AW: "CPU-Tests in 1.280 × 720 sind falsch!" - stimmt, optimal wären Tests in 16 × 9 Pixel - Ein Kommentar
Ein CPU-Test sollte die CPU testen und nicht die GPU. Na, sieh mal einer an, wer hätte das gedacht.
Ich sitze hier gerade im Urlaub auf dem Balkon in der Abendsonne und beömmele mich ohne Ende über die Leute, denen dieser offensichtliche Zusammenhang nicht zu vermitteln ist. Einfach unfassbar.
Immer wieder kommt das Argument, 720p sei Praxisfern. Das ist es aber eben nicht, weil die Absicht dieses Tests nun einmal
ausschließlich die Ermittlung der CPU-Leistung in Spielen ist. Für die Frage, welche CPU in Kombination mit welcher Graka bei welcher (praxisnaher) Auflösung die Beste ist, macht PCGH auch immer wieder mal Tests, mit dem immer gleichen Ergebnis, dass die Unterschiede im GPU-Limit im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen. Spiele wie Anno und andere, die traditionell eine hohe CPU-Last erzeugen, werden dabei auch immer mit getestet und gesondert besprochen. Ich weiß wirklich nicht, was da noch zu kritisieren ist.
Würde PCGH nur noch in den von Manchen gewünschten “praxisrelevanten“ Auflösungen testen, käme unter Garantie von den gleichen Leuten die Forderung, GENAU die gleiche Hardware zu testen, die sie interessiert und das ist angesichts der gefühlt unendlichen Anzahl an möglichen Kombinationen aus Mainboards, CPU's, Grakas, Speicher, Festplatte und Betriebssystemen schlichtweg unmöglich.
PCGH tut angesichts dessen also das einzig Vernünftige und praktikable und testet die Rohleistung der einzelnen Komponenten, wobei Einflüsse der übrigen Hardware so gut wie irgend möglich ausgeschlossen werden. Und das ist in diesem Fall nun einmal 720p oder weniger.
Leute, das Hobby Computer basteln erfordert zweierlei:
1. Die Bereitschaft, sich mit Technik auseinander zu setzen und sich immer wieder aufs Neue in zum Teil komplexe Zusammenhänge einzulesen, was bedeutet, auch mal mehr als zwei Sätze am Stück Lesen zu müssen und am Ende auch immer noch zu wissen, worum es ging. Der Generation YouTube scheint letzteres immer mehr verloren zu gehen.
2. Eine hinreichend funktionierende Großhirnrinde, um die besagten komplexen Zusammenhänge verstehen zu können.
Wer über eine oder beide Voraussetzungen nicht verfügt, sollte lieber mit Konsolen daddeln und sich, wenn benötigt, einen einfachen Bürorechner von der Stange kaufen.
Ja, man kann den Ton des Artikels kritisieren. Aber ich an Rafael Vötters Stelle hätte vermutlich weitaus wütender geschrieben. Man muss sich klar machen, dass er sei X Jahren mit dem Vorwurf konfrontiert wird, er und seine Kollegen würden praxisfern benchen und es ginge ihnen darum, lange Balken zu produzieren oder gar einen bestimmten Hersteller zu bevorzugen. Da steht dann sogar der Vorwurf der bewussten Manipulation im Raum. Da darf einem Menschen auch mal der Kragen platzen.
Munter bleiben!