Superwip, Frage:
Wenn etwas fuer fast Jeden ohne großen Aufwand zu vervielfaeltigen ist, ist es ok?
z.B. Buecher, Zeitschriften, alles Moegliche in digitaler Form...
Wenn man etwas aber nicht so leicht kopieren bzw. nachbauen kann, ist es ok wenn es viel mehr kostet als die eigentlichen Produktionskosten?
Irgendwie hinkt deine ganze Argumentationsflut hier gewaltig.
Auch wenn deine Texte ausfuehrlich und mit dicken Lettern untermalt sind, macht es deine Behauptungen nicht richtiger.
Zumindest in meinen Augen nicht.
mMn sollte jede Arbeit, ohne Ausnahme jede Arbeit fair und vernuenftig entlohnt werden.
Werden wir in unserer Gesellschaft nie hinbekommen, da diese ausgelegt ist, immer wen auszubeuten. Viele haben wenig, damit einige wenige viel haben. Kapitalismus halt. Der Unterschied zu anderen Wirtschafts- und Regierungsformen ist, das beim Kapitalismus die Illusion aufrecht erhalten wird, das jeder einer der Wenigen werden kann, die viel bekommen. Nicht Alle gleichzeitig aber prinzipiell Jeder. Wobei wenn man das nuechtern betrachtet auch nicht stimmt. Aber die Illusion ist da.
Uhm weit am Thema vorbei.
Das das Urheberrecht in dieser Form wie wir es jetzt haben an unsere Zeit angepasst werden muss, steht ausser Frage.
Klar werden sich Alle die in irgendeiner Form Geld damit bekommen, mit Haenden und Fuessen wehren. Waeren schoen bloed wenn sie es nicht machen.
Aber einfach zu fordern, das keiner mehr so richtig Anspruch auf irgendwelche Ideen hat ist auch nicht wirklich vernuenftig.
Wuerde irgendwann mal in einen Stillstand ausarten.
Natürlich.
Wenn ich der einzige bin der in der Lage ist ein bestimmtes Produkt herzustellen dann kontrolliere ich das gesamte Angebot und habe ich das gute Recht dafür zu verlangen was immer ich will, völlig unabhängig von den Produktionskosten.
Wenn es dann doch irgendwer schafft ein äquivalentes Produkt zu fertigen dann hab ich ab diesem Zeitpunkt eben Konkurrenz. Pecht gehabt.
Informationen, vor allem digitale Informationen kann praktisch jeder mit sehr kleinem Aufwand kopieren also quasi "nachbauen", man kann das Angebot daher nicht kontrollieren, es ist "von Natur aus" praktisch unbegrenzt daher muss man sich auch nicht wundern wenn man damit nicht sehr viel verdienen kann, zumindest wenn es sich um öffentliche Informationen handelt.
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, nicht
Produktionsaufwand und Nachfrage ; da das Angebot bei öffentlichen Informationen, vor allem digitalen Informationen "von Natur aus" praktisch unendlich ist ist der Preis auch praktisch 0. Um die Produktion aufwendigerer "Werke" dennoch wirtschaftlich rentabel zu machen werden -was aus Utilitaristischer Sicht sinnvoll/notwendig ist- nun durch das Urheberrecht gewisse "Schutzfristen" eingeführt im Rahmen derer der Urheber bzw. Rechteinhaber das Privileg hat die Informationen als einziger kopieren und vermarkten zu dürfen.
Diese Schutzfrist sollte so kurz wie möglich sein, da die Künstliche Verknappung der Allgemeinheit schadet und die Innovation allgemein hemmt (da Adaptionen von Werken eingeschränkt werden) und so lange wie es eben nötig ist um die Produktion aufwendiger Werke wirtschaftlich zu machen.
12 Jahre sind hier schon recht großzügig bemessen.
Komischerweise funktioniert genau das bei Luxusartikel hervorragend.
Manche Hersteller die eigentlich nur Luxusartikel herstellen, haben es in der Vergangenheit versucht, Produkte Massentauglich zu machen.
Fazit: hat nicht wirklich funktioniert und der "gute Name" ist nicht mehr ganz so toll. Die mit wirklich Geld bevorzugen andere Marken, weil die halt exklusiv bleiben.
Auch bei anderen Sachen funktioniert dieser Mechanismus.
Wenn dir das nicht so gefaellt, musst du halt eine neue Gesellschaftsform, Politik und Wirtschaftsform unterstuetzen.
Du plaedierst hier dafuer das Produkte, die fuer das Ueberleben nicht notwenig sind, und leicht vervielfaeltigbar sind, jedem der es moechte umsonst zur verfuegung gestellt werden, sobald diese erstmal der Oeffentlichkeit praesentiert wurden.
Nach einer Schutzfrist natuerlich, egal ob die Nachfrage zu dieser Zeit gegeben ist oder nicht. Ist ja das Problem des Urhebers.
Bei welchen "Luxusartikeln" gibt es
künstliche Verknappung?
Es gibt tatsächlich einige (physische) Produkte, deren Angebot künstlich verknappt wird; das bekannteste Beispiel ist Erdöl dessen Angebot durch das Kartell der OPEC zu deren Vorteil künstlich begrenzt wird- selbstverständlich lehne ich auch solche Arten der künstlichen Verknappung ab.
Ein weiteres Beispiel sind Produkte, die aus seltenen Tieren gewonnen werden und die durch Artenschutzabkommen prinzipiell künstlich verknappt werden (etwa Elfenbein) aber das hat gute Gründe (da sich sonst bald durch Aussterben der Art eine natürliche Verknappung bilden würde...).
Natürlich kann man Markenpolitik als künstliche Verknappung ansehen aber wenn man unbedingt das "Original" haben muss... tja... vielleicht gibt es ja auch jemanden der sich eine
Information lieber im "Original" holt. Funktionell gibt es zu überteuerten Markenartikeln fast immer eine Alternative- und wenn eine Firma/Marke die einzige ist, die technologisch in der Lage ist ein Produkt in einer bestimmten (hohen) Qualität zu fertigen dann hat sie auch ein gutes Recht das Angebot zu bestimmen- so lange bis die Konkurrenz aufgeholt hat.
Aber es geht hier nicht um physische Produkte sondern um Informationen. Informationen, die frei verfügbar und praktisch ohne jeden Aufwand beliebig kopiert und der gesamten Menschheit frei zur Verfügung gestellt werden können- diese Chance muss man nutzen soweit es irgendwie möglich ist.
Was ist denn daran so schwer zu verstehen?
Wenn ich ein Buch schreibe, erstelle ich damit ein Produkt. Das wird zwar anders verkauft als ein Brötchen, da es beliebig kopierbar ist, aber es ist trotzdem noch meine Arbeit und Leistung.
Der Beruf des Autors sieht es aber so vor, dass man Bücher verkauft, also ist das Schreiben ein normaler Produktionsvorgang. Falls mir aber jemand vorschreibt, dass ich ab einem gewissen Zeitpunkt nichts mehr an meiner Leistung verdienen darf, greift derjenige in die freie Marktwirtschaft ein.
Wieso sollte jetzt also irgendjemand das Recht bekommen, gratis von der Leistung eines anderen zu profitieren?
Niemand braucht mein Buch zum Überleben, also hat auch niemand ein Recht darauf, es einfach so zu lesen ohne dafür zu bezahlen.
Es ist ja nett, dass du dem Autor dann das Privileg zugestehst, für seine Leistung und Arbeit bezahlt zu werden, obwohl er seine Leistung ja eigentlich der Allgemeinheit zur Verfügung stellen müsste.
Ich war zwar schon länger nicht mehr in Wien, aber wenn dort jetzt der Kommunismus regiert, würde ich es gerne wissen, ansonsten ist es einfach ein Witz, wenn man vorgeschrieben bekommt, wie lange man von seiner Leistung profitieren kann.
Nochmal:
In der freien Marktwirtschaft werden Preise durch
Angebot und Nachfrage bestimmt- und
nicht durch
Arbeitsaufwand und Nachfrage. Das Angebot von öffentlichen Informationen, insbesondere von digitalen Informationen, die beliebig kopiert werden können, ist naturgemäß
unendlich groß, damit ist der Preis natürlicherweise 0, ob das dem Urheber gefällt oder nicht.
Nun wird
in die freie Marktwirtschaft eingegriffen und dem Urheber das Privileg gewährt die von ihm erstellte
Information für einen gewissen Zeitraum exklusiv kopieren und verkaufen zu dürfen um den Produktionsaufwand wieder erwirtschaften zu können- nicht um ihn "gerecht" zu bezahlen, "gerechte" Bezahlung ist in der freien Marktwirtschaft kein Maßstab.
Jeder hat das Recht von einer künstlichen Verknappung zu profitieren. Wäre es nicht so, gäbe es keine Collectors Editions.

Wenn jetzt z.B. nur 1000 Versionen meines Buches in den Handel kommen, werden eben nur 1000 verkauft. Dann gibt es eben nur 1000 Versionen von
meinem Produkt und
meiner Leistung.
Niemand hat das Recht, mein Produkt zu kopieren und somit gratis meine Leistung zu konsumieren, denn so sieht das Berufsbild eines Autors einfach nicht aus.
Eine Schutzfrist festzulegen wäre sowieso anmaßend, da man damit Werke wie Harry Potter mit Herr der Ringe gleich setzen würde.
Du weißt, wie viel Wissen Tolkien hatte und was alles hinter seinen Werken steht und so was schüttelt man sich eben nicht jedes Jahr aus Ärmel.
Collectors Editions basieren aber ebenfalls primär auf der Künstlichen Verknappung des eigentlichen Produkts durch das Urheberrecht.
Das "Herr der Ringe vs. Harry Potter" Beispiel kann ich nicht nachvollziehen vor allem weil Rowling auch im Rahmen der aktuellen Schutzfristen bereits jetzt mehr verdient hat als Tolkien; so oder so sollte ein "Werk" nicht primär nach seinem kommerziellen Erfolg beurteilt werden, weder aus Sicht des Urhebers noch aus Sicht des eines Konsumenten.