Interessant zu was die bloße Benennung einer TDP nachfolgend im Forum führt ... und zu welchen kreativen Aussagen.
Wenn die Aussage zu den 127 W TDP seitens ASUS korrekt ist, dann ist das auf den Basistakt (4,0 GHz) bei typischer Last bezogen, d. h. typische Anwendungen und Gaming werden innerhalb dieses Rahmens liegen, lastet man die CPU voll aus, wird man deutlich darüber hinaus gehen.
Interessant auch, dass elmobank erneut Beispiele posten musste für die angeblichen Fachleute hier; die Sachlage sollte doch mittlerweile einigermaßen bekannt sein. Der 9900K verbraucht bei typischem Gaming unter 100 W. Kommt man dem auf einem Standardboard/BIOS mit etwas wie Cinebench oder Blender und lastet ihn hochgradig aus, dann zieht der um die 160 - 170 W. So etwas schaffen aber keine Games, d. h. das Szenario ist für die meisten hier irrelevant. Wenn man den gar auf seinen AllCore-Takt bei 4,7 GHz fixiert, zieht der gemäßt der PL2-Kennlinie 210 W. Hat man einen guten 9900K erwischt, kann man den undervolten und kann die 4,7 GHz dauerhaft bei vielleicht 180 - 190 W betreiben, immer noch bei voller Auslastung.
Fixiert man einen 9900K auf gar 5,0 GHz und spielt lediglich, so werden nur wenige Spiele es schaffen, die CPU trotz 5,0 GHz über 100 W zu bringen.
Für eine Auffrischung:
Why Intel Processors Draw More Power Than Expected: TDP and Turbo Explained
Talking TDP, Turbo and Overclocking: An Interview with Intel Fellow Guy Therien
Wo genau die GPU am Ende landen wird, bleibt anzuwarten, aber die Mär vom Heizbrikett ist nur in besonderen Anwendungsfällen korrekt und relevant. Weiterhin hinzu kommt, dass Intel gemäß der Berichte zu Cooper Lake-SP erneut Hand an den 14nm-Prozess angelegt hat, sodass hier auch noch ein paar Watt weniger zu erwarten sind. Die Änderungen werden zweifelsfrei keine Wunder vollbringen, aber ein paar Prozent Einsparungen sind auch nicht zu verachten, zumal diese wahrscheinlich auch mit ein Punkt sind, warum es Intel jetzt überhaupt möglich ist, eine solch hochtaktende CPU herauszubringen.
Bei den 127 W TDP ist davon auszugehen, dass diese ähnlich ausgelegt sind, wie die 95 W TDP des 9900K, d. h. unter normalen Bedingungen, so auch dem Spielen der meisten Titel, wird man diesen TDP-Wert nicht oder nur unwesentlich überschreiten.
Einige andere Punnkte:
>> "dass die CPU unter vollem Turbotakt und Prime die 250W überschreiten wird."
>> "Warten wir die ersten Messwerte ab. Insbesondere mit AVX wird es dann spannend"
"überschreiten", eher nicht, aber möglicherweise in die Nähe kommen (aber auch nur bei voller Auslastung und unlocked). Und AVX ist unspektakulär, selbst bei Intel. Hier wird es erst mit AVX2 interessant, bei dem eine Taktverringerung erfolgt, aber da ist etwas wie der Cinebench R20 außen vor, der trotz Runderneuerung dennoch keinen nennenswerten Gebrauch davon macht, wie man leicht an den Zen/+ Benchmarks ablesen kann.
>> "Wer braucht dieses überzüchtete Intel-Monster?"
In diversen Foren melden sich vielfach Gamer zu Worte, die unbedingt dem letzten Frame hinterjagen müsse, unabhängig von den Kosten ... und die kaufen sich eine solche CPU oder einen Core X, Threadripper oder warten gerade auf einen 3950X, auch wenn sie tatsächlich nur Gaming vor Augen haben. Ein Markt dafür existiert ganz offensichtlich ... wie sinnvoll das ist, muss dann jeder für sich und seinen Geldbeutel im stillen Kämmerlein entscheiden

In diesem Zusammenhang ist auch das CS:GO-Beispiel sehr witzig, das hoffentlich nur rethorisch gemeint war, denn hier erreichen schon ältere Systeme (CPU wie GPU) bereits über 200 Fps in hohen Auflösungen. Umso witziger, als dass die Tick-Rate bei maximal 128 Hz liegt (und dass auch nur auf Maps mit weniger Spielern ... aber okay, es wird sicher einen Grund haben, dass einige meinen, das Spiel mit 240 Hz spielen zu müssen.

).
>> "127W für die Leistung eines Ryzen 3600"
Wenn man nichts beizutragen hat, spinnt man sich einfach ein paar "Fakten" zurecht? Der Ryzen 3600 ordnet sich beim i5-9600K ein, auf jeden Fall aber unter dem i7-9700K. Da muss man nicht einmal mit einem i9-9900K ums Eck kommen. Selbst der Ryzen 3600X kommt im Gaming nicht an den i7-9700K heran. (Bereits auf dieser Plattform nachzulesen.)
>> "Man holt mit der Brechstange die Leistung bis zur *****grenze aus, nur um für gaming noch was vor zeigen zu können, armes Intel."
Warum arm? Intel tut das, was nach deren Planung zurzeit möglich ist. Priorität haben das Datacenter und Mobile, also muss der Desktop weiter mit dem 14nm-Node bedient werden und (wenn man den Preis außer Acht lässt) ... es funktioniert offensichtlich auch, denn der i9-9900KS wird voraussichtlich in den meisten Titeln die schnellste CPU sein. Angesichts der beschränkten Möglichkeiten, die sie in diesem Bereich zurzeit haben, haben sie das Bestmögliche herausgeholt und das reicht zumindest, um AMD bei typischen Consumer-Tasks wie Office und Gaming in Schach zu halten.
>> "Die Aussage trifft auf AMD genauso zu, beide sind am Ende des möglichen."
Zweifelsfrei. Eine weitere Optimierung von Intel's 14 nm-Verfahren erscheint unwahrscheinlich. Takt- und kerntechnisch kann man nicht weiter skalieren, zumal bereits die Consumer/HEDT-Plattform bis zu 18 Kerne bietet, sodass längst schon alles vorhanden ist, was gebraucht werden kann. (Für alle anderen Workloads gibt es bei Bedarf Workstation- und Server-Plattformen.)
AMD hat sein Portfolio gelauncht (auch wenn der 3950X noch aussteht) und das Design und vor allem den Fertigungsprozess bis zum Äußersten ausgereizt, wie an den vielfältigen Korrekturen und kaum vorhandenden OC-Fähigkeiten zu sehen ist. Für mindestens die nächsten 12 Monate wird man auf dem Desktop damit auskommen müssen.
Der 16-Kerner wird zumindest bzgl. Games kein nennenswert abweichendes Verhalten im Vergleich zum 3900X zeigen ... aber vielleicht bekommt man ja Chris Roberts dazu, Star Citizen auf 16 Kerne aufzubohren?
>> Offensichtliche Preissenkung bei Cascade Lake-X im Vergleich zu Skylake-X
Da kann wohl einer ein rudimentäres Diagramm lesen. Komisch nur, dass das nun auch Intel vorgehalten wird. Ist es zu teuer, ist es schlecht, wird es billiger, ist es auch schlecht. - "Aber schön das Intel günstiger werden will btw. ein besseres PL - wenn auch nicht ganz freiwillig." Ok, marktwirtschaftliche Konzepte sind offensichtlich auch neu ...
>> "AMD kann aber mit Zen3 und N7+/N6 nachlegen. Dazwischen wäre sogar noch eine neue Stepping der Zen2-Chiplets in N7P denkbar."
AMD hat nicht die Ressourcen, um mehrere Designs zu fertigen und der N6 ist kategorisch raus, da er gemäß der bisherigen Entwicklungszyklen frühestens Ende 2020 serienreif sein wird. Da man erneut von einem gemeinsam genutzten Core-Chiplet für Zen3 ausgehen kann, wird man sich entscheiden müssen und der N7+ ist hier die voraussichtlich bessere Wahl, da AMD die Flächen- und Stromersparnis für den Server brauchen wird (Milan soll über 64 Kerne besitzen). Design Rules und Tooling unterscheiden sich zwischen dem N7(P) und N7+ jedoch beträchtlich, sodass AMD zwei komplette Designs entwickeln müsste für zwei nur geringfügig unterschiedliche Core-Chiplets, was voraussichtlich nicht geschehen wird. (In diesem Falle ginge zudem der gemeinsam genutzte Chiplet-Pool verloren, den man über alle CPU-Produkte nutzen kann. Um auf solche "Kleinigkeiten" verzichten zu können, muss AMD zuvor noch ein bisschen wachsen.)
>> "Tigerlake ... bis dahin dauert es aber noch 2 Jahre"
Tiger Lake U mit nochmals überarbeiter Willow Cove-Mikroarchitektur, Xe-iGPU in 10nm+ steht aktuell für 2Q20 auf der Roadmap, also spätestens grob Mitte 2020. Den Leak des ersten Engineering Samples kann man durchaus so deuten, dass sie im Plan liegen. (Derartige Leaks sind i. d. R. eher gezielt als ungewollt

)
>> "AMD wird mehr als 2 Jahre mit 7nm Erfahrungen gesammelt haben und schon auf 5nm gehen, bevor Intel an diese Tür klopft! Das ist quasi uneinholbar ..."
Da Intel seine Prozesse selbst entwickelt (und anwendet), kann man hier wohl davon ausgehen, dass kritisches KnowHow unmittelbarer verfügbar ist, was auf jeden Fall einen Entwicklungsvorteil darstellt und AMD ist bereits seit 2008/9 fabless. Wenn AMD auf 5 nm wechselt, was definitiv nicht vor 2021 geschehen wird, möglicherweise gar erst in 2022, hat Intel schon eine 10nm+ (2020) oder gar 10nm++ (2021) Iteration zur Hand, was wieder viel Spielraum bietet. Darüber hinaus könnte es gar sein, dass Intel hier AMD bereits zuvor kommt, denn die für Anfang 2021 angekündigte GPGPU für das Datacenter (die auch für den Aurora benötigt wird), soll angeblich bereits in Intels 7 nm (P1276) gefertigt werden, also äquivalent zu TSMCs N5. (Und die Prozessentwickung 7nm/P1276 verläuft bei Intel unabhängig von der 10nm/P1274-Entwicklung.)
AMD wird den in 1HJ20 verfügbar werdenden N5 voraussichtlich gar nicht nutzen, sondern direkt den optimierten N5P ansteuern, schlicht, weil man sich Zeit lassen wird, da die Kosten für das 5 nm-Chipdesign noch einmal beträchtlich ansteigen werden. Ein Zwischenschritt über den N6 in 2021 ist zudem nicht ausgeschlossen.
>> "Dafür braucht es aber erstmal einen Turnaround, der Dinge beinhalten tut wie die eigene Fertigung abzustoßen und ein komplett neues CPU Design, dass auch ohne Patches sicher ist. Meine Prognose ist, dass Intel für die nächsten 10 bis 15 Jahre aus der zweiten Reihe operieren wird."
An dir ist echt ein Consultant verloren gegangen

Die eigene Fertigung ist mit einer der Faktoren, der Intel so profitabel wirtschaften lässt. Hier investiert man nicht Milliarden für die Aufrüstung der Fabs, weil da drei frisch von der Uni gekommene Milchgesichter auf einer Klopapierrolle einen Businessplan ausgeheckt haben.
Zur geradezu fantastische Zeitspanne äußere ich mich mal nicht weiter, aber das aus der "zweiten Reihe operieren" ist schon interessant.
AMD ist zweifelsfrei auf dem aufsteigenden Ast, aber was anderes ist aus deren Sicht derzeit auch gar nicht anders möglich bzw. zulässig. Die JPR-Statistiken hättest du vielleicht etwas genauer studieren sollen und im Datacenter hat AMD derzeit nach gutwilliger Rechnung bestenfalls einen Anteil von 5 % und darüber hinaus hat AMD in 2Q19 35 Mio. US$ Gewinn erwirtschaftet, Intel dagegen 4,2 Mrd. US$ Gewinn. Wenn man einem der beiden Player dein Attribut zuordnen müsste, würden wohl die meisten Marktbeobachter AMD die zweite Reihe zuweisen.
>> "Ist halt die Frage was das für ein Benchmark war. Mit Sunny-Cove [Ice Lake U] kommt ja erstmals AVX512 in den Mainstream. Wenn der Benchmark diesen Befehlssatz extensiv nutzt ist das zwar ein schönes Ergebnis, aber kaum für alltägliche Anwendungen relevant. Und mit Sicherheitsupdates bleiben von 18% noch 5%?"
Vielleicht sollte man vor solchen Äußerungen einfach mal das Sheet genauer betrachten, das in der Fußnote auch die verwendeten Benchmarks ausgewiesen hat und davon enthielt kein einziger AVX-512-Code. Abseits dessen haben erste Vorseriengerätetests gezeigt, dass der Leistungszugewinn auch tatsächlich ankommt, u. a. hier:
The Ice Lake Benchmark Preview: Inside Intel's 10nm
Und als komlpett überarbeitete Mikroarchitektur ist Sunny Cove in Hardwäre gegen die zurzeit gängigen Bugs gehärtet; was dort gemessen wurde ist bereits netto.
(Abgesehen davon, mit hochgradigem AVX-512-Code oder gar noch unter Verwendung von VNNI wäre ein Leistungszuwachs von 100+ % aufzeigbar.

)
(Und abgesehen zum Zweiten: Gaming gehört bzgl. der Fixes und Mitigations bei den aktuellen Intel-CPUs eher zu den Workloads, die weniger von einer Performance-Degradation betroffen sind. I/O-lastige Szenarien wie bspw. Datenbanken sind hier weitaus stärker betroffen.)
>> "Kennt jemand den Grund warum man ums verrecken einen Hersteller verteidigt?"
Ein Psychologe, vorzugsweise mit Schwerpunkt Marketing/Konsumverhalten, könnte dir hier tiefere Einsichten gewähren. (Anmerkung: Die Antwort ist ernst gemeint. Viele neigen nun einmal dazu, sich mit ihrer Kaufentscheidung zu identifizieren, insbesonders wenn diese auf so umfangreichen und langwierigen Überlegungen beruht. Im Umkehrschluss bedeutet das für sie, dass ein Angriff auf die Marke einem Angriff auf ihre Kaufentscheidung und damit auf sie selbst gleichkommt und entsprechend verteidigt wird. Wie gesagt, ein Psyschologe könnte das weitaus umfangreicher ausführen bzw. man kann es in entsprechender Literatur nachlesen.)