Bitte schraenke Deinen ausufernden und anmassenden Gebrauch von Grossbuchstaben (auch als "Schreischrift" bekannt) ein. Danke.
Schreib mir nicht vor wie ich zu schreiben habe. Das ist meine Sache. Wenn ich etwas unterstreichen will, dann mache ich das auch.
Soweit es den Inhalt angeht - Nein, die Betrachtung des gesamten und nicht nur des liebgewonnenen Feindbildes ist keine Relativierung, sondern der erste Schritt in Richtung einer differenzierten Aufarbeitung der Geschehnisse des Gipfelwochenendes. Was Du hier mit der verbalen Brechstange betreibst, ist eine Polarisierung (die eine oder die andere Seite hat Fehler gemacht, aber nicht beide). Der naechste Schritt ist dann die Radikalisierung, den Du rhetorisch teilweise schon gemacht hast oder jedenfalls kurz davor bist.
Weißt Du, was das Wort "Relativ" bedeutet? Es bedeutet einen Vergleich mit etwas anderem. Also, wenn ich sage "x ist ganz schlimm" und Du setzt X in Relation zu etwas anderem, "Y ist aber auch ganz schlimm", dann ist das eine Relativierung. Und im Sprachgebrauch dient das immer zur Abschwächung, also X ist halt doch nicht so schlimm...
Meine 'verbale Brechstange' ist einfach nur die Weigerung, "Die Randale waren schlimm" abschwächen zu lassen. Ich halte das nicht für zulässig. Jede Abschwächung ist eine Entschuldigung. Ich verstehe Euch alle nicht, die das zulassen, sich diese Abschwächung zu Eigen machen.
Danke übrigens für das "Radikalisieren". Ich bin also nun ein rechter Radikaler, der agiert wie Erdogan. Macht ruhig so weiter. Fehlt nicht mehr viel zu Hitler.
Ein bemerkenswerter Gedanke, der es verdient, zu Ende gedacht zu werden.
Na, ich bin sicher nicht der Erste, der das Thematisiert. Das ist im Zusammenhang mit Hamburg und anderen Demos, bei denen es zu Gewalttaten gekommen ist, immer wieder diskutiert worden.
Wenn also eine mehr oder weniger kleine Zahl von Randalierern eine friedliche Versammlung oder Demonstration "hijackt", um sich in einer Menschenansammlung zu verstecken, ist es dann nicht Aufgabe des Staates - und da konkret der Polizei -, die Demonstration und ihre Teilnehmer zu schuetzen?
Ja klar ist es das. Schwierig ist es aber nur, wenn die friedlichen Demonstranten, Medien und Volkmeinung sofort auf die Barrikaden gehen, wenn die Polizei versucht, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Ein "Bitte bitte, liebe Randalierer, kommt gebt Euch doch bitte zu erkennen, lasst Euch brav verhaften und macht keinen Ärger" wird selten funktionieren. Jede geeignete Maßnahme bedeutet also immer eine Gewaltanwendung der Polizei und wird
immer (gefällt Dir die Vorhebung so besser?) auch Unschuldige treffen.
Das hat sie aber leider nicht getan. Es gibt unzaehlige dokumentierte Uebergriffe von Polizisten, die buchstaeblich blindwuetig draufgehalten haben (auf Journalisten ebenso wie auf erkennbar Unbeteiligte) und die zur Gegenwehr laengst unfaehige und am Boden liegende Personen geschlagen haben. Geht von einer Frau, die auf einem Polizeifahrzeug steht und deren Kleidung kein erkennbares Potenzial bietet, darin Sturmgewehre zu verstecken, eine so massive Gefahr fuer die oeffentliche Ordnung und Sicherheit aus, dass zwei (!) Polizisten in voller Montur sie mit Pfefferspray drangsalieren muessen?
Unzählige. Ja sicher. Es gibt sie, das bestreite ich nicht. Wie so oft müsste man aber in jedem der Fälle bitte den ganzen Kontext sehen, mit allem was vorher passiert ist, was meist ja unterschlagen wird.
Ich hab vor einigen Seiten mal geschrieben und ich schreibe es nochmal: Wer gebadet werden will, muss akzeptieren, dass er nass wird. Sprich: Wenn Du der Polizei jede Art von Gewaltausübung vorwirfst (und die wird auch massiv werden, wenn die Gegenwehr entsprechend massiv ist), dann ist es ziemlich heuchlerisch, der Polizei vorzuwerfen, sie würden die friedlichen Demonstranten ja nicht schützen.
Die Linken Agitatoren machen es sich furchtbar einfach mit dieser Argumentation. Egal was man macht als Verantwortlicher: Man kann nur verlieren. Und, rein propagandatechnisch, haben die politisch extremen dadurch wieder mehr Zulauf, egal was Du machst.
Man - oder jedenfalls ich - kann Exzesse beider Seiten verurteilen, ohne Kausalitaeten zu konstruieren oder die Uebertretungen der einen Seite zuungunsten der anderen zu relativieren.
Das kann man schon, wenn z.B. die Ausschreitungen die Folge von übertriebener Polizeigewalt sind. Bist Du der Meinung, dass dies hier der Fall war? Wenn nicht, was hat dann Polizeigewalt an dieser Stelle in der Argumentation verloren? Doch nur das "die haben aber auch..." und da kommt bei mir eben die Krätze hoch.
"Eigene Ausschreitungen organisieren" vielleicht nicht. Aber einige seiner Vertreter zuendeln nicht weniger gerne als mancher Rotflorist. Hartmut Dudde, leitender Polizeidirektor von Hamburg und Gesamtpolizeifuehrer des G20-Einsatzes, zaehlt zweifellos zu diesem Typ:
Er lotst gerne auch mal den NPD-Lautsprecherwagen durch eine linke Gegendemonstration oder beendet Demonstrationen, weil die Transparente zu gross sind oder er schlicht in den Feierabend will. Ob man bei diesem Herrn wirklich annehmen darf, dass er einer netten, kleinen Eskalation abgeneigt gegenuebersteht?
Von einer solchen Aussage ist es nicht mehr weit zur schönen VT. Gratuliere. Es gibt gar keinen linken Randalierer, sondern das ist alles nur von rechten Hardlinern provoziert, damit man für das Volk eine gute Begründung hat, endlich gegen die bösen "Linken Volksverhetzer" vorgehen zu können.
Genau die selbe Argumentation wie bei diversen 9/11 VT und anderen, ähnlichen Dingen. Sind wir also endlich angekommen.