Copyright Reform gefordert von US-Republikanern

Medcha

Software-Overclocker(in)
Auf Heise.de habe ich diesen interessanten Artikel gefunden und mir gedacht, den zu teilen.

Ein Studienkreis namens "Republican Study Committee", welches aus dem Kreis der Republikanischen Partei in den USA stammt, hat ein Pamphlet verfasst, in dem eine Reform der jetzigen Copyrightgesetze in den USA gefordert wird. Es wird eine Verkürzung der so genannten Schutzfristen verlangt. Diese "schützen" den Rechteverwerter auf eine bestimmte Zeit. Diese Zeit ist so lange, so die Gruppe, dass Innovation und Fortschritt am Weiterkommen gehindert wird. Es werden auch Bibliotheken und Datenbanken genannt. Es scheint den um das Ganze zu gehen.

Diese Gruppe nennt die jetzige Situation ein "gesetzlich festgesetztes Monopol" , welches den "freien Marktkapitalismus" verhindere. Am interessantesten ist die Bemerkung zum Profit, es sei falsch "... nur auf die größtmögliche finanzielle Vergütung zu schielen."

Hier der Link: US-Republikaner fordern umfangreiche Copyright-Reform | heise online


Meine Meinung dazu:
Hör ich richtig? Es geht mal nicht um die Kohle? So langsam schnallen es sogar die Kapitalisten: der, ich nenne ihn mal Brutal-Kapitalismus der letzten 30 Jahre, hat keine systemische Relevanz, wenn es darum geht, ein dauerndes System zu formen. Es ist vielmehr mit den Barbareien in der Geschichte der Menschheit gleich zu setzen. Ohne Sinn und Verstand werden humane und natürliche Ressourcen verballert, um eines Herrschers Ego zu fröhnen. Es gab schon genügend Könige und Diktatoren, die daran gescheitert sind. Und eben genau diese Situation haben wir wieder erreicht. Nur warum interessiert es reiche Amerikaner? Schon Makiavelli hat sich dazu geäußert wie ein Herrscher herrschen sollte, um seine Macht zu stützen und zu schützen. Dazu gehört immer auch der Pöbel, also wir. Das tun die Herrscher, also extrem finanzstarke Globalplayer, aber nicht. Sie sägen den Ast ab auf dem sie und die anderen Reichen sitzen, nämlich uns. Wir finanzieren den ganzen Reichtum für diese Menschen, nur kommen wir in den Wirtschaftsstaaten der Welt immer schneller in den Strudel der Fehler dieser Herrscher. Wenn wir nicht mehr konsumieren ist ENDE. Und das haben schon so einige erkannt. Spanien hat über 25% Arbeitslosigkeit, da wird nicht mehr viel konsumiert, Portugal ist komplett pleite, genau wie Griechenland, Italien folgt sobald und Frankreich ächzt auch schon. Das ist der Stand von heute. Wie sieht das Ganze in 5 oder sogar 10 Jahren aus? Wenn die beiden ehemals stärksten Wirtschaftszonen, USA und EU, daran zu grunde gehen, wie lange dauert es bis es die anderen trifft. Auch wenn Indien und China auf dem Vormarsch sind, hängen die genau so an unserer Kaufkraft wie wir selbst. Das nennt man Globalisierung.

Das Urheberrecht und die dazu gehörige Rechtsprechung sind natürlich ein kleiner Teil unserer Zukunft. Aber man kann den Wahnsinn gut erkennen. Wie kann es sein, dass Schauspieler oder Popstars Millionen verdienen? Weil Lobbyisten der Verwerterindustrien dafür gesorgt haben. Mit Verstand hatte das noch nie etwas zu tun. Auch das wissen ne Menge Leute und so langsam melden sich auch welche, die mehr Macht haben als kleine Menschen wie ich oder andere. Mal sehen...
 
Naja, abwarten und Tee trinken. Bis zum Manchestertum sind noch ein paar Jahre, da müssen schon ein paar mehr aufstehen und protestieren, bevor sich da was tut, glaube/befürchte ich.
 
Das ist weil sie merken sie verlieren Wähler. Vielleicht kriegt die USA ja doch noch ne gute Partei.
 
Ohne den Originalartikel gelesen zu haben: Aber sind die Innovationsbremsen nicht die Patente? Wo bremst es die Innovation wenn Disney immer noch die Rechte (Copryright) an Micky Maus hat?

Aber wenn Jahrzehnte alte Patente die Entwicklung neuer Dinge verhindern oder gar innovative Firmen pleite gehen weil sie auf Basis irgend eines unsinnigen nie genutzen Patents pleite gehen, dass hindert weitere Innovationen. Heutzutage muss ich bei jedem Minitool dass ich selber programmiere Angst haben Erfolg damit zu haben, da garantiert irgendeine Methode die ich in meinem Tool umsetze gegen irgendein dämliches Patent verstößt, einfach weil es schonmal jemand so gemacht hat und sich ein Patent darauf hat geben lassen.

Rechteck mit abgerundeten Ecken. Slide to unlock. Eine Animation die das Umblättern in einem Buch simuliert. Zeug, das jeder normaldenkende Programmierer oder Designer sich in 5 Minuten aus den Fingern saugt weil es einfach Sinn macht wird da patentiert. DAS ist das Problem. DAS ist die Innovationsbremse. 90% aller Patente gehören von vorneherein abgelehnt und dem Antragsteller eine Strafe wegen Idiotie aufgebrumt. Daher Kudos an Samsung für die Gegenwehr gegen Apple's Patentwahn. Man einigt sich nicht wegen eines Rechtecks mit abgerundeten Ecken und ähnlichem Schwachsinn und zahlt dafür Lizenzgebühren.

Klar machen manche Patente Sinn und sind schützenswert. In manche Sachen fließen wirklich Unmengen an Geld um sie zu entwickeln und da darf es nicht sein, dass der nächste Hallodri kommt und das einfach nachbaut. Aber das sind nur ein Bruchteil der Patente. Und die gehören geschützt. Ganz klar. Aber auch dieser Schutz muss zeitlich limitiert werden um die Innovationsmöglichkeiten der Gesellschaft nicht einzuschränken. Ich denke 10 Jahre wäre ein guter Wert. 5 wenn das Patent nur des Patentes Willens gemacht wird und nicht genutzt wird.
 
Ohne den Originalartikel gelesen zu haben: Aber sind die Innovationsbremsen nicht die Patente? Wo bremst es die Innovation wenn Disney immer noch die Rechte (Copryright) an Micky Maus hat?

Aber wenn Jahrzehnte alte Patente die Entwicklung neuer Dinge verhindern oder gar innovative Firmen pleite gehen weil sie auf Basis irgend eines unsinnigen nie genutzen Patents pleite gehen, dass hindert weitere Innovationen. Heutzutage muss ich bei jedem Minitool dass ich selber programmiere Angst haben Erfolg damit zu haben, da garantiert irgendeine Methode die ich in meinem Tool umsetze gegen irgendein dämliches Patent verstößt, einfach weil es schonmal jemand so gemacht hat und sich ein Patent darauf hat geben lassen.

Rechteck mit abgerundeten Ecken. Slide to unlock. Eine Animation die das Umblättern in einem Buch simuliert. Zeug, das jeder normaldenkende Programmierer oder Designer sich in 5 Minuten aus den Fingern saugt weil es einfach Sinn macht wird da patentiert. DAS ist das Problem. DAS ist die Innovationsbremse. 90% aller Patente gehören von vorneherein abgelehnt und dem Antragsteller eine Strafe wegen Idiotie aufgebrumt. Daher Kudos an Samsung für die Gegenwehr gegen Apple's Patentwahn. Man einigt sich nicht wegen eines Rechtecks mit abgerundeten Ecken und ähnlichem Schwachsinn und zahlt dafür Lizenzgebühren.

Klar machen manche Patente Sinn und sind schützenswert. In manche Sachen fließen wirklich Unmengen an Geld um sie zu entwickeln und da darf es nicht sein, dass der nächste Hallodri kommt und das einfach nachbaut. Aber das sind nur ein Bruchteil der Patente. Und die gehören geschützt. Ganz klar. Aber auch dieser Schutz muss zeitlich limitiert werden um die Innovationsmöglichkeiten der Gesellschaft nicht einzuschränken. Ich denke 10 Jahre wäre ein guter Wert. 5 wenn das Patent nur des Patentes Willens gemacht wird und nicht genutzt wird.

treffender kann man es beinahe nicht mehr sagen
 
Aber wenn Jahrzehnte alte Patente die Entwicklung neuer Dinge verhindern oder gar innovative Firmen pleite gehen weil sie auf Basis irgend eines unsinnigen nie genutzen Patents pleite gehen, dass hindert weitere Innovationen. Heutzutage muss ich bei jedem Minitool dass ich selber programmiere Angst haben Erfolg damit zu haben, da garantiert irgendeine Methode die ich in meinem Tool umsetze gegen irgendein dämliches Patent verstößt, einfach weil es schonmal jemand so gemacht hat und sich ein Patent darauf hat geben lassen.

Rechteck mit abgerundeten Ecken. Slide to unlock. Eine Animation die das Umblättern in einem Buch simuliert. Zeug, das jeder normaldenkende Programmierer oder Designer sich in 5 Minuten aus den Fingern saugt weil es einfach Sinn macht wird da patentiert. DAS ist das Problem. DAS ist die Innovationsbremse. 90% aller Patente gehören von vorneherein abgelehnt und dem Antragsteller eine Strafe wegen Idiotie aufgebrumt. Daher Kudos an Samsung für die Gegenwehr gegen Apple's Patentwahn. Man einigt sich nicht wegen eines Rechtecks mit abgerundeten Ecken und ähnlichem Schwachsinn und zahlt dafür Lizenzgebühren.

Schlimmer als die Informatikbranche (dessen "neuen" patente mittlerweile ja immer absurder werden - und somit das ganze System ad adsurdum führen) hat es imo noch die Pharmaindustrie erwischt, speziell in den USA. Denn dort muss ein neues Medikament nicht zwingend besser oder verträglicher sein als jenes welches es ersetzt, es muss nur mehr Wirkung zeigen als ein Placebo. Folgerichtig werden da die Forschungsbudgets nicht dazu verwendet, neue Medikamente für neue bzw bisher unheilbare Krankheiten zu erforschen, sondern um neue Patentrezepte zu bekommen mit denen man die alten Medikamente ersetzen kann. Und natürlich ne ganze Ecke teurer als das "alte" Medikament.

Bei soviel unnötiger Forschung alleine in den beiden Industrien fragt man sich manchmal, ob sie ohne das momentane patentsystem ihre Entwicklungslabors überhaupt weiterlaufen ließen oder dichtmachen, weil es nix mehr zu holen gibt (sprich keine Patentklagen mehr) :nene:
 
Klar machen manche Patente Sinn und sind schützenswert. In manche Sachen fließen wirklich Unmengen an Geld um sie zu entwickeln und da darf es nicht sein, dass der nächste Hallodri kommt und das einfach nachbaut. Aber das sind nur ein Bruchteil der Patente. Und die gehören geschützt. Ganz klar. Aber auch dieser Schutz muss zeitlich limitiert werden um die Innovationsmöglichkeiten der Gesellschaft nicht einzuschränken. Ich denke 10 Jahre wäre ein guter Wert. 5 wenn das Patent nur des Patentes Willens gemacht wird und nicht genutzt wird.

Bei richtigen Patenten sind es aktuell 20-25 Jahre. Darüberhinaus ist es bestandteil eines jeden Patentes, die Erfindung ohne wenn und aber offen zu legen. Das ist der Deal: 25 Jahre machst Du Kohle, wenn jemand Deine Erfindung verwendet. Dafür stehst Du dem Fortschritt nicht im Weg sondern ermöglichst anderen, an Deiner Erfindung weiter zu arbeiten (Offenlegung). Das eine gibt es nicht ohne das Andere. Außerdem ist heute weltweit der Fair-Use Gedanke im Patentrecht verankert: als Patentinhaber MUSST Du anderen zu angemessenen Bedingungen ermöglichen, Deine Erfindung zu nutzen. Aus diesem Grund gibt es auch Firmen, die auf eine Patentierung Ihrer Erfindungen verzichten in der Hoffnung, dass andere nicht in der Lage sind, sowas einfach ohne Anleitung (=Patentschrift) nachzumachen. No risk no fun.

Anders sieht alles aus, was mit dem Urheberrecht zu tun hat. Du profitierst nicht nur von dem, was andere mit Deinem Werk machen, Du kannst sogar anderen verbieten, Deine Schöpfung zu verwenden, aufzuführen, zu verändern, weiterzuentwickeln, in einigen Bereichen Deine Schöpfung an einen anderen Ort zu bringen. Hier ist das Gleichgewicht aus Schutz und Entwicklung gestört. Daher versuchen viele Firmen, Ihre Erfindungen in diesem Segment aufzuhängen, obwohl es sich eher um technische Entwicklungen = Patente handelt.

Am Beispiel Apple ist schön zu sehen, wie durch urheberrechtliche Vorgehensweise das eigene Produkt geschützt werden soll. Daraus kann man selbstverständlich folgern, dass es um die technischen Belange heute gar nicht mehr geht.
 
Bei Apple geht es schon lange kaum noch um Technik, sondern um Design und das ist es auch, was sie sich schützen wollen, da sie ihre Produkte zu einem großen Teil über das Design verkaufen und das betrifft nicht nur die Optik des Gerätes, sondern auch die des OS.

Solange man mit einem Patent niemanden vom Markt fern hält, ist es mir egal, was sich eine Firma patentiert und nicht mal Apple schaffen das mit ihren Patenten. Andere Firmen haben es schon versucht, hatten aber wegen FRAND Pech gehabt.

Eine zeitliche Begrenzung von 5-10 Jahren würde sowieso nur bei Software Patenten funktionieren, da im technischen Bereich die Umsetzung oft viel länger dauert.
 
Ich kann dem Vorschlag der Republikaner nur voll und ganz zustimmen, er entspricht fast 1:1 meiner Persönlichen Meinung: eine radikale Senkung der Schutzfisten ist der wohl dringendste Reformbedarf bei den Urheberrechten- auf beiden Seiten des Atlantik.

Aktuell dauert die Schutzfrist etwa 70 Jahre, sowohl in den USA als auch in den meisten Staaten Europas (!!)

Wem genau soll das bitte nützen? Mit 20 ein Buch schreiben und noch mit 90 daran verdienen?

Auch die zweite Forderung, das Urheberrecht nicht automatisch sondern erst nach einer entsprechenden Registrierung wirken zu lassen ist meiner Meinung nach dringend nötig. Ich persönlich würde die Registrierung auch mit einer finanziellen Hürde verbinden.

Auch die dritte Forderung, eine Einschränkung der Schadenersatzforderungen bei Urheberrechtsverletzungen auf ein halbwegs vernünftiges Niveau ist dringend nötig.

Leider:
[Update 18.11.12, 14:00 Uhr]: Paul Teller, Direktor des RSC, hat das Papier inzwischen zurückgezogen. Es sei ohne "ausreichende Prüfung" innerhalb des Komitees versandt worden und verfehle die üblichen Anforderungen an vergleichbare Materialien, begründet er sein Eingreifen. Eine Copyright-Reform hätte weitreichende Auswirkungen, sodass in die Vorbereitungen dazu alle Fakten und Gesichtspunkte einfließen müssten. Als eigentlicher Verfasser hat sich auf Twitter der RSC-Mitarbeiter Derek Khanna bezeichnet. Es sei um eine reine Ideensammlung gegangen, meint der Republikaner nun. Er hoffe, dass damit im Interesse der Innovation eine Reihe von Diskussionen angestoßen würden. (Stefan Krempl) / (ea)



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Das Patentrecht ist wieder eine andere Sache, vor allem in den USA; aber auch in Europa sind vor allem urheberrechtsbasierende Designpatente ("Geschmacksmuster") vielfach höchst fragwürdig.
 
Wieso sollte man mit 90 nicht mehr an seinem eigenen Werk verdienen?
Bzw., wieso sollte ein anderer daran verdienen, obwohl derjenige dafür absolut keine Leistung erbracht hat?
 
Ganz klar: weil das absolut lächerlich ist.

Ein erfolgreiches "Werk" herausbringen und dann für den Rest des Lebens auf die Faule Haut legen? Von mir aus! Aber dann soll das "Werk" bitte so erfolgreich sein das die nötigen Einnahmen in einer vernünftigen Zeit eingenommen werden.

Und wenn ein anderer daran verdient indem er es publiziert- soll er doch! Wieso auch nicht?

Heute sieht es vielfach so aus, dass es etwa Bücher gibt, die nichtmehr gedruckt werden, kaum erhältlich sind... aber dennoch urheberrechtlich geschützt sodass man sie nicht bei Bedarf kopieren darf; das selbe gibt es, eher sogar noch schlimmer auch im Software, garade auch im Spielebereich aber auch bei Filmen und mehr oder weniger allen anderen Medien.

Ich lehne sogenanntes "Geistiges Eigentum" prinzipiell ab. Soetwas gibt es nicht. Wir brauchen ein Urheberrecht das nicht mehr und nicht weniger macht als die Schaffung und Verbreitung von Werken finanziell rentabel zu machen, insbesondere die Schaffung und Verbreitung von Werken, deren Produktion sehr teuer ist (Filme, aufwendige Softwareprojekte).

Der "positive" Effekt der Schutzfristen: Verlage verdienen an Büchern, deren Autor schon 20 Jahre unter der Erde liegt, Filmfirmen verdienen immernoch an jahrzehntealten Filmen, die in der x. Wiederholung im TV gezeigt werden,...

Meiner Meinung nach haben "Künstler" auch kein Recht darauf von ihrer Kunst zu leben, wie das oft gefordert wird, wenn sie nicht dauerhaft kommerziell erfolgreich genug sind; wieso auch? Wer nicht erfolgreich genug ist hat eben Pech gehabt, ist unfähig zu wirtschaften oder einfach nur schlecht und sollte sich eben nebenbei einen richtigen Job suchen.
 
Klar, wenn ein "Künstler" von seinen "Werken" nicht leben kann, soll er auch nicht unterstützt werden, aber ob ein Buch jetzt 5 oder 70 Jahre alt ist, ist vollkommen egal, also sollte kein anderer einfach so Kohle damit machen können, denn ich sehe nicht ein, dass man für Null Leistung Geld bekommt.

Wenn jetzt z.B. der Autor stirbt, sollten die Rechte für seine Werke natürlich frei sein.

Bei Bedarf ein Buch zu kopieren heißt aber auch, dass eine Nachfrage besteht und wenn man etwas will, soll man dafür auch bezahlen.
Das Selbe gilt auch für Software. Wenn jemand noch die Rechte dafür hat, kommt man eben nicht legal daran, ohne zu bezahlen.

Der Gedanke, dass man etwas für die Allgemeinheit gratis zur Verfügung stellt, ist ja ganz nett, aber wir leben nunmal in einer Leistungsgesellschaft und von nichts kommt halt meistens auch nichts, egal ob es einem passt.
 
also sollte kein anderer einfach so Kohle damit machen können, denn ich sehe nicht ein, dass man für Null Leistung Geld bekommt.

Publizieren, in welcher Form auch immer und sei es im Internet zum Download anbieten ist nicht "0 Leistung".

Irgendwann in ferner Vergangenheit mal ein Buch geschrieben oder einen Film gedreht/finanziert zu haben ist für mich eher 0 Leistung.

Der Gedanke, dass man etwas für die Allgemeinheit gratis zur Verfügung stellt, ist ja ganz nett, aber wir leben nunmal in einer Leistungsgesellschaft und von nichts kommt halt meistens auch nichts, egal ob es einem passt.

Genau- eine Leistungsgesellschaft: auch die Künstler und die sogenannte Verwertungsindustrie sollten etwas "leisten" und nicht jahrzehntelang von irgendwelchen Rechten an irgendetwas was sie irgendwann einmal gemacht haben zähren.

Das machen sie ja durchaus auch, ich denke in der Realität gibt es nur wenige Kunstler und/oder Firmen, die tatsächlich zu einem großen Teil von Werken leben, die älter als 10 Jahre sind. Und diese sind für mich Schmarotzer.
 
Auch wenn jemand in ferner Vergangenheit etwas gemacht hat, hat derjenige eine Leistung erbracht, aber wenn es für dich schon eine Leistung ist, etwas zum Download ins Internet zu stellen, kannst du das anscheinend nicht verstehen.

Es ist völlig egal, wann eine Leistung erbracht wird.
Wenn ich jetzt z.B. etwas baue, das mir in 50 Jahren jemand abkaufen will, ändert das nichts daran, dass ich etwas geleistet habe und dass ich sicher nichts verschenken werde, solange ich keine Lust dazu habe.
 
Wenn ich jetzt z.B. etwas baue, das mir in 50 Jahren jemand abkaufen will, ändert das nichts daran, dass ich etwas geleistet habe und dass ich sicher nichts verschenken werde, solange ich keine Lust dazu habe.

Darum geht es aber nicht.

Wenn du etwas baust und es will dir erst jemand in 50 Jahren abkaufen ist das eine Sache.

Wenn du etwas baust und jemand will es 50 Jahre später nachbauen ohne dich vorher fragen und vielleicht auchnoch Lizenzgebühren zahlen zu müssen eine andere- und genau darum geht es hier.


Es gibt meiner Meinung nach kein "geistiges Eigentum".

Das Urheberrecht sollte nur einem einzigen Zweck dienen: es sollte die wirtschaftliche Produktion von "Werken" ermöglichen, insbesondere von solchen, deren Produktion große Investitionen erfordern (v.A. Filme, größere Softwareprojekte).
 
Ok, das mit dem Bauen war kein optimales Beispiel, aber wenn jemand etwas erschafft, das er 50 Jahre später auch noch verkaufen kann, weil einfach noch immer Nachfrage besteht, sehe ich nicht ein, dass er nichts mehr daran verdienen soll, solange es nicht um Dinge geht, die für die Allgemeinheit notwendig sind und das sind Bücher, Filme und Musik nunmal nicht.

Wenn ein Bildhauer eine Skulptur meißelt, kann er die vererben und wenn viele sie sehen wollen, können sämtliche Erben das Teil gegen ein gewisses Entgelt an ein Museum vermieten, aber wenn jemand ein Buch schreibt, darf er nur eine begrenzte Zeit daran verdienen? Sorry, aber das ist lächerlich.

Ich bin aber auch dagegen, dass Rechte für Bücher, Filme und Musik verebt werden können, da es sich dabei nicht um materielle Güter handelt.

PS: Nur damit du verstehst, wie deine Meinung bei mir ankommt:
Verleger: "Tja, da haben sie ein tolles Buch geschrieben, aber sie dürfen nur eine begrenzte Zeit daran verdienen."
Autor: "Aber wieso das denn??"
Verleger: "Ach, nur damit bei denen die kein Talent zum Schreiben haben nicht zu viel Neid aufkommt."
 
Wenn ein Bildhauer eine Skulptur meißelt, kann er die vererben und wenn viele sie sehen wollen, können sämtliche Erben das Teil gegen ein gewisses Entgelt an ein Museum vermieten, aber wenn jemand ein Buch schreibt, darf er nur eine begrenzte Zeit daran verdienen? Sorry, aber das ist lächerlich.

Man kann die Skulptur zwar später noch ausstellen- aber auch sie wäre nicht urheberrechtlich geschützt, wenn sie jemand nachbauen und den Nachbau gegebenenfalls verkaufen wollte dürfte er das.

Wenn du ein Buch schreibst und es irgendwo verstauben lässt oder nicht verlegst sondern Geld dafür verlangst das Leute es ansehen und durchblättern können genauso.

Aber (öffentliche) Informationen an sich, welcher Art auch immer sind nichts das irgendjemand besitzen sollte. Dem Urheber sollten nur für einen begrenzten Zeitraum Nutzungsrechte eingeräumt werden und zwar, wie gesagt, !nur! um die Produktion von Werken, die hohe Investitionen benötigen rentabel zu machen.

PS: Nur damit du verstehst, wie deine Meinung bei mir ankommt:
Verleger: "Tja, da haben sie ein tolles Buch geschrieben, aber sie dürfen nur eine begrenzte Zeit daran verdienen."
Autor: "Aber wieso das denn??"
Verleger: "Ach, nur damit bei denen die kein Talent zum Schreiben haben nicht zu viel Neid aufkommt."

Das ist keine Sache zwischen Verleger und Autor. Abgesehen davon das Verleger als solche nurnoch Relikte aus einer Epoche sind, in der man noch nennenswert Geld investieren musste um ein Buch publizieren bzw. verlegen zu können...

Auch der Grund ist ein anderer: damit die Informationen frei verfügbar werden, damit jeder das Buch lesen kann, insbesondere auch dann wenn es aus wirtschaftlichen Gründen nichtmehr sinnvoll ist das Buch weiter zu drucken.
 
Wenn es aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr sinnvoll ist, das Buch weiter zu drucken, besteht eben keine Nachfrage und dann ist es egal, ob irgendjemand die Rechte dafür hat, da es dann sowieso niemanden mehr interessiert.

Deine "öffentlichen" Informationen sind aber nur veröffentliche Informationen und die sind deswegen nicht automatisch ab einem gewissen Zeitpunkt Allgemeingut, denn die Allgemeinheit hat für die Erschaffung höchstens einen indirekten Beitrag geleistet, was aber absolut nichts mit einer erbrachten Leistung zu tun hat und ohne Leistung hat man auch keinen Anspruch auf irgendetwas.
Sein Leben zu leben und irgendeinen damit zu etwas zu inspirieren ist keine Leistung, obwohl manche sicher der festen Meinung sind. Es gibt ja auch genug die der Meinung sind, dass einem auch ohne arbeiten Geld vom Staat zusteht, genau so wie du der Meinung bist, dass du ab einem gewissen Zeitpunkt automatisch freien Zugang zum Schaffen eines anderen haben solltest, ohne dass du irgendwas dafür leistest.

Ach ja, viel Spaß, wenn du die Mona Lisa kopierst und als Original verkaufen willst.
 
Wenn es aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr sinnvoll ist, das Buch weiter zu drucken, besteht eben keine Nachfrage und dann ist es egal, ob irgendjemand die Rechte dafür hat, da es dann sowieso niemanden mehr interessiert.

Das stimmt nicht. Zwischen "verlegen nichtmehr wirtschaftlich" und "interressiert niemanden" klafft unter Umständen eine große Lücke; außerdem verdient man so oder so nichts daran, wenn das Werk nichtmehr verkauft wird verdient man nichts, wenn es kostenlos kopiert werden darf auch nichts.

Deine "öffentlichen" Informationen sind aber nur veröffentliche Informationen und die sind deswegen nicht automatisch ab einem gewissen Zeitpunkt Allgemeingut, denn die Allgemeinheit hat für die Erschaffung höchstens einen indirekten Beitrag geleistet, was aber absolut nichts mit einer erbrachten Leistung zu tun hat und ohne Leistung hat man auch keinen Anspruch auf irgendetwas.

Es ist völlig irrelevant, wer einen Beitrag für die "Erschaffung von Informationen" einen Beitrag geleistet hat und wer nicht. Der Urheber verliert nichts wenn sein Werk kopiert werden darf.

Sein Leben zu leben und irgendeinen damit zu etwas zu inspirieren ist keine Leistung, obwohl manche sicher der festen Meinung sind. Es gibt ja auch genug die der Meinung sind, dass einem auch ohne arbeiten Geld vom Staat zusteht, genau so wie du der Meinung bist, dass du ab einem gewissen Zeitpunkt automatisch freien Zugang zum Schaffen eines anderen haben solltest, ohne dass du irgendwas dafür leistest.

Informationen haben einen hohen Wert aber uns stehen heute Technologien zur Verfügung um sie mit sehr geringem Aufwand praktisch unbegrenzt zu vervielfältigen und zu verbreiten und damit jedem Menschen (den sie interressieren) zugänglich zu machen; warum sollte man von dieser Möglichkeit nicht Gebrauch machen nur um einzelnen die Möglichkeit zu geben Dinge Geld mit Dingen zu verdienen, die sie vor Jahrzehnten getan haben?

Von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet kann man diese Einstellung natürlich als "Sozialistisch" und "nicht Leistungsgerecht" interpretieren, da den Urhebern etwas (Nutzungsrechte) "weggenommen" und der Allgemeinheit zur Verfügung getellt wird aber ich ändere Meine Meinung nicht.

Auch bin ich, wie gesagt, nicht der Meinung das man den Urhebern wirklich etwas wegnimmt, zumindest nichts, das ihnen jemals gerechtfertigter Weise zugestanden wäre: Es gibt kein geistiges Eigentum. Nutzungsrechte an "Werken" sind von Grundauf rein willkürlich und haben ausschließlich den Zweck die wirtschaftliche Produktion von "Werken" zu ermöglichen, insbesondere solcher Werke, für deren Erstellung größere Investitionen nötig sind. Der Urheber kann sein "Werk" (das "Original") ja gerne behalten- er darf nur nach einer Gewissen Zeitspanne nichtsmehr daran verdienen wenn irgendwer das "Werk" kopiert.

20050130opensourcecommunism[1].jpg
Ich will zwar Microsoft in diesem Zusammenhang nicht verunglimpfen aber das Bild passt irgendwie zu deiner Einstellung...

Ach ja, viel Spaß, wenn du die Mona Lisa kopierst und als Original verkaufen willst.

"Analoge Werke" welcher Art auch immer haben eben den "Vorteil", dass sie sich (zumindest in den allermeisten Fällen, in der Praxis) nicht exakt reproduzieren lassen. Damit gibt es ein Original, dessen Qualität in gewisser Weise unerreich bleibt. Für einen Künstler mag das nach Ablauf seiner Nutzungsrechte potentiell ein gewisser Vorteil sein aber dafür gibt es auch reihenweise Nachteile, nicht zuletzt bei der Vervielfältigung, die aber für eine Vermarktung meist notwendig ist.

Wenn man sich einbildet das man als Künstler besser darsteht wenn man mit analogem Ausgangsmaterial arbeitet -oder ein digitales Werk in seiner ursprünglichen Qualität nicht veröffentlicht (klassisches Beispiel: Wasserzeichen in Fotos)- dann soll man das von mir aus machen. Mit Ausnahme von Software (mit ein paar speziellen Ausnahmen) ist das mit praktisch jeder Art von "Werk" möglich.

Umgekehrt kann man heute praktisch alles digital und beliebig reproduzierbar erstellen, einschließlich realer, physischer Objekte (CAD Bauplan + CNC Fertigung der Teile).
 
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