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Bedingungsloses Grundeinkommen?

Research

Lötkolbengott/-göttin
Das Problem kommt ja erst daher das die Politik volle Tröge (Rentenkassen) sah und dachte: "Free Money!"
Und dann ein Pyramidensystem aufgebaut hat.

Und die Leute Danken es mit Wiederwahl.
Die gleichen Leute die diese Parteien gewählt haben, jahrzente lang, wundern sich jetzt das kein Geld für sie da ist.
Supprise! Ihr wurdet mit euren eigenen Steuern und Erspartem bestochen.

Eine Lösung wäre gewesen wenn die Rentenkassen (und auch Krankenkassen, Pflegeversicherungen, Berufunfähigkeitsversicherungen...) ein Renten-Lebenssystem mit aufgebaut hätte. Wohnungen, Kranken/Ärtzte-Häuser, Ärzte, Schwestern, Pflegepersonal.... Das "tote Kapital" in den damals vollen (Renten)Kassen sinnvoll nutzen.

Stattdessen gabs Steuergeschenke.
Und Bankenrettungen. Und Bankenrettungen.
Immer ohne das es dann eine Rückzahlung der Rettungsgelder gibt.

Und der nächste Treppenwitz wird "Bedingungsloses Grundeinkommen.
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Auja...ich warte schon auf das bedingungslose Grundeinkommen...dann gehe ich nicht mehr arbeiten.
Bei den paar Krümeln, die am Monatsende übrig bleiben, kann ich auf das Steuern zahlen auch noch verzichten. :ugly:
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Ein gescheites Grundeinkommen müsste so dimensioniert sein, dass es die sozial Schwachen entlastet und den Stärkeren mehr Konsum ermöglicht, jedoch nur mit erheblichen und unattaraktiven Einschränkungen genügt, um sein Leben komplett davon zu bestreiten. Also eher eine Art bedingungslose Grundversorgung.

Finnland hat den richtigen Weg beschritten: Statt 1200 Euro monatlich, was nicht nur für Langzeitarbeitslose, sondern auch für viele Geringverdiener ein utopisches Monatsnetto ist und somit kaum Motivation liefert, eien schlecht vergütete Erwerbstätigkeit aufzunehmen bzw. fortzusetzen, wurden dort 560 Euro ausgezahlt. Davon kann man überleben, aber nicht leben - und hat damit eine gewisse Sicherheit, jedoch trotzdem noch Motivation, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
 
D

DAU_0815

Guest
Auja...ich warte schon auf das bedingungslose Grundeinkommen...dann gehe ich nicht mehr arbeiten.
Das ist Deine Entscheidung. Es wird nicht höher ausfallen, als ein aktueller Hartz IV Satz. Wenn das für Dich so attraktiv ist, dann geh doch den Weg und höre mit der Arbeit auf. Das Tolle am Grundeinkommen ist, das jedem ein Dach über dem Kopf und ein voller Kühlschrank möglich wird. Und dann kann man beginnen zu gestalten. Studieren ist auf einmal für jeden möglich und Kündigungen auch. Dazu kann man Arbeitsträume verwirklichen, weil man nicht mehr primär auf den Verdienst achten muss. Und schon machen die Menschen, was sie können und ihnen Freude bereitet. Sie werden mehr leisten und dabei glücklicher werden, im Idealfall.

Das kann wirklich eine rosige Zukunft werden, es wird aber nie kommen, weil man Menschen mit Grundeinkommen nicht mehr ausbeuten kann. Und wer hat daran ein Interesse?
 
TE
Research

Research

Lötkolbengott/-göttin
Ein gescheites Grundeinkommen müsste so dimensioniert sein, dass es die sozial Schwachen entlastet und den Stärkeren mehr Konsum ermöglicht, jedoch nur mit erheblichen und unattaraktiven Einschränkungen genügt, um sein Leben komplett davon zu bestreiten. Also eher eine Art bedingungslose Grundversorgung.

Finnland hat den richtigen Weg beschritten: Statt 1200 Euro monatlich, was nicht nur für Langzeitarbeitslose, sondern auch für viele Geringverdiener ein utopisches Monatsnetto ist und somit kaum Motivation liefert, eien schlecht vergütete Erwerbstätigkeit aufzunehmen bzw. fortzusetzen, wurden dort 560 Euro ausgezahlt. Davon kann man überleben, aber nicht leben - und hat damit eine gewisse Sicherheit, jedoch trotzdem noch Motivation, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Teil 1. im ersten Satz muss irgendwo das "mehr" für "Schwache" und das "mehr" für "Starke" herkommen. :ugly:
Gebratene Tauben aus der Steckdose? ;-)

Das finnische Modell klingt nicht schlecht. Mehr allgemeine Stütze.
Nur, wenn es alle bekommen, woher nehmen wenn nicht stehlen?

@DAU_0815 das ist der sozialistische Traum.
Nur ist der seit ~1930 nicht näher als 2020.

Irgendwer wird arbeiten müssen. Und ich weigere mich Lohnsklave für Arbeitsverweigerer zu sein.
Oder die Verantwortung von Fehlern Anderer zu tragen.
Bankenrettung? Und am Ende rufen die dann nochmal nach Geld und es gab nichts zurück?
Flughäfen? Unterirdische Bahnhöfe?
Sterben der Verlage?
Tot der Postkutschen?
Hälfte der Bauern arbeitet nicht mehr? Müllabfuhr? Busfahrer? Ohne Computer haben wir früher überlebt.
Holodomor 2.0 wir kommen.

IGMetall stellt jetzt fest, nach Endlosen Fryday for Feature! das dies zu massiver primärer und sekundärer Arbeitslosigkeit führen wird. Nur im Automobilbau, Verbrenner.
Ganze Wirtschaftszweige tot.
Und erst die letzten paar Jahre holt man hier auf.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Das finnische Modell klingt nicht schlecht. Mehr allgemeine Stütze.
Nur, wenn es alle bekommen, woher nehmen wenn nicht stehlen?

Das Geld wird hierzulande doch ohnehin bereits in einem ausuferndem "Präkariatsverwaltungsapparat" ausgegeben. Milliarden fließen in Stütze, geltend gemachte Sonderaufwendungen, weitestgehend sinnlose bis gänzlich hirnentkernte Weiterbildungsmaßnahmen und nicht zuletzt in Gerichtskosten.

Jedem bundesdeutschen Bürger monatlich pauschal und ohne Wenn und Aber zwischen 500 und 600 Euro fix und bedingungslos zukommen zu lassen, könnte sogar kostengünstiger sein. Man muss allerdings aufpassen, dass es keine indirekte Wurfprämie wird (sprich: bezugsberechtigt sind nur Volljährige) und dass die Hürden für Zuverdienst auf Null abgesenkt sind, da es ja Ziel der Übung ist, sozial entlastete Menschen zu haben, die konsumieren können und damit eine Wirtschaft ankurbeln, die wiederum Arbeitskräfte braucht, die nicht mit 500 bis 600 Euro im Monat auskommen wollen.

So ein Brimborium wie jetzt mit den Corona-Hilfen, die auf dem einen Ende nicht ausreichen und auf dem anderen zu missbräuchlicher Inanspruchnahme einladen sowie den damit verbundenen und zusätzliche Kosten verursachenden Aufwand kann man sich dann auch sparen, da Betroffen zwar ggf. den Gürtel enger schnallen müssen, aber eben auch nicht die Hose verlieren können.

Ich arbeite ebenso ungern für den Lebensunterhalt Anderer wie du und der Rest der werktätigen Bevölkerung. Allerdings machen wir das ohnehin, da es selbst bei uneingeschränktem Arbeitswillen und der Bereitschaft sowie theoretischen Qualifikation, jede Tätigkeit anzunehmen, gar nicht genug Stellen für alle Arbeitssuchenden verfügbar sind.
Da würde es mir als arbeitendem und seine Abgaben entrichtenden Bürger die Pille doch sehr versüßen, wenn ich im Monat diese 500 bis 600 Euro zusätzlich zu meinem Einkommen hätte. Mir fiele schon das Eine oder Andere ein, was ich damit anstellen kann, auch wenn ich sie nicht zum Leben brauche bzw. es mir ohnehin schon unverschämt gut geht. :D
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Finnland hat den richtigen Weg beschritten: Statt 1200 Euro monatlich, was nicht nur für Langzeitarbeitslose, sondern auch für viele Geringverdiener ein utopisches Monatsnetto ist und somit kaum Motivation liefert, eien schlecht vergütete Erwerbstätigkeit aufzunehmen bzw. fortzusetzen, wurden dort 560 Euro ausgezahlt. Davon kann man überleben, aber nicht leben - und hat damit eine gewisse Sicherheit, jedoch trotzdem noch Motivation, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
560 Euro fürs Leben und Wohnungskosten zusammen? Das wäre dann sehr wenig.
Oder nur als "Regelsatz" ?

Das Problem ist auch nicht beim Grundeinkommen oder Hartz IV , dass die Leute zuviel Geld bekommen, sondern die Arbeitgeber zu wenig zahlen. Man sieht doch schon am Mindestlohn was das für ein Witz ist. Das ist immer noch viel zu wenig. Man müsste mindestens 12,50€ verdienen und 45 Jahre arbeiten um eine Rente zu bekommen die oberhalb der Armutsgrenze liegt.
 

Tengri86

BIOS-Overclocker(in)
Ich würde dann Teilzeit in der Pflege Arbeiten,
Vollzeit + Überstunden packe ich nicht mehr, aber ich habe sowieso vor was anderes zumachen..eher muss. ^^
 

HenneHuhn

Volt-Modder(in)
Wobei genau sollten denn die 500 - 600€ helfen? Davon leben kann man nicht im geringsten. Das heißt mindestens Wohngeld müsste doch wieder dazu beantragt werden.

Ansonsten bleibe ich dabei, dass ein BGE in der Form, wie es höchstens kommen würde (gesellschaftliche Kräfteverhältnisse, und so...) letztlich nur wieder eine Alimentierung der Lohnkosten für Arbeitgeber bei gleichzeitiger Sicherung der Binnennachfrage im billigen Konsumgüterbereich wäre.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Wobei genau sollten denn die 500 - 600€ helfen? Davon leben kann man nicht im geringsten.
Eben. Eigentlich ist das Grundeinkommen auch dafür gedacht um aus der Armut rauszukommen.

In Deutschland lag im Jahr 2017 das jährliche Nettoäquivalenzeinkommen bei 21.920 € also monatlich ca. 1.827 €. Entsprechend lagen bei Anwendung der oben genannten Prozentwerte der EU-Definition in Deutschland im Jahr 2017 die Grenzen bei pro Monat weniger als
  • 1.279 € für armutsgefährdet in sozialen Risikosituationen,
  • 1.096 € für armutsgefährdet,
  • 913 € für relativ einkommensarm,
  • 731 € für arm.
Laut der Hans-Böckler-Stiftung, die die Armutsgrenze bei 60 % des mittleren Einkommens setzt, ist der Anteil der Personen unter der Armutsgrenze stetig gestiegen. Demnach lag die Armutsquote 1998 bei 10,6 % der Bevölkerung, 2010 bei 14,2 %, 2016 bei 16,7 % sowie 2019 bei 15,9 %.
Armutsgrenze

Ich bin auch der Meinung, dass gerade junge Menschen, welche gesund sind, arbeiten gehen sollten wenn sie zumutbare Arbeit angeboten bekommen oder finden. Aber es gibt auch viele Menschen die sind gesundheitlich eingeschränkt oder Ältere Menschen welche es schwerer haben einen Job zu finden.
Denen kann man keinen Vorwurf machen das sie zu faul sind.
 
Zuletzt bearbeitet:

RtZk

Lötkolbengott/-göttin
So etwas funktioniert schlicht und ergreifend nicht. Bei den Finnen ist das Experiment auch gescheitert.

An dem was @Tengri86 schreibt sieht man auch warum es niemals funktionieren könnte. Viele werden weniger arbeiten als zuvor aka das BIP sinkt, aka die Steuereinnahmen werden auch sinken = unfinanzierbar.
Solche sozialistischen Gedankenspiele hören sich immer nur in der Theorie toll an, die Realität holt die Leute dann wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.
 

Tengri86

BIOS-Overclocker(in)
In den vergangenen 25 Jahren
haben 325 000 examinierte Pflegekräfte den Beruf verlassen(stand 2018).

ein mehr fehlt bestimmt nicht auf.



+ die ausgewandert sind

 

Tengri86

BIOS-Overclocker(in)
Man könnte ja bedingungsloses "Renten" Einkommen statt Grundeinkommen machen.
(Grund/Mindesrente)

Glaube die Niederlande hat sowas

 

Threshold

Großmeister(in) des Flüssigheliums
Die Frage bei sowas ist halt, ob du das für alle einführen willst. Also auch für den Millionärssohn, der von Beruf Sohn ist?
Was ist mit Kindern? Bekommen die das auch?
Wichtig ist natürlich, dass das diskutiert wird. Schlimm finde ich, wenn das immer sofort mit -- ist nicht finanzierbar -- abgelehnt wird. Die Bankenrettung hat Billionen verschlungen und am ende sieht es nicht anders aus als vorher.
 

TrueRomance

Lötkolbengott/-göttin
Ich finde die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens richtig gut.
Alle anderen Sozialleistungen (harz4, wohgeld etc.) werden abgeschafft und die Bürokratie ist deutlich weniger.

Ich würde weiter arbeiten gehen und dann kann es auch eine RTX3090 werden :D und ein 5800x
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Das Experiment der Finnen war ergebnisoffen angelegt, es ging darum, *ob* bestimmte Effekte eintreten. Und ja, es ging explizit darum, dass die Empfänger dazuverdienen dürfen und dazuverdienen müssen. Denn wie auch bei einem regulären Arbeitseinkommen kann man leider nicht einfach pauschal voraussetzen, dass es zum Leben reicht.

Allerdings wurden während der Durchführung die Rahmenbedingungen Bedingungen geändert, weswegen nun nicht mehr erkennbar ist, welche Effekte genau auf das Grundeinkommen zurückzuführen sind. Insofern ist es technisch gescheitert, jedoch nicht, wie von RtZk insinuiert, weil es die Annhame wiederlegt hätte, ein Grundeinkommen würde alle Probleme lösen. Ganz davon zu schweigen, dass - methodologisch betrachtet - auch das Widerlegen einer Annahme ein Erfolg wäre.

Jedoch hat sich trotz der Durchführungsmängel ziemlich klar herausgestellt, dass es sinnvoll ist, die soziale Absicherung zu vereinfachen. Sprich, wer sich definitiv nicht selbst versorgen kann, sollte nicht durch tausend Reifen springen müssen, um vom Sozialstaat unterstützt zu werden.

Das ist komplett losgelöst von der Frage, wie man 1.) ausreichend vergütete Stellen schafft und 2.) Leute dazu bringt, diese auch anzunehmen. Zwar ist es immer wieder für Empörung gut, sich über angebliche Faulheit und vermeintliche Schmarotzer aufzuregen, nur kann man das gar nicht realistisch einschätzen, so lange man nicht alle anderen Gründe außer Faulheit ausgeschlossen hat.
Stellen, die nicht existieren, *kann* man als Arbeitsloser logischerweise nicht annehmen. Und Stellen, deren Lohnstruktur keine grundsätzliche Veränderung der prekären Lage erzeugen, *sollte* man nicht annehmen, weil dies den Wert von Arbeit noch viel stärker zerstört als Faulheit - und zudem die Entwicklung zu noch mehr prekären Beschäftigungsverhältnissen befördert.

Ich für meinen Teil finanziere lieber Sozialfälle mit, als dabei zu helfen, den Wert meiner Arbeitskraft so weit abzusenken, bis ich selbst zum Sozialfall werde. Da gehen bei mir Altruismus und Egoismus ganz einträchtig Hand in Hand.
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Wenn das aber nur so'n Minibetrag ist, kann man sich das gleich sparen...dann sollen se die Einkommenssteuer senken oder streichen und gut is.
Das spart einen auch die gamze zusätzliche Bürokratie, was einem schon manchmal auf den Sack geht.
 

RtZk

Lötkolbengott/-göttin
Jedoch hat sich trotz der Durchführungsmängel ziemlich klar herausgestellt, dass es sinnvoll ist, die soziale Absicherung zu vereinfachen. Sprich, wer sich definitiv nicht selbst versorgen kann, sollte nicht durch tausend Reifen springen müssen, um vom Sozialstaat unterstützt zu werden.

Was hat das mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für jeden zu tun?
Das ist eine Sozialhilfe die es bereits jetzt gibt, ja so etwas kann man natürlich vereinfachen.
Nur ist es ein riesiger Unterschied ob chronisch kranke arbeitsunfähige Personen beispielsweise 1500€ bekommen oder jede einzelne Person 560€.
 

Eckism

Volt-Modder(in)
Gering Verdiener zahlen aber praktisch keine Einkommenssteuer. Die hätten davon nichts.
Dann sollen se halt irgend ne passende Steuer nehmen, gibt ja schließlich genug von dem Mist. Wenn jeder das gleiche Geld bekommt, wird alles auch zwangsläufig teurer, da lässt sich der Staat sicherlich wieder was einfallen...man könnte den Mindestlohn zum Beispiel weiter anheben/vom Staat subventionieren, ohne da wieder ein Bürokratisches Monster draus zu machen.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Was hat das mit einem bedingungslosen Grundeinkommen für jeden zu tun?

Der finnische Modellversuch zielte explizit darauf ab, einen Vergleich zum bisherigen System der Stütze ziehen zu können; die Empfänger des Grundeinkommens bekamen daher keine sonstigen Leistungen.

Es hat sich herausgestellt, dass das Grundeinkommen - zumindest in dieser Höhe - nicht die Stütze bei Personen ersetzen kann, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, es hat allerdings positive Auswirkungen auf Personen, die eine Tätigkeit finden bzw. sich selbstständig machen möchten und dabei flexibler sind.

Und genau davon rede ich die ganze Zeit: Ein Grundeinkommen wird weiterhin unterscheiden müssen, weil es einen Unterschied gibt zwischen Empfängern, die davon leben müssen und solchen, die es lediglich unterstützen bzw. ihnen zusätzliche Perspektiven eröffnen (oder einfach nur ihr Konsumverhalten ankurbeln) soll.
Kurz: Allen Bürgern so viel zu geben, dass sie davon leben können, ist nicht bezahlbar. Den Betrag so zu gestalten, das er bezahlbar ist, wäre für tatsächlich Bedürftige nicht ausreichend.
Und wenn ich deinen nächsten Satz richtig deute, siehst du das im Grunde genauso.

Das ist eine Sozialhilfe die es bereits jetzt gibt, ja so etwas kann man natürlich vereinfachen.
Nur ist es ein riesiger Unterschied ob chronisch kranke arbeitsunfähige Personen beispielsweise 1500€ bekommen oder jede einzelne Person 560€.
Es wäre abzuwägen, ob chronisch kranke arbeitsunfähige Personen beispielsweise 1500€ bekommen können und es - für weitere positive Effekte einschließlich der Wahrung des sozialen Friedens und Eindämmung der Neiddebatte - für trotzdem einen geringeren Grundbetrag für Alle geben könnte.

Es geht ja in einem Sozialstaat nicht nur darum, die absolut Bedürftigen zu versorgen, sondern die Aussichten für Alle zu verbessern. Und in einer sozialen Marktwirtschaft eben auch darum, selbige im gleichen Zug zu befeuern und allzu große Ungleichheiten bzw. Schieflagen auszubügeln - wie zum Beispiel prekäre Löhne.
Beispielsweise den Mindestlohn anzuheben hilft denjenigen, die Arbeit haben, verschreckt jedoch die Arbeitgeber und senkt die Chancen derer, die gerne noch Arbeit hätten, weil nach Möglichkeit weniger eingestellt wird.
Der Effekt höherer Löhne auf das Konsumverhalten hat eine Verzögerung, der Effekt eines Grundeinkommens wäre sofort vorhanden. Und niemand hat das Gefühl, er würde das allein bezahlen müssen und nichts zurückbekommen, denn es bezahlen alle und es empfangen alle.

Streng rechnerisch ist das womöglich unerheblich, aber es glaubt hoffentlich niemand mehr, dass sich Sozialdebatten rein rational führen lassen.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Ich glaube, dass das bedingslose Grundeinkommen nur ein Vorbote dafür ist, das nach meiner Schätzung in 10-20 Jahren die Frage gestellt werden wird, über was dieser Staat (all umfassend) "überhaupt" finaziert werden soll.

Was bei der industriellen Revolution noch einigermaßen hingehauen hat, Steuern hautsächlich auf Arbeitsleistung, wird m.A. nach nicht durchzuhalten sein, da bei der industriellen Revolution der technische Fortschrit hauptsächlich vom Menschen entwicklet wurde. Ich glaube wir werden über kurz oderl lang die Einführung einer "Maschinensteuer" erleben, weil der künftige technologische Fortschritt und damit einhergehend BIP (Produktivitäts-) Steigerungen zum einem großen Teil selbst durch "Maschinen" entwickelt werden (Digitalisierung). Insoweit wird man mit hauptsächlich Steuern und Abgaben auf Arbeitsleistung nicht mehr sehr weit kommen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich das mit fast 50 JAhren noch miterleben werde.
Ich glaube nicht, dass es in den nächsten 20 Jahren zu wenig "Arbeit" Arbeitsplätze geben wird, aber man wird dort schon sehen, dass es schlussendlich darauf hinaus laufen wird, zumindestens in wichtigen Teilbereichen des wirtschaftlichen Lebens und der Produktivitätssteigerungen.

Insoweit ist m.A. nach der Weg zu einem bedingslosen Grundeinkommen zwangsläufig, die Frage ist nicht das ob, sondern eher das wann, weil es eine umfassende Änderung der Steuern und Abgaben auf Arbeit bedingt.
 

TrueRomance

Lötkolbengott/-göttin
ob chronisch kranke arbeitsunfähige Personen beispielsweise 1500€ bekommen können
Unter welchen Bedingungen bekommt man so viel? In den neuen Bundesländern träumen viele Arbeitnehmer von solch einem Nettolohn. Ich bezweifle, dass unser Sozialsystem jemanden 1500 Taler gibt der arbeitsunfähig ist.
 

Don-71

PCGHX-HWbot-Member (m/w)
Unter welchen Bedingungen bekommt man so viel? In den neuen Bundesländern träumen viele Arbeitnehmer von solch einem Nettolohn. Ich bezweifle, dass unser Sozialsystem jemanden 1500 Taler gibt der arbeitsunfähig ist.
Also bei aller Liebe, man kann es auch übertreiben, man bekommt mit 2300€ Brutto und Lohnsteuerklasse 1 ohne jegliche Freibeträge (z.B. Kinder) schon 1565 € Netto im Monat.
 

TrueRomance

Lötkolbengott/-göttin
Also bei aller Liebe, man kann es auch übertreiben, man bekommt mit 2300€ Brutto
Ja, ich weiß. Frag doch mal die Kassiererin beim Edeka oder die Leute in der Spedition was die verdienen.
Da reden wir bei Vollzeit von Teilweise nichtmal 1200 Taler netto.

Arbeitnehmerüberlassungen zahlen max. Mindestlohn. Bei 12 Taler x 153h biste noch weit weg von 2300 Brutto.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Wichtig ist natürlich, dass das diskutiert wird. Schlimm finde ich, wenn das immer sofort mit -- ist nicht finanzierbar -- abgelehnt wird. Die Bankenrettung hat Billionen verschlungen und am ende sieht es nicht anders aus als vorher.
Ja für sowas ist immer Geld da für die großen Bonzen. Woanders wird gleich abgelehnt und als "realitätsfern" bezeichnet.

Beispielsweise den Mindestlohn anzuheben hilft denjenigen, die Arbeit haben, verschreckt jedoch die Arbeitgeber und senkt die Chancen derer, die gerne noch Arbeit hätten, weil nach Möglichkeit weniger eingestellt wird.
Das wurde vor Einführung des Mindestlohns auch immer wieder gesagt. Ist dadurch ein Betrieb kaputt gegangen oder wurden dadurch weniger Menschen eingestellt? Mir ist kein Fall bekannt.
Wie ich schon oben schrieb ist der Mindestlohn sogar noch zu niedrig. Der müsste auf 12,50€ angehoben werden damit man später nicht in Altersarmut abrutscht.

Der Effekt höherer Löhne auf das Konsumverhalten hat eine Verzögerung, der Effekt eines Grundeinkommens wäre sofort vorhanden.
Aber nicht mit 560 Euro. Davon kann, wie gesagt, niemand leben.
 

RtZk

Lötkolbengott/-göttin
Und genau davon rede ich die ganze Zeit: Ein Grundeinkommen wird weiterhin unterscheiden müssen, weil es einen Unterschied gibt zwischen Empfängern, die davon leben müssen und solchen, die es lediglich unterstützen bzw. ihnen zusätzliche Perspektiven eröffnen (oder einfach nur ihr Konsumverhalten ankurbeln) soll.

Genau das ist der Knackpunkt.
Die Zahl der Personen die in Deutschland ihre Arbeitszeit bei Erhalten eines "Grundeinkommens" senken würde wäre wohl ziemlich hoch, denn den Meisten reicht das Geld das sie bereits haben, sprich für sie ist Zeit wichtiger als Geld.
Das führt wiederum führt dazu, dass die Wirtschaftsleistung Deutschlands garantiert sinkt, da die Arbeitsleistung des Einzelnen sinkt, was wiederum zu niedrigeren Umsätzen etc. führt und schlussendlich eben zu niedrigeren Steuereinnahmen.
Diese müssten jedoch massiv steigen um das Grundeinkommen überhaupt erst zu finanzieren.
Letztendlich geht es selbst dann nicht auf, wenn die Leute gleich viel arbeiten, da die Steuereinnahmen die durch den höheren Konsum generiert werden die Kosten für das Grundeinkommen hinten und vorne nicht decken.
Bekommt jedoch nicht jeder das Grundeinkommen, dann ist es schlicht keines mehr, sondern eben nur eine weitere normale Sozialhilfe wie es sie bereits jetzt gibt.

Kurz: Allen Bürgern so viel zu geben, dass sie davon leben können, ist nicht bezahlbar. Den Betrag so zu gestalten, das er bezahlbar ist, wäre für tatsächlich Bedürftige nicht ausreichend.
Und wenn ich deinen nächsten Satz richtig deute, siehst du das im Grunde genauso.

Natürlich. Wie ich bereits gesagt habe ist es wirtschaftlich betrachtet sowieso unmöglich zu finanzieren insofern es jeder bekommt.
Für Bedürftige gibt es bereits Sozialhilfen, aber klar hier wäre eine Vereinfachung richtig, jedoch sollte man nie den Bedarf Außeracht lassen, weshalb pauschale Summen meiner Meinung nicht zielführend sind.

Es wäre abzuwägen, ob chronisch kranke arbeitsunfähige Personen beispielsweise 1500€ bekommen können und es - für weitere positive Effekte einschließlich der Wahrung des sozialen Friedens und Eindämmung der Neiddebatte - für trotzdem einen geringeren Grundbetrag für Alle geben könnte.

Genau das halte ich für wirtschaftlich nicht finanzierbar. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass es deshalb eine Neiddebatte geben würde, hier handelt es sich um eher kleine Summen, insbesondere verglichen damit was unsere Bundes- und die Landesregierungen Jahr für Jahr aus dem Fenster werfen.

Es geht ja in einem Sozialstaat nicht nur darum, die absolut Bedürftigen zu versorgen, sondern die Aussichten für Alle zu verbessern. Und in einer sozialen Marktwirtschaft eben auch darum, selbige im gleichen Zug zu befeuern und allzu große Ungleichheiten bzw. Schieflagen auszubügeln - wie zum Beispiel prekäre Löhne.

Für alle verbessert man sie eher in dem man Unternehmen hilft, nicht unbedingt durch Geld, sondern eher durch Verminderung der Bürokratie, was Kosten spart und möglicherweise Arbeitsplätze schafft.
Löhne sind jedoch nicht Sache des Staates sondern des jeweiligen Unternehmens und Angebot und Nachfrage kreieren auch den preis für Arbeitskraft.
Jemand der gut qualifiziert ist, und keine massiven unverschuldeten Nachteile hat, wird auch gut bezahlt.

Beispielsweise den Mindestlohn anzuheben hilft denjenigen, die Arbeit haben, verschreckt jedoch die Arbeitgeber und senkt die Chancen derer, die gerne noch Arbeit hätten, weil nach Möglichkeit weniger eingestellt wird.

Der Mindestlohn hat soweit mir bekannt hat keine sehr offensichtlichen negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt, das wird auch so bleiben, in dem man ihn nicht übermäßig erhöht und die Wirtschaft damit zu sehr belastet.

Der Effekt höherer Löhne auf das Konsumverhalten hat eine Verzögerung, der Effekt eines Grundeinkommens wäre sofort vorhanden. Und niemand hat das Gefühl, er würde das allein bezahlen müssen und nichts zurückbekommen, denn es bezahlen alle und es empfangen alle.

Der Unterschied ist, dass höhere Löhne erwirtschaftet werden. Ein Grundeinkommen hat zwar einen ähnlichen (keinen gleichen!) Effekt, führt aber am Ende zur massiven Steigerung der Staatsverschuldung bis in den Bankrott, da es wie schon erwähnt nicht gegenfinanziert werden kann.
Von staatlicher Seite unbegrenzt Geld in den Markt zu pumpen geht garantiert irgendwann schief, siehe Türkei.

Streng rechnerisch ist das womöglich unerheblich, aber es glaubt hoffentlich niemand mehr, dass sich Sozialdebatten rein rational führen lassen.

Zumindest lässt sich kalkulieren was höchstwahrscheinlich unbezahlbar ist. Gerechtigkeit ist natürlich subjektiv und lässt sich natürlich eher schwer rational diskutieren.
 

TrueRomance

Lötkolbengott/-göttin
@ TrueRomance

Laut Tante Google liegt der Brutto Median bei allen neuen Bundeländern (2018) bei 2500€ oder höher.
ist mir wumpe wo der liegt. Das ändert nichts daran, dass es Menschen gibt die nur 12 Taler/h verdienen. Und bei 153h (Leihbude) sind das keine 2500 Taler Brutto. Und in vielen Bereichen ist der Mindestlohn auch noch unter 12 €/h. Also in meiner Region biste mit 2500 Brutto schon recht gut dabei als durchschnittlicher Arbeitnehmer ohne Studium.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Das wurde vor Einführung des Mindestlohns auch immer wieder gesagt. Ist dadurch ein Betrieb kaputt gegangen oder wurden dadurch weniger Menschen eingestellt? Mir ist kein Fall bekannt.
Dass, wie von manchen Gegnern des Mindestlohns befürchtet, keine Arbeitsplätze abgebaut wurden, ist etwas ganz anderes als die Tatsache, dass die Schaffung weiterer Stellen stagniert.

Ist ja auch irgendwie logisch: Unternehmen haben in Deutschland aufgrund der hohen Lohnnebenkosten schon vor Einführung des Mindestlohns immer gerade so viele Angestellte gehabt, wie sie unbedingt benötigen und können sich daher von diesen nicht trennen, haben aber auch keine Motivation, weitere einzustellen.

Um das ad hoc zu ändern, müsste man das Arbeitszeitgesetz drastisch modifizieren oder eben personalaufwändige Wirtschaftszweige (sprich: Dienstleistungssektor und Einzelhandel) pushen. Und wenn man das auch gleich noch damit verbinden kann, dem Bürger mehr Seelenfrieden, Flexibilität bei der Arbeitsplatzwahl oder Spielraum für die Selbstständigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen zu geben - warum nicht?

Wie ich schon oben schrieb ist der Mindestlohn sogar noch zu niedrig. Der müsste auf 12,50€ angehoben werden damit man später nicht in Altersarmut abrutscht.
Sehr richtig, und zwar steigend, also regelmäßig angepasst.
Nur muss dahinter dann eben auch eine entsprechende Wirtschafts- und Abgabenleistung stehen, womit wir wieder bei obigen Absatz wären. Isolierte Maßnahmen bringen in aller Regel nicht viel oder gehen manchmal sogar nach hinten los.
 

RyzA

PCGH-Community-Veteran(in)
Sehr richtig, und zwar steigend, also regelmäßig angepasst.
Nur muss dahinter dann eben auch eine entsprechende Wirtschafts- und Abgabenleistung stehen, womit wir wieder bei obigen Absatz wären. Isolierte Maßnahmen bringen in aller Regel nicht viel oder gehen manchmal sogar nach hinten los.
Fakt ist das die Arbeitgeber am liebsten alles auf den Staat abwälzen würden.
Arbeit muß fair bezahlt werden und die muß sich auf jeden Fall lohnen. Und da sind die Unternehmen in der Verantwortung. Das Problem ist nicht, das Hartz IV zu hoch ist, sondern die Löhne zu niedrig. Auch wenn es gerne anders herum gedreht wird.
 

Sparanus

BIOS-Overclocker(in)
Sehr richtig, und zwar steigend, also regelmäßig angepasst.
Nun, mal grob nachgerechnet hat man beim derzeitigen Mindestlohn 1200€ pro Monat nach Steuern und Sozialabgaben, wenn ich jetzt von mir ausgehe. Das geht, das ist im Prinzip genug.
ABER es kommt auf die Mietkosten an. Zahlt man nur 400€ warm für 40qm ist der Mindestlohn vollkommen ausreichend.
Daher ist für mich die Miete der größere Knackpunkt, wenn wir jetzt nur den Mindestlohn erhöhen geht das direkt in die Taschen der Immobilienbesitzer.
 

Mahoy

Volt-Modder(in)
Sicherlich ist bezahlbarer Wohnraum ein Faktor, der mit darüber entscheidet, was an Mindestlohn ausreicht, aber es ist nur ein Faktor von Vielen.

Mindestlohn in Vollzeit kann für einen Single, der sich keine Gedanken über seine Versorgung im Alter macht, durchaus reichen.

Als Alleinverdiener mit Familie und/oder in Teilzeitarbeit und/oder Betrachtung der spätere Rentenhöhe sowie nicht genug Spielraum für zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge sieht's wieder ganz anders aus.
 
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