1) Die Verhältnisse der Plattformen hängen extrem vom individuellen Spiel und vom Genre ab. Ein CoD verkauft sich z.B. viel besser auf Konsolen, ein XCOM hingegen besser auf dem PC.
2) Der PC erzeugt auf lange Sicht deutlich mehr Umsätze, als du hier angibst, was vor allem daran liegt, dass der Lebenszyklus eines Spiels auf dem PC viel länger ist. Bei den Konsolen muss man möglichst viel in den ersten 2 Wochen absetzen. Spiele auf dem PC verkaufen sich sogar noch Jahre später. Langfristig gesehen lässt sich mit der PC Version eine ganze Menge Geld verdienen. Das liegt übrigens nicht auch zuletzt am DRM für digitale Versionen auf dem PC, während bei den Konsolen nach den ersten beiden Wochen Spiele fast nur noch gebraucht gekauft werden, woran der Publisher rein gar nichts verdient.
3) Wie viel Geld man auf dem PC macht, hängt auch davon ab, wie man das Spiel vertreibt. EA und Ubisoft z.B. verdienen deutlich mehr an PC Spielen, weil sie Steam als Mittelsmann (und den Retailer) größtenteils rausgenommen haben aus der Liefer- und Wertschöpfungskette.
4) Die Behauptung, dass die Konsolenspieler die PC Version querfinanzieren, ist völlig aus der Luft gegriffen. Wäre dies der Fall, würde es überhaupt keine PC Version geben, weil das zu größeren Gewinnen für den Publisher führen würde.
5) Dass man mit der Konsolenversion eventuell mehr Geld verdienen kann (je nach Spiel und Genre) entschuldigt in keinem Fall einen mangelhaften PC Port. Wenn man sich dafür entscheidet, für PC zu veröffentlichen, muss man es auch richtig machen, oder eben die Konsequenzen tragen. Ansonsten soll man es lieber gleich lassen. Dann muss man aber auch die wirtschaftlichen Konsequenzen tragen, sprich: geringere Gesamtumsätze und damit eine geringere Gewinnmarge. Denn was oft vergessen wird: eine PC Version muss bei einem Multiplatspiel eigentlich nur die Kosten der Portierung reinspielen. Dafür braucht es im Prinzip gar keine großen Verkaufszahlen in den allermeisten Fällen. Der Rest ist schlicht Gewinn für den Publisher.