DDR5-Training 4x32GB

evolver81

Schraubenverwechsler(in)
Hallo zusammen,

ich verzweifle so langsam und ich hoffe, ihr könnt etwas Licht ins Dunkle bringen. Die Foren habe ich kurz überflogen, aber ich vermute, dass mein Problem etwas spezieller an der Kombination der Hardware liegt.

Zunächst - Hardware:
MB: Gigabyte AM5 B650M DS3H (Rev. 1.3) - BIOS-Version FC3b vom 30.06.26
CPU: AMD Ryzen 7 7700X
RAM: 4x32 GB CORSAIR Vengeance DDR5 RAM CMK64GX5M2B6000Z30

Es handelt sich nicht um einen Gaming-PC. Ich nutze den als Server. Daher der große Speicher.
Den Speicher habe ich in zwei Bestellungen gekauft. Ist zwar gleiche Typbezeichnung, aber im BIOS sehe ich bei einem Speicher die PMIC MFG ID RICHTEK, bei den anderen war irgendwas anderes. Habe es leider nicht aufgeschrieben - irgendwas mit A...

Ich hatte den Anfang 2025 zusammengebaut und damals schon ein paar Versuche mit EXPO und 6000 MHz gemacht, die leider alle nicht funktioniert haben. Mit 2x32 GB funktioniert es, aber sobald ich alle vier Riegel drin habe, ist der im RAM-Training und startet alle 2-3 Minuten neu.
Also hatte ich damals auf Standard zurückgestellt, damit ich alle vier Riegel verwenden konnte.

Jetzt hatte ich aber das Problem, dass jeder Neustart des Servers teilweise ewig gedauert hat bzw. er gar nicht gestartet ist. Wenn ich dann Bildschirm usw. dran habe, funktioniert es irgendwann mal - aber alles nicht vorhersagbar.

Gestern musste ich dann nochmal neustarten, und er wollte wieder nicht booten. Er hing wiederholt in der RAM-Training-Schleife. (Neustart nach 2-3 Minuten)
Also nochmal die BIOS-Einstellungen angeschaut, BIOS-Update auf die aktuelle Version gemacht und nochmal mit 6000 MHz versucht. Das hat alles wieder nicht funktioniert. Also CMOS-Reset und versucht, zumindest mit 4x32 GB und Standard-Timings zu booten.
Das will er jetzt auch nicht mehr. Mit vier Riegeln hängt er jetzt dauerhaft im RAM-Training. Div. CMOS-Resets und Versuche, das durch Konfiguration wieder ans Laufen zu bringen, haben nichts gebracht. Mit zwei Riegeln funktioniert der problemlos.

Der Speicher steht nicht in der Liste der unterstützten Speicher von Gigabyte. Muss man da mittlerweile so genau drauf achten? Früher hat man sich irgendeinen Speicher geholt und das funktionierte. Ist das mittlerweile so kompliziert?

Ich bin um jede Hilfe oder Erklärung dankbar.
 
AM5-Herstellervorgabe bei Vollbestückung sind DDR5-3600. Realistisch betrachtet, sind 4400-5200 drin. Wenn denn die RAM-Riegel gleich wären. Mit unterschiedlichen ICs wird das ganz, ganz schwierig.
 
Ich habe vielleicht jetzt doch noch den passenden Thread gefunden, der mein Problem erklärt:
Die maximale Speichertaktung hängt an der CPU und nicht am Mainboard. Mein Ryzen 7 7700X steht mit folgenden Specs auf der AMD Seite:
1783285234833.png


Das erklärt dann, warum meine 4 Riegel auch nicht mit den 4800 MHz "Standard-Timings" laufen? 3600 MHz ist die sichere Taktung? 4800 hatte ich mal laufen, aber wie ich ja bereits schrieb, alles andere als safe.

Ist meine Annahme soweit korrekt? Heißt ich gehe jetzt mit den 2 Riegeln ins BIOS und setze den Takt auf 3600 MHz (also vermutlich Multiplier auf 36?) und dann sollten auch vier Riegel funktionieren?

Seltsam, dass mit zwei Riegeln auch die 6000 MHz funktioniert haben.
 
DDR5-3600 muss mit vier Riegeln eigentlich immer korrekt booten. Dauert bei 128 GB trotzdem gerne mal eine Minute. Das ist vollkommen normal.

Wenn das nicht passiert, liegt das an den grundlegend unterschiedlichen ICs. Einfach nicht kompatibel zueinander. Corsair schreibt Versionsnummern auf die Label. Was steht denn da drauf?
 
Gerade mal getestet... Mit zwei Riegeln ins BIOS und den Multiplier auf 36 gestellt. Reboot => BIOS => 3600 MHz kontrolliert.
Dann die beiden anderen Riegel rein. Danach war er wieder in der Boot-Schleife. 2-3 Minuten nichts und dann Neustart.
Ich habe dann nochmal komplett ausgeschaltet und neugestartet. Hat dann ca. 2 Minuten gedauert, dann bootete er.

Kann ich davon ausgehen, dass es das jetzt war? Oder wird der in Zukunft weiterhin hin und wieder im Boot-Prozess hängen bleiben?
Macht es Sinn, die BIOS-Optionen "Memory Context Restore" zu aktivieren, damit sichergestellt ist, dass der nicht trainiert? Steht aktuell auf "Auto".

Die beiden Riegel haben die gleichen Versionen: 5.43.01. Laut BIOS ist der eine Hersteller RICHTEK und der andere ANPEC.
 

Anhänge

  • 26-07-06 00-13-26 4720.jpg
    26-07-06 00-13-26 4720.jpg
    1,6 MB · Aufrufe: 6
  • 26-07-06 00-18-21 4721.jpg
    26-07-06 00-18-21 4721.jpg
    1,6 MB · Aufrufe: 6
  • 26-07-06 00-26-16 4722.jpg
    26-07-06 00-26-16 4722.jpg
    1,2 MB · Aufrufe: 8
  • 26-07-06 00-26-30 4723.jpg
    26-07-06 00-26-30 4723.jpg
    984,1 KB · Aufrufe: 8
  • 26-07-06 00-26-41 4724.jpg
    26-07-06 00-26-41 4724.jpg
    699,2 KB · Aufrufe: 6
  • 26-07-06 00-26-47 4725.jpg
    26-07-06 00-26-47 4725.jpg
    702,7 KB · Aufrufe: 10
Oder wird der in Zukunft weiterhin hin und wieder im Boot-Prozess hängen bleiben?
Ich kenne das Board jetzt nicht genau, aber bei Versuchen, vier Module bei meinem Asrock in Betrieb zu nehmen, sind eigentlich immer folgende Dinge passiert: Der erste Boot nach Einbau der Module hat ewig gedauert. Dann wurden automatisch DDR5-3600 geladen. Ab dem zweiten Boot war der Vorgang deutlich schneller (nicht "schnell") und wenn ich danach nichts weiter an den Timings oder dem Takt verändert habe, blieb das auch so. Takten konnte ich bis 4.800 MT/s, dann war Schluss.

Generell: Bei AMD wird mehr trainiert als bei Intel, deshalb dauert der Bootvorgang manchmal gefühlt ewig.
Hast du das neueste BIOS geflasht? Das kann den Vorgang nochmals beschleunigen.
Macht es Sinn, die BIOS-Optionen "Memory Context Restore" zu aktivieren, damit sichergestellt ist, dass der nicht trainiert?
Dabei wichtig: Aktiviere ebenfalls den Power Down Mode. Also Memory Context Restore und PDM auf Enabled stellen (sonst bekommst du beim Booten Bluescreens). Der erste Neustart nacht Aktivierung beider Optionen dauert wieder sehr lang. Erst ab dem zweiten Boot gehts dann schneller. Manchmal startet das Board auch neu beim Ändern der Optionen, das ist aber auch normal. Einfach laufen lassen, der wird irgendwann fertig.
 
Gerade mal getestet... Mit zwei Riegeln ins BIOS und den Multiplier auf 36 gestellt. Reboot => BIOS => 3600 MHz kontrolliert.
Dann die beiden anderen Riegel rein. Danach war er wieder in der Boot-Schleife. 2-3 Minuten nichts und dann Neustart.
Ich habe dann nochmal komplett ausgeschaltet und neugestartet. Hat dann ca. 2 Minuten gedauert, dann bootete er.
Könnte es sein, dass du einfach ne sehr ungeduldige Type bist?
Was simd denn 2-3 Minuten? Lass denn doch mal 15 Minuten machen, trink in der Zeit nen Kaffee, oder geh um den Block und dann schau in Ruhe ob er gebootet hat.
Meine Kiste hat damals bestimmt vier oder fünfmal neu gestartet bis die vermeintlich passenden Einstellungen gefunden wurden. Das dauert halt manchmal.

Also nein, ich würde memory context restore erst aktivieren, wenn dein board zumindest einmal in Ruhe die Einstellungen finden konnte und du zwei mal oder öfter neu gestartet hast.
Weil du sonst riskierst dass du ungute Einstellungen dauerhaft beibehältst. Wenns nicht so klappt, kannst du den Weg ja noch immer gehen.
 
Es kommen da so einige Dinge zusammen:

1. Gigabyte > Schmutz, der nicht einmal in der Lage ist ein JEDEC-Profil einzeln zu aktivieren, sondern nur XMP/EXPO. Wer ein JEDEC-Profil laden möchte, muss sich erst einmal manuell eines erstellen und als XMP/EXPO abspeichern. Das geht bei Asrock z.B. deutlich einfacher.

2. Corsair-OC-RAM > Schmutz für Produktivanwendungen, weil meistens nur ein Fallback-Profil (4800) hinterlegt ist und durch die random Auswahl der Chips kaum ein Boardhersteller die wirklich testet. Hier mein Tipp bei Vollbestückung und großen RAM-Mengen stets JEDEC-RAM von Crucial (5600 CL46) zu nehmen. Das läuft einfach und wird meistens auch in den QVL validiert.

3. 7000er Ryzen. Generell sind die Speichercontroller von AMD Schmutz im Vergleich zu Intel, wenn es um Vollbestückung geht. Entweder 9000er nehmen oder gleich zu Intel wechseln. Da bekommt man das oben genannte Crucial-Kit auch mit 256GB DDR5-5600 CL46 meistens ohne Beanstandung gebootet. Speziell Sockel 1851 ist da unglaublich gut.
 
Also nein, ich würde memory context restore erst aktivieren, wenn dein board zumindest einmal in Ruhe die Einstellungen finden konnte und du zwei mal oder öfter neu gestartet hast.
Weil du sonst riskierst dass du ungute Einstellungen dauerhaft beibehältst.
Das kann ich direkt entkräften. Es gibt da sozusagen zwei Modi: lang trainieren, (speichern, und) kurz trainieren.
MCR ist letzteres. Wenn die Sache einmal trainiert ist, und sich nichts an den Einstellungen verändert, können viele Algorithmen einfach übersprungen werden. Das spart dann Zeit und erzeugt keine Instabilität (da ja der sichere Betrieb vorher einmal trainiert wurde).
Gigabyte > Schmutz, der nicht einmal in der Lage ist ein JEDEC-Profil einzeln zu aktivieren, sondern nur XMP/EXPO. Wer ein JEDEC-Profil laden möchte, muss sich erst einmal manuell eines erstellen und als XMP/EXPO abspeichern. Das geht bei Asrock z.B. deutlich einfacher.
Ich mag GB auch nicht, aber die laden durchaus JEDEC, wenn man "Auto" fährt. Ich führe derzeit eine Testreihe dazu durch. Die legen dann zwar noch andere, fragwürdige Einstellungen an, GB halt, aber JEDEC wird genutzt, das kann ich bestätigen. Verbaut wurden hier H24M mit EXPO 8.400 MT/s.
 
Das kann ich direkt entkräften. Es gibt da sozusagen zwei Modi: lang trainieren, (speichern, und) kurz trainieren.
MCR ist letzteres. Wenn die Sache einmal trainiert ist, und sich nichts an den Einstellungen verändert, können viele Algorithmen einfach übersprungen werden. Das spart dann Zeit und erzeugt keine Instabilität (da ja der sichere Betrieb vorher einmal trainiert wurde).
Vollkommen richtig, aber so wie ich ihn verstanden habe, bricht er den Vorgang ja ab und wartet nicht was dabei herauskommt, oder lese ich das falsch?
Von instabil hab ich gar nicht gesprochen. Gemeint war, einfach nicht so gut wie anders trainiert.
 
Es muss auf jeden Fall gewartet werden, ja. Sonst läuft das initiale Training nicht durch und das wird so lange wiederholt, bis es fertig ist.
 
Ich mag GB auch nicht, aber die laden durchaus JEDEC, wenn man "Auto" fährt. Ich führe derzeit eine Testreihe dazu durch. Die legen dann zwar noch andere, fragwürdige Einstellungen an, GB halt, aber JEDEC wird genutzt, das kann ich bestätigen. Verbaut wurden hier H24M mit EXPO 8.400 MT/s.

Das funzt bei meinen überhaupt nicht. Meistens wird statt 5600, 5200 geladen oder noch weniger, wenn man "Auto" einstellt oder belässt.

EDIT

Und dann waren es nicht einmal 5200, sondern ca. 5230, was auch immer das soll.
 
Ja, es ist und bleibt ein Krampf mit Gigabyte, und verschiedene BIOS-Versionen haben verschiedene Macken. Aber gerade deshalb "lohnt" es sich, die mal durchzutesten. Laut Datenblatt unterstützt sein Mainboard jedenfalls 4 × 64 GiB RAM. Dann muss das auch laufen.
 
Nur ganz kurz als "Zwischenmeldung": Bei meinen Tests mit 6000 und 4800 habe ich immer sehr lange (> 30 Minuten) gewartet und erst danach einen erneuten Anlauf (im Sinne von: Strom einmal ab und komplett neustarten) unternommen.
Gestern, beim Versuch mit 3600 habe ich tatsächlich nach dem ersten Reboot (2-3 Minuten) einmal ausgeschaltet, neugestartet und danach konnte er dann ja booten.

Da das der Server ist, über den hier zuhause alles läuft, muss ich da immer die richtige Zeit für meine Tests abwarten. Sonst gibt's von Frau und Kindern innerhalb von Millisekunden Rückmeldung. ;-)

Ich werde vermutlich heute Abend nochmal ein paar Tests unternehmen und ggf. MCR und PDM aktivieren, falls er reproduzierbar so bootet. Sobald es was Neues gibt, melde ich mich wieder.

Nur mal der Neugierde wegen: Was wäre denn in ähnlichem Preissegment die Alternative zu GB und Corsair gewesen? Für den nächsten Server nach der KI-Blase. ;-)
Wenn ich richtig lese auf jeden Fall Intel?

Ich danke euch auf jeden Fall schonmal recht herzlich für den Input. Das hilft enorm.
@PCGH_Dave BIOS ist aktuell. Kam erst vor einer Woche raus.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn du möglichst wenig Probleme auf den Consumer-Plattformen mit hohen RAM-Mengen haben willst, solltest du dich auf zwei Module beschränken. 2x48 GB und 2x64 GB gibt es schon länger und vor allem bei 2x48 GB ist das PLV pro GB gigantisch gut derzeit.
 
Zurück