Man achte auf Randy Bobandys Wortwahl:
“If you’re a real fan, you’ll find a way to make it happen.”
Oh, die Leute werden einen Weg finden, aber sowas von.

Nur wird es einer sein, der ihm nicht gefällt; und der den nützlichen Nebeneffekt hat, dass sie sich zum Spielen auch nicht den neuen TOS unterwerfen müssen.
Zur Erinnerung: Mit den neuen TOS stellt Take 2 sich einmal einen Blankoscheck für alle Userdaten aus, die an irgendeiner Stelle anfallen, und nimmt sich gleichzeitig das Recht heraus, einem den Zugang zum gekauften und bezahlten Produkt jederzeit nach Gutdünken wieder zu entziehen. Du moddest ein Singleplayer-Offline-Spiel? Bannhammer! Du nutzt ein VPN? Bannhammer! Du machst öffentlich auf Bugs oder Exploits aufmerksam? Bannhammer! Und alle außerhalb der EU, UK, Australien und Neuseeland verlieren ihr Recht, sich dagegen vor einem ordentlichen Gericht zu wehren. Aber selbst in den genannten Regionen braucht man sich nicht sicher zu fühlen, denn wenn ein Unternehmen derart öffentlich seinen Vorsatz erklärt, das Gesetz zu brechen und damit davonzukommen, warum würde es sich, mit einer so kriminellen Mentalität, dann um unsere Gesetze scheren? Insbesondere, wenn die Wahrscheinlichkeit, zur Rechenschaft gezogen zu werden, im einstelligen Prozentbereich liegt, und die zu erwartende Strafe eine Geldzahlung in Höhe von 1 bis 2 Prozent eines Jahresgewinns wäre?
Aber haben diese TOS dazu geführt, dass die Leute allesamt ihre Spiele aus dem Take-2-Imperium vom Rechner geworfen haben und die Firma künftig boykottieren? Führen die nun ähnlich lautenden Bedingungen bei Nintendo dazu, dass die Leute darauf verzichten, sich eine Switch 2 zu kaufen, egal wie überteuert sie und die Spiele auch sein mögen? Wie schon so oft in der Vergangenheit, wenn Firmen sich solche Stunts geleistet haben, lautet die Antwort in den meisten Fällen: Nein. Im Gegenteil werden noch die Leute angekackt, die darauf aufmerksam machen, denn schon ein kleines bisschen kognitive Dissonanz stört den unbeschwerten Videospielkonsum ganz massiv. Und unter dem Gesichtspunkt ist Randys übliches Arschlochverhalten nur die Konsequenz einer unbequemen Wahrheit: Egal, wie sehr die Industrie uns, die Kundschaft, schikaniert – wir kaufen die Produkte sowieso, weil wir nicht anders können. Wir meckern zwar unentwegt, aber ein Verzicht ist keine Option... warum eigentlich? Einmal Nägel mit Köpfen machen...
Und das „Wir“ ist an der Stelle rein metaphorisch. Denn ich für meinen Teil habe mit den neuen TOS alle Borderlands-Teile (andere Take-2-Spiele hab ich tatsächlich gar nicht) vom Rechner geworfen, dafür auch den ersten gemeinsamen Run mit meinem besten Kumpel in BL3 abgebrochen, der damit ebenfalls die Lust verloren hat, und meinen Shift-Account gelöscht. Und Borderlands 4 werde ich genauso wenig kaufen wie eine Switch 2 oder sonst jemals wieder irgendein Nintendo-Produkt. Als Fan der ersten Teile einschließlich Pre-Sequel gefällt mir die inhaltliche Richtung, die die Reihe seit Borderlands 3 eingeschlagen hat, wie so vielen anderen, überhaupt nicht. Borderlands 2 ist 13 Jahre her – die Leute, die damit aufgewachsen sind bzw. sich in die Reihe verliebt haben, sind seitdem älter geworden und haben mittlerweile andere Prioritäten in ihrem Leben. Diejenigen, die neu hinzukommen, haben ihre ersten Berührungspunkte mit dem Franchise durch Borderlands 3 und die nachfolgenden Ableger, oder gar durch den grässlichen Film, und sehen, dass es deutlich Besseres gibt – und sowieso mehr, als man in seiner Freizeit abarbeiten kann. Wie kommt Randy (und gefühlt jeder Publisher) angesichts dessen eigentlich immer wieder zu dieser arroganten Annahme, sein Spiel, sein Film, sein Produkt sei die eine unverzichtbare Sache, auf die „alle“ warten? Auch hier denke ich wieder: Könnten sie sich nicht leisten, wenn wir unsere Prioritäten ein kleines bisschen klüger wählten und diesbezüglich konsequenter wären.