AW: Borderlands 3: Trotz Epic Games Store einer der besten Verkaufsstarts für 2K
Genau das hab ich ja oben gesagt.
Wenn man keine Ansprüche hat -> EGS
Das hört sich aber immer so negativ und denunzierend an, auch wenn es womöglich gar nicht so gemeint ist, wie es rüberkommt.
Der hauseigene Launcher der Publisher ist wieder ein anderes Thema. Ich finde, man sollte schon einen Unterschied machen, ob ich mein eigenes Spiel über meine eigene Infrastruktur vertreibe oder ob ich mir die Exklusivität erkaufe um eine Userbase zu schaffen, weil sonst niemand meinen Mist benutzen würde.
Wobei in dem Sinne der hauseigene Launcher genauso Mist ist.
In all den Diskussionen, die ich rund um Epic geführt habe, konnte mir bisher noch niemand einen sachlichen und plausiblen Grund nennen, warum man das unterscheiden sollte:
1.
Gekaufte Exklusivität:
Im Geschäftsleben üblich. Kunden kommen tagtäglich mit den jeweiligen Produkten in Kontakt.
Firma: Kunden gewinnen > Produkte verkaufen > Geld verdienen
Kunde: Wird gezwungen bestimmte Produkte in einem einzigen Store zu kaufen, bei Games wird er zudem noch gezwungen, den Launcher des jeweiligen Anbieters zu installieren.
2.
Produzierte Exklusivität:
Im Geschäftsleben üblich. Kunden kommen tagtäglich mit den jeweiligen Produkten in Kontakt.
Firma: Kunden gewinnen > Produkte verkaufen > Geld verdienen
Kunde: Wird gezwungen bestimmte Produkte in einem einzigen Store zu kaufen, bei Games wird er zudem noch gezwungen, den Launcher des jeweiligen Anbieters zu installieren.
Was sollte man da also unterscheiden?
In beiden Fällen unterscheidet sich das Ziel der Firmen in keinster Weise: Es soll Geld verdient werden. Da ist nicht die eine Firma besser als die andere.
Und für den Kunden macht es absolut keinen Unterschied, ob Exklusivität produziert oder eingekauft wird: In beiden Fällen wird er eingeschränkt und erhält nicht jedes Produkt in jedem Store.
Als Valve entschieden hatte, Steam bei Half Life 2 zwingend vorauszusetzen, gab es einen riesigen Aufschrei. Es wurde zu Boykotten aufgerufen und Valve als der Feind der Gamer deklariert.
Heute kräht da kein Hahn mehr nach, und diese Art der Exklusivität wird plötzlich an breiter Front akzeptiert.
Als EA entschieden hatte, die eigenen Games nur noch über Origin zu vertreiben, gab es einen riesigen Aufschrei. Es wurde zu Boykotten aufgerufen und EA als der Feind der Gamer deklariert.
Heute kräht da kein Hahn mehr nach, und diese Art der Exklusivität wird plötzlich an breiter Front akzeptiert.
Nun wird Epic zum neuen Feind der Gamer stilisiert, obwohl die Exklusivität im Epic Store für den Kunden genau das gleiche negative Ergebnis bedeutet, wie die bei Steam oder EA Origin.
Wenn man kritisiert, dass Gamer durch Store Exklusivität in ihrer Wahlmöglichkeit eingeschränkt werden und sie nicht mehr jedes Spiel in jedem Store kaufen können, dann sollte man das allgemein tun. Und anfangen muss man dann zwangsläufig bei Steam, denn Steam hat Store Exklusivität am Markt etabliert.
Aber nicht einen Store verdammen und es gleichzeitig bei anderen hinnehmen, nur weil zufällig bei den anderen der eigene Lieblingstore dabei ist.
Warum wird nicht angeprangert, dass es da draußen tausende Spiele nur bei Steam gibt? Wenn ich meine Games ausschließlich im Windows Store kaufen wollte, dann kann ich das nicht weil so verdammt viele Games zwingend (!) Steam voraussetzen und im Windows Store gar nicht erst erhältlich sind. Warum beschwert sich da niemand über die mangelnde Auswahlmöglichkeit? Umgekehrt wird sich aber bei jedem Spiel lautstark beschwert, wenn es nicht bei Steam erscheint.
"Och, na ja, Spiel XY ist zwar nur bei Steam erhältlich, da ich selber aber am liebsten Steam nutze, ist das absolut okay!"
"WAS? Spiel XY erscheint nicht bei Steam? BOYKOTT!"
Diese extrem selektive Kritik wird der grundlegenden Problematik der allgemeinen Gängelung der Spieler überhaupt nicht gerecht. Das berühmte Fähnchen im Wind lässt grüßen. Und ausgerechnet die Leute, die das so handhaben, sind diejenigen, die sich selber mit ihrer Weitsicht und ihrer Prinzipientreue brüsten (nicht auf dich bezogen). Das macht die lautstarke Kritik an Epic dann doch sehr fragwürdig, um es mal vorsichtig und sachlich auszudrücken.
Epic ist nicht der Feind der Gamer, Epic ist nur das Ergebnis dessen, was Steam 2004 mit HL2 begonnen hat. Als sich das durchgesetzt hatte, und Steam in den Folgejahren Milliarden scheffelte, war abzusehen, dass irgendwann auch andere etwas von diesem Kuchen abhaben wollen. Exklusivität zu produzieren oder sie einzukaufen ist ein absolut probates und legitimes Mittel, um sich ein Stück vom Kuchen zu sichern. Keines der beiden ist besser als das andere, denn so oder so wird der Kunde eingeschränkt.