Das ist ja wohl der Gipfel: Hamburg, G20 und die Krawalle

Tja im Artikel kann man schön erkennen, was passiert, wenn man die Polizei auf "Deeskalation" setzt.

Gegen die linke Gewalttäter muss man die Sprache benutzen, die sie selbst gegenüber der Polizei immer an den Tag legen. Sonst macht sich der Staat nur lächerlich und wirkt schwach und hilflos. Vor diesem Hintergrund war es absolut richtig, den Schwarzen Block mit einem robusten Einsatz zu begegnen. Was man der Polizei ankreiden kann, ist, dass sie nicht schneller und robuster gegen die linke Gewalttäter vorgegangen ist.
 
Ich weiß nicht, wieso muss sich die Polizei eigentlich (als "Prügelknabe des Staates") alle möglichen extremen Beleidigungen gefallen lassen und sich Steine an den Kopf schmeißen lassen? Und wenn jemand, der als Polizist bekannt ist, nachts in einer Gasse auf eine Gruppe Autonomer trifft, dann ist es glaube ich nicht sonderlich schwer vorstellbar, dass das kein gutes Ende nehmen könnte.

Viele Vorwürfe an die Polizei sind sicher gerechtfertigt, die Gewalt und der Frust haben sicher dazu geführt, dass viele Polizisten einen echten Hass auf alles schieben, was im entferntesten wie ein Aktionist aussieht. Am Ende ist ein Polizist auch nur ein Mensch und hat seine Emotionen nicht immer im Griff.

In diesem Forum (und an anderen Stellen) wird ohne Unterlass immer nur auf die Fehler der Polizei verwiesen, kritisiert, polemisiert... Aber niemals der Fehler bei den eigenen Leuten gesucht. Wir sind schon wieder an der Stelle, wo ich schon vor gefühlt 1000 Seiten war, dass mich diese einseitige Sicht der Dinge, die hier einige haben, einfach richtig anbläht.

Das ist wie in Israel. Weder die Palästinenser noch die Israelis haben ein reines Gewissen, beide Seiten haben mächtig Dreck am Stecken. Wenn man immer nur auf den anderen zeigt, Rache übt und seinen Hass pflegt, dann wird der Konflikt NIE aufgelöst und die Spirale der Eskalation dreht sich endlos weiter - bis der große Knall alles vernichtet.

Eine der zentralen Ideen der linken Weltsicht ist doch eigentlich "Make Love not War" also Frieden als höchstes Ziel. Fangt doch mal bei Euch an! Redet mit der Polizei! Versucht zu deeskalieren, auch wenn die Polizei Fehler macht. Die selbe Message würde ich freilich auch an die Polizei geben, bei denen es ja auch schon viele Versuche der Deeskalation gab.

Meint ihr nicht, dass das am Ende sinnvoller wäre, als sich endlos in Vorwürfen zu ergehen?
 
Ich weiß nicht, wieso muss sich die Polizei eigentlich (als "Prügelknabe des Staates"
Das ist ihr Job. So hat jeder seine Probleme. Warum muss ich mich jeden Tag wieder massiv von Kunden angreifen lassen,
nur weil mal eines unserer Produkte im Fahrzeug ausfiel? Weil der Kundenkontakt zu meinem Job gehört genau wie die
Ordnung des internen Kindergartens. Ich würde in der einen oder anderen Besprechung auch gerne einen Schlag stock
ziehen und für Ruhe sorgen. Darf ich aber nicht und halte ich auch für Kontraproduktiv.

Warum müssen unsere Arbeiter den ganzen Tag unter Hitze und gesundheitsgefährdenden Dämpfen arbeiten? Weil es
ihr Job ist. Und so hat jeder von uns irgend etwas extrem nerviges und jeder von uns wurde mehr oder weniger darauf
vorbereitet, eingewiesen oder geschult. Und von Polizisten erwarte ich, dass sie souverän mit Pack umgehen können und
nicht austicken und "in einen Blutschausch" kommen. Wenn sie das nicht können, haben sie den Job verfehlt.

-Offtopic-
Das ist wie in Israel. Weder die Palästinenser noch die Israelis haben ein reines Gewissen...
Ich halte mich nach vielen Gesprächen mit bekannten Juden und Palästinensern aus jeder Wertung heraus, weil ich beide
Kulturen nicht verstehe. Das sollen die Jungs daunten mit sich ausmachen, da muss ich mich nicht einmischen. Schlau
wäre es, wenn sie die Frauen auf beiden Seiten politish stärker angegieren würden, dass könnte helfen, vielleicht.
 
Nein, das ist nicht ihr Job. Es ist sehr schade, dass Du es so siehst. Und noch mehr schade ist, dass Du auf kein weiteres Wort meines Postings eingegangen bist.
 
Wenn die Gegenseite bewusst martialisch auftrifft und Gewalt einsetzt ist es nicht nur das Recht, sondern meiner Meinung nach die Pflicht, dass unsere Polizei robust gegen solche Subjekte vorgeht. Der Rechtsstaat muss gegen solche Angriff wehrhaft auftreten, sonst hält man ihn für schwach.

Das Gewaltmonopol liegt nunmal beim Staat.
 
Nein, das ist nicht ihr Job.
Wieviele Polizisten kennst Du? Man muss sich leider von unserem gutbürgerlichem Verhalten lösen, wenn man verstehen will, was in der Gesellschaft passiert. Hast Du schon mal einen Beamten begleitet, der bei Vollalkoholikern Geld eintreiben soll, besser gesagt den Gerichtsvollzieher unterstützen muss, ahnst Du, was in Scheidungsdramen passiert, wenn der eingreifende Polizist von emotional massiv angegriffenen Menschen ein " **** Dich doch ins Knie, Du Arsch", anhören muss. Dann haben Polizisten gelernt, dass keinesfalls persönlich zu nehmen, und die Situation mit einzubeziehen. Ansonsten wird jede Beleidigung teuer. Schon ein einfaches "Wegelagerer" an den Verkehrspolizsten wird empfindlich bestraft. :D

Es ist sehr schade, dass Du es so siehst. Und noch mehr schade ist, dass Du auf kein weiteres Wort meines Postings eingegangen bist.
Ich war doch noch am schreiben, das dauert immer etwas... :)
 
Dass sich Polizisten einiges anhören müssen und auch einiges abkönnen müssen, ist mir klar. Dass sie trotzdem immer professionell bleiben sollten und das lt. ihrer Vorschriften auch müssen, ist mir auch klar.

Nichts desto trotz sind es Menschen. Und "Prügelknabe" steht auch nicht in der Vorschrift. Ich bleibe dabei, dass Du es Dir mit der einseitigen Kritik zu leicht machst.

Das mit Israel war nur ein Beispiel für einen anderen Fall gegenseitiger Vorwürfe ohne Aussicht auf Lösung, wenn nicht beide Seiten eigene Fehler eingestehen und zusammenarbeiten, statt sich gegenseitig mit Vorwürfen zu überziehen.
 
Macht die Polizei nichts, ist sie der Buhmann.
Geht die Polizei konsequent vor, ist sie der Buhmann.

Vielleicht, und ich denke jetzt nur mal laut, erwartet die Majoritaet der Buerger von der Polizei ja weder das Eine noch das Andere - weder "nichts" zu tun noch "konsequenter" vorzugehen? Vielleicht erwartet die Mehrheit im Lande, dass Exekutive und Judikative - was nicht dasselbe ist - "das Richtige" tun? Vielleicht findet die Mehrheit der Buerger ja auch, dass dazu die Wahrung der Verhaeltnismaessigkeit gehoert? Und das scheint ja nun eher nicht der Fall zu sein.
 
Es fehlt einfach der Respekt vor der Polizei. Das ist aber ein gesamtgesellschaftliches Problem.

Ich sehe das wieder mit der Menge.
ein einzelner Bürger hat immer Respekt vor einem einzelnen Polizisten.
Treffen aber Hunderte von Menschen aufeinander, spielt es keine Rolle mehr, wer welche Position vertritt, dann wird der Gegenüber schlicht als Gegner bzw. Feindbild gesehen.
Das siehst du ja auch in Fußballstadien, wenn die Hooligans auf die Polizei treffen.
Ein einzelner "Fan" ist nett und zurückhaltend. Hast du aber die masse, wird es hässlich.

Ach ja, und dabei ist es auch egal, ob die Hooligans eher aus Linken oder Rechten gebildet werden. Das "Feindbild" ist das gleiche.
 
Ich habe ja weiterhin die Vermutung, dass das ganze in ein paar Jahren noch vor dem Bundesverfassungsgericht landen wird um zu klären, ob die (temporäre) Aufgabe des Viertels überhaupt rechtmäßig gewesen ist.

Da laut Politik und Einsatzleitung der ganze G20 Gipfel ein voller Erfolg war und alles richtig gelaufen ist, kann das definitiv nicht rechtmäßig gewesen sein, denn das würde ja bedeuten dass jemand aus der mittleren Hierarchieebene entgegen seiner Anweisugnen die Aufgabe durchgeführt hat. Auch wurde meines Wissens nach kein Ausnahmezustand ausgerufen, Hilfe angefordert und die anlassgebende Veranstaltung abgesagt - all das wäre aber die normale Vorgehensweise, wenn die Polizei der Lage nicht mehr Herr ist, die öffentliche Ordnung zusammenbricht und man rechtskonform auf diese Notsituation reagiert.
Mit einer juristischen Aufarbeitung ist aber dennoch nicht zu rechnen. Urteile gegen "die Polizei" als Ganzes gab es noch nie (durchaus zu Recht, denn die Mehrheit der Beamten macht ja nur ihren Job) und einzelne Verantwortliche ließen sich nur mit umfangreichen Zeugenaussagen ermitteln - jeder einzelne potentielle Zeuge für die Taten und Vernachlässigungen ist aber Polizist und da gilt Kad(av)ergehorsam. Es ist ja schon regelmäßig unmöglich, in klar abgegrenzten Fällen schwerer Körperverletztung verantwortliche Beamte zu verurteilen, weil die Polizei das absolute Informationsmonopol auf Demonstrationen hat und zudem selbst mit den Ermittlungen betraut wird, wie soll man da so etwas abstraktes wie "da wir 30000 Polizisten gegen 8000 erwartete Gewalttäter in Stellung gebracht hatten, konnten wir zwar reihenweise die Grundrechte redlicher Bürger verletzten aber als dann 100 Krawallos in einem Viertel mit sowieso ständig nervender Bevölkerung auftauchten waren leider unsere Ressourcen überfordert" verurteilen?


Ich weiß nicht, wieso muss sich die Polizei eigentlich (als "Prügelknabe des Staates") alle möglichen extremen Beleidigungen gefallen lassen und sich Steine an den Kopf schmeißen lassen? Und wenn jemand, der als Polizist bekannt ist, nachts in einer Gasse auf eine Gruppe Autonomer trifft, dann ist es glaube ich nicht sonderlich schwer vorstellbar, dass das kein gutes Ende nehmen könnte.

Glaubst du? Glauben kann man vieles. Aber wenn du dir anguckst, dass in Deutschland jeden Tag 10000 Polizisten an wohlbekannten Orten, klar als solche erkennbar und mit Namensschildchen versehen ihrem Job nachgehen und denen quasi nie jemand auflauert, dann könntest du alternativ auch wissen, dass niemand systematisch Jagd auf Polizisten macht - auch Autonome nicht und nicht einmal Grawallos. Gerade erstere sind im Gegenteil eher dafür bekannt, recht statisch in Hinterhöfen und besetzten Häusern auszuharren und keinerlei Probleme mit der Polizei zu haben, solange die sie in Ruhe und eben "autonom", außerhalb des Gesetzes aber nicht aktiv dagegen, agieren lässt. Das klappt zwar aufgrund der Interessen Dritter (Hauseigentümer, Anwohner, Stadtwerke) nur sehr eingeschränkt - aber "ich mach Stress wenn mir jemand aus gutem Recht was vorschreiben möchte" und "ich mache Jagd auf Leute, die mir was vorschreiben könnten" liegt ein Himmelweiter Unterschied.

Nicht einmal Krawallos machen letzteres (weil "Spaß an Gewaltausübung und Zerstörung fremden Eigentums" eben nicht das gleiche wie "Spaß an U-Haft" ist :schief:) und umgekehrt sehen auch Polizisten typischerweise nur auf Demonstrationen (wo sie ggf. gezwungen sind, persönlich gezielt gegen einzelne Vorzugehen - und damit zur potentiellen Zielperson zu werden) einen Anlass, ihre Identität zu maskieren. Und selbst da bei weitem nicht alle.
 
Stück für Stück geht die Aufklärung weiter:

"[...] Beamte hatten einen Bus der "Falken" stundenlang festgehalten und die 44 Mitglieder
zur Gefangenensammelstelle in den Stadtteil Harburg gebracht. Vor wenigen Tagen stellte
das Hamburger Verwaltungsgericht in zwei exemplarisch verhandelten Klagen fest, die
sogenannte Ingewahrsamnahme sei rechtswidrig gewesen.

Erstes Urteil gegen Polizei

Es war das erste Urteil gegen die Polizei im Zusammenhang mit dem Gipfel. Die Polizei hatte
die Rechtswidrigkeit zuvor eingeräumt. Man habe die Gruppe verwechselt. Polizeipräsident
Ralf Martin Meyer entschuldigte sich persönlich. [...]

Die Staatsanwaltschaft Hamburg ermittelt im Zusammenhang mit den "Falken" gegen mehrere
Polizisten. "Wir prüfen die Vorwürfe Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung im
Amt", sagte eine Sprecherin.[...]

Quelle: G20: Polizeiopfer verlangen Schadenersatz von Hamburg - SPIEGEL ONLINE
...
 
250 Euro Entschädigung pro Kopf für einen Tag Freiheitsberaubung und Verhinderung einer Wahrnehmung politischer Bürgerrechte. Zum Vergleich: Wer einem Polizisten eine Sekunde lang die gewünschte Höflichkeit entgegenbringt, der zahlt 1500 €.
Aber immerhin wurde überhaupt mal was festgestellt. Schade nur, dass es dafür einen Fall mit starker politischer Rückendeckung brauchte - und selbst da kommen die Täter selbst ungeschoren davon.
 
Ich nehme an, die Feuer wurden auch von der Polizei gelegt, die Demonstranten waren ja alle total friedlich und haben die Polizisten nur angelächelt.
 
Ich nehme an, die Feuer wurden auch von der Polizei gelegt, die Demonstranten waren ja alle total friedlich und haben die Polizisten nur angelächelt.
Gewagte Vermutung. Gibt es dafür Belege? Die angezündeten Autos waren kaum Provokateure der Polizei, oder wurde das belegt? Würde erklären, warum die Polizei nicht eingriff. Ich halte es aber für sehr unwahrscheinlich bis ausgeschlossen.

250 Euro Entschädigung pro Kopf für einen Tag Freiheitsberaubung und Verhinderung einer Wahrnehmung politischer Bürgerrechte. Zum Vergleich: Wer einem Polizisten eine Sekunde lang die gewünschte Höflichkeit entgegenbringt, der zahlt 1500 €.
Vielleicht wirkt es in Zukunft vor Gericht auch strafmildernd, wenn man behauptet, es war eine Verwechselung und sich zutiefst entschuldigt. Ralf Martin Meyer ist sich auch für nichts zu schade
 
Die Welt wäre eine bessere, wenn weniger Sätze mit "ich nehme an" oder "ich glaube" (oder "das weiß man eben") beginnen würden...
Man soll also nur etwas sagen, wenn man es nit bestimmtheit weiß? Keine Vermutungen, keine Unterstellungen, keine Hetze? Ochhhh schaaade

Ja, es würde helfen, aber dann wäre 99% der Internetkommentare weg. Ich lese darum weiterhin bevorzugt wissenschaftliche Arbeiten. Selbst
in denen stecken noch viele Fehler, zum Teil fundamentale, da aber Methoden und Datembasen angegeben sind, ist eine Überprüfung zumindest
möglich
 
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