Immer wieder zu betonen, dass die Polizisten AUCH Fehler gemacht haben und ggf. sogar eine gewisse Mitschuld haben, IST nun mal eine Relativierung. PUNKT. Auch wenn es den Tatsachen entspricht.
Bitte schraenke Deinen ausufernden und anmassenden Gebrauch von Grossbuchstaben (auch als "Schreischrift" bekannt) ein. Danke.
Soweit es den Inhalt angeht - Nein, die Betrachtung des gesamten und nicht nur des liebgewonnenen Feindbildes ist keine Relativierung, sondern der erste Schritt in Richtung einer differenzierten Aufarbeitung der Geschehnisse des Gipfelwochenendes. Was Du hier mit der verbalen Brechstange betreibst, ist eine Polarisierung (die eine oder die andere Seite hat Fehler gemacht, aber nicht beide). Der naechste Schritt ist dann die Radikalisierung, den Du rhetorisch teilweise schon gemacht hast oder jedenfalls kurz davor bist.
Die Randalierer in Hamburg waren nicht friedlich(...)
Randalierer sind selten friedlich. Darum nennt man sie ja auch so.
Die Randalierer haben sich in die Menge der friedlichen Demonstranten versteckt. Diese sind genauso Opfer der Randalierer wie die Hamburger und die gesamte Gesellschaft.
Ein bemerkenswerter Gedanke, der es verdient, zu Ende gedacht zu werden.
Wenn also eine mehr oder weniger kleine Zahl von Randalierern eine friedliche Versammlung oder Demonstration "hijackt", um sich in einer Menschenansammlung zu verstecken, ist es dann nicht Aufgabe des Staates - und da konkret der Polizei -, die Demonstration und ihre Teilnehmer zu schuetzen?
Das hat sie aber leider nicht getan. Es gibt unzaehlige dokumentierte Uebergriffe von Polizisten, die buchstaeblich blindwuetig draufgehalten haben (auf Journalisten ebenso wie auf erkennbar Unbeteiligte) und die zur Gegenwehr laengst unfaehige und am Boden liegende Personen geschlagen haben. Geht von einer Frau, die auf einem Polizeifahrzeug steht und deren Kleidung kein erkennbares Potenzial bietet, darin Sturmgewehre zu verstecken, eine so massive Gefahr fuer die oeffentliche Ordnung und Sicherheit aus, dass zwei (!) Polizisten in voller Montur sie mit Pfefferspray drangsalieren muessen?
Man - oder jedenfalls ich - kann Exzesse beider Seiten verurteilen, ohne Kausalitaeten zu konstruieren oder die Uebertretungen der einen Seite zuungunsten der anderen zu relativieren. Und das wiederum versetzt einen dann in die Lage, das Passierte vorurteilsfrei aufzuarbeiten. Vom sog. "schwarzen Block" erwarte ich das nicht wirklich (und glaube ich auch anders als manche hier nicht an eine straffe hierarchische Organisation), wohl aber vom Staat und seinen, den Buergern dienenden, Institutionen. Wenn man aber die Buerger in Uniform mit sich ueberschlagenden Zahlen von "Verletzten" (Anfuehrungszeichen, weil ein Hitzschlag tags zuvor weder eine "Verletzung" im landlaeufigen Sinne noch den Randalierern zuzuschreiben ist) und mit Raeuberpistolen von einem bis an die Zaehne bewaffneten, auf den Daechern der Stadt lauernden, mordluesternen Mob (der da dann von den hinzugerufenen Spezialkraeften nicht wirklich zu finden war) aufputscht, dann kann am Ende eben auch nur das eingetretene Ergebnis stehen.
Unterstellst Du gerade ernsthaft dem Staat, er würde sich seine eigenen Ausschreitungen organisieren?
"Eigene Ausschreitungen organisieren" vielleicht nicht. Aber einige seiner Vertreter zuendeln nicht weniger gerne als mancher Rotflorist. Hartmut Dudde, leitender Polizeidirektor von Hamburg und Gesamtpolizeifuehrer des G20-Einsatzes, zaehlt zweifellos zu diesem Typ:
Er lotst gerne auch mal den NPD-Lautsprecherwagen durch eine linke Gegendemonstration oder beendet Demonstrationen, weil die Transparente zu gross sind oder er schlicht in den Feierabend will. Ob man bei diesem Herrn wirklich annehmen darf, dass er einer netten, kleinen Eskalation abgeneigt gegenuebersteht?