigen, verlachen, beleidigen und ihnen auch körperlich übergriffig begegnen, oder nicht? Warum eigentlich? Seit Jahrzehnten werden Politiker*innen nicht nur parodiert, sondern in besonderem Maße auch diskreditiert; inzwischen häufen sich aber Meldungen nicht nur über verbale sondern auch körperliche Übergriffe. Wo liegt hier die Grenze? Und wie haben wir sie verschoben?
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