Deine elektronische Patientenakte

Das setzt voraus, dass man davon ausgeht, alle Patient*innen seien so dämlich, dass sie gar nicht wissen, was sie eigentlich so alles schlucken.
Viele Patient*innen wissen meist nur von der vereinfachten Wirkung ("Die Pille ist fürs Herz, die für die Nieren."), aber kaum jemand kennt sich mit der Pharmakodynamik aus. Manche setzen auch einfach eigenmächtig, also ohne ärztliche Rücksprache Medikamente ab, und wundern sich dann übers Blaulicht. Und das weiß ich, weil ...
Das ist Pixie-Im-Wolkenkuckuksland-Denke. Mit der Realität hat das NICHTS zu tun.
... ich die berufliche Realität kenne. ;)
Ich erlebe das immer wieder bei meiner Schwiegermutter. Die kommt MIT Medikamentenplan ins KH und bekommt dann dort Medikamente, die man wegen der Wechselwirkungen nicht mit denen auf dem Medikamentenplan nehmen soll, obwohl es alternative Präparate gibt!
Das ist Patientengefährdung. Heutzutage checken Ärzt*innen die Wechselwirkungen mit einem digitalen Tool innerhalb kürzester Zeit.
Ein guter Arzt frag bei der Anamnese obendrein, ob und wenn welche Medikamente genommen werden. Das steht in aller Regel sogar auf jedem Aufnahmefragebogen.
Der Medikationsplan muss schriftlich vorliegen. Wenn man sich da auf die Erinnerung der Patient*innen verlassen würde, gäbe es allzu oft große Probleme.
Warum das jetzt in der ePA für JEDEN frei zugänglich stehen soll, kann ich nicht nachvollziehen.
Genau das stimmt eben nicht. Eigentlich weißt du das auch, @Tekkla.
 
Zuletzt bearbeitet:
Von Eigenverantwortung wohl noch nie was gehört? Und wenn die Götter in Weiß einen Fehler machen, was dann? Hinnehmen, weil gottgegeben oder aufschreien: BEHANDLUNGSFEHLER!? In beiden Fällen hat man den Schaden bei vielleicht sogar gar keinen Nutzen.

Kannst ja mal darüber nachdenken, wie relevant es für dich ist, wenn du etwas informierter darüber wärst, was die Ärzteschaft mit deinem Körper anzustellen versucht.
Eigenverantwortung? Den Großteil derer hat man abgegeben, als man den Arzt aufgesucht hat. Aber was viel schwerer wiegt...
Allein dein letzter Satzteil impliziert ja schon, dass du dem Arzt den DU konsultiert hast, nicht vertraust. Der Grundgedanke wenn ich irgendwohin gehe ist doch, dass ich es nicht selbst lösen kann und einen Profi frage.
Dann so zu tun als wolle der andere einem was böses, ist doch an Lächerlichkeit gar nicht mehr zu überbieten.

Vor allem wüsste ich gern wo du deine vermeintlich fundiertere Fachkenntnis her nimmst. Etwa aus dem Internet, wo jeder Knallkopf erstmal alles mögliche rauskotzen kann? DAS ist dann deine Grundlage für ein Veto und die Wahl anderer Medikationen? Oder was genau willst du ausdrücken? Die Liste in Deutschland zugelassener Medikamente umfasst tausende Seiten jährlich. Die kennst du alle, hast Erfahrungen damit gemacht und kannst das besser beurteilen als ein jahrelang praktizierender Mediziner mit Studium in diesem Fachbereich? Denkst du das wirklich? Worauf stützt du deine Entscheidung und woher nimmst du das nötige Wissen?

Wenn ich zum Arzt gehe und klage über Kopfschmerzen, dann passiert immer das Gleiche. Es wird gefragt ob man genug trinkt und schläft, Stress hat, der Blutdruck wird gemessen, ein Langzeit-EKG angefertigt und gewartet. Bis man mehrfach klagt, über längere Zeiträume. Dann geht's zum Kardiologen, vielleicht noch ins CT und wieder warten. Erst dann wird man ggf. als Migränepatient eingestuft. Das war dann der erste Schritt. Als nächstes kommt die Medikamentenfindung. Der Arzt überlegt welches Medikament zu den beschriebenen Symptomen passt und zum Körper des Patienten. Also was bei Patient 1-99 gut funktioniert hat, muss noch lange nicht das richtige Medikament für Patient Nr. 100 sein.
Selbst dann, wird vielleicht mehrfach umgestellt, bis das richtige dabei ist.
Sollte sich dies dann als Schuhwichse herausstellen, dann ist das nicht falsch und zu hinterfragen, sondern schlicht das richtige "Medikament".

Meinst du diese Lösung steht irgendwo in einem Forum?
 
Viele Patient*innen wissen meist nur von der vereinfachten Wirkung ("Die Pille ist fürs Herz, die für die Nieren."), aber kaum jemand kennt sich mit der Pharmakodynamik aus. Manche setzen auch einfach eigenmächtig, also ohne ärztliche Rücksprache Medikamente ab, und wundern sich dann übers Blaulicht. Und das weiß ich, weil ...
Teilweise wissen das nicht mal Apotheker. Ich hatte mich paarmal mit ihnen unterhalten und gemerkt das sie von meinen Medikamenten gar keine Ahnung haben.
 
Weh tun darf es ja. Wenn man auf Schmerzen steht! :fresse:
Du darfst nicht ignorieren, dass so ein Erlebnis auch stärkt. Denkst du, jemand der das nachweislich überstanden hat, macht sich danach noch Sorgen um eine normale Füllung? Nö. Diese Situation, so unangenehm sie da vielleicht gewesen sein mag, sorgt ggf. also für ein entspanntes Leben in der Zukunft. Entspannung wiederum und Vertrauen, schaffen Wohlbefinden, was wiederum zu weniger Stress und Krankheit und einem längeren Leben führen.
 
Du darfst nicht ignorieren, dass so ein Erlebnis auch stärkt. Denkst du, jemand der das nachweislich überstanden hat, macht sich danach noch Sorgen um eine normale Füllung? Nö. Diese Situation, so unangenehm sie da vielleicht gewesen sein mag, sorgt ggf. also für ein entspanntes Leben in der Zukunft. Entspannung wiederum und Vertrauen, schaffen Wohlbefinden, was wiederum zu weniger Stress und Krankheit und einem längeren Leben führen.
Ja man kann sich alles schön reden. :daumen:
 
Allein dein letzter Satzteil impliziert ja schon, dass du dem Arzt den DU konsultiert hast, nicht vertraust.
Ärzte sind Menschen und Menschen machen Fehler. Eine gesunde Portion Skepsis schadet nicht ;)

Das heißt nicht dass ich Ärzten grundsätzlich Misstraue, das heißt erstmal nur dass ich auch mal auf mein Bauchgefühl höre und eine zweite, oder auch dritte Meinung einhole.
 
Es kommt halt darauf an von wem. Einem anderen Arzt, okay. Dem Internet, oder der Werbeanzeige des Medikamentenherstellers, weniger okay.

Dein Bauchgefühl? Das hat dich doch dorthin geführt wo du das Medikament verschrieben bekommen hast. Das ist doch ein Widerspruch in sich.

Ich möchte das wirklich verstehen. Also mache ich ein simples Beispiel:
Du hast Verstopfung und Angst vor einer Darmkolik. Der Arzt schreibt dir ein Medikament auf das helfen soll. Dann machst du für die nächsten Tage noch Termine mit anderen Ärzten und googelst fleißig andere Medikamente, schaust in diversen Foren nach Berichten und dann, vielleicht sechs bis sieben Tage später probierst du Medikament X aus, oder wie stelle ich mir das vor?

Bei einem Schnupfen wird doch keiner ein simples Nasenspray in Frage stellen, denke ich.

Also wie ist das zu verstehen, mit dem hinterfragen und woher nehmt ihr Informationen von denen ihr denkt sie sind höherwertig als die welche der Arzt hat? Das ist kein anpampen, kein Vorwurf, keinerlei Kritik, sondern echtes Interesse.
 
Ich bin größer, schwerer und weniger um Gesundheit besorgt, das kann ich dir versichern. :nicken:

Edit
Kann die Fragen nicht einfach jemand kurz beantworten?
 
Also wie ist das zu verstehen, mit dem hinterfragen und woher nehmt ihr Informationen von denen ihr denkt sie sind höherwertig als die welche der Arzt hat? Das ist kein anpampen, kein Vorwurf, keinerlei Kritik, sondern echtes Interesse.
Die Informationen bekommt man in ein paar Sekunden googeln. Und von "höherwertig" war auch gar nicht die Rede.
 
Wenn sie aber nicht höherwertig sind, wie können sie dann die fundierte Meinung des Arztes entkräften oder festigen?

Nö, ich gehe zum Arzt und meistens vertraue ich dem was er sagt. Wenn ich aber ein komisches Gefühl habe gehe ich halt noch zu einem zweiten.
Zu einem zweiten... und wann? Also für mich würde das viel Terminverschieberei bedeuten und echten Stress auslösen, der sich dann sehr wahrscheinlich auf den Befund auswirken würde.
Ich finde eure Art derartiges zu betrachten wirklich spannend und gleichzeitig befremdlich. Wann macht ihr das?

Um das mal wieder aufs Thema zu münzen... Gerade das ist doch ein positives Musterbeispiel für diese digitale Patientenakte. Du warst bei einem Arzt, hast alles schon erklärt usw. und willst jetzt von einem zweiten Arzt eine Meinung dazu. Dann braucht der da nur reinschauen, hat alles vorliegen und kann in fünf Minuten seinen Senf dazu geben, ohne dich noch lange ausfragen zu müssen. Das ist positiv, oder?
 
Wenn sie aber nicht höherwertig sind, wie können sie dann die fundierte Meinung des Arztes entkräften oder festigen?
Gar nicht.

Um das mal wieder aufs Thema zu münzen... Gerade das ist doch ein positives Musterbeispiel für diese digitale Patientenakte. Du warst bei einem Arzt, hast alles schon erklärt usw. und willst jetzt von einem zweiten Arzt eine Meinung dazu. Dann braucht der da nur reinschauen, hat alles vorliegen und kann in fünf Minuten seinen Senf dazu geben, ohne dich noch lange ausfragen zu müssen. Das ist positiv, oder?
Eine Zweitmeinung sollte unabhängig von der Erstmeinung entwickelt werden.
 
Dann braucht der da nur reinschauen, hat alles vorliegen und kann in fünf Minuten seinen Senf dazu geben, ohne dich noch lange ausfragen zu müssen. Das ist positiv, oder?
Ich komme gerade von einem etwas älteren Kunden. Der hatte am vor dem WE eine stark geschwollene Hand. Ging zum Hausarzt des Vertrauens. Die Person empfahl ihm Voltaren und Bandage über das WE und dann am Montag wiederzukommen. Gesagt, getan. Heute wieder da, Hand bereits deutlich abgeschwollen, Diagnose: War wohl ein Gichtanfall. Kunde sagt, dass seine Mutter sowas im höheren Alter auch hatte. An beiden Händen waren in zeitlichem Abstand aber Adern geplatzt. Sah ähnlich aus und war wohl ähnlich schmerzhaft. Sagt der Arzt: Ja, das kann das auch gewesen sein. :-_-:

Jetzt erzählst du mir mal, was da in der ePA auftauchen soll und wie das einem anderen Arzt helfen soll? Der liest den geratenen Unsinn des ersten Behandelnden und baut darauf seine weitere Behandlung auf. Mit Glück passt es. Kann aber auch vollkommen falsch laufen.

@Herr_M: JEDER = jeder Behandelnde, aber weißt du ja auch.
 
Lern lesen. Ich hab doch schon geschrieben, dass er im besten fall gar nicht mehr untersuchen muss und direkt überlegen kann ob er mehr drauf hat als der andere Arzt und entsprechen diagnostizieren kann.

Ich weiß ja nicht was für einen Arzt du so besuchst, aber wenn ich meinem Arzt sage, dass ich wissen möchte ob er sich sicher ist, oder ob es noch andere Möglichkeiten gäbe, dann haut der alles raus was ihm einfällt. Wenn ich dann bei einem anderen Arzt sage, dass ich gern eine weitere Meinung möchte, er also weiß, dass ich mit der ersten Aussage skeptisch verblieben bin, warum sollte er, außer er ist sich komplett sicher es ist das Gleiche, das Gleiche verkünden? Er sieht doch eben dadurch, dass du es genau wissen möchtest und das bei weniger investierter Zeit deinerseits. Das hat nur Vorteile für dich.
 
Es sei denn, die Ärzte golfen zusammen und sind sich einig darin, dass eine Krähe der anderen kein Auge aushackt. :ugly:
 
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