Deine elektronische Patientenakte

Herr_M

Moderator
Teammitglied
In ungefähr zwei Wochen wird die und somit vielleicht auch deine elektronische Patientenakte (ePa) in Deutschland ausgerollt. Da wir alle nunmal nicht nur Menschen sondern auch Patient*innen sind, dürfen wir entscheiden, ob wir mitmachen wollen oder nicht. Man muss ja nicht zu allem eine Meinung haben, doch in dieser Sache ist es schwierig, keine Meinung zu haben - wenn man sich mit dem Thema auseinander gesetzt hat.

Was will man davon halten?
Konnte Karl Lauterbach eure Sicherheitsbedenken letztlich zerstreuen?
Erhofft ihr euch durch die angestrebte Reduzierung der Informationsasymmetrie Vorteile?
Lebt ihr in einer der Modellregionen und habt bereits Erfahrung mit der ePa gesammelt?

Und was halten Österreicher*innen von ihrer elektronischen Gesundheitsakte (ELGA)?
Welche positiven oder negativen Erfahrung habt ihr (als Patient*in oder Mitarbeiter*in im Gesundheitssystem) damit gemacht?
 
Habe über dieses Thema mit einem kompetenten Arzt gesprochen, welcher die ePa an sich gut findet. Er hat sich mit dem Thema tiefgründig beschäftigt und sagte, dass es bei dem aktuellen Stand der Einführung zu viele Unsicherheiten gibt und deshalb jedem abrät zuzustimmen.
 
Solange die Informationen meiner Patientenakte nur von Arzt zu Arzt übertragen werden.
Und noch zur Krankenkasse habe ich kein Problem damit.
Damit lässt sich Bürokratie abbauen und alles vereinfachen.
Das E-Rezept z.B. nutze ich schon eine Weile. Und die elektronische AU.
 
Als Mensch der das große Glück hat praktisch niemals krank zu sein (ich war 2014 das letzte Mal beim Arzt weil ich ernsthaft krank war und 2021 das letzte mal wegen einem positiven Coronatest, ich war aber symptomfrei) habe ich bisher keinen Kontakt mit der ePA gehabt.

Meine Erfahrungen sind aber bei Ärzten was Datenlage angeht ziemlich chaotisch und das obwohl (oder grade weil?) es von mir dahingehend wie gesagt kaum Daten gibt die nennenswert über ein Impfbuch hinausgehen. Beispiel: ich war ewig beim gleichen Hausarzt, wenn auch nur seltenst da zu Gast. Der Hausarzt ist dann irgendwann zwischen 2014 und 2021 in Rente (hab ich ja nicht bemerkt...) und mit dem positiven Coronatest musste ich dann zu nem anderen. Alleine schon dass der mich überhaupt aufgenommen hat ging nur deswegen weil ich ihm auch gesagt habe ich hab quasi nix (ernstes) und er wird mich nur sehr selten sehen und nachdem er dann wo auch immer recherchiert hat kam auf meine Frage "und was steht da?" Die Antwort (wörtliches Zitat, hab ich nie vergessen)
"Da steht, dass es sie gibt". :-D

Immerhin.
 
Habe auch widersprochen, persönliche Gründe in Richtung Datenschutz.
Lehne so was nicht grundsätzlich ab, in der jetzigen Form seh ich jedoch Risiken, die ich nicht eingehen möchte.
Muss letztlich jeder selber wissen, wie er damit umgeht.
 
Schwierig. Aus Datenschutzgründen abzulehnen, allerdings gibt es eben auch Diagnosen und Unterlagen bei Fachärzten, die ihre Praxis auflösen, man das nicht mitbekommt und die Akten dann verloren sind.

Kann natürlich auch viele überflüssige Untersuchungen sparen. Wenn der Hausarzt vor 14 Tagen ein Blutbild gemacht hat, müsste das ein Facharzt oder Krankenhaus nicht zwingend es nochmal machen, wenn es unauffällig war.
 
allerdings gibt es eben auch Diagnosen und Unterlagen bei Fachärzten, die ihre Praxis auflösen, man das nicht mitbekommt und die Akten dann verloren sind.
Siehe oben: "Da steht, dass es sie gibt" :ka:

Ich gehe sehr stark davon aus, dass mein verrenteter Hausarzt alles was es je über mich gab dem Schredder zugeführt hat oder berge von Akten alter Patienten irgendwo vor sich hin gammeln.

Für mich kein Verlust da ich nix ernstes habe (von dem ich wüsste) aber sowas ist wenn man ne größere Geschichte hat echt ärgerlich.
 
Für meine Mutter kam auch ein Schreiben, dass eine Praxis aufgelöst wird und man an 2 Tagen vormittags seine Akte abholen kann, oder sie wird entsorgt.
 
Habt ihr dazu einen Brief bekommen oder musstet ihr euch proaktiv darum kümmern?
 
Ich habe ELGA, aber wirklich gemerkt davon habe ich nichts im Sinne von negativen Auswirkungen. Die Idee dahinter finde ich aber gut.
 
"Meine" elektronische Pa kommt ca. 10 - 15 Jahre zu spät. Sicherlich, irgendwann muss man anfangen, aber im Jahre 2025 so langsam anfangen, dass man das Gesundheitswesen auf digital umstellt? Nein, danke. Schon gar nicht mit solchen Sicherheitsrisiken.

Bringt mir in meinem "speziellen" Fall auch nichts, wenn entsprechende Krankheit nicht gut erforscht ist, bzw auch schwierig zu diagnostizieren ist und dazugehörige Fachärzte Mangelware sind.
 
Habe über dieses Thema mit einem kompetenten Arzt gesprochen, welcher die ePa an sich gut findet. Er hat sich mit dem Thema tiefgründig beschäftigt und sagte, dass es bei dem aktuellen Stand der Einführung zu viele Unsicherheiten gibt und deshalb jedem abrät zuzustimmen.
Habe dazu eine andere Quelle ohne Paywall gefunden. Hier auch mit Link zum Offenen Brief der MEDI.
https://www.medi-verbund.de/2025/01/epa-patientenkampagne-risiko/
Vorrangig geht es hier mit Verweis auf die Kritik des CCC um den Schutz der Daten vor unbefugtem Zugriff. Der CCC zeigte sich bisher nicht davon überzeugt, dass die Mängel hinreichend behoben worden seien.
https://netzpolitik.org/2025/bundes...e-kann-ab-29-april-bundesweit-genutzt-werden/

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Auch thematisiert wird Lauterbachs Ankündigung zur späteren Nutzung der Daten für die Forschung, wobei auch KI-Entwicklung inkludiert sein kann. Namentlich werden Google, Meta und OpenAI genannt.
"Daher interessieren sich auch die Hersteller aller großen KI-Systeme für diesen Datensatz. Wir sind im Gespräch mit Meta, mit OpenAI, mit Google, alle sind daran interessiert, ihre Sprachmodelle für diesen Datensatz zu nutzen, beziehungsweise an diesem Datensatz zu arbeiten", so Lauterbach. Natürlich versuche man auch "deutsche Lösungen nach vorne zu bringen, das kann ich Ihnen versichern, aber ich kann Ihnen auch versichern, das Interesse an diesem Datensatz wird weltweit sehr groß sein".
https://www.heise.de/news/Lauterbac...-und-OpenAI-melden-Interesse-an-10179936.html

Solange die Informationen meiner Patientenakte nur von Arzt zu Arzt übertragen werden.
Und noch zur Krankenkasse habe ich kein Problem damit.
Damit lässt sich Bürokratie abbauen und alles vereinfachen.
Das E-Rezept z.B. nutze ich schon eine Weile. Und die elektronische AU.
Nicht nur Ärzt*innen können darauf zugreifen. Auch andere Berufsgruppen sollen nach Freigabe durch die Patient*innen damit arbeiten können, bspw. Apotheker*innen und Therapeut*innen. Es geht um eine grundsätzliche informative Vernetzung des Gesundheitssystems.

Ich habe meiner ePa widersprochen. Mir ist die Gefahr einer vorgefertigten Meinung/ Diagnose bei einem neuen Arzt#in/Therapeut#in zu hoch. Und das sage ich mit einer 40 jährigen Berufserfahrung.
Gruß T.
Interessant. Eigentlich soll die ePa dazu dienen, gut informierte Entscheidungen zu ermöglichen. Ich weiß nun nicht, in welchem Beruf du tätig bist. Warum sollte eine ePa-gestützte Informationsgrundlage die Diagnostik zu vorgefertigten Meinungen bzw. Diagnosen führen?

Kann natürlich auch viele überflüssige Untersuchungen sparen. Wenn der Hausarzt vor 14 Tagen ein Blutbild gemacht hat, müsste das ein Facharzt oder Krankenhaus nicht zwingend es nochmal machen, wenn es unauffällig war.
Labordiagnostische Informationen werden derzeit auch zwischen Ärzt*innen ausgetauscht, sofern Patient*innen dem zustimmen, nur eben auf Papier gedruckt. Wenn Verlaufkontrollen als sinnvoll erachtet werden, wird eben wieder Blut entnommen und mit bisherigen Ergebnissen verglichen.

Habt ihr dazu einen Brief bekommen oder musstet ihr euch proaktiv darum kümmern?
Die Krankenkassen haben die Kund*innen angeschrieben. Dadurch wurden alle Versicherten über das Vorhaben grundsätzlich informiert. Es galt bzw. gilt Opt-Out.
 
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