Diese Fragen in Richtung Polizeistrategie seien der Versuch, von den wahren Verantwortlichen, nämlich den Gewalttätern, abzulenken, erklärte Olaf Scholz. Und er verwahrte sich gegen jede Kritik an der Einsatzleitung und den einzelnen Beamten:"Polizeigewalt hat es nicht gegeben. Das ist eine Denunziation, die ich entschieden zurückweise! Nein: der Polizei, glaube ich, wird - auch wenn alles durchbetrachtet sein wird - auch noch in mehreren Monaten nichts vorzuwerfen sein."
Hunderte von Videoaufnahmen und Augenzeugenberichte, die im Internet kursieren, widerlegen die schnelle Festlegung des Bürgermeisters. Sie zeigen Faustschläge und Tritte gegen am Boden liegende Menschen, Pfefferspray-Einsätze gegen Unbeteiligte, Journalisten und friedliche Protestierer. Niels Boeing, Mitglied der Hamburger "Recht auf Stadt"-Bewegung, war fassungslos, als er von Olaf Scholz Sicht auf die Polizeieinsätze hörte:
"Ich wäre am liebsten unter die Decke gegangen, als ich das gehört habe. Weil ich auch von einigen Leuten, die überhaupt nicht im Geschehen drin waren, weiß, dass sie zum Teil derbe was abbekommen haben. Ehrlich gesagt: Ich fand diese Satz eine Frechheit! Das kann man nicht sagen! Das ist wirklich 'Fake-News' oder 'Alternative Facts', zu behaupten, es habe keine Polizeigewalt gegeben!"