News Beschwerde gegen Telekom: Soll am langsamen Internet verdienen

Die amerikanischen Dienste sollen zahlen. Sie wollen in Deutschland Geld verdienen? Dann sollen sie auch hier investieren. Ich habe bei beiden Telekom GF Anschlüssen keine Probleme und selbst ein paar kleine Seiten auf AWS und Cloudflare laufen. Womit ich Probleme habe sind Xbox Downloads die manchmal nur 3-12 Mbits betragen. Aber da tippe ich auf ganz andere Probleme vom MS Azure Betreiber.

Mal ehrlich Leute, wo soll das Geld für die Terabyte Infra in Deutschland herkommen? Vom Steuerzahler, vom Telekom Geschäftskunden oder vom Telekom Privatkunden?
 
Ich war viele Jahre bei Telekom und immer sehr zufrieden. Keine Probleme und mega Support. Aber irgendwann kam der Wechsel auf Kabel, von Kabel BW zu Unitymedia und jetzt bei Vodafone. Im Großen und ganzen auch sehr zufrieden. Ein Wechsel würde jetzt aufgrund der Kosten nicht mehr in Frage kommen. Telekom bietet hier nur 250 Mbit Statt 1 Gbit an und kostet über 20€ mehr im Monat.
 
Die amerikanischen Dienste sollen zahlen. Sie wollen in Deutschland Geld verdienen? Dann sollen sie auch hier investieren. Ich habe bei beiden Telekom GF Anschlüssen keine Probleme und selbst ein paar kleine Seiten auf AWS und Cloudflare laufen. Womit ich Probleme habe sind Xbox Downloads die manchmal nur 3-12 Mbits betragen. Aber da tippe ich auf ganz andere Probleme vom MS Azure Betreiber.

Mal ehrlich Leute, wo soll das Geld für die Terabyte Infra in Deutschland herkommen? Vom Steuerzahler, vom Telekom Geschäftskunden oder vom Telekom Privatkunden?
Ich soll dafür an die Telekom zahlen, dass ich eine Webseite in USA betreibe und diese von Deutschen Usern genutzt wird? Ist ja nicht so, dass die Seite massiv Bandbreite schluckt. Dennoch wird sie massiv ausgebremst von der Telekom.

Das würde ich gerne abstellen. Jetzt sag mir bitte, wie das geht.
 
Ich soll dafür an die Telekom zahlen, dass ich eine Webseite in USA betreibe und diese von Deutschen Usern genutzt wird? Ist ja nicht so, dass die Seite massiv Bandbreite schluckt. Dennoch wird sie massiv ausgebremst von der Telekom.

Das würde ich gerne abstellen. Jetzt sag mir bitte, wie das geht.
Wenn du in den USA eine Seite für deutsche Kunden betreibst, hast du hoffentlich datenschutzrechtlich alles abgeklärt. Ansonsten grüßen die europäischen Provider. Wenn du also nicht AWS-Frankfurt ausgewählt hast - dann bitte kennzeichnen, damit es die Besucher gleich ablehnen können.
 
Wenn du in den USA eine Seite für deutsche Kunden betreibst, hast du hoffentlich datenschutzrechtlich alles abgeklärt. Ansonsten grüßen die europäischen Provider. Wenn du also nicht AWS-Frankfurt ausgewählt hast - dann bitte kennzeichnen, damit es die Besucher gleich ablehnen können.
Nicht NUR für Deutsche, sondern für Menschen auf der ganzen Welt. Unter anderem halt auch Deutsche.

Datenschutzrechtlich ist die Seite unbedenklich, da keinerlei personenbezogene Daten gespeichert werden.
 
Ich soll dafür an die Telekom zahlen, dass ich eine Webseite in USA betreibe und diese von Deutschen Usern genutzt wird? Ist ja nicht so, dass die Seite massiv Bandbreite schluckt. Dennoch wird sie massiv ausgebremst von der Telekom.

Nicht du als Webseitenanbieter, sondern der von dir gewählte Hoster soll zahlen. Offensichtlich verbreitet der nämlich nicht nur deine Seite, sondern auch andere Dienste, die massiv Transferrate erfordern. Zumindest relativ gemessen an dem Peering, das er unterhält. Sonst wären Angebote von seinen Servern nicht wegen fehlender Transferrate "massiv ausgebremst"; wer für wenig Traffic sorgt, der kommt auch mit einer schmalen Anbindung aus.
 
Der Provider heißt AWS. Und die interessiert es einen Dreck was die Telekom will. Ist ja nicht so, dass sie mit der Telekom Geld verdienen
 
Ooch, ich glaube zumindest ein gewisser besonders alter Stammkunde/Nutzer von AWS würde durchaus etwas vermissen, wenn 30 Prozent seiner hiesigen Kundschaft keine Verbindung mehr zu ihm hätte. Aber der hat scheinbar auch Server "gebucht", deren Anbindung flutscht.
 
Ooch, ich glaube zumindest ein gewisser besonders alter Stammkunde/Nutzer von AWS würde durchaus etwas vermissen, wenn 30 Prozent seiner hiesigen Kundschaft keine Verbindung mehr zu ihm hätte. Aber der hat scheinbar auch Server "gebucht", deren Anbindung flutscht.
Was willst Du mir damit sagen?

Deutschland ist zwar der Dritt- oder Viertgrößte "Markt" für die Seite, aber dennoch deutlich unter 5%. Ich finde es dennoch extrem ärgerlich und unverschämt.
 
Ähhm Nein. Telekom ist DSL, Pyur und Kabel Deutschland sind Kabel, also DOCSIS. Das sind 2 grundlegend verschieden Dinge.
Achso!

Dachte, du redest von Glasfaseranschluss.
Wusste ja nicht, dass Du Telekoms DSL mit den Kabelnetzen vergleichst. (also Apfel und Birnen=
Pyur hat aber auch DSL-Internet im Portfolio.
Vodafone (Kabel Deutschland) genauso.
Das wäre der bessere Vergleich und einer, bei dem vermutlich die anderen wieder auf die bestehende Leitung der Telekom setzen müssen.
Kabel Deutschland hat Jahre lang nicht in den Ausbau und Aufrüstung ihrer Netze investiert - die sind total marode und altbacken (Dadurch sind sie dermaßen ins Hintertreffen geraten und bevor der ganze Mist explodierte, wurde es an Vodafone verkauft - die haben jetzt den Schwarzen Peter.) . Wenn bei Euch also marode, alte Kabel-Deutschland Kabelliegen, auf dei dann auch Pyur setzt, ist klar, dass DSL einen leichten Vorteil haben kann.


Die amerikanischen Dienste sollen zahlen. Sie wollen in Deutschland Geld verdienen? Dann sollen sie auch hier investieren. Ich habe bei beiden Telekom GF Anschlüssen keine Probleme und selbst ein paar kleine Seiten auf AWS und Cloudflare laufen. Womit ich Probleme habe sind Xbox Downloads die manchmal nur 3-12 Mbits betragen. Aber da tippe ich auf ganz andere Probleme vom MS Azure Betreiber.

Mal ehrlich Leute, wo soll das Geld für die Terabyte Infra in Deutschland herkommen? Vom Steuerzahler, vom Telekom Geschäftskunden oder vom Telekom Privatkunden?
Dann bitte auch die Straßenmaut. Alle 10km und an jeder Kreuzung und Auffahrt.

Das Prinzip der "Netzneutralität" ist aber schon bekannt, oder?

moderne Wegelagerei, die nur die einen trifft, die anderen aber nicht, gibt es nicht.
 
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Dann bitte auch die Straßenmaut. Alle 10km und an jeder Kreuzung und Auffahrt.

Das Prinzip der "Netzneutralität" ist aber schon bekannt, oder?

moderne Wegelagerei, die nur die einen trifft, die anderen aber nicht, gibt es nicht.
Ich frage mich wirklich, ob solche Beiträge aus eigenem Antrieb entstanden sind. Ob die Autoren sich dabei wirklich etwas denken und davon überzeugt sind? Das Argument Netzneutralität wird dabei so misshandelt, dass seine positive Bedeutung in eine negative pervertiert wird.

Denn während Privatkunden zahlen und eine Leistung erhalten, soll das für bestimmte Geschäftskunden nicht gelten. Die begünstigten sollen aber immer die in den USA ansässigen Provider sein, die - wenn man etwas aufgepasst hat - aus einem Land stammen, das gerade schärfsten Protektionismus auffährt. Nein. Ich als Telekom Kunde werde einen Teufel machen und mich zurücklehnen wenn andere ihre Services nicht richtig auf die Straße bringen können.
 
Was willst Du mir damit sagen?

Das ich noch nie gehört hätte, dass Telekom-Kunden wegen fehlender Transferrate auf irgendwelche Amazon-Dienste verzichten mussten. Bleiben wohl nur zwei Erklärungen:
a) Amazon-Angebote werden bei Azure gehostet, weil das Peering zu AWS so lahm ist.
b) Das Peering zu AWS ist, entgegen der hiesigen Darstellung, gar nicht von einer systematischen Ausbremsung betroffen.
 
Telekom wie alle anderen wollen Geld verdienen und wenn sich die Möglichkeit ergibt das zu schaffen wenn man Vorschriften beugt oder umgeht wird das gemacht.
 
Ich frage mich wirklich, ob solche Beiträge aus eigenem Antrieb entstanden sind. Ob die Autoren sich dabei wirklich etwas denken und davon überzeugt sind? Das Argument Netzneutralität wird dabei so misshandelt, dass seine positive Bedeutung in eine negative pervertiert wird.

Denn während Privatkunden zahlen und eine Leistung erhalten, soll das für bestimmte Geschäftskunden nicht gelten. Die begünstigten sollen aber immer die in den USA ansässigen Provider sein, die - wenn man etwas aufgepasst hat - aus einem Land stammen, das gerade schärfsten Protektionismus auffährt. Nein. Ich als Telekom Kunde werde einen Teufel machen und mich zurücklehnen wenn andere ihre Services nicht richtig auf die Straße bringen können.
Das ist doch Blödsinn.

Ein Google oder Amazon, Facebook und Netflix zahlen genauso für ihren Internetanschluss und die Bandbreite.
Nur halt nicht an jeden krümeligen Provider in jedem popeligen Land dann auch nochmal.

Ich zahle auch nur meinen ISP für den Service, dass er mich mit seiner Leitung ins Internet lässt, und nicht nochmal den NIC in Frankfurt, den NIC in New York, den ISP in Alabama ...


Und das mit dem Protektionismus ... naja. USA-Bashing ist ein schlechtes Gegenargument, das Fehlverhalten der Telekom zu rechtfertigen.
Ich kann den Fall auch ganz ohne USA aufziehen.

Angenommen ich betreibe eine schöne Website bei Hetzner mit irgendwelchen Reiseblogs, Videos und DIY-Anleitungen.
Ich zahle meinem ISP für den Internetanschluss und Hetzner fürs hosting der Webseite ein Service-Entgelt.
Aus irgendeinem glücklichen Umstand explodiert meine Seite plötzlich und hat einen ungeahnten Erfolg. Leute kommen von überall und schauen sich meine Inhalte an ...
Auf einmal klingelt die Telekom an der Tür und meint: "ähäm. Wir haben da ganz ganz viele Kunden unter Vertrag, die so im Netz surfen und da sind eine ordentliche Menge dabei, die Deine Seite besuchen und sich Inhalte von dort anschauen. Das wäre doch jetzt echt schade, wenn die plötzlich die Seite nicht mehr so performant erreichen oder die Anleitungsvideos langsamer laden ... vielleicht finden die dann Deine Seite gar nicht mehr so toll und gehen lieber woanders hin. Was zahlst Du uns?"

Netztneutralität bedeutet, dass jeder Inhalt unpriorisiert und ohne Wertung gemäß der Nachfrage durchgestellt wird, egal von wo und was. 1en und 0en, egal von wo und zu was sie gehören. Da ist es egal, ob die 1en und 0en eine Video sind, oder ein Text oder ein Online-Spiel und ob sie von x oder y kommen, oder gar über z durchgestellt wurden oder vom eigene Server der Telekom aus ihrem Magenta-schmarn. Ein Film von Magenta muss genauso gut oder schlecht übermittelt werden, wie einer von Vodafone, aus Italien oder Japan.
 
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Das ich noch nie gehört hätte, dass Telekom-Kunden wegen fehlender Transferrate auf irgendwelche Amazon-Dienste verzichten mussten. Bleiben wohl nur zwei Erklärungen:
a) Amazon-Angebote werden bei Azure gehostet, weil das Peering zu AWS so lahm ist.
b) Das Peering zu AWS ist, entgegen der hiesigen Darstellung, gar nicht von einer systematischen Ausbremsung betroffen.
Oder es sind einfach nicnt alle AWS Datacenter betroffen. Meiner steht in Ohio. Ich könnte auch auf einen Europäischen Server umsteigen,. das kostet nur ein klein wenig mehr.

Aber dann ist das Risiko, dass es anders herum schlechter wird.

Da es sich um eine NSFW und LGBTQ Seite handelt, überlege ich aber ohnehin, dass es beim aktuellen politischen Klima besser wäre, sich von den USA und von Amazon zu verabschieden.
 
Die amerikanischen Dienste sollen zahlen. Sie wollen in Deutschland Geld verdienen?

Warum?

Als Kunde zahlt man, dass man ins Internet kommt, das ist genug. Im Prinzip ist es so, als ob McDonalds Geld an die Autohersteller zahlen soll, wie die Kunden mit deren Karren ins McDrive fahren. Die Telekom verlangt sowieso schon gesalzene Preise. 90€, für einen Gigabitanschluß sind extrem hoch, für 2GBit darf man sogar 140€m im Monat blechen.

Mal ehrlich Leute, wo soll das Geld für die Terabyte Infra in Deutschland herkommen?

Wie wäre es mal von der Telekom? Die sahnen die monatlichen Gebühren ab und das nicht zu knapp. Wie gesagt: 140€ im Monat, da sollte dann einiges möglich sein, Man kann natürlich auch andere Anbieter ranlassen, dann macht die Telekom eben langfristig kein Geschäft mehr, soll mir recht sein.

Vom Steuerzahler, vom Telekom Geschäftskunden oder vom Telekom Privatkunden?

Letztere zahlen so oder so. Glaubst du ernsthaft, dass die Konzerne die zusätzlichen Gebühren selbst bezahlen? Die geben die natürlich irgendwie weiter und schlagen dann noch ordentlich was drauf. Oder sie stellen ihren Dienst gleich ganz ein. In Südkorea gibt es kein Twitch. Wenn man da streamen will, dann muß das Geld irgendwo her kommen. In dem Fall darf man dann ein Premiumabo abschließen.

Der Kunde zahlt eigentlich immer, die meisten sind nur nicht schlau genug, um zu verstehen, dass sie am Ende gemolken werden und nicht irgendwelche Großkonzerne.

Anstelle von Youtube würde ich die Inhalte an Telekomkunden nur noch in 240p ausliefern, wer mehr will, der soll ein Premiumabo abschließen, das für Telekomkunden 5€ mehr kostet. Wenn genug Firmen folgen, dann hat sich das Problem Telekom sehr schnell erledigt.
 
Das ist doch Blödsinn.

Ein Google oder Amazon, Facebook und Netflix zahlen genauso für ihren Internetanschluss und die Bandbreite.
Nur halt nicht an jeden krümeligen Provider in jedem popeligen Land dann auch nochmal.

Ich zahle auch nur meinen ISP für den Service, dass er mich mit seiner Leitung ins Internet lässt, und nicht nochmal den NIC in Frankfurt, den NIC in New York, den ISP in Alabama ...

Es gibt nicht "das Internet". Jede sogenannte Internetverbindung erfordert eine Verkettung einer ganze Reihe von Dienstleistungen und Dienstleistern. Je mehr respektive je teurer, je größer die geographische Entfernung ist. Wenn jeder nur für seine erste respektive letzte Meile zahlen würde, hätten wir kein globales Netzwerk, sondern nur lokale, maximale regionale, die am Einwahlknoten enden würden. Alles, was darüber hinausgeht, muss auch bezahlt werden und hier wird es komplex respektive Verhandlungssache. Lange Zeit hatten die Provider da mehr oder minder ein Gentlemansagreement zum gegenteiligen Nutzen: Man hat eine Verbindung zum Rechenzentrum des jeweils anderen gelegt und über die konnten die eigenen Nutzer auf dort gehostete Inhalte zugreifen und dortige User wurden zur Zielgruppe für hier gehostete Webseiten.

Parallel zum Aufkommen von immer transferintensiveren Webdiensten in den letzten 1-2 Jahrzehnten kam es aber auch zu einer Internationalisierung der Angebote und einer Diversifizierung der Server-Betreiber: Statt symmetrischem Austausch haben wir heute eine Teilung in überwiegende Endkundenprovider auf der einen Seiten und einige wenige, sehr datenintensive Hoster auf der anderen. Ein gegenseitiger Fair-Use ist hier nicht mehr möglich, weil erstere kaum Upload bereitstellen und letztere kaum Download anfordern. Stattdessen tobt ein Deutungskampf. Alphabet, Amazon, Disney, Meta, Mindgeek & Co sehen sich als hochwertige Content-Quellen sind, dank denen die Provider überhaupt erst die Kundschaft für ihre Internetanschlüsse zuströmt, weswegen Telekom & Co doch bitte auf eigene Rechnung Terabit-Leitungen zu den jeweiligen Rechenzentren ziehen und dort um Anschluss betteln sollen. Oder, gegenteilige Sichtweise, die Telekom ist der Meinung, dass ihre (meiner dumpfen Erinnerung nach) 30 Millionen Kunden überhaupt erst den deutschen Markt für Youtube, Youporn, U-Play und Uber bilden, weswegen verdammt noch einmal diese Content-Schleudern die Infrastruktur bezahlen sollen, mit deren Nutzung sie Milliarden scheffeln.

Wer bei diesem Blame-Game recht hat, ist ohne sehr detaillierte Einblicke und Analysen oft schwer zu sagen. Fiktives Beispiel: Eine Webseite wird in Hamburg in einem Telekom-Rechenzentrum gehostet und erzielt von dort 1.000-MBit/s-Transferraten zu einem T-Onliner in Bremen. Jetzt zieht der Betreiber zu einem anderen Hoster in München um, dessen Rechenzentrum über Zwischenstationen in Nürnberg, Frankfurt und Hannover in den Abendstunden nur 1 MBit/s für den Bremer User bereitstellen kann. Wer hat jetzt Schuld an dessen mieser Performance? Die Zwischenstellenbetreiber, die nicht genug Kapazitäten haben? (inkl. Telekom auf dem letzten Meter) Diejenigen, die gar keine größeren Kapazitäten auf der Strecke gebucht haben? Der Webseitenbetreiber, weil er an diesen schlechteren Standort umgezogen ist? Was ist, wenn er an diesem 50 Prozent des deutschlandweit üblichen Preises zahlt, vorher in Hamburg aber das Dreifache? Sowas kann an sehr vielen Stellen schief laufen und jeder einzelne der Beteiligten hat Eigeninteressen, die sich in meist sehr einseitigen, subjektiven Schuldzuweisungen widerspiegeln. Schweigender Dritter sind dabei übrigens oft Staat und Steuerzahler, die gar nichts an der Entwicklung verdienen, aber zunehmend mehr Milliarden bereitstellen. Damit zum Beispiel Fußballspiele millionenfach parallel über neue Glasfaser und 5G an einzeln zahlende Abokunden gestreamt werden können, anstatt einmal frei über bestehende Broadcast-Infrastruktur verbreitet zu werden.

Oder es sind einfach nicnt alle AWS Datacenter betroffen. Meiner steht in Ohio. Ich könnte auch auf einen Europäischen Server umsteigen,. das kostet nur ein klein wenig mehr.

Und letzteres ist der Punkt, den die Telekom regelmäßig anführt: Wenn ein Anbieter der Meinung ist, seine Server in Ohio billig anzubieten und dann darauf zu bestehen, dass ein deutscher Provider Kabel bis vor seine Haustür legt, dann hat der sich geschnitten. Könnte ja jeder kommen, von Aserbaidschan bis zum Zambesi-Oberlauf und einige 100 GBit/s ins Telekom-Netz auf Telekom-Rechnung verlangen. Umgekehrt sagen halt die Server-Anbieter, dass es ein Problem der Telekom wäre, wenn deren Kunden nicht schnell genug auf den jeweiligen Server zugreifen können, schließlich verkauft die Telekom ja "das beste Netz" mit Content darin. *Schulterzuck*

Im Falle AWS müsste es aber, glaube ich, auch hauseigene Übertragungs- und Multi-Host-Fähigkeiten geben. Das heißt man muss sich nicht auf den Streit einlassen, wer deren Ohio-Rechenzentrum mit Oberhausen verbindet oder umgekehrt, sondern man kann an beiden Locations von AWS-Technik vor Ort ins jeweils lokale, schnelle Peering geben. Klar ist natürlich, dass das einen Preis hat – Transatlantikkabel fallen nicht vom Himmel. Irgendwer muss bezahlen und Oma Erna, die einmal die Woche die E-Mails ihrer Enkel und zweimal im Monat die Stenkelfelder Bingoabend-Termine über ihren Telekomanschluss abruft, steht da nicht unbedingt ganz vorne in der Schlange.
 
Es gibt nicht "das Internet".
Natürlich gibt es "das Internet".
Das Internet ist jedoch nicht eine physisch abgeschlossene Instanz sondern die Gesamtheit der untereinander vernetzten, kommunizierenden Gerät - ganz gleich, auf welche Art.

"Das Internet" wird oft synonym für das Web oder World Wide Web genutzt, das einen Teile der Dienstleistungen darstellt, die auf dieser Kommunikationsvernetzung aufsetzen - dies ist aber nur ein Teil der Services, neben denen auch noch email, Instant Messaging u.a. zu nennen sind.
Das World Wide Web auf Basis der html, wurde durch Tim Berners-Lee und Co. in Zern erdacht.
Das leitende Prinzip dahinter ist ein Client-Server-Modell, das als gemeinsame Kommunikations-Sprache html nutzt und Verbindungen dabei dynamisch aufbaut und mittels interlinking erweitert.

Altruistische, kostenlose, und private Vernetzung sind dabei genauso Teil, wie kostenpflichtige Geschäftsmodelle.
(wenn ein Wohnheim von Schlafzimmerfenster zu Schlafzimmerfenster LAN-Kabel zieht und insgesamt über Funk an die Backbone-Anbindung der Universität geht, ist das genauso "Internet", wie der kostenpflichtige ISDN-, DSL- oder Glasfaseranschluss des ISP, kostenfreie Freifunknetze usw.)

Ein Problem, das die Telekom ungleich mit an den Tisch bringt, ist, dass sie als privates gewinnorientiertes Unternehmen auf einem sehr großen quasi-Infrastruktur-Monopol aufbaut, das ihr bei der Privatisierung mitgegeben wurde.
Und dies ist ein ungemein ungleichgewichtiger Vorteil, der bei den Profitinteressen sehr Schlagseite annimmt.

Wäre die Infrastruktur in anderer Hand und die Telekom auch nur ein Mitspieler, der wie alle anderen sich mit seinem Dienstleistungsangebot und Preis behaupten müsste, wäre das überhaupt kein Problem.
Die starke Machtverlagerung zugunsten dieses Unternehmens macht die Tehmatik aber so brisant.

Weiter verschärft, wird dieses Ungleichgewicht durch Praktiken wie Zero-Rating, Priorisierung der Inhalte, etc.

Der interessenzkonflikt zwischen essentieller Infrastruktur und Profitabsicht -gepaart mit Gewinnmaximierung- ist schon gewaltig.
 
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Und letzteres ist der Punkt, den die Telekom regelmäßig anführt: Wenn ein Anbieter der Meinung ist, seine Server in Ohio billig anzubieten und dann darauf zu bestehen, dass ein deutscher Provider Kabel bis vor seine Haustür legt, dann hat der sich geschnitten.

Dann soll die Telekom aber auch gefälligst dem Rest der Welt Geld bezahlen und da hört man dann nichts mehr. Wobei sie doch mit gutem Beispiel voran gehen könnten und freiwillig an irgendwelche Internetanbieter Geld abdrücken können. Wenn wir hier über irgendwelche Internetanbieter in Entwicklungsländern reden würden, dann könnte ich das noch verstehen, deren Kundschaft hat das Geld wirklich nicht so prall. Gerade von der Telekom ist es extrem heuchlerisch. Die sind selbst im Amiland aktiv und fahren dort fette Gewinne ein.

Man macht die Leute mit der Nationalismuskarte blöd. Erst stahlen die Ausländer unsere Jobs, dann die Frauen und die Wohnungen, jetzt klauen sie uns auch noch das Internet.

Ihr seid übrigens selbst davon betroffen. Glaubt ihr ernsthaft, dass ihr verschont werdet, nur weil ihr hier in Deutschland sitzt? Die Breitbandabgabe müssen dann natürlich alle zahlen, inklusive ihr. Das war schon bei den ganzen Newsartikeln so, da mußten am Ende alle zahlen. Man schickt nur die bösen US Tech Konzerne vor, ihr seid aber genauso gemeint.

Als Zeichen des guten Willens könnte PCGH ja eine solche Umlage schonmal freiwillig, zahlen. 10 Cent pro GB, das ins Ausland geht, die Provider in Österreich und der Schweiz dürfte es freuen, wenn sie plötzlich Geld bekommen. An die Telekom könnt ihr natürlich auch bezahlen.

Irgendwer muss bezahlen und Oma Erna, die einmal die Woche die E-Mails ihrer Enkel und zweimal im Monat die Stenkelfelder Bingoabend-Termine über ihren Telekomanschluss abruft, steht da nicht unbedingt ganz vorne in der Schlange.

Oma Erna wird auch blechen müssen, wenn ihr eMail Dienst plötzlich kostenpflichtig wird. Außerdem streamen auch sehr viele Leute der Generation 60+, wenn sie das Internet nutzen. Einer der Dinge, deren Nutzen zuerst einleuchtet. Da wird dann ein Premiumabo fällig.

Oma Erna wird genauso vorgeschoben, wie die Nationalismuskarte. Wenn es der Telekom wirklich erst wäre, dann könnten sie für Wenignutzer auch einen Tarif von 10€ im Monat, inkl Telefonflatrate, anbieten. Sagen wir einfach mal 10GB mit 100MBit inkl und danach auf 1MBit gedrosselt. Da wird sich Oma Erna sicher freuen. In der Praxis werden diese Leute ausgenommen, wie Weihnachtsgänse. Da dreht man Oma Erna auch schonmal einen GBit Anschluss für 90€ an, damit sie ihren Bingoabend noch schneller planen kann. Solange kein Sohn/Tochter/Enkel widerruft, ist das sichere Kohle ohne Leistung erbringen zu müssen.
 
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:ka:
Die Telekom wird allgemein als der Anbieter mit den höchsten Preisen betrachtet, aber ihre 2024er Dividenrendite liegt z.B. nur bei einem Drittel der von Vodafone. Letzteren Ausschüttungsquote beträgt im Schnitt über die letzten Jahre sogar das Zehnfache der Telekom. Also entweder heizen die ihre Konzernzentrale wortwörtlich mit Geldscheinen (unwahrscheinlich), sie nutzen ihre Mehreinnahmen um mehr zu bieten (= besseres Internet; wird allgemein angezweifelt), sie investieren mehr (= besseres Internet in Zukunft, wird auch angezweifelt) oder sie unterhalten aktuell schon überproportional viel Infrastruktur, von deren Existenz am Ende überwiegend andere profitieren. Wer und wo das ist, müsste man, wie gesagt, im Einzelfall sehr genau angucken – vielleicht ist es ja wirklich "Nationalismus", wenn im Beispiel der bayrische Server langsamer als der (nord-)deutsche ist. :schief: Fest steht aber, dass Geld nicht einfach im nichts verschwindet und diese sämtlichen Flames widersprechenden Gesamtzahlen öffentlich einsehbar sind.
Genauso wenig zieht heute noch das "Quasi-Monopol"-Argument. Das gab es mal für Telefon, was in Zeiten von Smartphones aber niemanden mehr interessiert. Bereits zur Privatisierung der Netze hatten 70 Prozent aller deutschen Haushalte [zusätzlich] Koaxial-Kabel liegen und mittlerweile sind 43 Prozent mit Glasfaser ausgebaut. Der Anteil, der nur über DSL online gehen kann, ist zwar zu bedauern, aber eine kleine Minderheit (und nicht einmal vollständig bei der Telekom). Selbst dieser Anteil steht, dank staatlicher Vorschriften an die Telefon-Netzbetreiber (und nur die) keinem Monopol gegenüber, sondern der Wahlmöglichkeit zwischen Dutzenden Anbietern. (Die zwar ebenso regelmäßig über die Bedingungen jammern, wie die Telekom, aber offensichtlich gut davon leben können.) Einige Kunden mögen das als zwischen Pest und Cholera empfinden, aber es wird niemand gezwungen, die von 95 Prozent aller Kommentatoren attackierte Cholera zu wählen, es kann jeder die im Vergleich dazu anscheinend als himmlisch-vorbildlich empfundene Pest buchen; komplett Telekom-frei.
 
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