News Starlink Gen 3: 100.000 Satelliten beantragt - die Technik ist spannend, der Austauschzyklus das Problem

PCGH-Redaktion

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SpaceX beantragt bis zu 100.000 Starlink-Gen-3-Satelliten. Mehr Kapazität und neue Frequenzen klingen stark - doch Ausfälle, Ersatz und Wiedereintritte machen den Austauschzyklus zum Kernproblem.

Was sagt die PCGH-X-Community zu Starlink Gen 3: 100.000 Satelliten beantragt - die Technik ist spannend, der Austauschzyklus das Problem

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1. Sollte man von Elon Musk partout nichts mehr kaufen oder nutzen – einfach aus moralischen Gründen.
2. Ist der Orbit nicht bereits voller Müll?
3. Was ist, wenn andere Anbieter ebenfalls 100.000 Satelliten hochschicken wollen? Werden die von Elon dann abgeschossen? Wer hat die Hoheit über den Orbit?
 
Nichts verschwindet einfach. Alles, was man das hochdonnert, kommt auf die eine oder andere Art wieder zurück. Vielleicht nicht im Stück, ja vielleicht nicht mal so groß, dass man es anfassen kann, aber es kommt wieder zu uns zurück. Ich frage mich, ob man das haben muss? Vor allem frage ich mich, ob es ökonomisch wie ökologisch nicht deutlich billiger wäre Fibre auch an den AdW zu verlegen?

3. Was ist, wenn andere Anbieter ebenfalls 100.000 Satelliten hochschicken wollen? Werden die von Elon dann abgeschossen? Wer hat die Hoheit über den Orbit?
Gute Frage! Wird spannend!


Und das ist nur unsere popelige Bundeswehr. Bezos plant sein eigenes Netz, die Chinesen kommen sicherlich auch hinterher, und, und, und...
 
Wenn man die ganze Erde abdecken möchte: Nein. Erstmal kann man auf 72 Prozent der Oberfläche nur Bojenketten verlegen und da Starlink vor allem von der hohen Zahlungsbereitschaft militärischer Nutzer lebt, müssen die Meere mit abgedeckt werden. Und dann sind terrestrische 5G-Zellen (als naheliegendste Alternative) nur ein paar km² groß. Um alle Kontinente zu versorgen, bräuchte man eine zweistellige Millionenzahl von Sendemasten und jeder einzelne davon will nicht nur den Glasfaseranschluss, sondern auch eine Stromversorgung, ein Fundament und für all das jeweils eine Baugenehmigung sowie von Zeit zu Zeit Wartung. Auch mitten in den Anden, wo ganze Städte über Jahrhunderte unbemerkt blieben, weil niemand vorbeikam. Wenn man wirklich überall Kommunikation will, sind Satelliten also das beste Mittel.

Was deutlich günstiger sein dürfte: Am AdW nicht auf mehrere 100 Mbit bei niedrigem Ping zu bestehen, sondern sich mit Textnachrichten über einige Kb/s zufrieden geben. Dann reichen wenige, hoch = lange fliegende Satelliten, die das Zentrum der Gobi, den Gipfel des K2, das Eis über dem Vostok-See oder den Bereich vor einer Ladentür der Fürther Innenstadt nach17:55 versorgen, während die tatsächlich mit Menschen bevölkerten Teile der Erdoberfläche selektiv via Fibre bedient werden.
 
1. Sollte man von Elon Musk partout nichts mehr kaufen oder nutzen – einfach aus moralischen Gründen.
100%

Nichts verschwindet einfach. Alles, was man das hochdonnert, kommt auf die eine oder andere Art wieder zurück.

Eben nicht. Kommt auf die UMlaufbahn an. Wenn es in einer Umlaufbahn ist, die hoch genug ist, kommt nichts mehr runter. Das bleibt ewig da.

Kessler-Syndrom:
Wenn ein Satellit oder ein Trümmerstück einen anderen trifft, entstehen Tausende neuer Fragmente. Diese treffen wieder andere Objekte – und so weiter, bis ganze Orbitalbereiche unpassierbar werden. Benannt nach NASA-Wissenschaftler Donald Kessler (1978).

Warum gefährlich? Objekte im niedrigen Erdorbit fliegen mit ~28.000 km/h. Selbst ein kleiner Splitter kann einen Satelliten zerstören. Die 2009er-Kollision von Iridium 33 und Kosmos 2251 erzeugte fast 2.000 nachverfolgbare Trümmer.

Die Zahlen heute: ~40.000 Objekte werden verfolgt, aber statistisch schwirren über 1,2 Millionen Trümmer >1 cm und 140 Millionen Mikrofragmente um die Erde. Manche bleiben Jahrhunderte im Orbit.

Der Film Gravity aus dem Jahr 2013 zeigt das sehr gut. So gut der Film.

Je höher die Bahn, desto länger verbleiben Trümmer dort oben. Der atmosphärische Reibungswiderstand, die Hauptkraft, die Objekte zurück zur Erde zieht, nimmt mit der Höhe exponentiell ab:
  • Unterhalb 600 km: Natürlicher Zerfall meist innerhalb weniger Jahre bis weniger Jahrzehnte. Viele Objekte in diesem Bereich fallen innerhalb von 25 Jahren zurück.
  • ~800 km: Jahrhunderte. Hier konzentriert sich die höchste Trümmerdichte – einer der gefährlichsten Bänder.
  • Über 1.000 km: Jahrtausende. Die NASA weist darauf hin, dass Trümmer hier normalerweise ein Jahrtausend oder länger die Erde umkreisen.
  • ~1.200 km: Bis zu 2.000 Jahre.
  • GEO (~35.786 km): Mehr als 60.000 Jahre. In dieser Höhe ist der atmosphärische Reibungswiderstand praktisch null, und die Erdanziehung zu schwach, um Trümmer herabzuziehen. Ab einer bestimmten Höhe bleibt Schrott aus jeder menschlichen Perspektive quasi unendlich im Orbit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Und gibt das Kessler-Syndrom dem ganzen Konzept nicht irgendwie ein Ablaufdatum?

Nein, dafür ist die Höhe zu gering.

Ich frage mich, ob man das haben muss?

Ja, alleine aufgrund der millitärischen Bedeutung.

Vor allem frage ich mich, ob es ökonomisch wie ökologisch nicht deutlich billiger wäre Fibre auch an den AdW zu verlegen?

Nein.

Schon in Deutschland gibt es etliche Objekte, die mehrere Millionen kosten würden. Da ist es dann komplett unwirtschaftlich. Weltweit sieht es dann nochmal anders aus. Hunderte, bis in seltenen Fällen über 1000km Glasfaser zu ziehen, ist für einzelne Dinge einfach komplett unwirtschaftlich.

Nebenbei: Flugzeuge, Schiffe usw. kann man so nicht anbinden.
 
Ja, alleine aufgrund der millitärischen Bedeutung.
Militärische Bedeutung und privates Unternehmen, klopft da bei wem anderes auch was von innen an die Stirn und will sagen, dass das irgendwie nicht zusammenpasst?

Nebenbei: Flugzeuge, Schiffe usw. kann man so nicht anbinden.
Warum auch? Für autonome Handelsschifffahrt mag ja noch erklärbar sein. Aber zwecks Daueronline aka Entertainment, da kann man sich 100.000 Satelliten auch kneifen.

Schon in Deutschland gibt es etliche Objekte, die mehrere Millionen kosten würden. Da ist es dann komplett unwirtschaftlich. Weltweit sieht es dann nochmal anders aus. Hunderte, bis in seltenen Fällen über 1000km Glasfaser zu ziehen, ist für einzelne Dinge einfach komplett unwirtschaftlich.
Wenn im tiefsten Yaktutien einer in seiner Yakfell-Jurte kein Internet hat, dann ist das ökologisch schon ok in meinen Augen.
 
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