AW: Anthem: Spielzeit sorgt für Diskussionen unter Fans
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich bereits zum zweiunddreißigsten male wiederhole: Aber Anthem besteht nicht nur aus der 20-30 Stunden Kampagne!
Es gibt zahlreiche Nebenquests und Aufträge, das hochrüsten auf Level 30, den Endgame Loop und einiges mehr. Man kann problemlos 50-60 Stunden in diesen ersten Teil versenken, und die "Completionists", die selbst auf der höchsten Schwierigkeitsstufe diesen Looter Shooter komplettieren möchten, sind vermutlich auch in ein paar Wochen noch nicht fertig. Und dann steht der nächste Content ins Haus.
Das ist wirklich nicht mal ansatzweise so schwer zu verstehen, wie es hier einige Kollegen darstellen.
Du zahlst den Vollpreise für eine fortlaufende Serie, nicht für eine Momentaufnahme.
Hätte Bioware das Spiel für 30 EUR verkauft und dann für jedes der neun (!) angekündigten DLCs nochmal extra zur Kasse gebeten, wärs vermutlich auch nicht recht gewesen.
Die 20-30h Kampagne enthält meiner Erfahrung (40h Spielzeit) nach aber alle Quests. Hauptstory dauert so 10-15h und dann nochmal so ca. 10h für die Nebenquests. Vielleicht mal 2-3h mehr oder weniger je nachdem wie oft das Spiel am Anfang abgestürzt ist oder man in einem Ladescreen hing, was mit dem letzten Patch aber besser geworden ist. Also ca. 30h bis man Maximallevel ist und vom richtigen Content alles gesehen hat. Nach 10h Endgameloop bin ich mit dem mehr oder weniger durch. Grandmaster 1 ist zu einfach, Grandmaster 2 ist OK und mit etwas Absprache oder langsameren Vorgehen ist auch Grandmaster 3 kein Problem (selbst mit Randoms). Einzigen Upgrades für mich wären legendäre Items die aber nicht viel anders machen als die Meisterwerke. ilvl47 anstatt ilvl45 und etwas bessere random Stats, nichts aufregendes wo ich sagen würde das ich die unbedingt haben muss. Grandmaster 3 kann ich aktuell auch mit ilvl486 laufen und bin mit ner Festung in 30-45 Minuten durch, was doppelt so lang dauert wie z.B. auf Grandmaster 2 aber Grandmaster 3 lohnt sich insgesamt nicht wirklich. Pro Festung bekomme ich 1-2 Meisterwerke und das sowohl auf Grandmaster 1, Grandmaster 2 als auch Grandmaster 3. Mit der so viel höheren Chance auf Meisterwerke und legendäre Items sollten es bei Grandmaster 2 und 3 eigentlich mehr sein.
Das heißt nach 40h bin ich sowohl mit der Story als auch dem aktuellen Endgame durch. Mein ilvl könnte ich noch weiter pushen damit Grandmaster 3 einfacher wird, aber wie gesagt lohnt es sich insgesamt nicht Grandmaster 3 zu laufen. Das einzige was jetzt noch bleibt sind die Achivements hinter denen teilweise kosmetische Belohnungen versteckt sind. Vergleicht man das mit anderen Lootshootern wie z.B. The Division oder Destiny 2 ist das sehr schwach. Da hatte man zwar auch nur ein 10-15h lange Kampagne, dafür aber ein sehr viel robusteres Endgame mit Itemsets in The Division die einen sehr starken Einfluss auf die eigene Skillung und Spielweise genommen haben oder exotische Items in Destiny. Man wollte immer mehr spielen um diese aufregenden Items zu erhalten. Die Meisterwerk und legendären Affixe in Anthem sind aktuell recht langweilig und zu großen teilen verbugged. Auch die Lootdistribution in The Division und Destiny fühlt sich besser an. Missionen auf hohem Schwierigkeitsgrad in The Division haben einen mit hochstufigen Loot überschüttet. Man hatte das Gefühl das es sich gelohnt hat sich durch die schwierige Mission zu quälen, weil man am Ende viele gute Items bekommen hat. Ähnlich in Destiny 2, Schwierigkeitsgrade haben dort Maximallevel. Du willst besseren Loot haben, mach den höheren Schwierigkeitsgrad. Man wusste, wenn ein bestimmtes ilvl hat, dann hat der bestimmten Content auf einer bestimmten Schwierigleitsstufe gemeistert. In beiden Fällen war der Endgameloop länger und es hat seine Zeit gebraucht bis man ein Itemset hatte was einem die Spielweise ermöglicht die man haben möchte. Hinzu kommt das man in The Division (hier aber eher etwas schwach) und Destiny 2 auch eine optische Progression hatte. Schwieriger Content bietet nicht nur mehr und besseren Loot sondern schaut auch anders aus. In Anthem sollen die Festungsboxen noch kommen wo Emotes und Vinyls drin stecken aber es gibt trotzdem keine Vinyls oder Emotes die nur in Grandmaster 3 droppen.
Anthem ist kein komplett schlechtes Spiel und hat das Potential richtig gut zu werden, jedoch ist es im Vergleich zu den Spielen die es bereits gibt sehr schwach und macht ähnliche Fehler wie die Spiele mit denen es konkurrieren möchte. Die Ausrede von wegen es ist ein Game as a Service ist schlicht das, eine Ausrede um Fehler zu entschuldigen. Game as a Service sollte nicht heißen das man ein unfertiges Spiel zum Vollpreis mit In-Game Shop auf den Markt wirft und dann über das nächste Jahr zu einem vollwertigen Spiel ausbaut. Game as a Service sollte was gutes sein. Ein von Anfang an gutes Spiel, was über den Liveservice weiter ausgebaut wird und dieser Service über den Spieleverkauf als auch In-Game Shop finanziert wird. Ein gutes Beispiel für solch ein Spiel ist z.B. das aktuelle AC Odyssey. Solides Spiel in Sachen Story, Gameplay und Umfang und es gibt jede Woche neue in-game Events mit Belohnungen (starke Items oder kosmetische Belohnungen), jeden Monat eine kostenlose Quest die rund 1h Spielzeit bietet und ein kleiner DLC der rund 3h Spielzeit bietet. Anthem fühlt sich wie ein Early Access Spiel zum Vollpreis an wo man für das Grundgerüst bezahlt hat und jetzt auf die Inhalte wartet.
Was die angekündigten Inhalte angeht bleibt auch abzuwarten was die wirklich bieten. Die Freeplay Events sind nicht so viel anders als normale Missionen (zumindest das Outlaw und Titan Event waren so) und haben versteckte Achivements für die man Vinyls bekommt. Neue legendäre Quests muss man mal gucken was das am Ende ist. Wenn es je eine neue Quest ist, dann ist etwas wenig, da sich schon jetzt die legendären Quests nicht anders anfühlen als die normalen Quests. Neue Festung klingt gut und wenn die wie die Tyrant Mine wird, dann ist das sehr gut. Festungsboxen ist einfach nur ein Anreiz die Festungen zu laufen und Cataclysm muss man mal gucken was der bringt. Aktuell schaut es so aus als wenn es einfach mehr von dem ist was man bereits hat, was wie gesagt aber etwas schwach ist. Bioware muss den Loot überarbeiten damit dieser interessanter ist. Entweder hat man wenigen, dafür aber sehr starken und interessanten Loot wie z.B. in Destiny 2 mit dem Loot aus Raids und dem Nightfall Strike oder man hat generischen Loot wie aktuell, überschüttet dafür aber den Spieler damit, damit der sich die besten Items rauspicken kann wie z.B. in Diablo 3.