Einmal im Monat bekommt der Prokurist ein Backup mit nach Hause und bringt das Vorletzte wieder mit.
Und das wäre das zweite mal, dass dem SysAdmin die Hammelbeine langgezogen gehören. Das hat mit Datensicherheit soviel zu tun wie Fidel Castro mit Demokratie

Das Problem: Die Daten verlassen den an sich als sicher definierten Schutzraum, in dem sich die Daten normalerweise aufhalten sollten. Ich weiß, dass man sowas früher gerne gemacht hat. Im Jahre 2015 sollte so etwas aber nicht mehr gemacht werden. Denn die Daten könnten geklaut werden, beim Unfall vernichtet (Backup wäre dann weg), etc. Das dies nicht als sicher angesehen werden kann, ist allein daran zu erkennen, dass die Sicherungskette spätestens beim Verlassen der Firma nicht-deterministisch wird. Mit einem derartigen Arbeitsablauf bekommt man nie eine vernünftige Zertifizierung.
Wenn bei in der Firma was wichtig ist, kopiert die Backupsoftware die betroffenen Dateien im 15min Takt auf ein RAID5.
Sry. Das ist Blödsinn. Wichtige Daten mit Hilfe einer Backupsoftware auf ein RAID zu kopieren, widerspricht dem Prinzip eines RAIDs und steht auch nicht im Einklang mit deinen vorhergehenden Aussagen. Ein RAID ist dazu gedacht, die Daten direkt (in time) zu sichern. Wie du bereits selber (richtigerweise) gesagt hat, ist ein RAID kein Backup. Genau dafür wird es aber in diesem Szenario missbraucht.
Ein RAID ist ein Teil einer Datensicherungskette. Dabei steht das RAID ganz am Anfang, da man direkt auf dem RAID arbeitet (macht man bspw. bei Virtualisierungen. Der NAS wird dabei als iSCSI Target an den Server angebunden.) Das backup wird dann aber auf externe Platten kopiert.
Für Zuhause würd ein (automatisches) Backup auf ein NAS ohne Raid 1 und ab und zu komplett auf eine externe HDD völlig ausreichen.
Wichtig ist meiner Meinung nach vorrangig eine Kopie der betroffenen Daten.
Das Problem ist doch folgendes: Ein RAID realisiert eine "in time" Redundanz. D.h. die Daten liegen immer Redundant vor. Geht eine Platte defekt (hab ich persönlich schon zu hause erlebt, von heute auf morgen), bleiben die aktuellen Daten (wichtig) erhalten. Dabei wird, da gebe ich dir recht, auch die Verfügbarkeit implizit mit erhöht. Aber die Frage der Verfügbarkeit eines Systems ist nicht gleichzusetzen mit den Fragen der Datensicherheit. Richtig ist: Viren, versehentliches löschen, etc. wirken sich ebenfalls auf die Redundanz aus, so dass in Bezug darauf die Datensicherheit durch ein RAID nicht gewährleistet wird. Daher das Backup.
ABER: ein Backup ist eine Datensicherung zu diskreten Zeitpunkten, während ein RAID eine kontinuierliche, permanente Datensicherung darstellt. Und hierbei gibt es einen Zielkonflikt. Je größer der zeitliche Abstand der Backups, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Daten nicht wiederhergestellt werden können. Verringere ich aber den zeitlichen Abstand, dann wirds teuer.
Habe ich nun wichtige Daten (z.B. neue Bilder meiner Kids) gerade auf meine Platte (ohne RAID) gezogen, und die geht futsch, bevor ich ein Backup mache, dann sind die für mich wichtigen Daten weg. Durch ein RAID, auf dem ich wie eine art heimische Cloud alle Daten abspeichere und permanent Zugriff drauf habe, verringere ich dieses Problem erheblich. Durch ein Backup auf eine externe Platte kann man auch die anderen Risiken weiter minimieren.
Und mal ehrlich. Was ist denn zu Hause das größere Problem. Das mein gesamtes Netzwerk mit einem Virus verseucht und alle Daten gelöscht sind oder dass durch eine defekte externe Platte alle meine Daten weg sind. Ich habe schon mehrfach defekte Platten ausgetauscht, einen Totalverlust durch einen Virus hatte ich aber noch nie.
Und genau deshalb ist ein RAID für zu hause eine gute und günstige Alternative. Und wenn ich mir so manchen Post angucke, wie die Leute so ihre Daten sichern, dann stellt man schnell fest, dass da oft ein manuelles RAID gemacht wird --> Daten auf der 1. Platte und regelmäßig auf eine 2. Platte kopieren.
Gruß
boober