Bedingungsloses Grundeinkommen?

Man muss sich endlich eingestehen, dass das alles in der DDR besser war. Das ganze System war gerechter.
Funktioniert hat es aber scheinbar nicht. Und ob das System so gerecht war will ich auch anzweifeln.
Ich errinere da gern mal an die "Kinderheime" die zur Umerziehung dienten, die Maßnahmen für anders denkende, Häftlinge die offiziell gar nicht im Gefängnis gewesen sind nachdem sie in den Asbestbuden verstorben sind, der Dopingmißbrauch bei jungen Sportlern, die Stasiakte wenn man in der Schule einen "freien Willen" oder unbequeme Fragen hatte.

Da waren die mengelnde Verfugbarkeit von Bananen unser kleinstes Problem. Ich bin zur Wende gerade 7 Jahre alt gewesen und hab von der Zone nicht so viel mitbekommen. Aber wenn man sich so manchmal mit anderrn Generationen unterhalten kann, merkt man, dass das nicht immer alles so toll war in der Zone.
 
Stimmt: Alle hatten wenig, deshalb hatte auch keiner mehr als der Andere und konnte niemanden deswegen dissen.

Außer natürlich, man hatte als Kind beispielsweise ein Elternteil zu wenig, welches republikflüchtig war oder aus einer "Assi-Familie" kam, oder so. Das konnte man dann durchaus mit weitestgehender Duldung des Lehrkörpers mobben. Schlechter Ersatz für diese Peasants, die keine Schuhe von Nike tragen, aber man muss halt mobben, was man hat, nicht wahr? :ugly:

Zynismus beiseite: Nach dem, was mir Arbeitskollegen aus den neuen Bundesländern erzählt haben, war tatsächlich Vieles objektiv besser gelöst, was Kinder- und Jugendbetreuung angeht, aber wild romantisieren muss man auch nichts. So ganz klassenlos waren die Gesellschaft und damit auch die Schülerschaft ganz sicher nicht.
 
Das Problem an der DDR war, dass man den Kindern in der Kita schon eingeballert hat, wie geil die DDR ist.
Das gute ist allerdings, dass es Kitas gab und die Frau am Herd nicht das Idealbild der Gesellschaft war. ;)

Tja manchmal bringen selbst Diktaturen große Errungenschaften, auch wenn es das Gesamtbild nicht positiv macht.

Beim Thema Freiheit kann man mal Homosexuelle fragen, das war etwas wofür man in der DDR jedenfalls nicht eingeknastet wurde.
 
Das Problem an der DDR war, dass man den Kindern in der Kita schon eingeballert hat, wie geil die DDR ist.
Wichtig ist nun mal die freie Selbstbestimmung. Solange du das eingrenzt, wird es Konflikte geben.
Soziales Verhalten muss aber eben auch trainiert werden. Volle Individualismus und eine soziale Gesellschaft geht nicht.
 
Trainieren und dressieren ist nicht das gleiche. Kein Land, sämtliche real existierende Sozialisten, hat je wirkungsvoll versucht, seine Bevölkerung dazu zu bringen, Fairness anzustreben. Und der Versuch der DDR-Führung, eine vorgegebene Parteilinie mit formell fairen Ziel ohne Verständniss für eben dieses einzuprügeln, hat genauso wenig funktioniert, wie zwanghafte Massenindoktrination überall anders, gleich welcher Art. (Genauer: Sie hat wegen des bestehenden, intensiven persönlichen Kontaktes mit alternativen Ideen aus dem Westen besonders schlecht funktioniert.)

Bedingt, weil ein Grundeinkommen Kindern ermöglichen würde, heute grundlegende Dinge wie einen Rechner zu kaufen.

Das Grundeinkommen wird nicht an die Kinder (die es vermutlich auch nicht für Schulsachen sparen würden), sondern immer noch an die Eltern ausgezahlt – einer Höhe, die spürbar über HartzIV liegt, unfinanzierbar. (Eigentlich ist es das schon auf Höhe von HartzIV, s.o.) Und wenn man den Preis eines gebrauchten, noch brauchbaren oder Low-End-PCs (100-300 €, 300-500 € inkl. Peripherie oder als Notebook) mit dem HartzIV-Satz eines dreiköpfigen Haushaltes im Verlaufe eines Jahres vergleicht, dann ist die Summe ohnehin eher klein. Das heißt: Wenn die Eltern mit dem Geld nicht haushalten können, dann reicht es auch in Zukunft nicht für einen Schul-PC. Wenn sie es können, dann reicht es schon heute. Grenzfälle, die genau dazwischen fallen, wird es nur in vernachlässigbar geringer Zahl geben.

Wichtiger wäre somit Lehrmittelfreiheit, damit die digitale Versorgung der Schüler auch dann sichergestellt ist, wenn die Eltern Geld für eher verzichtbares ausgeben.


Stimmt: Alle hatten wenig, deshalb hatte auch keiner mehr als der Andere und konnte niemanden deswegen dissen.

Jein. Afaik war das Durchschnittslebensniveau der ärmsten 10%, wenn nicht 20% in der DDR bis weit in die 70er hinein besser als in der BRD. Man darf das geringere Angebot von Importwaren und das zunehmende zurückfallen des kleineren Ostblocks gegenüber dem Westen, dass die letzten Jahre prägte, nicht mit den internen Verteilungsmechanismen verwechseln. Abgesehen davon, dass sich ein relativ kleiner Kreis Parteibonzen wunderbar bereichern konnte, hat letzteres durchaus funktioniert und stellte entsprechend eine Verbesserung des Lebensstandards für einen Teil der Bevölkerung dar.

Außer natürlich, man hatte als Kind beispielsweise ein Elternteil zu wenig, welches republikflüchtig war oder aus einer "Assi-Familie" kam, oder so. Das konnte man dann durchaus mit weitestgehender Duldung des Lehrkörpers mobben. Schlechter Ersatz für diese Peasants, die keine Schuhe von Nike tragen, aber man muss halt mobben, was man hat, nicht wahr? :ugly:

Kinder mit offensichtlichem Westbezug haben bei vielen Lehrern die volle Dröhnung Mobbing von oben bekommen...
 
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Wichtiger wäre somit Lehrmittelfreiheit, damit die digitale Versorgung der Schüler auch dann sichergestellt ist, wenn die Eltern Geld für eher verzichtbares ausgeben.
Eben. So wie ich es schon paarmal verlinkt habe. Die Stadt Vlotho hat kostenlos für alle Lehrer - und Schüler der Stadt Tablets zur Verfügung gestellt. Und wenn die das können, dann können das andere Städte auch.
Wenn man das wirklich will!
 
Abgesehen davon, dass sich ein relativ kleiner Kreis Parteibonzen wunderbar bereichern konnte,
Wobei deren Lebensstandard Meilenweit unter dem der Reichen im Westen war. Ich hab sehr viele Sachen von Helmut Schmidt gehört u. A. wie Politiker aus Osteuropa immer gedacht haben, dass in einer normalen Bürgerlichen Siedlung reiche Menschen wohnen.
 
Ein BGE lehne ich ab. Es benachteiligt diejenigen, die für wenig Geld ihr Leben lang gearbeitet haben. Diejenigen, die ihr Leben lang sich die E... geschaukelt haben, sollen dann genauso viel bekommen.

Zum BGE passt auch @seahawk gemachter Kommentar über die schöne DDR nicht.
 
Ein BGE lehne ich ab. Es benachteiligt diejenigen, die für wenig Geld ihr Leben lang gearbeitet haben.
Inwiefern werden Erwerbstätige benachteiligt? Sie würden das Grundeinkommen - im Gegensatz zur Sozialhilfe - doch ebenfalls erhalten und könnten, wenn sie das wünschen, ihr Leben lang bei gleichbleibenden individuellen Einkünften weniger hart arbeiten oder alternativ höhere Einkünfte verbuchen?

Diejenigen, die ihr Leben lang sich die E... geschaukelt haben, sollen dann genauso viel bekommen.
Machen wir daraus doch ein Gedankenspiel und setzen es stringent fort: Es gibt derzeit unzählige Leute in Deutschland, die ihr Leben lang noch keinen Finger krumm gemacht haben, aber trotzdem vermögend sind, weil sie nicht selbst erarbeitetes Geld für sich arbeiten lassen. Was sagt dein Gerechtigkeitsempfinden dazu?
Oder vereinfacht: Wenn besitzlose Faulpelze nichts bekommen dürfen, sollte man - deiner Logik folgend - dann besitzenden Faulpelzen nicht etwas abnehmen müssen?

Wie du in diesem Thread nachlesen kannst, stehe ich einem BGE ebenfalls kritisch gegenüber, allerdings mit anderen Argumenten. Deine erscheinen mir in sich wenig schlüssig.
 
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Machen wir daraus doch ein Gedankenspiel und setzen es stringent fort: Es gibt derzeit unzählige Leute in Deutschland, die ihr Leben lang noch keinen Finger krumm gemacht haben, aber trotzdem vermögend sind, weil sie nicht selbst erarbeitetes Geld für sich arbeiten lassen. Was sagt dein Gerechtigkeitsempfinden dazu?
Oder vereinfacht: Wenn besitzlose Faulpelze nicht bekommen dürfen, sollte man - deiner Logik folgend - dann besitzenden Faulpelzen nicht etwas abnehmen müssen?


Das wird zu kompliziert.
Kohle her, feddich. ;)

Geht doch für Banken und Versicherungen auch im tausende Milliarden Bereich (über Nacht, alternativlos), warum also nicht so ein paar unbedeutende Kröten(die paar Milliarden) für arme Schlucker wie mich, die dann vielleicht etwas weniger puckeln müssen.
Oder gesundheitlich angeschlagene, die gar nicht richtig arbeiten können.

Is doch eh keine Kohle mehr, heute ... tausend Milliarden. Wird einfach in den Computer eingegeben und fertig.
Gedruckt, oder mit Gold(zumindest zum Teil) aufgewogen is schon lange nix mehr, bzw. kaum noch was.
Mittlerweile is das doch alles nur noch Fantasiegeld, was im Millisekundenbereich durch die Computer schwirrt.
Macht halt einfach n paar Nullen mehr dran und schon gibt's genug Kohle für alle und nicht mehr nur für Banken, Versicherungen, oder Bereiche mit starker Lobby wie Pharmaindustrie, wo einzelne Leute auch gerade wieder Dollarzeichen im Blick haben.
Mal gespannt wie viel millionen Impfstoffe Deutschland und die EU kauft, auf Vorrat und wie viele davon am Ende tatsächlich genutzt werden. ;)

Also ... nich so knauserig und haut mal ordentlich Kohle raus, mit der Gießkanne.

Nicht nur Einzelne immer reicher und reicher machen, sondern die kleinen Knüppelsklaven an der Front auch mal mit ein paar Krümeln bedenken.

:D

Das heilige Wirtschaftswachstum wird's danken.
Und die Gesundheit vieler, die sich das Kürzertreten auf einmal leisten können, ebenfalls. :)

Ich glaub für die paar superreichen wurde in der Vergangenheit genug getan.
Krankenpflegerinnen-/pfleger fänden ein Plus an Geld und Minus an Arbeitsstunden glaub ich auch mal nicht verkehrt.
 
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Ein BGE lehne ich ab. Es benachteiligt diejenigen, die für wenig Geld ihr Leben lang gearbeitet haben.

Eigentlich nicht. Die werden von denjenigen benachteiligt, die sich an der geleisteten Arbeit eine goldene Nase verdient haben.
Davon abgesehen: Woher weißt du das? Wann hast du denn ein BGE bekommen? Deiner eigenen Aussage nach sollte man sich ja nur zu Themen äußern, mit denen man persönliche Erfahrung hat und du äußerst dich hier zum BGE.
 
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