CPU: Microsoft baut eigene Prozessoren - Intel-Aktie knickt ein

Die Chromebooks sind ja megr oder weniger gefloppt. Korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber Google hat es nicht geschafft, sich einen gigantischen Brocken aus dem Laptopmarkt zu brechen.

Du liegst falsch. Im US-Schulmarkt hat Google mittlerweile einen Anteil von rund zwei Dritteln und das restliche Drittel geht nicht geschlossen an Microsoft, sondern zum Teil bereits heute an iOS. Letzteres ist auch an europäischen Schulen massiv auf dem Vormarsch und konkurriert dort in der aktuellen "jede Schule braucht WLAN und Tablet"-Debatte ausschließlich mit Android-Geräten. Das heißt die gleiche Strategie, die Microsoft in den 90ern und 0ern erfolgreich angewendet hat, damit jeder Bewerber auf einen Büro-Arbeitsplatz angemessen mit Microsoft Office umgehen kann und jede Alternative hierzu ein Problem für Arbeitgeber wird, sorgt heute dafür, dass es 75 Prozent der Schulabgänger gewöhnt sind, NICHT-x86-Systeme für produktive Aufgaben zu nutzen. An den Unis halten diese Generationen bereits Einzug, bis sie eine ausreichende Bedeutung für den allgemeinen Markt haben werden sicherlich noch 10 Jahre ins Land gehen.

Aber die Basis ist da, um nach Kommunikation und Medienkonsum eine weiteres komplettes Beschäftigungsfeld aus den Händen von Wintel zu reißen. Und machen wir uns nichts vor: Der teure, kurzlebige, platzraubende Windows-PC hat seine Position in den Haushalten in den 90ern vor allem deswegen erobert, weil er praktisch alles erschlossen hat. Vom Bewerbungen schreiben über Online-Informationen bis hin zur Verwaltung der Urlaubsbildersammlung und dem einem oder anderen Spielchen zwischendurch. Mit Ausnahme der Hardcore-Gamer und Medien-Bearbeiter ist das alles schon weg. Die meisten Menschen geben heute weitaus mehr und weitaus unkritischer Geld für Smartphones denn für PCs aus. Genaugenommen werden die in meinem Bekanntenkreis fast nur noch ersetzt, wenn sie "zu langsam" sind, was meist auch mit Forma C: gelöst werden könnte und in zunehmend größeren Abständen stattfindet. Aktuell sind wir bei alle 5-7 Jahre. Wenn sich nichts ändert, haben wir bald Generationszyklen von 10 Jahren und damit ist der x86-Hardware-Markt dann scheintot. Der kurze Corona-/Home-Office-Boom dieses Jahr könnte auch zum Eigentor werden, denn viele entdecken bei der Gelegenheit Remote Computing für sich und dann ist es nur noch ein kleiner Schritt zu Thin Clients und webbased – was zufällig Microsofts, Amazons und Googles größter Wachstumsmarkt ist.

Aber was die teureren Chromebooks ebenfalls sehr gut zeigen (zum zweiten Mal nach dem Duell Android on x86 vs Win on ARM): All diese Entwicklungen sägen viel stärker am Thron Microsofts denn an dem von x86. Und das neu entflammte Rennen zwischen AMD und Intel wird hier noch positive Wirkungen auf die Bedeutung entfalten, während Windows 10 wohl eher als geglückte Werbung für Alternativen in die Geschichte eingeht. Vor allem aber sind die neuen Hardware-Konzepte meist Architektur-flexibel und bauen oft gar nicht mehr auf die CPU als Hauptkomponente, sondern auf GPU- oder FPGA-Beschleunigung. Das bedeutet gegenüber Microsoft klare Heimspiele für AMD und Intel und wenn sie die verlieren, können sie mit jeder Neuentwicklung easy eine Relegation versuchen. Die Abkehr vom heiligen Pferd "Windows kompatibel" dürfte dagegen endgültig sein, denn Microsoft einziges Software-Erfolgskonzept seit Jahrzehnten basiert auf Ausbau und Festigung bestehender Monopole durch proprietäre Weiterentwicklungen. Ist diese Kette einmal durchbrochen...
 
ARM-CPUs sind auf den Vormarsch. Bin auch gerade mit einer "Cortex A53 CPU" unterwegs.:-X
Sprich Raspberry Pi 3 B.:hail:
Die ARM Dinger sind einfach zu geil in Sachen Strom sparen.
Richtig eingesetzt verbraucht z. B. ein Raspberry Pi 3 B nur etwa 1 Watt.:kuss:
Eignet sich hervorragen für Clouds & Co.
 
Hm, dass Microsoft auch ARM Prozessoren herstellen will erscheint mir nicht verwundlich, nachdem Windows auf Apples M1 besser läuft als auf Qualcomm Snapdragon 8cx...
Aber, dass man bei den Azure Cloud Servern anfängt ist doch, zumindest für mich, sehr verwunderlich. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit für Projekt Olympus mit Calvin und Qualcomm, war ich für Nextgen-Azure von Marvell bzw. Calvin ThunderX3 ausgegangen, da sich Qualcomm bekanntlich nach dem Centriq-Flop von seiner ARM-Serversparte getrennt hatte... oder wird hier nur wieder munter unbelabelt? Warum da jetzt die Intelaktie in den Keller geht wissen nur die Börsencracks. Server mit Intel-CPUs waren, soviel ich weiß, nie als Hauptbestand von Azure bzw. Nextgen Azure vorgesehen... Interessant, dass die AMD Aktie keinerlei Erwähnung bei Bloomberg findet, die ebenfalls bei der Ankündigung etwas über $2 nachgegeben hat, sich aber zu Börsenschluss wieder leicht erholt hat und nur mit 95 cents im Minus schloß.
 
Hm, IBM ist so unbedeutend, dass sie größer als Intel sind... Soviel dazu.

Wenn du Bedeutungslosigkeit damit definierst, dass sie im Mainstream nicht mehr aktiv sind, hast du eine ziemlich eingeschränkte Wahrnehmung
Sie haben keine Dominanz mehr. Wenn IBM heute irgendeinen Standard definiert, dann juckt das heute kaum jemanden, das war in den 80ern anders, da mußte die komplette Industrie spuren. Damals gab es noch den Begriff "IBM PC oder 100% kompatibel", der bei jedem PC Spiel unter "Systemvoraussetzung stand.
 
Da wird sich wohl nicht viel ändern im Vergleich zu anderen ARM-CPUs. Am Ende werden da wie bei Qualcomm auch nur die existierenden ARM-Cores zusammengestellt. Und fertigen tut TSMC.
Da bleibt also alles beim Alten.
Insbesondere erhöhen sich die Kapazitäten in der CPU-Fertigung damit nicht.
 
Sie haben keine Dominanz mehr. Wenn IBM heute irgendeinen Standard definiert, dann juckt das heute kaum jemanden, das war in den 80ern anders, da mußte die komplette Industrie spuren. Damals gab es noch den Begriff "IBM PC oder 100% kompatibel", der bei jedem PC Spiel unter "Systemvoraussetzung stand.
Wenn du mal ganz kurz deinen Blick von PCs abwenden würdest...
Sagt dir zum Beispiel z Systems was?
 
Hm .. Microsoft will die CPUs für Ihre Serverfarmen selber bauen? Okay ..
Man bekommt das Gefühl, dass Windows nicht so mehr so der Fokus ist. Naja, scheint ja mittlerweile normal zu sein, dass alle größeren Player überall mitmachen wollen. Hauptsache, es wird nicht bald wie auf Youtube & Co., wo alle einfach alles wissen und können. Ich mag Spezialisten .. bin aber vielleicht auch n bisl altmodisch ;-)
 
Sie haben keine Dominanz mehr. Wenn IBM heute irgendeinen Standard definiert, dann juckt das heute kaum jemanden, das war in den 80ern anders, da mußte die komplette Industrie spuren. Damals gab es noch den Begriff "IBM PC oder 100% kompatibel", der bei jedem PC Spiel unter "Systemvoraussetzung stand.

Ah, wer nicht im Mainstream dominant ist, der ist also bedeutungslos... Das ist eine sehr eigenwillige Definition!

Wie gesagt, die sind größer als Intel...
 
Ah, wer nicht im Mainstream dominant ist, der ist also bedeutungslos... Das ist eine sehr eigenwillige Definition!

Wie gesagt, die sind größer als Intel...
Zwar ein wenig off-topic, aber ich bin verwirrt bzgl. deiner Aussage "Wie gesagt, die [IBM] sind größer als Intel...", denn die ist arg problematisch, denn das sind sie weitestgehend personell (über 300.000 Angestellte weltweit), jedoch nicht wirtschaftlich.

Intel vs. AMD IBM in 2019
Marktkapitalisierung: 261 vs. 119 Mrd. US$
Revenue: 72,0 vs. 77,1 Mrd. US$
Net Income: 21,0 vs. 9,4 Mrd. US$
Nettoverschuldung: 15,9 vs. 53,9 Mrd. US$
Free Cash Flow: 16,9 vs. 11,9 Mrd. US$

Selbst aktuell, nachdem es deutliche Kursverluste bei Intel gab, liegt deren Marktkapitalisierung immer noch bei 194 Mrd. US$. Mittlerweile hat selbst AMD in diesem Punkt das Niveau von IBM erreicht.
Darüber hinaus spielt IBMs Hardware-Sparte im firmenübergreifenden Vergleich nur eine untergeordnete Rolle, denn auf diese wurden in 2019 gerade mal 7,6 Mrd. US$ Revenue verbucht. IBM macht den Großteil seines Umsatzes mit Dienstleistungen und mit Software, so bspw. bereits rd. 21 Mrd. US$ aus ihrem Cloud-Geschäft und hat heute vergleichsweise wenig mit Hardware zu tun. Hätten sie diese Transformation nicht halbwegs geschafft, wäre IBM schon längst weg vom Fenster und ihre Verschuldung ist immer noch ein Kapitel für sich.
Im Vergleich mit einem Softwareriesen wie Microsoft sind sie sogar fast schon ein kleines Licht oder ein nicht sterben wollender Dinosaurier? ;-) (Microsoft 2019: 143 Mrd. US$ Revenue, 44,3 Mrd. US$ Net Income)

*) Für den 2020er-Abschluss sieht es bzgl. dem Vergleich gar noch düsterer aus. IBM wird voraussichtlich gar weniger Revenue als Intel generieren und ihr Net Income wird gar auf geschätzte 5,5 Mrd. US$ einbrechen nach aktuellen Erwartungen.

Was, die wollen ihren Gewinn maximieren? Wie ungewöhnlich für eine Firma. Ich bin kein Apple Fan, aber dass sie ihren Gewinn erhöhen wollen ist nicht verwerflich. [...]
Du solltest Posts richtig lesen bevor du antwortest, denn niemand hat da was von "verwerflichem" Geschäftsgebaren geschrieben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ah, wer nicht im Mainstream dominant ist, der ist also bedeutungslos... Das ist eine sehr eigenwillige Definition!

Wie gesagt, die sind größer als Intel...

Intel Umsatz: 72 Milliarden
IBM Umsatz: 77 Milliarden
MS Umsatz : 143 Milliarden
Apple Umsatz: 274 Milliarden
:ugly:

egal. Bin da gespannt was auf uns zukommt.
Ich glaube ich hätte keine große Lust ein weiteres neues Gerät zu kaufen wo keine meine Software drauf läuft.
Mir reichen PC & Konsolen. Mir haben die "lustigen" Jahre der 8 & 16Bit Zeit gereicht.
Auf meinem Smartphone habe ich bis aufs Navi eigendlich nichts drauf was ich wirklich vermissen würde bzw.
was man nicht leicht und oder problemlos auf ein anderes Gerät machen könnte.
Ich schrieb extra >glaube< weil es (bei mir) immer was gab was einem zum Wechsel verleitet.

Wie siehts eigendlich mit so einem Special für die PCG-H aus?
Oben wurde was von Open Risc geschrieben. Wie sieht das mit Via und oder China oder gar komplett
was anderem aus? Könnte man doch was machen.
 
Damit sollte das endgültige Ende von x86 besiegelt sein.
Sicher...
Wieso sollte das Schwachsinn sein?
Weil es einfach absolut unrealistisch ist!

CPUs von MS? OK, aber wer soll die fertigen? Etwa TSMC?
TSMC, Samsung oder GF

Hm, IBM ist so unbedeutend, dass sie größer als Intel sind... Soviel dazu.
Komm ihm bitte nicht mit Fakten;)
Wenn du Bedeutungslosigkeit damit definierst, dass sie im Mainstream nicht mehr aktiv sind, hast du eine ziemlich eingeschränkte Wahrnehmung
:daumen:

Die Chromebooks sind ja megr oder weniger gefloppt.
Nur in deiner Welt;)

Man bekommt das Gefühl, dass Windows nicht so mehr so der Fokus ist.
Schon lange nicht mehr, hier im Forum dauert es aber halt etwas länger, bis man so etwas mit bekommt;)
 
Ich sag's mal so: Wenn die Leistung stimmt, ist mir persönlich egal ob eine x86 oder ARM CPU im System steckt. Nicht vermissen will ich hingegen die Funktionalität und Bedienbarkeit von Windows. Wenn ich sehe, dass Chromebooks das Konzept, die Bedienbarkeit und all die damit verbundenen Einschränkungen von Android auf den großen Schirm bringen, wird mir schlecht.

Mit so was kann man nicht vernünftig arbeiten, nicht mal im entferntesten.
 
In den meisten Fällen war die Hardware ein Flop und nicht die Software.Surface 4 geniales Tablet hatten eine defekte Lötstelle oder Displayfehler,Microsoftband geniales Gerät das ein bescheidenes Armband hatte was brüchig wurde und nicht tauschbar war wegen dem Akku.Viele gute Geräte die leider nie Haltbar waren.
Die Lumia Reihe ist nur an ihrer unfertigen Software gescheitert. Das Lumia 950 war seiner Zeit voraus,geniale Kamera mit 4K Video,fantastisches AMOLED Display.Leider war Windos Mobile 10 nicht fertig.RIP
Naja, hatten auch mit der Software mitunter Probleme.
Bei mir an der Uni wurde im Rahmen einer Übung der "Zune-Bug" behandelt.
(Endlosschleife aufgrund verhauter Datums-Funktion im Schaltjahr)

Und die Lumias scheiterten nicht an der Hardware sondern an der fehlenden App-Unterstützung (=Software)

Schon an die 70? Das ist ewig her dass jemand ernsthaft Siemens mit dem Begriff "innovativ" in Verbindung bringt.
Siemens ist in erster Linie in 2 Dingen excellent: Outsourcing und, ich nenne es mal"Regierungsexploits ausnutzen" (sprich den Neulandmenschen in der Politik Großaufträge für überteuert abzuluchsen). Gut, sagen wir 3: den Abverkauf der eigenen Sparten,
die anderswo für innovative Tätigkeiten gebraucht werden natürlich nicht vergessen...
Medizingeräte kann Siemens halbwegs gut. Aber sonst stimme ich zu.

Hm, IBM ist so unbedeutend, dass sie größer als Intel sind... Soviel dazu.

Wenn du Bedeutungslosigkeit damit definierst, dass sie im Mainstream nicht mehr aktiv sind, hast du eine ziemlich eingeschränkte Wahrnehmung
IBM ist definitiv am absteigenden Ast. Die waren von der Marktdominanz mal mit Google oder Amazon vergleichbar. Der letzte große Flop heißt Watson.
 
In nicht all zu ferner Zukunft wird die ARM Architektur, performance technisch, zur Superskalar Architektur, aufschliessen.
Die meisten ARM Architekturen sind bereits seit längerer Zeit Superskalar(= schaffen mehr als einen Befehl pro Takt). ARM hat allerdings deutlich mehr als eine Architektur, da gibt es vom Microcontroller bis zur Server CPU verschiedene Designs und man darf auch nicht den Verbrauch ersterer mit der Leistung letzterer in einen Topf werfen.
Rosetta2 ist damit eine Art Emulation, die aber mehr Compiler ist als eine in Software implementierte X86 CPU.
Rosetta2 ist soweit ich weiß ein Just in Time Recompiler wie ihnen auch alle gängigen Konsolen-Emulatoren oder z.B auch die .Net Laufzeitumgebung für C# nutzen. Sprich der Code wird durchaus zur Laufzeit übersetzt, allerdings nach der Logik in größeren Blöcken und nicht Befehl zu Befehl.
Das Problem ist einfach, dass man die Spiele, die Leistung brauchen, nicht vernünftig emulieren kann.
Rise of the Tomb Raider says no ;)
Der Recompiler kommt da durchaus mit und der GPU spezifische Codeteil war noch nie abhängig von x86.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zurück