AW: Baden-Württemberg und Bayern fordern härteres Vorgehen gegen 'Killerspiele'
Eigentlich ist sowas nichts Neues.
Früher - als ich noch Jugendlicher war - wurde Heavy Metal (eher Black Metal / Death Metal und Konsorten) an den Pranger gestellt weil pausenlos Satansmessen abgehalten wurden, Gräber geschändet, Hähne geschlachtet, um als Opfer für den Herrn der Dunkelheit herzuhalten usw.
Zum Teil ging es viel heftiger zu (Menschenopfer und ähnliches).
Irgendwann wurde es wohl zu langweilig, nur die Musiker dafür verantwortlich zu machen, dass die Jugend durchdrehte.
Mittlerweile sind es eben Shooter.
Bald flacht das auch ab und dann mal gucken was sich die Herren und Damen neues einfallen lassen wogegen sie gehen können.
Vielleicht gegen Kaltschaummatratzenhersteller.
Dass die Toleranzgrenzen immer schneller erreicht sind und die Hemmschwelle immer weiter sinkt, kann nicht allein an den Shootern liegen, aber einen Sündenbock braucht man eben.
Ist schon mal ein Killerspiel-Programmierer, der ewig und nur mit solchen Spielen zu tun hat, sie tausendfach testet bevor sie ins Regal zum Verkauf kommen oder ein Killerspiel-Tester, der ewig und nur einzig solche Spiele testet, Amok gelaufen?
Selten ist ein Drogendealer selbst abhängig.
Der Hebel sollte bei der Ursache angesetzt werden und die Ursache ist keineswegs der Konsum von gewaltverherrlichenden Spielen, DVDs oder was auch immer, sondern die Ursache ist die allgemeine Situation in der einen oder anderen Familie, Schule, Ausbildungsstelle, Arbeitsplatz, Freundeskreis, Sozialstatus, Gesundheitszustand, psychische Reife.
So, und da wohl bald Wahlen sind und die meisten Amokläufer erstens nicht mehr leben und zweitens die, die es werden wollen sowieso noch nicht wählen dürfen, wenden sich die Politiker an die Eltern der heutigen Kinder und Jugendlichen und da Eltern eher dazu neigen, ihre Kinder zu schützen, werden sie der Hetze sicherlich zustimmen und die entsprechenden Hetzer wählen.
Gruß aus Pfinztal