AW: CDU-Wahlprogramm: Internetsperren für Raubkopierer vorgesehen
Die Abschaffung von geistigem Eigentum wird sicherlich auch niemals durchzusetzen sein, dafür ist der Lobbyismus starker Kapitalisten in unserem Land viel zu präsent.
Ich wuerde mir auch sorgfaeltig ueberlegen, ob es wirklich das waere, was Du willst. Bei Lohn- und Standortkosten kann Deutschland naemlich nicht mit China konkurrieren - fiele auch noch (geschuetztes) Know-How weg, wuerden wir bald wieder in den Baumkronen wohnen und uns von Fruechten ernaehren (was ja ganz gesund sein soll).
(...)oder der angeblich unpolitischen MTV Generation(...)
Sie ist unpolitisch. Ein Kreuzchen bei denen zu machen, von denen man glaubt, sie wuerden "Leechen" legalisieren wollen; eine Petition gegen etwas zu zeichnen wovon man fuerchtet, es koennte eines Tages dazu benutzt werden, beim "Leechen" erwischt zu werden oder das "Leechen" zu verhindern (mit Beidem haette ich uebrigens ueberhaupt kein Problem) und sich in Foren unter blumigen Pseudonymen in Rage zu schreiben ist jedenfalls nicht das, was ich mir unter politischer Arbeit vorstelle.
Ich habe den Niedergang der DDR miterlebt und im Rahmen meiner Moeglichkeiten mitgestaltet - und bin ein wenig froh darueber, dass es damals kein Internet gab. So mussten die Menschen Position beziehen - indem sie sprechen und ihr Gesicht zeigen.
Ja, das mit der Kulturflatrate finde ich eine gute Idee. Das müßte aber dann eine Zwangsabgabe werden wie die GEZ. Denn Freiwillig zahlt keiner was für die Kultur.
Und genau deshalb finde ich sie grundfalsch und agitiere gegen sie, wo es nur geht.
Erstens - gibt es fuer die Idee einer "Kulturflatrate" auch Zustimmung seitens der Industrie - WARNER z. B. kann sich eine solche gut vorstellen. Dahinter duerfte die Kapitulation vor der kriminellen Energie eines Teils X der Bevoelkerung stecken und der Versuch, so wenigstens Schadensbegrenzung zu betreiben. Und genau das darf nicht sein. Nur weil ein Teil X der Bevoelkerung "saugt", darf man es nicht hinnehmen und auf die Durchsetzung legitimer Rechte verzichten oder gar die gesamte (internetnutzende) Bevoelkerung pauschal die Zeche zahlen lassen. Mit derselben "Logik" koennte man auch Steuerhinterziehung straffrei stellen und im Gegenzug die Steuern erhoehen, um durch die Mehreinnahmen der ehrlichen Steuerzahler die Ausfaelle zu kompensieren.
Was zu Zweitens fuehrt - alle zahlen fuer Etwas, was nur Einige nutzen. Warum sollte der Metzgermeister, der seinen DSL-Anschluss nur zum Onlinebanking nutzt und MP3 vermutlich fuer ein Autokennzeichen haelt, Dir Deinen Musikkonsum subventionieren?
Und schliesslich Drittens: Ja, ich kann nachvollziehen, dass ein Kunstschaffender sich mit dem Modell der "Kulturflatrate" anfreunden kann - vorwiegend wohl aus Gruenden wie unter Erstens beschrieben; besser wenig als gar nichts. Aber: warum sollten fuer Kunstschaffende andere Spielregeln gelten als beispielsweise fuer Kaufhaeuser? Die verschwinden auch, weil der Konsument es in der Hand haette, es durch sein Konsumverhalten zu verhindern - und den Teufel tut. Sollte man nun eine Kaufhausflatrate einfuehren? Immerhin geht es hier um ebenso reale Existenzen.
Die "Kulturflatrate" ist eine ebensolche Verirrung wie ein gesetzlicher Mindestlohn oder Managergehaelter. Preise und erbrachte Leistungen sollten zwischen den Vertragspartnern ausgehandelt und nicht von der Politik diktiert werden. Wem die Loehne in Deutschland nicht passen, sollte in eine Gewerkschaft eintreten und denen so den Ruecken staerken; wem die Entlohnungsmodelle der GEMA nicht zusagen steht es frei, selbst einen Verband zu schaffen. Muehsam und nicht in vier Wochen getan, ja. Dafuer haette es den Vorzug, der richtigere Weg zu sein.
Was den Vergleich mit der GEZ angeht: die GEZ sammelt Geld ein, dass fuer eine vielfaeltige Grundversorgung (Nein, das ist kein Widerspruch) der Bevoelkerung mit Radio- und Fernsehprogrammen sorgen soll, anstatt die Finanzierung dem Staat anheimzustellen. Aus geschichtlich gewachsenem, weiss Gott gutem Grund. Die "Kulturflatrate" waere dagegen die kommerziell motivierte Kompensationsleistung fuer Konsum. Etwas voellig anderes also und mit mir nicht zu machen.
Es ist nicht belegt das Medienverkäufe hochgehen würden wenn die leute nichts (virtuell)klauen würden......
Unerheblich. Die Lebenserwartung Deines Nachbarn steigt auch nicht an, nur weil Du ihn nicht beleidigst. Verboten und strafbewehrt ist es dennoch.